Stadtteilmütter protestieren am 31.10.2014 gegen die Einstellung ihres Projekts (Quelle: dpa/Wolfgang Kumm)
Audio: rbb 88,8 | 05.06.2019 | Kirsten Buchmann | Bild: dpa/Wolfgang Kumm

Unterstützung für Familien mit ausländischen Wurzeln - Senat will "Stadtteilmütter" langfristig finanzieren

Der Berliner Senat will die Arbeit der sogenannten "Stadtteilmütter" langfristig sichern. Am Dienstag wurde ein entsprechendes Landesprogramm für die Finanzierung beschlossen, teilte die Senatskanzlei am Dienstag mit. Bislang gab es verschiedene Fördertöpfe, außerdem war die Unterstützung zeitlich begrenzt.

Eigener Migrationshintergrund

"Stadtteilmütter" bieten Familien mit ausländischen Wurzeln vielfältige Unterstützung, etwa bei Erziehungsfragen oder bei der Vermittlung von Beratungsangeboten. Sie sind geschult und haben selbst einen Migrationshintergrund.

Nach Angaben der Senatsverwaltung existiert das Angebot in Berlin seit 2006, derzeit gibt es 157 "Stadtteilmütter". Allein 148 davon arbeiten in den Bezirken Friedrichshain-Kreuzberg, Mitte und Neukölln.

Bezahlung nach Landestarifvertrag

Mit dem Start für das neue Landesprogramm zum 1. Januar 2020 sollen Stadtteilmütter laut Senatskanzlei einsatzbegleitend qualifiziert und nach Landestarifvertrag bezahlt werden. Neben den bislang erprobten Einsatzfeldern im Rahmen von Hausbesuchen und an Familienzentren sollen sie zusätzlich auch an Kitas und Schulen, in Familienbüros und Erziehungsberatungsstellen eingesetzt werden.

Sendung: Abendschau, 04.06.2019, 19:30 Uhr

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9 Kommentare

  1. 9.

    Ihre Erfahrungen kann ich nur bestätigen. Der kritische Blick , auch in Bezug auf die geschlechterspezifische Erziehung ist kaum vorhanden und die Konfrontation mit den Familien wird gemieden. Stattdessen gibt es überwiegend Anpassung an veraltete Erziehungsmuster und Unterstützung von Traditionen. In dieser Form trägt das Projekt , aus meiner Sicht, nur wenig zur Integration bei, sondern fördert eher die Bildung von Paralellgesellschaften.Die Finanzierung sollte überdacht werden und das Geld lieber für eine professionelle Unterstützung der Familien ausgegeben werden.

  2. 8.

    Dafür sollten ausgebildete Sozialarbeiter eingesetzt werden.

  3. 7.

    Die Stadteilmütter sind ein seit langem in der Kritik stehendes Programm. Zum einen fehlt den Müttern die kulturelle Distanz, sie hinterfragen nicht kritisch und zeigen keine Alternativen auf. Sie sind (zumindest in Neukölln) konservativ geprägt und keineswegs progressiv.
    Die Stadtteilmütter sind auch mitverantwortlich dafür, das Kinder den sog. Deutsch-Arabischen Begegnungsvereinen zugeführt werden, die nichts anderes als Koranschulen sind. Was übrigens der Bürger im Rahmen der SGB II BuT-Leistungen bezahlen muss.

    Zum anderen wird dieses Projekt komplett aus Steuermitteln finanziert und jede der Stadtteilmütter war vorher SGB II Bezieherin. Der "Lohn" für die Mütter stammt also wieder aus Bundesmitteln nur eben aus einem anderen Topf. Außerdem verschwinden die Personen aus der Statistik.

  4. 6.

    Wenn von 157 "Stadtteilmüttern" 148 in drei Bezirken arbeiten, wie verteilen sich die 9 übrigen dann auf die anderen Bezirke? Gibt es dort denn keine "Menschen mit Migrationshintegrund"? In Berlin leben auch viele Menschen aus Osteuropa besonders aus Polen, Russland und anderen Ländern der ehemaligen Sowjetunion. Da wäre es interessant zu erfahren wieviele der Frauen einen entsprechenden "Hintergrund" haben.

  5. 5.

    Werden die Stadtteilmütter auch über den Finanzausgleich von anderen Bundesländern wie Bayern, Baden-Württ., Hessen bezahlt. Eigentlich unglaublich!

  6. 4.

    In diesem Fall wäre eine Finanzierung von Sozialarbeitern und Sozialarbeiterinnen zwar kostenintensiver, aber aus meiner Sicht, in vielen Fällen effektiver.

  7. 3.

    Ausgebildete Sozialarbeiter/innen werden durch Kiezmütter ersetzt, die oft nicht bereit sind, sich der Kritik der Familien aussetzen und, um nur ein Beispiel zu nennen, deshalb das Fasten für 4 jährige Kinder akzeptieren. Für mich ein NO GO. Die Qualität dieses Projektes sollte durch eine 1 zu 1 Kombination aus oben genannten, ausgebildeten Fachkräften und Kiezmüttern durchgeführt werden. Das wäre kostenintensiver, aber sicher weitaus effektiver.

  8. 2.

    Die Schulden Berlins stiegen von 11,1 Milliarden Euro im Jahr 1991 auf fast 60 Milliarden Euro im Jahr 2005. Dazu Diepgen (2005): „Die Ursache für die nunmehr fast 60 Milliarden Euro Schulden des Landes sind nicht in landespolitischen Entscheidungen zu suchen, wie dies die Bundesregierung glauben machen will, sondern in dem Abbau der Förderungen in einem Tempo, das eine Anpassung an die neuen Gegebenheiten nicht erlaubte. Berlin hätte, selbst wenn der Konsolidierungskurs schneller und mit härteren Einschnitten in der Ausgabenstruktur verfolgt worden wäre, eine Kompensation der Einnahmeausfälle nie erreichen können.“

    https://www.bmgev.de/mieterecho/archiv/2011/me-single/article/die-ursache-der-berliner-haushaltsnotlage.html

  9. 1.

    Was wollen die Westberöiner Schuldenmilionäre noch alles finanzieren? Mit mehr als 70 Milliarden Schulden fühlt sich nur noch Müller und seine Grünen bzw. LINKEN unfähigen Regierungsmitglieder wohl. Schulden haben bei roten SPD Gangster bzw. linken und grünen Regierungsgangster keine Rolle. Wir machen nur noch Schulden und andere sollen diese bezahlen. Es wird höchste Zeit, dass diese Strolche abgewählt werden.

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