Sören Benn (Die Linke) Bezirksbürgermeister von Pankow. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: rbb|24 | 21.06.2019 | Material: Abendschau | Bild: dpa/Christoph Soeder

Pläne für 40.000 Wohnungen - Pankower Bürgermeister: "Bürgerstadt Buch" ist unrealistisch

Eine Initiative plant unter dem Namen "Bürgerstadt Buch" in Berlin-Pankow 40.000 Wohnungen - gebaut von Baugruppen und sozial orientierten Unternehmen. Bezirksbürgermeister Benn (Linke) bezweifelt im rbb jedoch die Realisierbarkeit.

Der Bürgermeister von Berlin-Pankow, Sören Benn (Linke), hält Tausende neue Wohnungen im Ortsteil Buch für unrealistisch. Das Konzept "Bürgerstadt Buch" lege Planungsstände der 1990er Jahre zugrunde, sagte Benn am Freitag dem rbb. Bei den von der Initiative vorgeschlagenen Flächen handele es sich zum Teil um Gewerbe- und Landschaftsschutzgebiete, die nicht bebaut werden können. Außerdem müsse zunächst die Verkehrsinfrastruktur hergestellt werden. 

Hintergrund sind Pläne, die eine Initiative am Donnerstag vorgestellt hatte. Demnach könnten in den kommenden Jahren bis zu 40.000 Wohnungen unter anderem auf ehemaligen Rieselfeldern und entlang einer Bahntrasse an der Bucher Straße entstehen. Das Gebiet sei mehr als 700 Hektar groß.

Wohnungen im Landschaftsschutzgebiet?

Kritik an dem Vorschlag kommt auch von den Linken im Abgeordnetenhaus. Deren Sprecher für Bauen und Wohnen, Michail Nelken, bezeichnete die Idee als "erstaunlich unseriös". Die veröffentlichten Pläne seien "lediglich eine willkürliche Aufreihung unbebauter Flächen", auf denen bereits Wohnungsbau geplant sei.

Laut Nelken blieben damit eigentlich nur zwei Flächen für das Wohnprojekt übrig: ein Natur- und Landschaftsschutzgebiet mit Kleingartenkolonie nördlich von Französisch Buchholz, sowie eine Gewerbefläche zwischen der A114 und der A10, deren Nutzung allerdings gerade erst vom Senat erneut bestätigt wurde. "Wer so tut, als handele es sich um 'vergessene Flächen' handelt unseriös", so Nelken. Denn die Pläne für die Flächen seien seit langem bekannt.

Chance für Baugruppen und Genossenschaften

Laut dem Konzept soll bei dem Projekt eine Mischung aus Wohnungsgenossenschaften, Baugruppen und sozial eingestellten Unternehmen zum Zuge kommen. Nach den Vorstellungen der Initiatoren könnten Bürger den neuen Stadtteil mit entwickeln, hatte Volker Härtig, Mitglied der Initiativgruppe und Vorsitzender des SPD-Fachausschusses Soziale Stadt, der das Projekt unterstützt, am Donnerstagabend im rbb gesagt. Da die Flächen sich überwiegend im Eigentum des Landes Berlin befänden, könnten auch kleinere Bauherren zum Zuge kommen, hieß es.

Hinter dem Projekt steht die Initiative "Bürgerstadt Buch". Die Projektentwicklung Bürgerstadt Aktiengesellschaft will die Bürger auf genossenschaftlicher Basis in Bauprozesse einbeziehen oder auch zu Bauherren machen - nun auch auf dem Areal an der Bucher Straße. Die Bürgerstadt Aktiengesellschaft wurde im Jahr 2000 gegründet und hat schon einige ungewöhnliche Bau- und Wohnprojekte in der Stadt verwirklicht. 

Sendung:  Radioeins, 21.06.2019, 5 Uhr 

Kommentar

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35 Kommentare

  1. 34.

    wer hat den Artikel geschrieben? Liest keiner mehr korrektur?
    Hier eure Überschrift.
    ...Wohnungen im Landschatzschutzgebiet?...
    Ich bin nicht kleinlich aber das ist nicht nur ein Schreibfehler.
    ...............................................................................................

  2. 33.

    Sie konstruieren sich irgendwas als Dramaqueen zusammen: Auf freien Flächen werden heutzutage keine Mietskaernen gebaut, das geht schon wegen der Bauvorschriften nicht. Das Tempelhofer Feld würde auch nicht "zugebaut" werden, bis "gar kein Platz für null Erholung mehr da ist". Sowas ist einfach merkwürdiges Geplapper.

  3. 32.

    Die Überschrift mit dem Zitat ist schon Aussage genug. Unrealistisch.. Na gut, dann lieber Bürgermeister geh bitte aktiv auf die Initiative zu. Politik heißt gestalten, nicht nur Bedenken vortragen. Ein „Dagegen“ ist keine Lösung. Da will jemand bauen und hat gute Ideen, dann muss man sich zusammensetzen und eine Lösung finden. Es sei denn, man sagt mal eindeutig, dass man nicht bauen will. Dieses Lamentieren hilft nicht.

