Ein Trabant fährt durch das Oderbruch (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Erhebung des Ifo-Instituts - Einwohnerzahl im Osten auf Stand von 1905 gesunken

68 Millionen Menschen leben heute im Westen Deutschlands, 1905 waren es weniger als die Hälfte. Im Osten dagegen ist die Einwohnerzahl laut einer Erhebung wieder auf dem Stand von damals. Seit dem Bau der Mauer schrumpft dort die Einwohnerzahl.

Die Einwohnerzahl in Ostdeutschland ist einer aktuellen Erhebung des Ifo-Instituts zufolge auf den Stand des Jahres 1905 zurückgefallen. Zugleich leben auf dem Gebiet der alten Bundesrepublik so viele Menschen wie nie zuvor, wie das Institut in Dresden am Mittwoch mitteilte.

1905 lebten in Ostdeutschland 13,6 Millionen Menschen. Prognosen zufolge sei das auch das Niveau des Jahres 2019, hieß es vom ifo-Institut. Auf westdeutschem Gebiet leben mittlerweile  dagegen mehr als 68 Millionen Menschen - Anfang des 20. Jahrhunderts waren es nur 32,6 Millionen.

Vor 1961 und nach 1989 gingen viele in den Westen

Die Einwohnerzahlen in Ost und West drifteten nahezu ungebremst auseinander, erklärte ifo-Forscher Felix Rösel. Diese Entwicklung werde häufig übersehen und bedürfe einer besonderen politischen Berücksichtigung. Der ländliche Raum im Osten sei regelrecht ausgeblutet - und müsse speziell gefördert werden.

Von 1949 bis zum Mauerbau 1961 hatten zahlreiche gut ausgebildete Menschen den Osten verlassen. In der DDR stagnierten dann die Einwohnerzahlen - während der Westen auch durch Zuwanderung dazugewann. Der nächste große Einschnitt im Osten folgte dann laut ifo-Institut durch die Abwanderung nach 1989. Vor der deutschen Teilung hätten sich Ost- und Westdeutschland dagegen nahezu parallel entwickelt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 12.06.2019, 16:30 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Da ich selber ein Ossi bin kann ichs gut beurteilen, letztendlich sind wir doch selber dran schuld, da jeder und jedes Fremde argwöhnisch beobachtet und im Grunde abgelehnt wird.
    Anstatt sich darauf einzulassen und die Leute mit einzubinden und dadurch einen Mehrwert für alle zu schaffen, werden sie lieber vergrault.
    Da sollte man sich dann aber über solche Meldungen nicht mehr wundern.

  2. 11.

    Kleine Geschichtstunde. Wir im Westen der Stadt haben über Jahrzehnte auf Kosten der Westdeutschen gelebt. Eine Überheblichkeit gegenüber den Märkern ist fehl am Platze. Ganz Berlin (West) war eigentlich nur eine schöne Fassade. Ein riesiges potemkinsche Dorf. Diese ist auch einer der Gründe warum Berlin nicht seine Interessen durchsetzen konnte in den 90zigern. Der BER sollte richtigerweise nach Sperrenberg. Diese wollte die CDU / CSU aus dem Süden nicht. Wer das Geld hat, hat eben das sagen. Ein weiteres Beispiel war die Bonn / Berlin Debatte. Wenn ich den Blüm sehe krieg ich heute noch das k.... .

    Für die Greta-Anhänger gern ein Link zu Erklärung: https://de.wikipedia.org/wiki/Potemkinsches_Dorf

  3. 10.

    Sie schreiben was von rechtzeitig in Zukunftstechnologien zu investieren. Kann man beides parallel und wenn Ihre die Zukunftstechnologien (welches Seifenblasen sind meiner Meinung) auch nur die Hälfe der Jobs / Einkommen generieren wie die Kohle dann schalten wir die Kraftwerke ab. Den TV-Beitrag sind Sie leider auch nicht nachgegangen. Anders kann man sich nicht Ihre " Kommentar " nachvollziehen.

  4. 9.

    Hatte man etwa nach der Kahlschlagpolitik der letzten Jahrzehnte im Osten etwas anderes erwartet? Warum floppt im Land Brandenburg ein Projekt nach dem anderen? Ich sage nur Chipfabrik FFO., Solarstadt FFO, BER usw. usf. Logisch dass die Menschen gehen.

  5. 8.

    Das sind nicht nur eine "handvoll". Die meisten Berliner sind fleißige Steuerzahler, die sich an die Gesetze halten und sich vernünftig benehmen.

  6. 7.

    Unfug, wenn einer "dem Osten den Rest (ge)geben" hat, dann war es die Brandenburger sPD und das sture festhalten an der Braunkohle, statt rechtzeitig in Zukunftstechnologien zu investieren. Das man dabei auch noch auf windige Unternehmer hereingefallen ist spricht nicht gerade für die Kompetenzen in BB.

  7. 6.

    Eine handvoll Fleißiger? Würde mich mal interessieren, was Sie und ihre "Handvoll" so fleißiges machen? Brot backen, Bus fahren, Menschen pflegen und heilen, Autos reparieren, Fliesen legen, Kinder pädagogisch betreuen, an einer Schule lehren, kochen, Briefe austragen etc.? Das wären dann für die Gesellschaft wichtige Tätigkeiten, der Rest unnötig... Sie Fleißiger Sie!

  8. 5.

    Welcher Zuzug aus der Zone?
    Einwohnerentwicklung von Berlin
    1990 3.433.695
    2016 3.574.830
    https://de.wikipedia.org/wiki/Einwohnerentwicklung_von_Berlin
    Die Politik der Grünen wird dem Osten den Rest geben. Die Wirtschaft im Osten ist den Grünen egal.
    https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-552349.html

  9. 4.

    Ist Ihnen bewusst, dass auch die Brandenburger die Verschwendungen in Ihrer Wohlfühlblase mitfinanzieren?

  10. 3.

    Was soll der Vergleich mit 1905? Also vor dem ersten Weltkrieg - der erste grosse Einschnitt.
    Wie waren die Zahlen 1950 - nach dem Millionen Flüchtlinge in das verdient verkleinerte Deutschland beiderseits der Elbe kamen?
    Ansonsten gibt es an den Fakten ja keine Zweifel: So ist halt die Politik der Bundesregierungen in den letzten Jahrzehnten gewesen. Und soll mit den Westfunktionären der nationalwirtschaftsliberalen AfD noch radikalisiert werden.
    Alles was in den Ländern der ehemaligen DDR Zukunftstechnologie, Arbeitsplätze Prosperität schaffen könnte, wird ja von diesem Milieu abgelehnt - einschliesslich der Internationalität die damit verbunden sein muss.
    Kommt halt davon wenn man die falschen Parteien wählt. Zu aller erst in der Bundespolitik. Und sich dann Nebenkriegsschauplätze aufdrücken lässt - als sei der Ausländer, der Flüchtling in der Regierung.

  11. 2.

    haben die es gut, die haben Platz, wir in Berlin quillen über und eine Handvoll Fleißiger bezahlt das alles.

  12. 1.

    Und Berlin ist übervölkert, läuft immer mehr voll, muß Wohnungen ohne Ende bauen und die Vermieter aller Couleur und Herkunft reiben sich vergnügt die Hände. Aber der Regierende reist natürlich lieber. Wann werden die Flüchtlinge endlich vernünftig verteilt!

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