Die entdeckten vietnamesischen Jugendlichen auf der Ladefläche eines LKW (Quelle: rbb/Polnischer Grenzschutz)
Video: rbb|24 | 20.06.2019 | Material: rbb Recherche | Bild: rbb/Polnischer Grenzschutz

rbb24 Recherche | Menschenhandel - Wie vietnamesische Kinder als Sklavenarbeiter enden

In Brandenburg gelten derzeit 32 vietnamesische Kinder und Jugendliche als vermisst. Ermittler vermuten international agierende Menschenhändler dahinter. Eine wichtige Rolle in dem Netzwerk spielt offenbar das Berliner Dong Xuan Center. Von Adrian Bartocha

Auf der A12 nahe der deutsch-polnischen Grenze stoppen Bundespolizisten im Juni 2018 ein Fahrzeug. In dem Fahrzeug befindet sich  eine Gruppe von zwölf Vietnamesen, darunter zwei Minderjährige, die zwei Schlepper illegal nach Deutschland bringen wollen. Die Schlepper kommen in Haft, die erwachsenen Vietnamesen werden zurück nach Polen geschickt. Die zwei Jugendlichen, vermutlich 15 und 16 Jahre alt, werden der Obhut des Kindernotdienstes in Eisenhüttenstadt übergeben.

Obwohl schon später Abend ist, hält die jugendlichen Vietnamesen nichts im Kindernotdienst. "Sie waren nur ganz kurz da, eine halbe Stunde oder so", heißt es von dort, "dann waren sie wieder weg." Spurlos verschwunden. Man könne sie ja schließlich nicht festhalten, sagt der Notdienst.

Raus aus der Einrichtung

Kindernotdienste  sind offene Einrichtungen. "Entlassung durch Entweichung" lautet dann der Vermerk, der an das für die Inobhutnahme verantwortliche Jugendamt geht - in diesem Fall an das Jugendamt des Landkreises Oder–Spree. Das Jugendamt bestätigt, dass die beiden Minderjährigen durchaus keine Ausnahme sind. Die Zahl solcher "Entlassungen" steige beständig, seit immer mehr Vietnamesen versuchen, illegal nach Deutschland zu gelangen. 2015 und 2016 gab es jeweils vier, im letzten Jahr schon zehn vietnamesische Minderjährige, die so aus der Obhut des Jugendamtes in Oder-Spree verschwanden.

"Seit 2015 ist zu beobachten, dass die vietnamesischen Jugendlichen sich nur in Einzelfällen auf das deutsche Jugendhilfesystem einlassen", heißt es in einer schriftlichen Antwort. Ähnliche Erfahrungen machte man auch in Frankfurt (Oder), im Landkreis Märkisch Oderland, in Einrichtungen in Sachsen - allesamt an der deutsch-polnischen Grenze gelegen. Die in Obhut des Staates übergebenen vietnamesischen Kinder und Jugendlichen verschwinden aus den ihnen zugewiesenen Einrichtungen nach nur wenigen Tagen oder gar Stunden. Die Jugendämter und Kinderschutzeinrichtungen erstatten in solchen Fällen standardgemäß Vermisstenanzeigen bei der Polizei.

Festgesetzte vietnamesische Jugendliche in Polen (Quelle: rbb/Polnischer Grenzschutz - Region Bieszczadzki)
| Bild: rbb/Polnischer Grenzschutz - Region Bieszczadzki

"Das Problem kennen wir seit Jahren"

"Diese Minderjährigen sind, wenn sie zu uns kommen, offenbar instruiert und wissen, was zu tun ist, wen sie zu kontaktieren haben, wo sie hinzugehen haben. Es gibt Leute, die dann auf sie warten. Da scheint vieles im Vorfeld organisiert zu sein", sagt ein Mitarbeiter einer brandenburgischen Jugendhilfeeinrichtung, der anonym bleiben will. "Das Problem kennen wir seit Jahren. Sie kommen mit Schlepperbanden  über Polen nach Deutschland, und falls sie überhaupt erwischt werden, übergibt sie die Bundespolizei an uns. Aber dann verschwinden sie gleich. Und wir hatten Hinweise darauf, dass sie dann hier in Deutschland offenbar zur Arbeit gezwungen werden. Wir haben in der Vergangenheit schon die Behörden auf das Problem aufmerksam gemacht".   

