Eine 9 mm Schreckschusswaffe und weitere Fundstücke liegen im Rahmen einer Pressekonferenz im Innenministerium in Potsdam zu Ergebnissen der gestrigen Razzia in der Hooligan-, Kampfsport- und rechtsextremistischen Szene im Raum Cottbus auf einem Tisch, (Quelle: imago)
Video: rbb24 | 19.06.2019 | Dominik Lenz | Bild: imago

Verfassungsschutzbericht - Zahl der Extremisten in Brandenburg deutlich gestiegen

Auch 2018 hat der Brandenburger Verfassungsschutz wieder mehr Extremisten registriert - und das in allen politischen Lagern. Größtes Problem bleibt der Rechtsextremismus: Hier hat die Zahl den höchsten Stand seit 1993 erreicht.

Die Zahl der Extremisten in Brandenburg hat erneut deutlich zugenommen. Im Bereich des Rechtsextremismus hat sie einen Höchststand erreicht. Das geht aus dem neuen Brandenburger Verfassungsschutzbericht hervor, den Innenminister Karl Heinz Schröter (SPD) und Verfassungsschutzchef Frank Nürnberger am Mittwoch in Potsdam vorgestellt haben.

Höchster Stand bei Rechten seit 1993

Dabei ist die Zahl der Extremisten im Jahr 2018 in allen Lagern angestiegen - bei Rechten, Linken und Islamisten. Größtes Problem bleibt der Rechtsextremismus in Brandenburg. 1.675 Personen werden der rechtsextremen Szene in Brandenburg zugerechnet. Das sind 135 Personen mehr als im vergangenen Bericht und der höchste Stand seit 1993. 

Die Zahl sei im fünften Jahr in Folge gestiegen, sagte Innenminister Schröter. Er sprach von einem "traurigen Rekord". Fast drei Viertel aller bekannten Rechtsextremisten gelten laut Schröter als gewaltbereit. Er zeigte sich besorgt, dass in Südbrandenburg rechtsextremistische Bestrebungen immer stärker würden. Dort sei eine Szene aus Neonazis, Rockern, Wachschützern, Kampfsportlern und Hooligans entstanden, die sich immer mehr verzahne.

Verfassungsschutz-Chef Nürnberger warnte aber davor, die gesamte Region in die rechte Ecke zu stellen. Allerdings sei es auch mit Unterstützung aus Sachsen im Süden Brandenburgs gelungen, dort rechte Netzwerke zu etablieren.

Auch linksextreme Szene das fünfte Jahr in Folge gewachsen

Auch bei den Linksextremen gab es deutliche Zunahmen: 620 Personen und damit 100 mehr als 2017 werden diesem Lager zugerechnet. Die Szene sei damit ebenfalls im fünften Jahr in Folge gewachsen, hieß es. Auch die Zahl gewaltbereiter Autonomer ist demnach um 20 auf 240 gestiegen, gleichzeitig sanken die Gewaltstraftaten um 6 auf 18 Fälle.

Die Zahl der islamistischen Extremisten in Brandenburg ist im Bundesvergleich gering. Sie stieg im vergangenen Jahr aber ebenfalls deutlich auf 180 Personen an. Das waren 50 Personen mehr als 2017. Die größte Gruppe kommt aus dem Nordkaukasus.

Sendung: Antenne Brandenburg, 19.06.2019, 7 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

30 Kommentare

  1. 30.

    Was ist "beleidigend"? Sie einfältig zu nennen? Wenn Ihre Post liest, kann einem der Verdacht kommen. Allein Ihre Antwort (?)auf meinen Kommentar (18) lässt diesen Verdacht zu.

  2. 29.

    Was ist "beleidigend"? Sie einfältig zu nennen? Wenn Ihre Post liest, kann einem der Verdacht kommen. Allein Ihre Antwort (?)auf meinen Kommentar (18) lässt diesen Verdacht zu.

  3. 28.

    Natürlich halten sie das Bild für eine Fälschung, schließlich verbiegen sie sich die Realität ständig so dass sie mit ihrer eindeutigen Gesinnung überein stimmt. Und welcher Gesinnung, daran lassen sie hier ja keinen Zweifel.

