Symbolbild - Ladesäule für PKW in Berlin-Mitte (Bild: imago/R.Price)
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Audio: Inforadio | 05.06.2019 | Sylvia Tiegs | Bild: www.imago-images.de

Reportage | Schwieriger Wechsel aufs E-Auto - Berlins "Masterplan e-mobility" hat Ladehemmung

Elektro-Autos sind vielleicht die Zukunft - aber nur selten auf der Straße. Von über 1,2 Millionen Autos in Berlin fahren 3.000 nur mit Strom. Wie kann das sein in einer Stadt, die Elektro-Mobilität ausdrücklich fördert? Sylvia Tiegs hat sich in Berlin umgeschaut.

Die Werkstatt von Auto Eicke, ein alteingesessener, unabhängiger Händler in Lichterfelde: Zur Begrüßung röhrt der Verbrenner eines ollen Audi100. Ein Mechaniker hängt kopfüber im Motor. "Der guckt gerade, wo die störenden Geräusche herkommen. Hätten wir nur noch Elektrofahrzeuge, gäbe es diese Arbeiten gar nicht mehr. Zu schauen, warum läuft der Motor nicht sauber, warum hat er einen höheren Schadstoffausstoß oder Verbrauch? Das fällt beim Elektroauto komplett weg", sagt Verkaufsleiter Tobias Adamski.

"Letztlich geht es ums Geld im Portemonnaie"

Aber davon ist Auto Eicke noch weit entfernt. Zwar spiele auch der Umweltaspekt eine Rolle, wenn Kunden ein Fahrzeug kaufen, so Adamski. "Aber letztlich geht es ums Geld im Portemonnaie. Wenn ein Auto als Elektroversion knapp 10.000 Euro mehr kostet als ein vergleichbarer Benziner, kommt schnell die Frage auf: Wann rechnet sich das?"

Adamski antwortet dann: vielleicht nie. Wer nur 10.000 bis 15.000 Kilometer im Jahr mit dem E-Auto fahre, der hole den gewaltigen Preisunterschied in der Anschaffung nicht wieder rein. Und dann sei da auch die leidige Frage nach dem Tanken. "Hält der Akku lange, muss ich den nach sechs Jahren neu kaufen für 8.000 Euro? Wenn man den Kunden darauf anspricht, verfliegt der Gedanke 'Elektroauto' doch sehr schnell."

Ladesäule in Berlin-Steglitz (Quelle: Imago/Marius Schwarz)
"Be-emobil"-Ladestation in Berlin-Stegliltz | Bild: Imago/Marius Schwarz

Das Henne-Ei-Problem bei der Ladeinfrastruktur

Dabei möchte der Senat doch ausdrücklich mehr E-Fahrzeuge auf Berlins Straßen bringen. Wie gelingt das, wenn die Leute keine kaufen? Ich fahre von Auto Eicke in Lichterfelde nach Mitte zur Verkehrsverwaltung. Imke Steinmeyer, Leiterin des Referats Grundsatzangelegenheiten der Verkehrspolitik, kümmert sich um Lade-Infrastruktur für E-Autos. "Das Thema begleitet uns seit 2013, 2014. Damals startete auf Bundesebene die Initiative 'Schaufenster Elektromobilität'. Da war die Frage, E-Autos leichter in die Verbreitung zu bringen, ein Henne-Ei-Problem. Kommen erst die Autos, und wir kommen dann mit der Ladeinfrastruktur? Oder müssen wir erst die Ladeinfrastruktur stellen, damit die Leute bereit sind, ein Auto zu kaufen?"

Berlin entschied sich für Letzteres und stellte seine hellgrauen Ladesäulen auf, mit der Zungenbrecher-Marke "be-emobil". 260 Säulen sind es inzwischen – immer für jeweils zwei Autos. Imke Steinmeyer zeigt mir eine "be-emobil-Karte" auf ihrem Rechner: "Die höchste Dichte von Ladeinfrastruktur haben wir in der inneren Stadt. In der äußeren Stadt nimmt sie etwas ab."

