Symbolbild - Eine Hand mir einer Flexüle zur Schmerzmittelmedikation (Bild: imago)
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Fallzahlen-Bericht für Berlin - Transparenzliste soll helfen, das richtige Krankenhaus zu finden

Rund 22.000 Krebskranke ließen sich 2017 in Berliner Kliniken operieren. Besonders häufig waren Eingriffe an Brust, Harnblase, Prostata und Dickdarm. Wer ein Haus mit viel Erfahrung wählte, hatte oft deutlich bessere Heilungschancen. 

82 Krankenhäuser gab es in Berlin im Jahr 2017 laut Statistischem Landesamt – doch wie finden Patienten das richtige Krankenhaus für eine geplante Operation? Die Verwaltung von Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) hat dazu am Dienstag eine Transparenzliste vorgelegt, die zeigt, welche Berliner Krankenhäuser in bestimmten Behandlungsgebieten besonders erfahren sind.

"Je öfter Kliniken bestimmte Behandlungen durchführen, desto mehr Erfahrungen gewinnen sie und können Behandlungspfade optimieren, Kooperationen aufbauen und erforderliche Medizintechnik anschaffen", teilte Kalayci mit.

In dem 32-seitigen Bericht [externer Link] der Senatsverwaltung finden sich Fallzahlen zu vielen Krebsoperationen, zur Akuttherapie von Herzinfarkt und Schlaganfall, der Behandlung peripherer Durchblutungsstörungen, künstlichem Gelenkersatz an Hüfte und Knie, Chirurgie im Säuglingsalter und Palliativmedizin.

Allein rund 22.000 Krebsoperationen in Berlin führt der Bericht auf. Besonders häufig sind Eingriffe an Brust, Harnblase, Prostata und Dickdarm.

Eine umfassende Auswertung der Qualitätsberichte aller Krankenhäuser in Berlin und Brandenburg durch rbb|24 und das Science Media Center hatte kürzlich gezeigt: Fünf Berliner und 13 Brandenburger Kliniken führten im Jahr 2017 bestimmte besonders komplexe Operationen seltener durch, als die sogenannte Mindestmengen-Regelung gesetzlich vorschreibt.

Lassen sich beispielsweise Patienten mit Bauchspeicheldrüsen-Krebs in einem unerfahrenen Krankenhaus operieren, haben sie laut einer Studie, an der Forscher der TU Berlin beteiligt waren, ein doppelt so hohes Sterberisiko wie Patienten, die sich in einer sehr erfahrenen Klinik operieren lassen.

Kleiner Fallzahlen als in den Qualitätsberichte

Die Zahlen in dem nun von der Senatsverwaltung veröffentlichten Bericht stammen nicht aus den Qualitätsberichten der Krankenhäuser, sondern vom Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus (InEK). Dieses erfasst offenbar nicht alle Operationen. So sind etwa bei den Schilddrüsen-Operationen die aufgeführten Fallzahlen erheblich kleiner als jene Zahlen, die die Krankenhäuser selbst in ihren Qualitätsberichten für das Jahr 2017 veröffentlicht haben.

Eine schriftliche Nachfrage nach den Gründen an die Senatsverwaltung für Gesundheit blieb bis Dienstagabend unbeanwortet.

Alternative: Krankenhaus-Suche der Weißen Liste

Eine leichter zu bedienende und übersichtlichere Alternative zur Senatsveröffentlichung ist die Krankenhaus-Suche der Weißen Liste [externer Link]. In dem von der Bertelsmann-Stiftung finanzierten Portal können Nutzer ihre Erkrankung und ihren Wohnort eingeben - und erhalten auf einen Blick eine strukturierte Auflistung der infrage kommenden Krankenhäusern. Zusätzlich zur Anzahl der Behandlungsfälle listet das Portal auch Checkliste von 103 Kriterien zur Ausstattung, Behandlungsqualität und Patientensicherheit und Hygiene auf.

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