  4. 31.

    Mit großer Freude habe ich die Nachricht vernommen, dass nun endlich in Buch gebaut werden soll. 2002 habe ich im Rahmen meines Architekturstudiums bereits eine Städtebau Semesterarbeit darüber abgelegt. Ich finde es sehr erstaunlich, wie lange dort nichts passiert ist. Noch erstaunlicher finde ich, wie schnell Politiker "geht nicht" sagen, wenn eine solche Idee in den Medien erscheint. Das kann nur politisch motiviert sein: Der einzige gangbare Weg, bezahlbaren Wohnraum in Berlin zu schaffen, sind Baugenossenschaften. Das war schon vor 100 Jahren so. Klar, dass Investoren bei einem Projekt mit solchen Ausmaß kalte Füße bekommen. Es würde ja den Wohnungsmarkt mit einem Schlag leer fegen.

  5. 30.

    Die Linke braucht dringend Nachhilfe in Sachen Kommunikation. Nur zu sagen „geht nicht“ ist doch selbstmörderisch. Den Punkt hat eindeutig die SPD gemacht. Auch wenn am Ende von den Plänen kaum was umgesetzt werden kann. Eine Linke der jeglicher Mut fehlt und die sich krampfhaft an die Formalien des Ist-Zustandes klammert ist eine sozialdemokratische Partei zu viel.

  6. 29.

    Sie sind also Nimby. Okay. Zehlendorf. Wo da bitte? Und dort sind auch schon ganze neue Quartiere gebaut worden und es wird weiter gebaut. Aber jeder Investor nimmt Ihre Vorschläge bestimmt an. Berlin braucht Wohnungen, noch nicht verstanden? Und es geht um landeseigene Flächen, die mal auch sozial bebaut werden können. Das Konzept in Buch ist durchdacht. Nun muss die Politik wollen. An einem kleinen Bezirkspolitiker darf das nicht scheitern.

  7. 28.

    Madame könnten sich vielleicht einmal geruhen, nach Zehlendorf zu fahren? Oder wenigstens einen Stadtplan zur Hand zu nehmen?

    Wo sehen Sie bitte in Zehlendorf (oder sonstwo in Berlin) vergleichbar große Freiflächen wie im Nordosten?

    Wie gedenken Madame die Wohnungsnot in Berlin zu bekämpfen? Durch massiven Neubau in Brandenburg? Mit daraus folgenden längeren Wegen für immer mehr Pendler? Ist das womöglich Ihr Beitrag zum ja dieser Tage allseits so beliebten Thema "Klimaschutz"?

    Oder ist Ihnen eigentlich alles egal, solange es bloß nicht vor Ihrer eigenen Haustür geschieht?

  8. 27.

    Richtig: Erstmal das Tempelhofer Feld bebauen. Gibt ja in den angrenzenden Gebieten Kreuzbergs und Neuköllns genug Erholungsflächen. Dagegen in Pankow, insbesondere in Buch, Blankenburg und Umgebung: Drangvolle Enge, Wohnverhältnisse wie in den Mietskasernen 1930, kein Platz zum Atmen, und lauter Besserverdienenden-Kinder mit Rachitis und toten Augen, die nach Licht, Luft und Sonne dürsten. Aber noch haben sie vor der Tür ein weltbekanntes Natur-"Kleinod", eines der letztes Paradiese auf Erden: Die ehemaligen Rieselfelder, eine Moorlinse und sicher irgendein Feld, wo Karl der Käfer wohnt.

    Oder, um es ganz direkt zu sagen: NOT IN MY BACKYARD!

  9. 26.

    Aber nicht auf den vielen Kleingartenflächen Tempelhof. Dort soll ja die neue City entstehen, aber eben kein Wohnungsbau. Die verscherbeln einfach wieder Flächen und lassen Gewerbe auf die jetzt noch grünen Flächen bauen, plappern aber woanders von schlimmer Wohnungsnot, um da nachzuverdichten, wo kein Gewerbe rein darf. Die müssten doch in Tempelhof bauen.

  10. 25.

    Es scheint so, als möchte sich die Bürgerstadt Buch nur ins Gespräch bringen. 40.000 Wohnungen kann nicht ernst gemeint sein. Dafür müssten enorme Grünflächen vernichtet werden, die mühevoll renaturiert wurden. Ich möchte wetten, dass keiner dieser Initiatoren aus Buch oder Umgebung kommt. Warum baut man so ein tolles Projekt nicht in Zehlendorf?

  11. 24.

