ARCHIV - 29.04.2019, Berlin: Ein Mann steht zu Beginn einer Pressekonferenz zum Programm des Festes der Luftbrücke im Restaurant des ehemaligen Flughafens Tempelhof und betrachtet auf dem Vorfeld einen Rosinenbomber vom Typ Douglas C-54 Skymaster. (Quelle: dpa / Wolfgang Kumm)
Video: rbb24 | 16.06.2019 | Material: rbb|24, Abendschau, Stephan Fuchs | Bild: dpa / Wolfgang Kumm

70 Jahre Berliner Luftbrücke - Rosinenbomber dürfen nicht auf Tempelhofer Feld landen

Das Ende der Berliner Luftbrücke vor 70 Jahren soll Mitte Juni groß gefeiert werden: Die Rosinenbomber sollten auf der historischen Route fliegen und in Tempelhof landen. Doch aus Letzterem wird nichts - aus gesetzlichen Gründen, wie Senat und Veranstalter sagen.

Das Fest zum 70. Jahrestag des Endes der Luftbrücke in Berlin kann nicht wie geplant stattfinden. Eine Landung historischer Maschinen auf dem Flughafen Tempelhof und ein dazugehöriges Fest sind aus gesetzlichen Gründen nicht möglich, wie die Veranstalter und die Umweltsenatsverwaltung am Freitag erklärten.

Die Pläne seien nicht mit dem Tempelhofer-Feld-Gesetz [externer Link] vereinbar, das Ergebnis des Volksentscheids vor fünf Jahren war. Der Sprecher der Umweltsenatsverwaltung, Jan Thomsen, erklärte, dass das Gesetz die Landung der Flugzeuge nicht zulasse. Es sehe vor, dass der innere Wiesenbereich mit der Start- und Landebahn öffentlich zugänglich bleiben müsse. Eine für das Event notwendige Sperrung sei demnach nicht möglich. Eine Ausnahmegenehmigung liegt nicht vor.

Ob die Flugzeuge wie ursprünglich angedacht überhaupt das Brandenburger Tor und den Flughafen Tempelhof am 15. und 16. Juni überfliegen werden, stehe ebenso noch nicht fest. Ein entsprechender Antrag sei noch in Bearbeitung, sagte Thomas Keller, Mitinitiator des geplanten Fests.

"Fest der Luftbrücke" im Mai mit US-Pilot Halvorsen

Während der Blockade West-Berlins zwischen Juni 1948 und Mai 1949 versorgten die Rosinenbomber genannten Flugzeuge den abgesperrten Teil der Stadt mit Gütern. Anlässlich des Jubiläums sollen die Maschinen entlang der historischen Route von Wiesbaden nach Berlin fliegen. Auf dem Weg werden die Maschinen Station in Faßberg (Niedersachsen), Jagel (Schleswig-Holstein), Nordholz (Niedersachsen) und Stendal (Sachsen-Anhalt) machen.

Zum Fest in Faßberg wird Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) erwartet. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist Schirmherr des Jubiläums.

Im Mai hatten bereits Zehntausende auf dem Tempelhofer Feld das Jubiläum gefeiert. Zu Gast war beim "Fest der Luftbrücke" auch der 98 Jahre alte frühere US-Pilot Gail Halvorsen. Er hatte während der Berlin-Blockade als erster aus dem Flugzeug selbstgebastelte Taschentuch-Fallschirme mit Schokolade und Kaugummis für die Berliner Kinder abgeworfen. 

Sendung:  Inforadio, 01.06.2019, 10:20 Uhr

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98 Kommentare

  1. 98.

    Guten Tag Gabriele,
    ich kann es nicht verstehen, dass die Rosinenbomber weder landen noch die kleinen Fallschirmchen mit den Süßigkeiten abwerfen durften.
    Ich habe einen Brief an den Bürgermeister Müller von Berlin geschrieben, u.a., dass ich es als Schande für Deutschland sehe sehe und es nicht wieder gutzumachen ist ... Die Antwort aus Berlin ist sehr ausführlich und schließt mit folgenden Sätzen:
    ""Leider wurde zuständigen Genehmigungsbehörde trotz meherer intensiver Gesprächsrunden mit dem privaten Verein und Fristverlängerungen keine genehmigungsfähigen Unterlagen über Überflüge und Landungen durch de privaten Verein übergeben. Der Verein zog am Ende seinen Antrag auf Genehmigung zurück, weshalb nur ein Überflug über Teile der Stadt möglich war."

