Aktivisten von Extinction Rebellion haben sich am Zahn des Bundeskanzleramtes angekettet (Quelle: DPA/Paul Zinken)
Bild: dpa

Extinction Rebellion - Umweltaktivisten ketten sich ans Bundeskanzleramt

30 Umweltaktivisten haben sich am Dienstag teilweise mit ihren Hälsen an den Zaun des Bundeskanzleramts in Berlin gekettet. "Wir haben die Schlüssel an die Minister und das Kanzleramt geschickt und warten bis sie uns losschließen", sagte eine Sprecherin der Bewegung Extinction Rebellion. Sie fordert von der Bundesregierung unter anderem, alle Gesetze zu revidieren, die einer Bewältigung der Erderwärmung im Wege stehen. Die Angeketteten würden mit Sonnenhüten und Schirmen vor der Hitze geschützt, sagte die Sprecherin weiter.

Polizei bricht Ketten auf

Gegen 11:30 Uhr ketteten sich die Aktivisten im Alter von 17 bis 48 Jahren an den Zaun. Sie hielten Plakate und sangen "Von der blauen Erde kommen wir, unser Klima stirbt genauso schnell wie wir". Die Polizei war vor Ort. Nach Polizeiangaben habe man einen Hinweis auf die Aktion bekommen. Wenige Stunden nachdem die Aktivisten sich angekettet hatten, begann die Polizei damit, die Ketten aufzubrechen. "Unsererseits werden Anstrengungen unternommen, die Personen zu entfernen", sagte ein Sprecher der Polizei.

Extinction Rebellion (auf deutsch etwa "Rebellion gegen das Aussterben") ist eine Bewegung mit Ursprung in Großbritannien. Die Aktivisten fordern von den Regierungen mehr Engagement für den Klima- und Umweltschutz.

Etwa 600 Menschen zelteten am Kanzleramt

Insgesamt nahmen nach Veranstalterangaben über vier Tage verteilt rund 600 Menschen an dem Protestcamp teil. Neben sechs Gemeinschaftszelten waren demnach etwa 40 private Zelte auf einer Wiese beim Kanzleramt aufgestellt. Das Camp wurde von der Bewegung We4Future organisiert.

Am Sonntagnachmittag riefen rund 180 Menschen den "zivilen Klimanotstand" aus. "Wir erkennen an, dass wir Teil der Klimakrise sind", riefen sie vor dem Kanzleramt. Sie seien bereit für notwendige Veränderungen. In Arbeitsgruppen sprachen die Teilnehmer des Camps bis Montagnachmittag über Lösungen für die Klimakrise.

Das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hatte erst kurz vor dem Start des Camps am Freitagabend entschieden, dass private Zelte erlaubt sind. Die Polizei hatte zunächst nur größere Versammlungszelte genehmigt.

Sendung: Abendschau, 11.06.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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24 Kommentare

  1. 24.

    Diese Aktivisten sehen wie Schwerstarbeiter mit 45 Arbeitsjahren auf dem Buckel. Schön dass Aktivisten gestalteten wollen... ohne Ahnung.

  2. 23.

    schade, dass diesen Protest unsere Verantwortlichen für Umwelt und Landwirtschaft nicht zur Kenntnis nehmen erden.
    Denn unser Landwirtschaftsminister Herr Vogelsänger und der Bauernpräsident Herr Wendorff im Bundesland Brandenburg begreifen nie und nimmer, dass sie mit ihrer Lobbypolitik unserer Umqwelt großen Schaden zufügen. Dort lautet die Devise: Wir prodzieren noch viel zu wenig landwirtschaftliche (tierische) Produkte, und unsere Umwelt, Seen und Grundwasser sind doch alle bestens intakt. Solch einen Fehlglauben hat wohl auch der Ministerpräsident selbst, da er nichts gegen diesen ausufernden Irrsinn unternimmt.

  3. 21.

    Jede Maßnahme, die in Richtung Nachhaltigkeit und Müllvermeidung, Klima- und Umweltschutz geht, ist positiv, wichtig und hat unser aller Respekt verdient. Ohne Wenn und Aber. Kein Mensch rettet die Welt durch den Verzicht auf Plastik oder ein Auto, tut aber dennoch viel mehr, als diejenigen, die einfach ignorieren und weitermachen und sich zudem erdreisten, mit Häme und Spott auf diese jungen Leute zu reagieren. Gute Aktion!

  4. 20.

    Die richten ganz sicher keinen Schaden. Eher die Leute, die der Umwelt weiter zusetzen, wie bisher!

  5. 19.