Ziel: 1.100 E-Tankstellen für ganz Berlin bis zum Herbst 2020

Dieses Netz aufzubauen, sei ein Kraftakt gewesen, erzählt Steinmeyer. Sie prüften Standorte, Steckersysteme, Stromanbieter. Schrieben europaweit aus und machten Bekanntschaft mit dem Denkmalschutz, dem Mess- und Eichrecht. Der Elektroboom blieb aber aus.

Man wechselte die Taktik: Die Verwaltung gab den Berlinern die Möglichkeit, E-Ladesäulen aktiv am Wohn- oder Arbeitsplatz zu beantragen. Aber: "Wir haben deutlich weniger Anträge als wir gedacht haben." In der Außenstadt würden sich die Käufer um Steckdosen auf dem eigenen Grundstück kümmern. Auch in der Innenstadt sei die Nachfrage geringer als erwartet, vielleicht auch, weil die Leute nach wie vor Sorge haben, dass sie mit einem E-Auto irgendwo liegen bleiben und nicht laden können."

Es bleibt ein wenig ein Stochern im Nebel. Aber aufgeben werden Imke Steinmeyer und ihre Leute nicht. Sie wollen noch Hunderte weitere ihrer hellgrauen Ladesäulen aufstellen, jetzt auch an den Stadträndern. Das Ziel: 1.100 E-Tankstellen für ganz Berlin bis zum Herbst 2020.

Zukunft E-Auto

Fahrschullehrer Lothar Taubert hat sich eine solche Berliner Ladesäule regelrecht erkämpft. Jetzt steht sie gegenüber seiner Fahrschule in Charlottenburg am Klausener Platz. "Ich habe anderthalb Jahre daran gearbeitet, dass sie hierher gestellt wird. Als ich mich beworben habe, haben die gefragt: Haben Sie schon ein Auto? Ich sagte, ich kaufe mir erst ein Auto, wenn die Säule hier steht." Zwar habe er dann doch ein Auto gekauft – aber die Säule ließ auf sich warten.

Fahrschulbesitzer Lothar Taubert (Quelle: rbb/Sylvia Tiegs)Fahrschullehrer Lothar Taubert hat einen E-Golf - und die Ladestation vor der Tür

Doch Taubert ließ nicht locker. Er wollte unbedingt aufs E-Auto wechseln: um weniger CO2 auszustoßen und damit seine Fahrschüler "in die Zukunft mitnehmen".

So wie Julia. Die 36-Jährige hat ihre 3. Stunde "Zukunft" im E-Golf. Fast geräuschlos – weil ohne Motor – rollen wir aus der Nehringstraße in Richtung Spandauer Damm. Julia ist vom elektrischen Fahren begeistert. "Sehr angenehm. Ich fühle mich sehr erleichtert, ich finde es sehr geschmeidig, komfortabel und beruhigend."

Einfacher zu lernen ist es auch: Das Schalten fällt ja weg. Trotzdem wird sich Julia nach bestandener Prüfung nicht gleich ein E-Auto anschaffen: Ihr Lebensgefährte hat schon ein Auto, Verbrennermotor, leider. Aber das reiche erstmal. Fahrlehrer Lothar nickt wohlwollend. "Die jungen Leute geben im Gegensatz zu meiner Generation kaum noch Mittel aus für den Erwerb eines Autos." Richtig so, meint er. Es reiche, ein Auto fahren zu können. Besitzen müsse man es nicht – auch kein E-Auto.

Taxifahrer Martin Doll (Quelle: rbb/Sylvia Tiegs)Martin Doll fährt das bislang einzige reine E-Taxi in Berlin

Der Tesla war Liebe auf den ersten Blick

Taxifahrer Martin Doll sieht das genauso. Als wohl einziger Taxifahrer in Berlin fährt er rein elektrisch, in einem US-amerikanischen Tesla. Es ist mittags um 12 Uhr. Doll klemmt seinen Tesla von einer öffentlichen Berliner Ladesäule ab. "Ich habe ihn heute Nacht abgestellt zum Feierabend. Jetzt ist er vollgeladen und ich kann loslegen."