    Am 15.6. war ich in Faßberg, hier war die Entäuschung ebenfalls groß, dass in Tempelhof keine Landungen stattfinden dürfen.
    MfG D

  2. 97.

    Kenne die Luftbrücke nur aus Erzählungen meiner Eltern. Grossartige Leistung zu dieser Zeit.
    Leider ein Armutszeugnis was passiert ist. Diese Piloten haben ihr Leben riskiert damit die Berliner überleben. Diese haben es ihnen auch gedankt. Doch was machen die Regierenden? Nicht zu verstehen.
    To all the pilots: Thank you very. very much.

  3. 96.

    Was soll denn dieses Rumgequake die jetzige Generation hat doch keinen Schimmer wie das war. Ich gehöre zur Kriegs - Nachkriegsgeneration und für uns war das einfach das Größte. Nicht nur Lebensmittel sondern auch Chewing Gum und die leckere Cadbury Schokolade ... das war für uns sämtliche Feiertage auf einmal. Sowas darf nicht vergessen werden...niemals. Die Soldaten/Flieger haben Grosses geleistet ohne Rücksicht auf die Gefahr für Leib und Leben. Gott bewahre dass es nie wieder Krieg gibt.

  4. 95.

    Fakt, Freitag, 07.06.2019 | 11:33 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 07.06.2019 um 00:46
    jetzt betreiben Sie nun nur noch Wortklauberei, um Ihren Irrweg zu rechtfertigen. Viel Spaß noch damit..."

    Nö, das ist keine "Wortklauberei", sondern Rechtsstaat und Gewaltenteilung!
    Das Abgeordnetenhaus erläßt die Gesetze und der Senat regiert.
    Nur das Abgeordnetenhaus kann als Gesetzgeber das Gesetz ändern. Der Senat muss sich an das Gesetz halten. Und solange das ABgeordnetenhaus das Gesetz nicht ändert, darf der Senat keine Landungen in Tempelhof erlauben, was aber einige kommenttoren hier fordern.

    Und eine Gesetzesänderung durch das Abgeordnetenhaus, welches eine Flughafennutzung erlaubt, würde dem Volksentscheid und damit Volkes Wille total widersprechen, so dass das Abgeordnetenhaus dieses nicht wagt und die Entscheidung der Berliner respektiert.

  5. 94.

    "Es war eine durch Änderungsgesetz im Gesetz geregelte Ausnahme.
    Was einige andere hier aber fordern, ist eine Ausnahme vom Gesetz,..."

    jetzt betreiben Sie nun nur noch Wortklauberei, um Ihren Irrweg zu rechtfertigen. Viel Spaß noch damit...

    Nach dem Schreiben verreist, no replay

  6. 93.

    Kein Gesetz ist für die Ewigkeit. Gesetze werden immer wieder an die sich ändernden gesellschaftlichen Verhältnisse angepasst. Der Senat kann das Gesetz jederzeit ändern. Aber es wäre ein großer Affront gegen die Berliner, wenn der Senat kurzfristig nach der Volksabstimmung das Gesetz grundsätzlich ändern würde. Wenn der Senat dagegen das Gesetz nach längerer Zeit minimal ändert, so wäre das für die Berliner wahrscheinlich eher akzeptabel.

  7. 92.

    FF, Donnerstag, 06.06.2019 | 17:39 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 05.06.2019 um 14:07
    Nonsens. Es war ein Gesetz zur Regelung einer Ausnahme. Wissen Sie auch."

    Was ist daran Nonsens?

    Es war eine durch Änderungsgesetz im Gesetz geregelte Ausnahme.
    Was einige andere hier aber fordern, ist eine Ausnahme vom Gesetz, ein Gesetzesbruch, der nicht im Gesetz geregelt ist.

    Und es war im äußeren Bereich, wo bereits in dem Gesetz vor der Änderung einige andere Ausnahmen erlaubt waren. Im Innenbreich sind aber keine Ausnahmen erlaubt. Deshalb würde es dem Wählerwillen fundamental widersprechen, wenn das Parlament sich darüber hinwegsetzt und per Gesetzesänderung Ausnahmen zulässt.

    Man kann den Wählerwillen gut oder schlecht finden, aber man muss ihn in einer Demokratie akzeptieren.

  8. 91.