    Danke für diesen Kommentar. Manchmal fehlen einem einfach die Worte, wie völlig irrational und undifferenziert Gift und Galle gespuckt wird. Und meistens von denjenigen, die mit solch abgedroschenen Phrasen kommen, wie z.b. dass in einer Demokratie jeder das Recht auf seine Meinung hätte. Besonders aber wohl die sehr rechtsrandigen und AfD-Wähler. Aber bitte nur mit der Meinung, die der ihrigen entspricht. Laßt doch endlich die jungen Leute in Ruhe. Wer solche Aktionen nicht mag, muss ja nicht mitmachen. Weiter Kopp in den Sand und alles wird (nicht) gut. Oh man...

  6. 18.

    Doch. Es ist wichtig, wie sich der Endverbraucher verhält. Das beeinflusst und lenkt definitiv die Händler. Und wie gewählt wird, das ändert vieles. Klimawandelleugner sollten daher kein Kreuzchen bekommen. Und insgesamt wäre es wichtig, dass wir alle unsere Attitüde ändern. Und wenn es hauptsächlich dafür dient, um unseren Kindern und Enkeln ein Signal zu senden. Einfach weitermachen und alles auf "die Politik" zu schieben, das ist keine Option mehr. Das hat uns letztendlich an den Punkt gebracht, an dem wir jetzt sind.

  7. 16.

    Besonders wichtig ist nicht, dass jeder einzelne etwas tut, sondern dass die Regierung aktiv wird. Jeder einzelne kann seinen Ressourcenverbrauch senken, aber aus der Kohle aussteigen oder den ÖPNV ausbauen können die Einzelnen nicht.

  8. 14.

    Schiffe haben pro transportierter Tonne einen um ein vielfaches geringeren CO2 Ausstoß als Flugzeuge. Vielleicht sollten Sie sich mal informieren bevor sie Polemik ins Internet stellen.

  9. 13.

    Allet eene Mischpoke, wa? Linksradikale Straftäter mal kurz mit Schülern und jungen Erwachsenen in eenen Topp jeschmissn und umjerührt. Na Sie sind mir ja Eener, datt iss ja wohl n Schuss in'n Ofen jewesen... Doofer Kommentar, bitte nochmal nachdenken, anstatt blindwütig alle über einen Kamm zu scheren, bitte!

  10. 12.

    Da sieht man mal wieder dass Klimawandelleugnern nicht davor zurückschrecken Kinder zu diffamieren oder sonstwie zu hetzten.

    Und warum nutzen sie für ihre Agitation einen fremden nick?

  11. 11.

    Ich hätte dieses Kompetenzteam drangelassen. Da können sie wenigstens keinen Schaden anrichten.

  12. 10.

    Nö, nur dekadent. Aber das ist alles nichts neues. Peace, AKW-Nein-Danke, 68er, RAF usw. bis zur Null-Bock-Generation. Radikal denkende und handelnde Menschen sind eben Teil von uns.

  13. 9.

    Warum hat die Polizei die Leute abgekettet? Bei der Wärme haben die bestimmt noch einen Reserve-Schlüssel. Einzig, was erreicht wird, dass die Gesellschaft immer mehr geteilt wird. Ökonomie und Ökologie gehören zusammen, alleine nur an Ökologie denken versetzt früher oder später sehr viele Menschen in Armut.

  14. 8.

    Das sind junge Menschen, von den wahrscheinlich die Meisten erst in den 90ern geboren wurden. Bei fff noch viel später. Also wo ist bitte jetzt Ihr Argument? Haben Sie damals die „richtigen“ Parteien gewählt? Demonstriert? Irgendetwas getan, um das jetzt zu verhindern? Nicht wirklich, oder? Dann lassen Sie bitte diese jungen Menschen tun was sie meinen. Es ist ihre Zukunft in dieser zerstörten Umwelt. Peinlich ist, dass wir Alten das zugelassen haben und jetzt noch arrogant darüber urteilen, dass unsere Jugend aufbegehrt.

  15. 7.

    Warum bekommen Sie einen dicken Hals? Dass Sie womöglich anders positioniert sind ist die eine Sache, aber was provoziert Sie so extrem daran, dass Sie deren Attitüde nicht wenigstens akzeptieren können? Sind Sie in irgendeiner Form negativ davon betroffen? Und warum schaden die Umweltaktionen mehr, als sie nutzen?

  16. 6.

    Da kann man gespannt sein, ob sich diese auch an das mit SchwerÖl befeuert Schiff ketten, mit dem die Heilige Greta nach Amerika reisen will.
    "Das Fliegen ist doch so umweltschädlich" - einer ihrer Aussagen.
    Egal, Berlin entwickelt sich zu einem Irrenhaus. Ob nun die "Dorf-Fest" in der Rigaer Straße, das ProtestCamp auf dem Rasen vor dem Reichstag oder das Anketten am Zaun zum Kanzleramt.

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