Die "Sea-Watch 3" der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch vor der libyschen Küste © Chris Grodotzki/Jib Collective/Sea-Watch.org/dpa
Bild: Chris Grodotzki/Jib Collective/Sea-Watch.org/dpa

In Italien beschlagnahmt - Rettungsschiff "Sea-Watch 3" wieder frei

Das Rettungsschiff der deutschen Hilfsorganisation Sea-Watch ist in Italien wieder frei. "Gerade haben wir die offizielle Nachricht erhalten, dass unser Schiff nicht länger konfisziert ist und in den Einsatz zurückkehren kann", twitterte die Organisation am Samstag.

Das Schiff "Sea-Watch 3" der Berliner Flüchtlingshilfeorganisation hatte Mitte Mai vor der Küste Libyens 65 Migranten gerettet. Italiens rechtspopulistischer Innenminister Matteo Salvini hatte sich zwar dagegen gewehrt, dass die Geflüchteten an Land durften. Sie konnten später jedoch in Lampedusa aussteigen, das Schiff wurde jedoch beschlagnahmt. Es liegt derzeit in Licata auf Sizilien.

Bedford-Strohm reist am Sonntag nach Italien

"Zum Glück zählt für die italienische Justiz die eigene Verfassung mehr als ein twitternder Minister", sagte Sea-Watch-Sprecher Ruben Neugebauer mit Blick auf Salvini. Das Schiff sei frei, weil "festgestellt wurde, dass wir uns an alle Gesetze gehalten haben".

Die Staatsanwaltschaft in Agrigent hatte gegen den italienischen Kapitän Ermittlungen wegen des Vorwurfs der Begünstigung von illegaler Einwanderung aufgenommen. Es sei noch unklar, was mit diesen Ermittlungen nun sei, sagte Neugebauer: "Wir sind aber überzeugt, dass er [der Kapitän] alles richtig gemacht hat und dass es zu keinem Verfahren kommen wird."

Am Sonntag will der Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Heinrich Bedford-Strohm, nach Licata reisen und dort auch die Seenotretter der Sea-Watch treffen.

Sendung: Radioeins, 02.06.2019, 06.30 Uhr

Kommentar

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4 Kommentare

  1. 4.

    Wer den NGOs Schleppertätigkeiten unterstellt reiht sich ein in die Sprache der Rechtextremisten und -populisten. Da fehlt dann auch nicht das nächste rechte Schlagwort der "Plünderung des Sozialstaates mittels Herbeischaffung alimentierter Konsumenten".

    Schnell widerlegbar und auch deshalb einfach nur widerlich!

  2. 3.

    Bis zur nächsten sog. Rettung.... Dann gehts wieder los. Aber Italien wird sich das nicht länger gefallen lassen. Und Malta auch nicht.

  3. 2.

    Daß Bedford-Strom sich einmischt, verwundert nicht. Die caritativen Einrichtungen der Kirchen zählen (neben z.B. den Immobilienkonzernen) zu den großen Profiteuren der generalstabsmäßigen Plünderung des Sozialstaates mittels Herbeischaffung alimentierter Konsumenten.

    Von mir aus hätte der Kapitän gerne eine langjährige Haftstrafe aufgebrummt bekommen dürfen und das Schiff verschrottet werden dürfen. Die Unterstützung der Schlepper ist an Scheinheiligkeit und Perfidie schwer zu überbieten. Mit den Mitteln, mit denen hier Neusiedler versorgt werden, könnte man in den Herkunftsländern das 10- bis 50-fache ausrichten. D.h. im Umkehrschluß, daß Konzerne an derselben Person dauerhaft das 10- 50-fache verdienen, wenn man sie nach Deutschland schafft.

  4. 1.

    Na dann können die schlepper wieder ihrer Tätigkeit nachgehen.
    Seenotrettung bedeutet für mich Leute aus dem Meer zu retten und dann auf dem kürzesten weg ans Land zu bringen. Keine Kreuzfahrt über hunderte von Kilometern. Das wäre dann auch sinnvoll da sie schneller wieder da wären wo angeblich "gerettet" werden soll. Der Anreiz "gerettet"zu werden wäre dann auch sicherlich geringer, was zusätzlich leben retten könnte.

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