    Vielleicht haben Sie ja auch recht und die Rosinenbomber landen nicht in Tempelhof weil es das Gesetz nicht zulässt. Ich bin nur gespannt, wenn das Tempelhofer-Feld-Gesetz geändert wird oder Ausnahmen gemacht werden, für welchen Kokolores das dann gemacht wird. Sag niemals nie...

  9. 89.

    MrFox, 05.06.2019 | 19:11 Uhr:
    "Man merkt aber schon, wie sich der Staat an seine Gesetze hält. Ich sag da nur z.B. Dieselskandal, Abhörskandal, fragliche Abnahme beim BER, etc..
    Aber es ist schon gut wenn wir bei einem historischen Ereignis worauf die Welt sieht die Gesetze strikt und streng einhalten müssen."

    Es ist schon fraglich, wo da genau die Gesetze durch die Regierung verletzt wurden. Die Abnahmen des BER scheitern ja gerade an der Einhaltung der Baugesetze und nicht an Gesetzesbrüchen.

    Aber selbst wenn die Regierung das ein oder andermal das Gesetz bricht - was leider vorkommt -, so sollte man diese Gesetzesbrüche kritisieren, aber nicht fordern, dass sich die Regierung nun an kein Gesetz mehr halten solle und jedes Gesetz brechen dürfe.

    Das Tempelhofer-Feld-Gesetz ist jedenfalls eindeutig und läßt keinen Auslegungsspielraum.

  10. 88.

    Komme leider erst jetzt zum Antworten.
    Man merkt aber schon, wie sich der Staat an seine Gesetze hält. Ich sag da nur z.B. Dieselskandal, Abhörskandal, fragliche Abnahme beim BER, etc..
    Aber es ist schon gut wenn wir bei einem historischen Ereignis worauf die Welt sieht die Gesetze strikt und streng einhalten müssen.

  11. 87.

    Was für ein trolliger, dummer, sinnfreier Kommentar von einem vom Rechtsstaat "Genervten" angeblichen "Berliner" voller falscher Behauptungen und Unterstellungen ohne jegliches Argument!

    Der vom Rechtsstaat "Genervte" angebliche "Berliner" hat ein Problem damit, was die Mehrheit der Berliner entschieden haben. Er nimmt sich heraus, im Namen aller Berliner zu sprechen, obwohl er nur einer Minderheit angehört. Er behauptet, ich sei ein "Zugezogener" und hätte einen Garten, obwohl ich gartenloser Urberliner bin.

    Er will einfach nicht akzeptieren, was die Mehrheit der Berliner beschlossen hat, und will auf Teufel komm raus sein Minderheitsinteresse eines Gesetzesbruches gegen die Mehrheit der Berliner durchsetzen. Zum Glück spricht dieser Rechtsstaatsverachter nur für eine Minderheit!

  12. 86.

    Dann ziehe einfach wieder weg, trolle hier nicht rum, lass uns Berliner sein, wie wir sind und leck und am A....!
    Wir brauchen keine Wichtigtuer, Weltverbesserer und Laberköppe mehr, die gibt's hier zur Genüge.
    Was ein verbissener und weltfremder Mensch bist Du eigentlich, uns Berlinern unsere Meinung zur Geschichte und unserem Flughafen Tempelhof vergällen zu wollen?
    Die Luftbrücke hat uns am. Leben erhalten, also sei endlich mal still, Du unwissender Zuzügler.
    Hör endlich auf zu nerven. Es gibt genug Beispiele für Änderungen und Ausnahmegenehnigungen bei bestimmten Gesetzeslagen.
    Oder haste Angst um Deinen Garten THF durch einmal aktives Gedenken an die Luftbrücke?

  13. 85.

    Das ist keine Ausnahme, sondern eine Gesetzesänderung.

    Und außerdem:
    "Die benannten Flächen liegen nach der Zuordnung des Gesetzes im äußeren Wiesenring, in dem bereits bisher Veränderungen nach Maßgabe der entsprechenden Bestimmungen nicht ausgeschlossen sind."

    Die Rosinenbomber sollen aber auf den alten Rollbahnen im zentralen Wiesenbereich landen, wo jegliche andere Nutzung nach dem Tempelhofer-Feld-Gesetz verboten ist.

  14. 84.

    @ Immanuel. Nur mal so zur Info, was als Ausnahme schon möglich wurde:

    https://www.parlament-berlin.de/ados/17/IIIPlen/vorgang/d17-2583.pdf

    Es geht also

  15. 83.

