Blick auf das Dorf Proschim und den Tagebau Welzow-Süd im Hintergrund (Quelle: dpa / Patrick Pleul)
Bild: ZB

Gemeinsames überregionales Vorgehen - Von Abbaggerung bedrohte Dörfer verbünden sich

Ein Bündnis von Tagebau-Betroffenen aus der Lausitz, dem Rheinland und dem Leipziger Land hat den Erhalt ihrer vom Braunkohleabbau bedrohten Dörfer gefordert. Nach dem beschlossenen Kohleausstieg sei jetzt schnellstmögliche Planungssicherheit nötig, sagte Britta Kox von der rheinischen Gruppe des Bündnisses "Alle Dörfer bleiben!" am Donnerstag in Berlin. Zudem müssten die betroffenen Ortschaften bei der Ausgestaltung des Kohleausstiegsgesetzes mitbestimmen dürfen.

Forderungskatalog der betroffenen Dörfer

Zusammen mit Vertretern aus der Lausitz und dem Leipziger Land stellte Kox einen fünf Punkte umfassenden Forderungskatalog an den Bund und die betroffenen Länder vor.

Nach ihren Angaben sind bis zu 21 Dörfer in den drei Braunkohleregionen noch von Abbaggerung bedroht, darunter das brandenburgische Proschim (Landkreis Spree-Neiße). Für 13 dieser Dörfer oder Ortsteile sei bereits die Genehmigung erteilt, hieß es. Das Bündnis "Alle Dörfer bleiben!" rief auch zur Teilnahme an einem Aktionstag unter dem Motto "Kohle stoppen! Klima und Dörfer retten!" am 22. Juni im Rheinischen Revier auf.

"Alle Dörfer bleiben!" ist nach eigenen Angaben ein bundesweites Bündnis, in dem sich Betroffene aller Braunkohle-Regionen und "Aktive aus der Klimagerechtigkeitsbewegung" gemeinsam gegen Zwangsumsiedlung und Klimazerstörung einsetzen.

Sendung: Inforadio, 06.06.2019, 16 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Die Kohlelobby hat keinen legitimen Grund mehr, heute noch Dörfer zu zerstören, deren Kultur und Natur zu vernichten. Gut, dass sich die Dörfer zusammenschließen! Zusammen sind wir alle stärker gegen die Profitinteressen der Kohlelobby!

  2. 5.

    Wiedereimal sind die Gegner der wirtschaftlichen Grundlage in der Lausitz lauter als die Befürworter. Ohne die Kohle werden mehrere Zehntausend Menschen ihre Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen müssen, nach Berlin oder nach Westdeutschland übersiedeln. Zudem ist es ein Irrglaube alle in den betroffenen Orten wollen bleiben. Die Kohlegegner geben selber keinen einzigen Cent für die Menschen dort. Sie fordern nur von den Menschen Vorort.

  3. 4.

    Bei dem Fridays for Future-Entrüstungssturm verstehe ich nicht wieso überhaupt noch Dörfer plattgemacht werden sollen. Für die Zeit bis zum unweigerlichen Kohlenausstieg werden die bestehenden Gruben genutzt. Sind die ausgeschöpft gibt es keine Kohleförderung mehr. Dann wäre der Ausstieg in D geschafft. Theoretisch ganz einfach. Freimachen neuer Abbauflächen ist somit kontraproduktiv. Save the planet!

  4. 3.

    <<<Gott sei Dank hat dieser Irrsinn ja bald ein Ende.<<<
    Da können Sie sicher sein , es genügt sich das Foto oben an zu sehen wie hier Mutter Erde vergewaltigt wird.
    Mal sehen was "Mutti" am Jahresende mit "jetzt ist Schluss mit Pille Palle" beim Klimaschutz meint.
    Ein weitere hinauszögern wird es nicht geben, dann wird der Ausstieg mit Massenprotesten vollzogen.

  5. 2.

    Finde ich auch gut. Dieselben, die aufschreien, wenn man Wohnheuschrecken mit mehr als 3.000 Wohnungen enteignen will zum Wohle des sozialen Friedens finden nichts dabei, wenn Menschen aus Ihrer Heimat vertrieben und enteignet werden, um ein so ein lausiges Produkt wie z.B. Lausitzer Braunkohle unter ihren Dörfern abzubaggern. Gott sei Dank hat dieser Irrsinn ja bald ein Ende.

  6. 1.

    Finde ich gut. Ich bin gegen jede Art von Enteignung.

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