Demonstration der linksradikalen Gruppierung Jugendwiderstand zum 1. Mai 2018 in Berlin-Neukölln (Quelle: imago/snapshot-photography/F.Boillot)
Bild: imago stock&people

Gruppierung aus Berlin-Neukölln - Linksradikaler "Jugendwiderstand" gibt Auflösung bekannt

Der sogenannte "Jugendwiderstand" aus Berlin-Neukölln ist offenbar aufgelöst. Das teilte die extremistische Gruppierung auf ihrer Facebook-Präsenz am Sonntagabend mit. "Nach fast 5 Jahren intensiver antiimperialistischer und revolutionärer Jugendarbeit mit dem Jugendwiderstand geben wir nun das Ende unserer Organisation bekannt", heißt es dort.

Die Gruppe wird vom Berliner Verfassungsschutz als linksextremistisch eingestuft. Sie existiert nach eigenen Angaben seit 2015 und ging teils mit Gewalt gegen Andersdenkende vor. Fünf Betroffene berichteten im Januar rbb|24 von Schlägen, Morddrohungen und Einschüchterungen. Auch mit Schmierereien wie "9mm für Zionisten" oder "Nazis vorn Schädel treten" auf zahlreichen Neuköllner Wänden sowie Sichelsymbolen machte die Gruppe auf sich aufmerksam.

Politische Verortung umstritten

Der "Jugendwiderstand" steht auch im aktuellen Berliner Verfassungsschutzbericht [berlin.de] (Stand Mai 2019), die Mitglieder sind namentlich bekannt. Dort heißt es, dass die Gruppe wegen ihrer "aggressiven Terminologie, physischer Attacken auf vermeintlich Andersdenkende (darunter nicht zuletzt auch linksextremistische Akteure) sowie der Leugnung des Existenzrechts Israels in der linksextremistischen Szene Berlins weitgehend isoliert" sei.

Eine genaue Verortung in einem politischen Lager war beim "Jugendwiderstand" umstritten. Sich selber bezeichnete die Gruppe zwar als "Kämpfer für einen revolutionären Kommunismus" - andererseits berichtete der "Tagesspiegel" im Dezember, dass ein Mitglied des "Jugendwiderstands" zuvor bei der rechtsextremen NPD aktiv war. Zudem sprach einer der Betroffenen von sexistischen, homophoben und antisemitischen Äußerungen, was seiner Meinung nach mit linker Ideologie nicht vereinbar sei.

Kommentar

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6 Kommentare

  1. 6.

    Nein, DAS waren, bzw. sind andere Neonazis, Rechtsextremisten.

    Die sind dort, "dank" der unfähigen Polizeiführung und Nazis in den eigenen Reihen immer noch aktiv, bzw. nicht gefasst.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/09/hufeisensiedlung-rechte-anschlaege-offener-brief.html

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/04/berlin-lka-beamter-treffen-neonazi-kontraste-rbb24-recherche.html

  2. 5.

    Wer glaubt dieser "Jugendwiderstand" wäre links, der glaubt auch dass Zitronenfalter Zitronen falten. Die Nähe zu Rechtsextremisten ist nicht zu übersehen, teilweise rekrutiert man sich auch aus dieser Szene.

    "Hinter den Profilen der »Jugendwiderstand«-Akteure, die sich in sozialen Netzwerken Wlad Taktikka Iordanov, Ramon Mercader (Mercader war der Mörder Leon Trotzkis), Denis Rotsport, Luke Volkskrieg, Justin Ostberlin, Björn Seitenscheitel oder gleich Thaelmannjugend nennen, stehen in Wirklichkeit weniger proletarische Jugendliche mit Migrationshintergrund, wie gerne immer wieder für sich beansprucht wird, sondern bürgerliche Erwachsene, die Namen wie Patrick, Daniel, David, Friedemann oder Malte tragen. Selbstdarstellung und Realität klaffen nicht nur an dieser Stelle weit auseinander."

  3. 4.

    Das sind doch die, die in der Hufeisen-Siedlung immer für Unruhe sorgten, indem sie Autos ansteckten, Fassaden beschmierten und Scheiben einwarfen?

  4. 3.

    Es gibt Menschen, die sind so sehr GEGEN ETWAS, dass sie gar nicht mehr wissen, wofür sie eigentlich sind. Eine dieser Gruppen hat sich jetzt aufgelöst, die anderen sind diej. aus dem "Querfront"-Bereich um Jürgen Elsässer.

  5. 2.

    Nachdem man sich als rechtsextremistische Schlägertruppe im Mantel von Kommunismus und Stalinismus mehrfach selbst enttarnte, sind weitere Tarnungsversuche zwecklos. Allerdings ist das Internet voll mit Seiten genau solcher Querfrontler*innen. Mit viel Aufwand ein Image, eine Maske von vermeintlich linken Inhalten hochhalten und im Subtext, schließlich im wortwörtlichen Text durch rechtsextreme Ideologiefragmente auffallen - das Phänomen gibt es schon relativ lange, wird aber innerhalb der rechten Szene von einer Minderheit gelebt bzw. umgesetzt. Es wird nach Anschlussfähigkeit an Kapitalismuskritik, Globalisierungskritik etc. gesucht, um dann doch recht plump aufzufallen mit verschwörungstheoretischen Parolen von "Volkstod verhindern" etc. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus und Co. bilden dann ein geschlossenes Weltbild.

    Dass sich selbst die Amadeu-Antonio-Stiftung lange mit der politischen Verortung schwertat, liegt am blinden Fleck im Umgang mit Querfrontler*innen.

  6. 1.

    Einer von diesen kriminellen Typen ist Kindergärtner, andere sind teilweise Abiturienten, alle namentlich bekannt. Gab es von Geschädigten schon Anzeigen, z.b. von einer Frau Ditfurth, die nach eigener Aussage geschlagen wurde, nachzulesen im Tagesspiegel. Oder sind schon Prozeßvorbereitungen im Gange? Wer Mao und Stalin mag, verherrlicht zwei Massenmörder und gehört verurteilt.

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