21.05.2019: Wolken ziehen über das Brandenburger Tor mit der Quadriga (Quelle: Michael Kappeler/dpa)
Bild: dpa/Michael Kappeler

Verein zieht Antrag zurück - Keine Rosinenbomber über dem Brandenburger Tor

Es sollte ein echtes Spektakel werden - 70 Jahre nach dem Ende der Berliner Luftbrücke: Rosinenbomber über dem Brandenburger Tor - Landung und Fest in Tempelhof. Doch erst zerschlug sich der Plan für die Landung - jetzt wurde auch der Überflug abgesagt.

Wenn am Wochenende an das Ende der Luftbrücke vor 70 Jahren erinnert wird, werden wohl keine Rosinenbomber über das Brandenburger Tor fliegen. Der Förderverein Luftbrücke habe den Antrag für einen Überflug schriftlich und mündlich zurückgezogen, sagte die Sprecherin des Bundesaufsichtsamtes für Flugsicherung, Kerstin Weber, am Donnerstag der Nachrichtenagentur dpa. Die Veranstalter selbst waren zunächst nicht zu erreichen.

Rund einen Monat nach dem 70. Jahrestag des Endes der Luftbrücke am 12. Mai, zu dem das Land Berlin am Flughafen Tempelhof ein großes Fest veranstaltet hatte, organisiert der Verein Luftbrücke Flüge historischer Maschinen von Wiesbaden nach Berlin. Ursprünglich wollte der Verein mit dem Antrag bei der Behörde die Genehmigung bekommen, in das sogenannte Flugbeschränkungsgebiet um das Reichstagsgebäude zu fliegen. In dieser Zone liegt auch das Brandenburger Tor. Diesen Plan hat der Verein nun offenbar aufgegeben.

Der geplatzte Überflug über das Brandenburger Tor ist ein erneuter Rückschlag für die Veranstalter - denn auch eine Landung der historischen Maschinen und ein dazugehöriges Fest auf dem Tempelhofer Feld konnten nicht wie geplant umgesetzt werden. Wegen der Regelungen im Tempelhofer-Feld-Gesetz konnte keine Genehmigung erteilt werden. Wo die Flugzeuge nun am 15. und 16. Juni über Berlin zu sehen sein werden, ist noch nicht klar.

Historische Flugroute von Wiesbaden nach Berlin

Während der Blockade West-Berlins versorgten die Alliierten aus der Luft den abgesperrten Teil der Stadt. Die genutzten Flugzeuge wurden im Volksmund "Rosinenbomber" genannt. Die Blockade dauerte von Juni 1948 bis Mai 1949.

Anlässlich des Jubiläums sollen die Maschinen entlang der historischen Route von Wiesbaden nach Berlin fliegen. Auf dem Weg werden die Maschinen Station Faßberg, Jagel, Nordholz und Stendal machen.

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37 Kommentare

  1. 37.

    Sie haben Kennedy falsch zitiert, aber macht ja nix. Hier das Zitat: “All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
    „Alle freien Menschen, wo immer sie leben mögen, sind Bürger Berlins, und deshalb bin ich als freier Mensch stolz darauf, sagen zu können ‚Ich bin ein Berliner‘!“

  2. 36.

    Sie sollten sich mal die Rede von Kennedy genau anhören. Er hat nie gesagt, er sei ein Berliner, sonder gemeint das man mit Stolz sagen soll, man sei ein Berliner.
    Take pride in the words: Ich bin ein Berliner!

  3. 35.

    Man kann der Luftbrücke auch ohne Rosinenbomber angemessen gedenken. Nirgendwo ist festgelegt, dass es dazu Rosinenbomber braucht.

    Die Berliner - nicht (nur) Zugezogene, sondern Eingeborene und Zugezogene - haben entschieden, dass das Tempelhofer Feld nicht als Flugpöatz genutzt werden darf. Das hat nicht der rotgrüne Senat entschieden, sondern die Mehrheit der Berliner.

    Das ist zu akzeptieren, ob es uns gefällt oder nicht.

  4. 34.

    Teil 2: ... Frankfurter Dokumente, einseitige Staatsgründung.) Ulbricht hat das Werk nur vollendet, da die Leute allein schon wirtschaftlich jeden Grund hatten, das Land zu verlassen. Da hätte es der politischen Konflikte noch nicht mal bedurft.

    *) Quelle: Bayrische Staatsbibliothek/ Prof. Rolf Steininger: https://www.1000dokumente.de/index.html?c=dokument_de&dokument=0011_pot&object=context&st=&l=de

    „Ich verstehe nicht, weshalb die Ostdeutschen ihre Grenze nicht schon längst geschlossen haben; ich glaube, sie haben jedes Recht dazu.“ (Kennedys Berater Senator J. W. Fulbright am 30. Juli 1961 im US-Fernsehen) Danach erzählte Kennedy, er sei ein Berliner.

  5. 33.

    Das ist peinlich für einen Verein, der großspurig ein tolles Event verkündet, aber es in fast 3 Jahren(!) nicht schafft, die erforderlichen Anträge zu stellen - oder wenigstens jetzt, nachdem es verbockt wurde, vernünftig Auskunft zu geben, wo und wie die Maschinen irgendwo (zumindest im Vorbeiflug) zu sehen sind! Wahrscheinlich haben die sich nicht einmal um eine (genehmigte) Flugroute gekümmert - so nach dem Motto "Wird schon irgendwie gehen, wenn die erstmal da sind!".

  6. 31.

    Auf der ILA regnet es dann vielleicht nachträglich Lindt-Kugeln.

  7. 30.

