Ein Fahrradkurier fährt in Berlin auf der Friedrichstraße (Quelle: dpa/Steinberg)
Audio: Inforadio | 12.06.2019 | Jan Menzel | Bild: dpa/Steinberg

Radschnellwege im Berliner Westen - Spandauer Rad-Pendler bald so schnell wie Autos?

100 Kilometer Radschnellwege soll Berlin in den nächsten Jahren bekommen. Zwei geplante Trassen wurden in einer Diskussionsveranstaltung in Spandau genauer unter die Lupe genommen. Laut Verkehrsverwaltung sind die Routen besonders für Pendler interessant.

Die beiden geplanten Radschnellwege von Spandau nach Charlottenburg-Wilmersdorf nehmen Form an. Wo die Trassen genau entlangführen könnten, stellte das Planungsbüro "Infravelo" am Donnerstag bei einer Bürger-Informationsveranstaltung in Spandau vor. Zu der waren nach Angaben der Verkehrsverwaltung vom Freitag 80 Interessierte, sowie der Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese und der Spandauer Baustadtrat Frank Bewig gekommen.

Durchquerung von Grünanlagen sorgt für Diskussionen

In der Diskussion ging es um die Radschnellwege "Nonnendammallee–Falkenseer Chaussee" und "Spandauer Damm-Freiheit" [detaillierte Karte bei infravelo.de]. Dabei stand nach Angaben der Senatsverwaltung vor allem die Durchquerung von Grünanlagen zur Debatte.

Der Weg "Nonnendammallee–Falkenseer Chaussee" erstreckt sich über 13 Kilometer vom Jakob-Kaiser-Platz im Norden Charlottenburgs bis zum Falkenhagener Feld an der Berliner Stadtgrenze. Je nach genauem Streckenverlauf könnte der Radschnellweg durch den Spektegrünzug führen, ein Naherholungsgebiet im Süden des Falkenheimer Feldes. Sie verbindet damit Wohnquartiere mit der Spandauer Altstadt. Ab hier ist laut Senatsverwaltung für Verkehr ein Anschluss an den "Radweg der Sympathie" vorgesehen, der Radelnde bis nach Falkensee führt.

Verkehrsstaatssekretär Ingmar Streese sagte dazu: "Natürlich muss immer im Einzelfall abgewogen werden, ob die Route einer Radschnellverbindung durch eine Grünanlage für die Erholungssuchenden verträglich gestaltet werden kann. Nutzungskonflikte müssen und können vermieden werden. Zudem kommen viele Besucherinnen und Besucher der Parks selbst mit dem Fahrrad."

Priorisierte Radschnellverbindungen im Berliner Stadtgebiet (Quelle: SenUKV)

"Spandauer Damm-Freiheit": Ausbau auf zwei Meter geplant

Bei der anderen Trasse, die von Spandau nach Charlottenburg führen soll, gab es laut Verkehrsverwaltung Einigkeit, dass hier schnell ausgebaut werden müsse. Beim fünf Kilometer langen Radschnellweg "Spandauer Damm - Freiheit" ist den Angaben zufolge ein "Ausbau nach Mobilitätsgesetz auf zwei Meter Breite" geplant. Der Weg soll südlich der Spree von der S-Bahn-Station Westend bis in die Altstadt von Spandau verlaufen.

Die in der Veranstaltung diskutierten Trassen seien vor allem für Pendler interessant, die von Spandau Richtung Zentrum fahren, hieß es. Die seien nach Informationen der Senatsverwaltung auf dem Rad "bei zügigem Fahrtempo […] genauso schnell von Spandau nach Charlottenburg-Wilmersdorf unterwegs wie mit dem PKW".

Baubeginn der Radschnellwege nicht vor 2020

Eine Machbarkeitsstudie für die beiden Trassen soll nach Informationen der Senatsverwaltung für Verkehr bis Oktober 2019 fertig werden. Darauf folgten weitere Planungsschritte und das formelle Planfeststellungsverfahren, woran sich Interessierte nach wieder beteiligen könnten. Für den Planungsprozess seien insgesamt mindestens 30 Monate nötig, so dass mit einem Baubeginn nicht vor 2022 zu rechnen ist.

Die beiden Radschnellverbindungen, die von Spandau nach Charlottenburg-Wilmersdorf führen sind zwei von mindestens zehn Radschnellverbindungen, die in den nächsten Jahren in Berlin entstehen sollen. Insgesamt plant die Senatsverwaltung für Verkehr, Umwelt und Klima 100 Kilometer Radschnellwege in Berlin.