Jeden 2. Tag muss der Wagen aufladen. 400 Kilometer schafft er dann. Das sei für die Fahrten durch die Stadt genau richtig, sagt sein stolzer Besitzer. Der Tesla und Martin Doll: Das war Liebe auf den ersten Blick. Der 57-Jährige gebürtige Karlsruher war immer nur Daimler gefahren. Aus Neugier machte er eine Probefahrt. Fünf Jahre ist das her. "Es war beeindruckend, unglaublich." Ein Daimler komme ihm inzwischen vor wie ein Kamel, der Tesla wie ein Raubkatze. Ich frage: Warum kaufen sich nicht viel mehr Taxifahrer das US-Elektroauto? Das Problem sei die Finanzierung, sagt Doll. "Wenn ich zu Mercedes gehe und sage, ich will ein Taxi haben, finanziert mir Mercedes jeden Wagen ohne Bonitätsprüfung. Aber Tesla hat noch keine eigene Hausbank."

Doll kann den Tesla nur fahren, weil er den Wagen privat von einem reichen Sponsor least, der ihn einst für den Wahlkampf der Berliner Grünen kaufte. Sonst hätte er sich ein Hybrid-Fahrzeug gekauft – wie mittlerweile Hunderte seiner Taxikollegen in der Hauptstadt.

Nirgendwo in Deutschland fahren so viele Autos mit umweltfreundlichem Antrieb wie in Berlin – ob mit Gas, Hybrid oder rein elektrisch. Aber es sind längst nicht annähernd so viele, wie die Politik gerne hätte. Tobias Adamski von Auto Eicke kann sich vorstellen, warum das so ist: "Der Anreiz ist anders, wenn ich weiß, dass ich überall laden kann. Oder wenn der Bezirk oder die Polizei Elektrofahrzeuge fahren. Wenn ich als Hersteller mehr Elektroautos verkaufe, kann ich den Preis auch schöner machen. Aber jetzt stagniert das so. Das Thema ist groß, aber es passiert nix."

Sendung: Inforadio, 05.06.2019, 09:25 Uhr

Beitrag von Sylvia Tiegs, Inforadio

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56 Kommentare

  1. 56.

    Ach was, das ist einfach Wohlstandsdekadenz und Wohlstandsverwahrlosung, wenn man derart an Konsumprodukten klammert. Ich hänge ja z. B. auch an meinem Handy, würde aber nicht extra noch damit hausieren gehen, dass solche Abhängigkeiten angeblich toll sein sollen.

  2. 55.

    Zum Thema: die millionenfache Herstellung von Elektroautos wird durch den steigenden Bedarf seltener und aufwendig zu fördernder Rohstoffe die Umwelt und somit die Menschen in den Abbaugebieten negativ beeinträchtigen. Den individuellen Mobilitätsdrang vieler Menschen wird man nicht einschränken können. Der Verbrennungsmotor sollte nicht zu schnell verbannt werden.
    Mehrere Universitäten und Automobilhersteller haben bewiesen das ein Leichtbau-Automobil mit SCR-Katalysator und Reduktionsmittel Ammoniak oder Harnstofflösung die neuesten und strengsten Abgaswerte der Zukunft in der Praxis unterbietet!
    Diese Fahrzeuge fahren komfortabel mit vier Personen und Gepäck 150 km/h bergauf. Ein Verbrauch von drei Litern Diesel und vier Litern Benzin auf 100 km ist in der Praxis möglich. Bei Motorentechnik, Fahrwiderstandreduzierung und Antriebsstrang ist noch weitere Reduzierung möglich. Bei zwei bis drei Litern Verbrauch macht es nichts wenn der Liter Kraftstoff zwei Euro kostet.

  3. 54.

    „Das soll gar keine böse Wertung sein, aber wie man sich wohl fühlen kann, wenn man sich so einschränkt und sich zwanghaft täglich an ein bestimmtes Gefährt klammert, ist schon sehr merkwürdig.“

    Alles was nach einem ABER Kommt.... Kennen Sie bestimmt. Ansonsten, ich halte Sie für ziemlich arrogant. Wenn Menschen alle gleich ticken würden wäre das völlig langweilig ... Wir sind keine Soldaten. Lassen Sie einfach jeden machen wie er mag.

  4. 53.