    Manche Leute sind nicht mal bereit, geschichtliche Fakten zur Kenntnis zu nehmen, selbst wenn sie gut erforscht und mit Quellen belegt sind, sondern üben sich stattdessen in substanzloser Polemik. Das ist wohlfeil.

  8. 29.

    Dickster, Ewalde, Donnerstag, 13.06.2019 | 23:02 Uhr:
    "Genau, die Mauer und der Stacheldraht wurden nur gezogen, weil die SED und die Russen soo böse waren! Und die Amis und die Briten haben das natürlich aus reiner Menschenliebe getan, weil die die Deutschen (Westberliner) so liebten!
    Boar ey, ich empfehle ihnen mal die Gründe für den Mauerbau zu recherchieren, bevor sie hier einseitig Verantwortlichkeiten verteilen."

    Die DDR-Diktatoren haben das satirische Gedicht von Bertold Brecht "Die Lösung" ernst genommen und sich ein Volk gewählt, das unter ihrer Diktatur leben soll, und dieses Volk eingesperrt, damit es - mangels demokratischer Wahlen - nicht mit den Füßen abstimmt. Das war menschenrechtswidrige Feudalismus/Leibeigenschaft!

  9. 28.

    Manche Leute haben einfach noch nicht verwunden, dass sie den kalten Krieg verloren haben. Gönnen wir denen doch einfach ihren Spaß. Außerdem herrscht in der Bundesrepublik Meinungs- und Glaubensfreiheit.

  10. 27.

    Nur zur Erinnerung:
    Es ging hier ursprünglich um das Bedauern einiger, die mit dem Flughafen Zempelhof noch was verbinden, dass leider die Rosinenbomber in Gedenken an die Luftbrücke nicht landen dürfen. Anders , als in Westdeutschland.
    Wieso muss das hier oft dermaßen ausarten.

  11. 26.

    Das ist peinlich für eine Stadt, die durch die "Rusinenbomber" am Leben erhalten wurde.

  12. 24.

    Und Die Türkei natürlich nicht vergessen! Alles Nato Länder die die Freiheit mit Mauern verteidigen müssen! Mauern sind doch voll mode, Manche hier würde doch am liebsten ne Mauer übers Mittelmeer bauen!

  13. 22.

    Die gesamtdeutsche Wehrmacht hat mit ihrem Vernichtungskrieg in der SU 70.000 Dörfer 1.710 Städte, 32.000 Industriebetriebe und 65.000 km Eisenbahnstrecke zerstört. Von den 27 Mio. toten Sowjets ganz zu schweigen. Kein anderer Alliierter hatte auch nur ansatzweise solche Zerstörungen zu beklagen. Deshalb, und um den Westen als Absatzmarkt zu erhalten, schlugen die USA in Potsdam vor, daß jede Siegermacht ihre Reparationen nur aus der "eigenen" Besatzungszone bezieht. Das bedeutete ein dramatisches Ausbluten der kleinen SBZ/DDR. Da man Gebiete, die man wirtschaftlich nicht gleich behandelt, nicht politisch gleichbehandeln kann, beschlossen die Westmächte, "mitten durch Deutschland eine Grenze zu ziehen und östlich von ihr alles von Rußland verwalten und unter das sowjetische System des Staatssozialismus stellen zu lassen"*) Auch alle weiteren Intiativen zur Teilung gingen von den Westmächten aus (Londoner Sechsmächtekonferenz, einseitige unangekündigte Währungsreform... weiter in Teil 2

  14. 20.

    Der RRG Müller-Senat kriegt so etwas nicht auf die Reihe. Von westdeutschen Startplätzen der Luftbrücke landen und starten die Rosinenbomber.
    Die Linke hat sowieso keinen Bezug zur Luftbrücke, unterminierte schließlich der Feind die Pläne Moskaus, West-Berlin zu schlucken.

  15. 19.

    Zugezogene meinen Sie können sich ein Bild machen über die Vergangenheit von Berlin und dann noch urteilen. Das ist etwas frech, aber okay muss man mit leben. Und somit ist klar, dass dieses Thema Luftbrücke in Berlin schlechte Karten hat, zugezogene definieren Schwerpunkte, ein Senat, welcher in Richtung Osten ausgerichtet ist und ein Organisationsteam was Fehler gemacht hat. So ist halt Berlin —> ein Spielball von Möchtegern Berlinern
    Was man feststellt, es gibt nicht nur die gestrige Trennung ost und West sondern auch noch Zugereiste

  16. 18.

    Na dann empfinden Sie mal ruhig weiter Dankbarkeit - wenn's schön macht. Zitat: "Zu jeder Zeit hätte man die Situation in Berlin klären können … Die gegenwärtige Lage ist jedoch für die USA aus propagandistischen Gründen sehr vorteilhaft. Dabei gewinnen wir das Ansehen, die Bevölkerung von Berlin vor dem Hungertod bewahrt zu haben, die Russen aber erhalten die ganze Schuld wegen ihrer Sperrmaßnahmen" (John Foster Dulles am 24. Januar 1949 in Paris)

    Man hätte jederzeit auf dem Landwege Berlin versorgen können, wenn man sich den legitimen Kontrollen der Sowjets unterzogen hätte. Man hätte auch aus Ost-Berlin Kohlen und Lebensmittel beziehen können. Aber das wurde verboten, eingeführte Waren von der Westberliner Polizei beschlagnahmt und die Betreffenden als Verräter gebrandmarkt und mit Entlassung bedroht.

    Es steht Ihnen frei, sich zu informieren. Ist ja heute nicht mehr so schwer.

    z.B.: L.L. Matthias: "Die Kehrseite der USA", Rohwolt Taschenbuchverlag, 1991

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