Sendung: Inforadio, 12.06.2019, 12:31 Uhr  

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    Was ist gegen die Heerstrasse einzuwenden?? Die Tempo 30 Zonen gehören den Radfahrern, es gibt viele schon erneuerte Radwege, ein Paradies für Radfahrer. Und trotzdem fahren viele StVO-unkundige weiter mitten auf der Heerstrasse und nerven den Berufsverkehr und ÖPNV.

  2. 20.

    Den Kommentar habe ich als Fussgänger verfasst, damit endlich Ende ist das Autofahrer immer gegen Radfahrer stänkern würden.
    Klar sind viele Radwege alt und viele auch nicht in einem guten Zustand, aber Strassen und Fusswege sehen auch nicht besser aus, alles ein Versagen der Politik.
    Und ich bleibe dabei, wenn Radfahrer vorschriftsmäßig Unterwegs sind, nicht Ständig zwischen Strasse, Radweg und Fussweg wechsel, Rot nicht immer missachten oder in verkehrter Richtung unterwegs sind, fällt es leichter Sie als Verkehrsteilnehmer zu akzeptieren.

  3. 19.

    Sie haben "nur" vergessen wie dort die Radwegesituation aussieht. Die Nonnendammallee ist eine Katastrophe, vor BMW geht es weil man dort auf den Gehweg ausweichen kann, der Radweg mit seinen Wurzelaufbrüchen ist unbenutzbar, auf der Straße fahren ist an der Stelle etwas für Lebensmüde. So zieht sich (der viel zu schmale) "Radweg" bis zum Altstädter Ring, der natürlich ausschließlich so konzipiert wurde dass der KfZ Verkehr fließen kann, für Radfahrer ist er eine einzige Zumutung.

    Und Heerstraße? Das ist nicht wirklich ernst gemeint oder?

    Ihre Beispiele zeigen wie dringend wie solche Trassen brauchen, sie können sich ja nochmal nach 2022 hinstellen.

    Schade dass der Senat es nicht wirklich ernst meint mit seiner Verkehrswende.

  4. 18.

    Die Damen und Herren Autofahrer gehen immer von sich aus und schließen dann auf andere. Zu Hause steht das Baumarktrad oder anderer fabrikneuer Sperrmüll und beim ersten Regentropfen fährt man lieber mit dem Auto oder der BVG ins Büro.

    Hätten wir bessere Bedingungen und sichere Radwege würden diese "Überbrückungsfahrten" entfallen. Fahren sie doch mal die Strecke Nonnendammallee vom Altstädter Ring bis zum Jacob Kaiser Platz, fast durchgehend Radwege aus den 70ern, z.T. nie repariert. Kriminelle Wegführungen inklusive. Oder nehmen sie die Seidel/Scharnweber/Müllerstraße, das ist was für Hartgesottene mit Nerven aus Stahlseilen.
    Kurzum, wir brauchen diese Radschnellwege und wer ein richtiges Rad sein eigen nennt fährt dann auch mehr und weitere Strecken, die man bislang notgedrungen mit der BVG überbrückt.

    Und die dumme Ausrede "Wenn sich die Radfahrer an die STVO halten würde man Sie im Strassenverkehr auch akzeptieren ." kann ich nicht mehr hören, da eindeutig widerlegt.

  5. 17.

    Dann wird es sie doch erfeuen wenn endlich gute Radwegverbindungen gebaut werden, dann werden nämlich die meisten dieser Überbrückungsfahrten, weil dort die verbindungen einfach zu schlecht sind, überflüssig.

  6. 16.

    Ich sehe sie schon die Hunderte von Radfahrern die von uns in Spandau jeden Tag dort radeln. Der Witz ist aber, ich habe einfach mal aus persönlichem Interesse und Neugier nachmittags zur Rush-hour ab 15 Uhr bis 17 Uhr die Radfahrer, bin selber einer, gezählt. Standort an der schönen Zitadelle Richtung Spandau. All das bei schönem Wetter, nicht zu heiß. Es waren genau 14 !!!!! Woher die genau kamen kann ich natürlich nicht sagen. Dann das ganze nochmal bei ca. 30 Grad ein paar Tage später. 4 !!!! Radfahrer. Und bei schlechtem Wetter fährt wohl kaum noch einer. Genau so dünn sieht es auf der Heerstraße aus. Ausgenommen Radausflügler die am Wochenende z.B. zum Wasser radeln. Selbst zum Herthaspiel im Oly`in der abgelaufenen Saison standen bei einem Spiel nur 7 Räder plus mein eigenes vor dem Stadion. Wie heißt es so schön? Ist natürlich nicht repräsentativ. In der Innenstadt mag es anders aussehen, aber auch bei Regen, Dunkelheit und kaltem Wetter? Bezweifle ich doch sehr.