    Ja, und was ist daran zu kritisiere, wenn jemand sein Auto liebt und gerne damit fährt? Ich habe einen Kollegen, der fährt damit gerne spazieren. Entspannt ihn... Ist er nun auch degeneriert? Sie mögen das Rad lieber. Zu faul zum Laufen? Zu versnobt für die Öffis? Mögen Sie so beurteilt werden?

  5. 52.

    Ich fahre selbst abends Auto aus Sicherheitsgründen, fahre aber lieber Rad. Trotzdem, lesen Sie einfach mal wörtlich mal bei dem Vorposter nach: Er braucht das Auto 24 h am Tag und 7 Tage die Woche, auf ewig. Wenn das keine extreme Einschränkung des eigenen Verhaltensspielraums und der körperlichen Bewegung und kein Klammern am Auto ist... Man könnte sowas höchstens toppen, wenn man sich wie früher jeden Schritt von Sklaven in der Sänfte herumtragen lassen würde.

  6. 51.

    Zur Info; Degeneriert ist sowohl eine Wertung, als auch eine Beleidigung. Schauen Sie mal über Ihren Tellerrand. Ich z.B. wäre zu Fuß zum nächsten Bahnhof gut 20 Minuten unterwegs. Macht Spaß wenn man Zeit und gutes Wetter hat. Bei Schnee oder Regen und unter Zeitdruck ist das alles andere als spaßig und schlicht nicht machbar.
    Außerdem läuft ihre versuchte Abwertung von Autofahrern ins Leere, da ich mich, wenn ich mich nicht an mein Auto klammere, ansonsten ja zwanghaft an den Bus (oder den ÖPNV) klammern muss. Und das dieser derzeit keine Alternative zum Auto ist, ist leider unbestreitbar. Egal welche meiner üblichen Strecken, zu welchen Tageszeiten auch immer ich heranziehe, ich brauche mit dem ÖPNV i.d.R. doppelt so lange.
    Und ja, der Mensch ist ein soziales Wesen. Aber meine sozialen Kontakte suche ich mir gerne selbst aus und lasse sie mir nicht aufzwingen. Auf Kontakte zu Bettlern, Zeitungsverkäufern, "Musikern", Döneressern, Betrunkenen und Konsorten verzichte ich gerne.

  7. 50.

    Sie können aber nicht alles dem Klimaschutz unterordnen. Menschen sind Individuen und haben unterschiedliche Bedürfnisse und Vorstellungen. Und das mal unabhängig von gesundheitlichen Einschränkungen. Morgens eine halbe Stunde zur S Bahn laufen wäre mir zb einfach zu zeitintensiv. Das Rad ist wahrlich keine Alternative sondern vom Wetter abhängig. Das Auto ist praktikabler. Ein E Auto ist zzt keine ernsthafte Alternative (Ladeproblem).

  8. 49.

    Das hat erstmal noch gar nichts mit Klimaschutz zu tun, sondern diese Haltung ist unsäglich fixiert auf die eigene Bequemlichkeit. Wie man auf die idee kommen kann, nie im Leben zum Bahnhof laufen zu wollen, ist für ein aktives Wesen mit Beinen und Verstand als Verhaltensspektrum schon fast degeneriert oder sagen wir mal lieber stark eingeengt. Das soll gar keine böse Wertung sein, aber wie man sich wohl fühlen kann, wenn man sich so einschränkt und sich zwanghaft täglich an ein bestimmtes Gefährt klammert, ist schon sehr merkwürdig. Es hat auch etwas von sich abkapseln.
    Ich kenne übrigens das völlige Gegenteil, also Autobesitzer, die mit dem Zug in den Urlaub fahren, weil sie sich dann einfach mit ihrem Kind beschäftigen können und ihre Freizeit genießen. Ein Kind muss wiederum bei einem völlig auf seine Bequemlichkeit und sein Auto fixierten Elternteil stundenlang unbeschäftigt still sitzen. "Normal" ist das nicht. Der Mensch ist eigentlich ein aktives und soziales Wesen.

  9. 48.