    Viele Jahre hat unser unsäglicher Bezirksstadtrat über Jahre in Pankow mit Baugenehmigungen private Investoren bevorzugt. Ein Beispiel von Hunderten bei mir gleich nebenan, Thule/Ecke Talstr. 300 Wohnungen entstehen jetzt dort in Windeseile, alles privat und Eigentum. In einer sehr Bevölkerungsdichten Gegend. Nicht eine einzige Sozialwohnung. Nicht eine Schule. Nicht ein Kindergarten. Nicht eine Straßenbahn mehr. Das ging bei Herrn Kirchner. Aber in Buch großzügig bauen für kleine und mittlere Einkommen - das geht nicht. Klarer Fall.

  12. 23.

    In der Abendschau ging es neulich um die Nachverdichttungspläne eines grossem Immobilienbesitzers. Die Anwohner negierten auch die Wohnungsnot. DEGEWO nennt sich die pöse pöse Firma.

  13. 22.

    Bürgerstadt Buch = Völlig abwegiger Gedanke! Allein wegen der Infrastruktur absolut nicht zu wünschen.

  14. 21.

    Bürgerstadt Buch oder Bürger statt Buch oder Genossenschaft statt Bürger.
    Was wird aus der nördlichen Luftschneise für Marzahn und Hellersdorf. Wird jetzt wirklich mit der Wohnungsnot Profit für Genossenschaften begründet und die Erlaubnis erteilt die Karower Teiche, die Moorlinse, Gräben und Felder mit Beton zu versiegeln und ein neues Plattenviertel zu errichten. Abgesehen davon, dass die nördliche Infrastruktur bereits kollabiert ist und der Berliner nicht wie so oft dargestellt "so entspannt ist", nein er hat resigniert.
    BITTE BITTE erhaltet dieses nördliche Kleinod und werft nicht das letzte geschützte Stück Natur der Genossenschaftsmeute als Futter hin. Wenn es ums Wohnen geht, sollte Berlin über Wohnraumumverteilung nachdenken und warum man alleine in einer alten Vierraumwohnung der Eltern wohnt,...na weil man sich eine neue Einraumwohnung nicht leisten kann. Auch nicht in Buch VI. RBB bitte vor Austrahlung parteiaunabhängig recherchieren und beidseitig senden.

  15. 20.

    janz einfach :
    ick bin dafür, daß andre dagegen sind
    oder
    ick bin dagegen, daß andre dafür sind
    jebaut werden kann viel in Berlin- aba nich bei mir umme Ecke
    und nich da, wo ein kriechender Flugsalamander o.ä. heimisch ist

  16. 19.

    Na klar, hauptsache meckern wenn’s um die LINKEn geht: macht die LINKE einen Vorschlag, dann wird gemeckert: mal müssen ja - au weia - Bäume fallen, mal ist das Hundeklo (sorry: die Wiese) in Gefahr, dann wieder passen den Anliegern die neuen Mieter nicht (Stichwort: Sozialwohnungen)... Nun stellt ein LINKEr Bürgermeister fest, daß im Landschaftsschutzgebiet nicht gebaut werden darf, und schon „verhindert“ er angeblich den Bau von, tatsächlich benötigten, Wohnungen. Käme dieser Vorschlag von den LINKEn, gäbe es mit Sicherheit auch wieder Kritik + Gemecker.

  17. 18.

    Man hätte -ungeachtet der Realisierbarkeit der Idee- auch erstmal die Initiative und Bürgerbeteiligung loben können.
    Wenn man aber keine Bürgerbeteiligung will, antwortet man eben so wie Herr Benn

  18. 17.

    Auch wenn ich sonst nicht viel von den Linken halte stimme ich in diesem Punkt mit dem Bürgermeister überein. 100000 Menschen auf solch einer Fläche zu konzentrieren ist unrealistisch. Zumal der Verkehr im Nordosten jetzt schon kurz vor dem Kollaps steht. Und mal eben so neue Straßen oder Bahnlinien bauen ist ja auch nicht. Auch die Landschaftsschutzgebiete lassen sich nicht weg reden. Eigentlich müssten die Grünen hier doch geschlossen aufschreien.

  19. 16.

    ja an baugenossenschaften vergeben, ganz tolle idee -nicht!
    bin selber mieter bei einer baugenossenschaft, was da ab geht wenn mal eine kleine beschwerde kommt, oder etwas saniert werden soll, hat mit 'genossenschaft' nichts mehr zu tun. mal ein klärender anruf? nö, wozu? begutachtung? mitsprache der 'genossen'? nicht dergrleichen, aber miete regelmässig erhöhen! genossenschaft hört da auf wo es über das mietezahlen des 'gemeinen mietviech' hinaus geht, dann kommt sofort der anwalt mit abmahnungen und drohungen.
    was den sozialen wohnungsbau angeht, städte, nehmt das selbst in die hand! wer geld für BER oder in HH die elphi hat, kann auch mal für die kleinsten etwas investieren, und, man hat dann auch alles unter eigener kontrolle das es genau so läuft wie man es sich vorstellt -wenn man es denn hinkriegt die verträge mit den baufirmen anständig zu gestallten, also so wie jeder normaldenke das auch machen würde, ohne 300% aufschläge während dem bau und so.....

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