  7. 15.

    Dann stellen Sie die Ausnahme dar.
    Mindestens 90% der Radfahrer sind Schönwetterfahrer (aber auch nicht wärmer als 25 Grad).
    Uns ausserdem was suchen Fahrräder im Personen Nahverkehr, mit Fahrräder kann man sich doch selber fortbewegen.
    Deshalb brauchen wir keine Radschnellwege.
    Wenn sich die Radfahrer an die STVO halten würde man Sie im Strassenverkehr auch akzeptieren .

  8. 14.

    Einsparung von CO2?

    Bitte um kurze Erklärung wie das funktionieren soll, wenn wegen schlechten Wetters kaum einer sein Rad nutzt und mit mir im Stau steht!

    Das ist meiner Meinung nach der Grund dafür
    DAS GRÜN SCHEITERN WIRD

  9. 13.

    Wer soll das Verbot kontrollieren? Es gibt bereits heute Einschränkungen, was für Räder wo in den Bahnen mitgenommen werden. An den U-Bahnen sind sogar explizit Verbotsschilder angebracht. Das hindert die Fahrer des angeblichen Fahrzeuges der Verkehrswende aber nicht daran, sich irgendwo in volle Züge zu quetschen und selbst in leeren alles zuzustellen. Was glauben die Radfahrer wohl, warum es Klappsitze gibt? Damit die sich selber halbwegs bequem hinhocken können? Wohl kaum! Entlarvend die Dame neulich mit dem dreirädrigen Lastenrad in der S-Bahn oder auch der Rad-Anhänger im Video über den Pfingstreiseverkehr.

  10. 12.

    Bitte Mindestgeschwindigkeit für die Radschnellwege, sonst klappt das nicht mit dem Vergleich zum Auto. Einige trödeln beim Radeln

  11. 11.

    Dann könnte Frau Günther jetzt mal langsam verbieten, Fahrräder in öffentlichen Verkehrsmitteln während der Hauptverkehrszeit mitzuführen. Da sich in diesem Bereich in den nächsten Jahren nichts verbessern wird, wäre wenigstens mehr Platz für Fahrgäste im Berufsverkehr.

  12. 10.

    Die Zählstellen und Verkehrsumfragen des Senates belegen, dass die große Mehrheit der Radfahrer anders handelt. Ein kräftiger Schauer am Morgen lässt schon die Anzahl der Radfahrer massiv einbrechen.

  13. 9.

    Bietet dann jemand einen Rikschadienst von Spandau nach Tiergarten an? Das wäre mal was. Selber treten mag ich nicht. Hab schon genug andere Sportarten.

  14. 8.

    Spandau Freiheit : Industriegebiet mit reichlich LKW-Verkehr. Wie soll das gefahrlos funktionieren ?

  15. 6.

    Noch mehr CO2 könnte gespart werden, wenn Frau Günther nicht viele Verkehrsprojekte auf die lange Bank schieben würde oder sogar schnell wieder ganz streicht

  16. 5.

    Ich pendel täglich zwischen Stadtgrenze und Charlottenburg, natürlich auch im Winter. Auf Regen, Schnee und Eis sind wir eingestellt. Es gibt super Regenbekleidung und Wintersachen genauso wie Winterreifen mit Mikrospikes von Namenhaften Herstellern. Split und Salz finden wir überflüssig, die machen nur alles kaputt und werden ewig nicht geräumt. Wir fahren ganzjährig Motorrad und Fahrrad, weil sich eine Auto für uns nicht lohnt.

  17. 3.

    Bin mal gespannt, ob alle die sich jetzt um diese Radwege bemühen, diese auch im Winter benutzen.
    Oder ob vielleicht der ein oder andere, mit mir im Stau stehen wird???

  18. 2.

    Die Olsenbande hatte auch immer grosse Pläne...

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