    Sie widersprechen sich selber in ihrem Beitrag, indem Sie zuerst über ein fehlendes Angebot an "normalen" Autos lamentieren und dann den Golf als Preisbeispiel heranziehen. Dabei haben Sie nicht bedacht, dass kaum jemand den Behörden-Golf zum Basispreis kauft. Sie werden überrascht sein, wie schnell bei einem Golf-Diesel mit Automatik und mittlerer Motoriserung eine 3 am Anfang des Preises steht. Eher lässt sich darüber diskutieren, ob man sich angesichts der Pläne der Hersteller überhaupt noch einen Golf kaufen sollte. Auch ist "normal" eine Frage der Sichtweise. Aus deutscher Sicht ist das ein Kombi oder ein kleinerer SUV. Weltweit werden eher klassische Stufenhecklimousinen bevorzugt. Der Jetta war schon oft der meistverkaufte VW, nicht der Golf.

    Einem breiteren Angebot stehen die beschränkten Produktionskapazitäten entgegen. Teure Anfängerfehler und leere Versprechen wie Tesla können sich die Automobilkonzerne mangels zahlungsbereiter Sponsoren nicht erlauben.

  10. 47.

    Widerspruch. Ich verstehe und unterstütze Sebastian. Und ich finde es unzumutbar, mit welchen Moralkeulen inzwischen auf Menschen eingedroschen wird, die sich nicht in jeder Lebenslage umweltgerecht verhalten. Manche sind so extrem im ihren Klimaschutzansichten, dass es schon - zumindest in verbale - Gewaltbereitschaft umschlägt. Fehlt noch eine Moralpolizei....

  11. 46.

    Realistisch betrachtet fährt aber auch nur eine kleine Minderheit schneller als 150km/h auf der Autobahn. Auch in der Unfallstatistik spielen solche Geschwindigkeiten auf unlimitierten Autobahnen nur eine untergeordnete Rolle.

    Zim Thema Fliegen gab es neulich in Kontraste einen interessanten Beitrag. Die Anhänger der Grünen fliegen am häufigsten und eifern damit ihren Vorbildern aus der Partei nach. Selbst viele Radfahren bevorzugen anderes als Muskelkraft für die Reise innden Urlaub. In linksalternativ-grünen Kreuzberg feiert der Berlkönig Erfolge. Wasser predigen und sich selber bei jeder Gelegenheit am Wein bedienen steigert nicht gerade die Glaubwürdigkeit.

  12. 45.

    "Belehren" wollte ich niemanden, sondern habe lediglich meine Meinung geäußert, so wie Sie auch. Ich sehe eben auch die Probleme aber gehöre deswegen trotzdem nicht zu den Menschen, die wegen einzelner Mängel sagen: "Na dann weiter so und auch die nächsten 25 Jahre Verbrenner fahren, bis die perfekte Lösung gibt." An Verbrenner-Fahrzeugen und an der Gewinnung von Erdöl und Herstellung von Benzin und Diesel ist auch so Einiges nicht perfekt...

  13. 44.

    Da muß ich Max absolut zustimmen: 'normale Autos' sind einfach Mangelware. Entweder werden solche Rollatoren/Elefantenrollschuhe (= Kleinstwagen) angeboten oder sackschwere und völlig überflüssige SUVs, welche in paradoxer Weise Umweltschutz (is' ja nun elektrisch!) und flächen- und ressourcenvernichtende Monstergröße in fragwürdiger Weise ad absurdum führen. Aktuell sind KFZ-Hersteller kaum bereit, relativ normale Fahrzeuge zu einem konkurrenzfähigen Preis (bezogen auf Verbrennungsmotoren)anzubieten, was sich gerade beim Endverbraucher in Kaufzurückhaltung niederschlägt (mal ganz abgesehen von den winzigen staatlichen Zuschüssen im Vergleich zu den europäischen Nachbarländern!). Wer gibt denn bitteschön auch schon ca. 10.000,- oder so als Mehrpreis z. Bsp. für'nen E-Golf aus, der einfach bloß aussieht wie'n Golf...?

  14. 43.