    Man kann ja die Berliner dafür kritisieren, dass sie solch ein Gesetz in einer Volksabstimmung beschlossen haben. Ich habe aber kein Verständnis dafür, wenn der Senat dafür kritisier wird, dass er nicht dazu bereit ist, das Gesetz zu brechen. Kritik wäre bzw. ist eher dann berechtigt, wenn Regierungen das geltende Recht brechen und gegen Gesetze verstoßen.

  16. 82.

    Ich finde die Missachtung des Rechtsstaats, die hier aus einigen Kommentaren spricht, erschreckend.

    Da legt das Berliner Volk in einer gültigen Volksabstimmung restriktiv fest, das jegliche andere Nutzung des Templehofer Feldes verboten ist. Und dann sind einige Kommentatoren der Meinung, wenn sie etwas gut finden, dann dürfte man sich über das Gesetz hinwegsetzen.

    Man kann ja für oder gegen die Landung von Rosinenbombern sein. Man kann auch das Gesetz gut oder schlecht finden. Aber in einer rechtsstaatlichen Demokratie muss man den in ein Gesetz gegossenen eindeutigen Wählerwillen respektieren, ob es einen gefällt oder nicht!

    Und da das Gesetz keine Ausnahme zulässt, ist auch keine Ausnahme möglich. Und da es in dem Gesetz keinen Auslegungsspielraum gibt, ist da auch nix auszulegen, erst recht nicht gegen den eindeutigen Wortlaut!

    Jeder sollte die eindeutige Rechtslage akzeptieren, ob sie einem gefällt oder nicht, jedenfalls solange sie sich nicht ändert.

  17. 81.

    Tentrum, 04.06.2019 | 15:47 Uhr:
    "Gibt es für Sie nur schwarz oder weiß?"

    Nein, natürlich nicht. Aber zum Rechtsstaat gibt es in einer Demokratie KEINE Alternative. Die Alternative zum Rechtsstaat ist Willkür!

    Die Regierung steht in einem Rechtsstaat nicht über dem Gesetz! Jeder - auch die Regierung - muss sich an das Recht halten. Und hier hat das Volk mehrheitlich entschieden, dass jegliche andere Nutzung verboten ist.

  18. 80.

    Tentrum, 04.06.2019 | 15:47 Uhr:
    "Hacken auf anderen herum, verdrehen Argumente, reflektieren nichts, sind zu keinem Konsens fähig und kennen nur das Gesetz, was Sie anderen nicht gönnen, mal auszulegen und zu ändern. Gibt es für Sie nur schwarz oder weiß?"

    Ich habe kein Argument "verdreht"! Ich bin nur dagegen, dass hier gefordert wird, dass geltendes Recht gebrochen werden soll. Es darf in einem Rechtsstaat keinen "Konsens" zum Rechtsbruch geben!

    Es geht hier nicht darum, dass ich irgendjemanden irgendetwas nicht gönnen würde. Es geht hier nur um eine eindeutige Rechtslage. Und in dem Tempelhofer-Feld-Gesetz gibt es diesbezüglich keinerlei Auslegungsspielraum. Das Volk hat in der Volksabstimmung eindeutig festgelegt, dass KEINE andere Nutzung zulässig ist. Und daran muss sich auch die Regierung halten. Das Gesetz kann natürlich jederzeit geändert werden, z.B. in einer neuen Volksabstimmung. Aber ohne Gesetzesänderung ist jede andere Nutzung eindeutig Rechtsbruch.

  19. 79.

    Tentrum, 04.06.2019 | 15:47 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 04.06.2019 um 01:26
    Na Ihre Paranoia in Sachen Rechtsstaat teile ich glücklicherweise nicht."

    Welche Paranoia? Ich habe keine Paranoia!
    Im Gegensatz zu Ihnen halte ich aber den Rechtsstaat für eine wichtige schützenswerte und demokratische Errungenschaft und nicht für etwas, was man nach Belieben außer Kraft setzen sollte.

    Tentrum:
    "Hacken auf anderen herum, verdrehen Argumente, reflektieren nichts, sind zu keinem Konsens fähig und kennen nur das Gesetz, was Sie anderen nicht gönnen, mal auszulegen und zu ändern."

    Ich "hacke" nicht "rum". Ich argumentiere und reflektiere. Ich habe hier aber noch KEIN EINZIGES Gegen-Argument dazu gehört, dass eine Flughafennutzung gesetzlich nicht zulässig und rechts(staats)widrig ist.

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