  4. 27.

    Doch doch, hab ich schon verstanden. Auch Ihre respektlose Art. Wenn Sie sich so wohl damit fühlen und ich das angeblich nicht verstanden habe, dann bitte ich Sie darum mir zu erklären, wer die von Ihnen genannten sind? Das wäre fein. Danke :-) P.S.: Dass Sie auch mich beleidigen, verzeihe ich Ihnen. Habe ich bestimmt falsch verstanden!^^

  5. 26.

    Ach Yannik, was soll, was kann man auf Ihren Post nur antworten. Eigendlich spricht er ja für sich. Zeigt er doch, wie einfälltig reagiert wird, wenn man die Kommentar der Anderen nicht gelesen, bez. verstanden hat.

  6. 25.

    Ach Yannik, was soll, was kann man auf Ihren Post nur antworten. Eigendlich spricht er ja für sich. Zeigt er doch, wie einfälltig reagiert wird, wenn man die Kommentar der Anderen nicht gelesen, bez. verstanden hat.

  7. 24.

    Schöne Bilder! Die aber nicht den Inhalt Ihres Artikels widerspiegeln. "Auch linksextremistische Szene das fünfte Jahr in Folge gewachsen" - ist in Ihrem Beitrag zu lesen.
    Nun meine Fragen:
    - wurden in diesem Gefährderkreis Durchsuchungen durchgeführt?
    - wenn ja, mit welchen Erfolgen
    - wo sind hierzu die Bilder von Objekten, Gerätschaften, Waffen, Schriften die beschlagnahmt wurden?
    Schließlich sind aus diesem Personenkreis eine steigende Anzahl von Straftaten ausgeführt worden.
    Das würde ich persönlich unter ausgewogener Berichterstattung verstehen.

  8. 23.

    Schöne Bilder! Die aber nicht den Inhalt Ihres Beitrages widerspiegeln. "Auch linksextreme Szene das fünfte Jahr in Folge gewachsen" - ist in Ihrem Artikel zu lesen.
    Die Frage ist nun:
    - wurden in diesem Gefährderkreis keine Durchsuchungen durchgeführt
    - wenn ja, mit welchem Erfolg
    - wo sind hierzu die Bilder von Objekten, Gerätschaften, Waffen, die beschlagnahmt wurden?
    Schließlich ist auch aus diesem Kreis heraus 18 Gewalttaten ausgeführt.

  9. 21.

    Das war nicht die Frage. Die Frage war, wann und wo es bei den Identitären eine Durchsuchung gab, bei der Waffen und Munition gefunden wurden. Wenn bei einer Pressekonferenz solche Dinge willkürlich kombiniert werden, ist das eine Suggestion aber kein Hinweis auf irgendwas.

    Mich würde das übrigens auch interessieren. Also seien Sie doch bitte so gut und beantworten Sie die Frage. Danke. Wenn Sie bei der Pressekonferenz anwesend waren, dürfte Ihnen die Beantwortung ja nicht so schwerfallen, wie Sie hier tun.

  10. 20.

    Schauen Sie mal, es gibt mehrere solche Bilder, alle bei der Pressekonferenz aufgenommen.
    https://www.imago-images.de/search?suchtext=innenministerium+potsdam

  11. 19.

    Auch wenn ich mit "den Linken" absolut nichts am Hut habe, sehe ich die Trennung in der Praxis schon. Es wäre ja sonst so, als wäre jedes AfD-Mitglied gleich ein gewaltbereiter Nazi. Ich stelle mir übrigens gerade Gregor Gysi vor, wie er mit Steinen auf Polizisten wirft.... ;)

  12. 18.