Bei der Polizei in Brandenburg, die die Vermisstenfälle bearbeitet, gelten aktuell 32 minderjährige Vietnamesen als dauerhaft vermisst. 2016 waren es noch drei, ein Jahr später kamen drei weitere dazu und 2018 nochmals 17. Und in den ersten fünf Monaten dieses Jahres weitere zehn. Ein Jugendlicher tauchte später wieder auf.

Polizei sieht keine "Gefahr für Leib und Leben"

Es gibt Fotos dieser Jugendlichen. Doch kein einziger wurde von der Polizei zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben. "Wenn ein deutsches Kind verschwindet, wird die Öffentlichkeit viel schneller alarmiert", so der Mitarbeiter der Brandenburger  Einrichtung. "Da gibt es möglicherweise Familie oder Verwandte, Fotos, Medien - und seitens der Behörden und der Polizei viel mehr Druck. Aber verschwundene vietnamesische Kinder, tja, keine Öffentlichkeitswirkung."

Dem widerspricht Hauptkommissar Roland Kamenz aus der Polizeidirektion Ost in Frankfurt (Oder). "Grundsätzlich könnte man das tun", sagt Kamenz. Doch ob vermisste Personen zur öffentlichen Fahndung ausgeschrieben werden, bewerten und entscheiden die zuständigen Dienststellen. Im Falle der 32 vermissten Vietnamesen entschieden sie sich jedoch bislang gegen eine solche Fahndung.

"Wir fahnden nach denen mit dem erforderlichen Nachdruck, aber wir nutzen eben gewisse Instrumentarien, die uns zur Verfügung stehen, nicht, weil wir sagen, dass mit den anderen Instrumentarien, die zum Einsatz gebracht werden, eine ausreichende Wahrscheinlichkeit dafür besteht, dass sie wieder aufgefunden werden". Eine Zunahme dieser Vermisstenfälle in Brandenburg könne Kamenz nicht erkennen. Und es gäbe auch keine Anhaltspunkte, dass bei den vermissten vietnamesischen Minderjährigen eine "Gefahr für Leib und Leben" vorliegt.

Polen als Transitland

Jenseits der Grenze, in Polen, haben die Beamten ganz andere Erkenntnisse.

Er sei immer wieder geschlagen, bedroht, zum Hungern und zur Arbeit gezwungen worden, berichtet ein junger Vietnamese im polnischen Poznań (Posen). Dort findet gerade ein Prozess gegen eine international agierende Schleuserbande statt. Der nach Polen eingeschleuste Junge sagt dabei als Zeuge aus.

Durch welche Länder und wie lange er unterwegs war, wisse er nicht mehr. Seine Papiere habe man ihm abgenommen. In seinem Dorf in Vietnam habe man ihn seinerzeit angesprochen und Arbeit in Europa angeboten. Dafür habe seine Großmutter ihr Haus an die Vermittler abgeben müssen. Seine Eltern lebten nicht mehr, also nahm er das Angebot an.

Wochenlang sei er in Polen in einem Raum eingesperrt gewesen, bevor es mit einem Kleintransporter nach Deutschland ging. Auf dem Weg dorthin verursachten die Schlepper einen Unfall. Es gab Schwerverletzte unter den zehn Vietnamesen, mit denen er zusammengepfercht war. Sechs von ihnen waren noch minderjährig. 