    Das stimmt leider alles. Wichtig wäre, dass wir mit dem höchsten Müllaufkommen weltweit gezwungen werden, den eigenen Müll selbstverständlich hier zu behalten. Es kann nicht sein, dass wir hier so tun, als hätten wir hier ein duales System und Wertstoffverwertung, während der ganze Kunststoffmüll zu 95% auf Halden im Ausland gekippt wird.
    Die Grünen interessiert das auch wieder null. Solche Sachen könnten wir einfach ändern. Es wird aber immer nur verlangt, andere Schritte einzuleiten, die kaum einen Effekt bringen (noch mehr Winräder), und nie die, die wir direkt hier bei unserem eigenen Verhalten vornehmen könnten.
    Es stinkt mir auch regelrecht, im Supermakrt immer mehr unnötiges Plastik vorgesetzt zu bekommen.
    Wer brauchtdenn schon eingeschweißte Gurken, Bananen oder Tomaten?
    Wer sowas denkt, sollte wegen seiner übermäßig angewachsenen Bequemlichkeit einfach mal länger im Ausland leben.

  15. 42.

    Die Meinung von Sebastian ist sehr weit verbreitet. Da muss man ehrlich sein. Individualität und Bequemlichkeit möchten sehr viele Menschen. Sonst gäbe es ja längst wenigstens regional und zeitlich beschränkte Sonntagsfahreinschränkungen. Nicht mal einmal im Jahr ist das in D. möglich. Nicht einmal ein Tempolimit von 150km/h gibt es auf deutschen Autobahnen.
    Wenn man den riesigen Konsum von Fleisch aus der Massentierhaltung, den milliardenfachen Kauf von Lebensmitteln in Kunstoffverpackungen sieht ist eine große Mehrheit der Bundesbürger Wohlstands- und Bequemlichkeitsorientiert. Die Anzahl von Urlaubsflügen steigt weiter an. Kreuzfahrten erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Deutscher Plastik- und Elektronikschrott verpestet andere Länder. Die Deutschen sind überwiegend nur in Umfragen zum Verzicht und Umweltschutz bereit.

  16. 41.

    So ein typisch deutsches, ichbezogenes Wohlstands- und Bequemlichkeitsgerede interessiert doch niemanden. Also sorry, ist jetzt bisschen direkt, aber Ihre persönliche Bequemlichkeit interessiert doch keinen. Ist erschreckend, wie unflexibel, stur und ichbezogen die Leute geworden sind und dass das als Normlität empfunden wird. Ich kenne auch keinen, der im Job beinahe täglich längere Autofahrten "gut" findet, der nicht schon länger an echtem Übergewicht leidet. Und das wird dann interpretiert als "das will ich mir gönnen, das Autofahren ist doch selbstverständlich" usw.

  17. 40.

    Stimmt und Dt. importiert ja absurder Weise Genmais aus Lateinamerika und Gegenden, wo für diese Monokultur extra noch Regenwald abgeolzt wurde, um das hier als Biokraftstoff zu subventionieren. Man musss ich mal vorstellen, was dafür für fossiler Kraftstoff verbrannt wird, nur das zu ermöglichen. Von "Ökologie" und "Nachhaltigkeit" keine Spur, aber "Bio" soll ja auch nur schön klingen und nicht öklogisch sein.

  18. 39.

    Es ist eine Umweltsünde, die völlig verdreht als Hype hochgehalten wird, damit die Deutschen andere Autos kaufen, die sich langfristig nicht rentieren und schon gar nicht in der Umweltbilanz. Ich würde mich nie so "doof" stellen und da noch mitmachen, wie das viele tun. Besonders "intelligent" wird es, wenn die Stadtwerke melden müssen, bei dem heutigen unsicheren Stromnetz können eh keine drei Autos gleichzeitig in einer Straße laden dürfen. Aber Millionen wollen und sollen da noch "mithypen". Ist fast so "schön" wie im Takt hüpfen.

  19. 38.

    "Besonders in den Außenbezirken ist die Ladesäulendichte allerdings wirklich zu gering" ... Und schon bricht Ihre Belehrung in sich zusammen.... Sie verkennen, worum es geht. Das E Auto soll massentauglich sein. Dazu müssen aber erst die Lademöglichkeiten flächendeckend vorhanden sein.

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