Vereidigung von Polizeischülern an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg (Quelle: dpa/Soeder)
Audio: Inforadio | 01.06.2019 | Ronald Schleif | Bild: dpa/Christoph Soeder

Wertvolle Fremdsprachenkenntnisse - Brandenburger Polizei wirbt um polnische Muttersprachler

Die Polizei in Brandenburg wirbt gezielt um Nachwuchs aus Einwandererfamilien. Dabei werden insbesondere polnische Muttersprachler gesucht. "Die Tatsache, dass Brandenburg ein Transitland ist, führt auch jenseits des unmittelbaren Grenzgebietes zu vielen Einsätzen mit polnischen Bürgern", sagte der Sprecher der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg, Robert Bechmann, am Samstag zur Begründung.

Gute Chancen für ausländische Bewerber

Angesichts einer über 250 Kilometer langen gemeinsamen Grenze zur Republik Polen erschließe sich der Bedarf an polnischsprachigen Polizeischülern sehr deutlich. "Erste Rückmeldungen aus der Praxis bestätigen die durchweg positive Resonanz dieses Projekts", berichtete Bechmann.

Bechmann zufolge ist die Zahl der Anwärter in den vergangenen Jahren bereits enorm gestiegen. Auch die Bewerbungen und Einstellungen von Menschen mit Migrationshintergrund hätten zugenommen. "Einige von ihnen haben zwei Staatsangehörigkeiten, sind zum Teil zwei- oder mehrsprachig aufgewachsen", sagte Bechmann. Genaue Zahlen nannte der Sprecher allerdings nicht.

Auch der Sprecher des Potsdamer Polizeipräsidiums, Mario Heinemann, bestätigte, dass grundsätzlich auch ausländische Bewerber gute Chancen auf einen Job bei der Polizei hätten. "Gemäß dem Beamtenstatusgesetz können auch Nichtdeutsche, die die Staatsangehörigkeit eines anderen Mitgliedstaates der Europäischen Union besitzen, in das Beamtenverhältnis berufen werden."

Einwanderungsgeschichte auch bei der Bundespolizei von Vorteil

Nicht nur bei der Brandenburgischen Landespolizei, auch bei der Bundespolizei haben Hunderte Beamte ausländische Wurzeln, wie Sebastian Brandt, Sprecher des Bundespolizeipräsidiums in Potsdam, mitteilte. Bundesweit hätten 635 Polizeivollzugsbeamte einen Migrationshintergrund. "Hinzu kommen 265 Laufbahnanwärter für den Polizeivollzugsdienst", sagte Brandt.

Auch hier dominiere das Herkunftsland Polen. "Die Vorteile liegen aufgrund der oft vorhandenen Sprachkompetenzen in der verbesserten Kommunikation und Abbau von möglichen Sprachbarrieren sowie dem Ausbau der interkulturellen Kompetenz", sagte Brandt.

Auslandsaufenthalte für deutsche Polizeischüler

Auf der anderen Seite haben auch deutsche Polizeischüler während ihres Studiums an der Fachhochschule die Möglichkeit, Auslandsaufenthalte zu absolvieren. "Das passiert in Polen, aber auch in anderen Staaten wie etwa Irland", sagte der Fachhochschulsprecher.

Sendung: Antenne Brandenburg, 01.06.2019, 12 Uhr

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