    Leider ist es bei Ihnen und ihresgleichen immer das Selbe: Sie verstehen nur, was Sie verstehen wollen oder müssen.
    "... unter den Teppich gekehrt ..." bezieht sich darauf, dass bis dato linksradikale Übergriffe auf Personen, Fahrzeuge, Gebäude, Institutionen und Infrastruktur einen anderen Stellenwert hatten, als die aus dem rechtsfaschistischen Spektrum.
    Die Einen werden verniedlichend als "Aktivisten" bezeichnet, die Anderen als Rechtsradikale.
    Nun aber, im Verfassungsschutzbericht werden sie "Extremisten" bezeichnet, egal ob von Links oder Rechts. Und nicht, wie sonst als "Aktivisten", die mal kurz mit der Besetzung einer Kohleförderbrücke die Stromversorgung einer ganzen Region in Gefahr bringen.
    Das wurde vorher beflissendlich "unter den Teppich gekehrt". Beide, Linksradikale und/oder Rechtsradikale, sind als das zu bezeichnen, was sie sind: eine nicht zu unterschätzende Gefahr für die Demokratie.

  13. 17.

    Ich persönlich halte das Bild für eine Fälschung.
    Mir ist nicht erinnerlich, dass es bei den Identitären eine Durchsuchung gegeben hat, wo Messer, Schlagring, Pistole und Munition gefunden wurde.

  14. 16.

    Traue keiner Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast

    soll ein berühmter Politiker gesagt haben.

    SPD Woidke sagte Im Inforadio des rbb "Bei der Polizei wird jeder Übergriff, bei dem nicht erwiesen ist, dass er keine rechtsextreme Motivation hat, in die Statistik hineingezählt".
    Eigentlich gilt die Unschuldsvermutung, stattdessen gilt hier eine "Schuldsvermutung" (also: Schuld sind prinzipiell "die Rechten", außer es erweist sich etwas anderes).
    Mich wundert, dass noch niemand Strafanzeige gegen diese Praktiken gestellt hat.

  15. 15.

    Wo wurde etwas unter dem "Teppich gekehrt"? Bei den zahlreichen Verbindungen der "NSU"? Den zahlreichen Verbindungen der rechtsextremen AfD zu Verfassungsfeinden und zu Nationalsozialisten?

    Da könnten sie recht haben.

  16. 14.

    Es ist das umgekehrte Bild der Verhältnisse in Berlin. Dementsprechend gibt es dort überproportional mehr Linksextremisten. Kein Wunder bei rot, tiefrot, grün. Bei Ihrer Ursachenforschung in Sachen Radikalisierung am linken Rand des Spektrums, liegen Sie genau neben der Realität. Aber das Prinzip von Ursache und Wirkung, ist ja auch nicht mehr „zeitgemäß“.

  17. 13.

    So eine Trennung gibt es in der Praxis nicht mehr, da die Gewaltbereitschaft im Lager insgesamt steigt und nicht nur in Splittergruppen. Man müsste eher von der linken Gruppierung insgesamt reden. Da sind vernünftige Leute wie S. Wagenknecht natürlich auszuschließen, aber die ist überhaupt nicht repräsentativ für die Linken und viele wollen sie ja eh rausschmeißen.

  18. 11.

    Die Zahlen sind erschreckend.
    Aber, dass jetzt auch die Zunahme der Linksradikalen in der Statistik auftauchen, ist ein Zeichen, dass bei aller Liebe und unter dem Teppich kehren, die Übergriffe an Qualität zugenommen haben.
    Einzig bleibt die Frage, was in die Zählung aufgenommen wurde. Ist es das Zeigen des Hitlergruß oder das Sabotieren der Kohleversorgung von Kraftwerken?

Das könnte Sie auch interessieren

Brandenburg, Frankfurt (Oder): Das Ortsausgangsschild von Frankfurt (Oder) (Brandenburg) am Grenzübergang Stadtbrücke zur polnischen Nachbarstadt Slubice. (Quelle: dpa/Patrick Pleul)
dpa/Patrick Pleul

Vor der Parlamentswahl in Polen - So viel Polen steckt in Berlin und Brandenburg

Polen sind in Berlin die zweitgrößte Gruppe der aus dem Ausland Zugezogenen, in Brandenburg sogar die größte. Die Zahlen zeigen einen kontinuierlichen Zuzug, aber auch regionale Unterschiede. Von Götz Gringmuth-Dallmer und Stefan Kunze

Livestream ab 19 Uhr: Podiumsdiskussion "Vor der Wahl: Polen verstehen"