Festgesetzte vietnamesische Jugendliche in Polen (Quelle: rbb/Polnischer Grenzschutz - Region Bieszczadzki)
| Bild: rbb/Polnischer Grenzschutz - Region Bieszczadzki

Die Schlepper sind meistens polnische Fahrer, angeworben von der vietnamesischen Schleusermafia in Warschau. Aus der polnischen Hauptstadt kommt auch der angeklagte Chef dieser Gruppierung: Ein 30-jähriger, elegant gekleideter Vietnamese, umringt von drei Anwälten. Nach Informationen von rbb24-Recherche ist Warschau eine der Drehscheiben der über Kontinente hinweg agierenden vietnamesischen Menschenhändler. "Wir reden hier von Menschenhandel und moderner Sklaverei. Es waren Kinder aus sehr armen Familien dabei, auch Waisenkinder", sagt der Posener Staatsanwalt Michal Smetowski.

Die in Posen angeklagte Gruppe soll fast 300 Vietnamesen nach Deutschland eingeschleust haben. Darunter zahlreiche Minderjährige. "Sie haben sie gezielt nach Deutschland und weiter nach Westeuropa gebracht, sie und ihre Familien bewusst in die Irre geführt, ihnen gute Arbeit versprochen. Sie haben sie unterwegs hungern und umsonst arbeiten lassen, sie geschlagen, ein Mädchen vergewaltigt", so Staatsanwalt Smetowski. "Wir gehen davon aus, dass man sie dann in Massagesalons unterbringt oder in Bordellen." 

"Die Chefs sitzen in Moskau und Hanoi"

Dabei ist die in Posen angeklagte Gruppe nach rbb-Recherchen nur Teil eines "hochprofessionellen und gut organisierten Netzwerkes", dem mehrere hundert Schleusungen nachgewiesen wurden. Die Dunkelziffer dürfte viel höher sein. Die Ziele der Vietnamesen neben Deutschland: Frankreich, Belgien, Holland, Großbritannien.

Der Grenzschutz und die Staatsanwaltschaft in Polen führen zur Zeit mehrere Ermittlungsverfahren gegen einzelne Gruppierungen. "Das geht aber trotzdem die ganze Zeit weiter, auch wenn wir so eine Truppe kriegen", sagt Maciej Florkiewicz von der Staatsanwaltschaft in Warschau. "Die, die wir kriegen, sind einfache Soldaten. Die Chefs sitzen in Moskau und Hanoi und machen von dort aus die Ansagen".  

Maciej Florkiewicz von der Staatsanwaltschaft in Warschau (Quelle: rbb)
Michal Smetowski, Posener Staatsanwaltschaft | Bild: rbb

Die Schleuserroute führt von Vietnam zuerst nach Moskau. "In Moskau beginnt dann die kriminelle Praxis", so die Erkenntnisse der polnischen Grenzschützer. "Der Schleuserweg führt von hier über die Ostseeländer Estland, Lettland, Litauen nach Polen. Organisiert wird das Ganze von Vietnamesen, sie werben auch vor Ort, also in Vietnam an.

Die Reise ist in Etappen unterteilt. In Etappen sollen auch die Schulden abbezahlt werden. Insgesamt kostet so eine Reise um die 10.000 bis 15.000 Euro". Das Geld müsse entweder unterwegs erarbeitet, von Familien zwischendurch überwiesen oder am jeweiligen Ankunftsort abgearbeitet werden. So sollen auch Waisen- und Straßenkinder aus Vietnam nach Deutschland eingeschleust worden sein, die zuvor "von Auftraggebern im Westen bestellt" worden seien, erzählt ein hochrangiger Ermittler, der nicht erkannt werden will.

Berlin als Drehkreuz

Von Polen aus geht es erstmal nach Berlin. "Das Ziel, das wir ansteuerten", sagt einer der polnischen Schlepper, der derzeit in Posen angeklagt ist, "war immer dieses Dong Xuan Center in Berlin, in der Herzbergstraße."  Eine Aussage, die auch von der  Polizei in Deutschland bestätigt wird.

"Hier kommen sie meistens am Wochenende an, sehr früh in den Morgenstunden, manchmal mit Pkw oder Kleintransportern", erzählt ein vietnamesischer Gewerbetreibender aus dem Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg. "Es sind polnische Kennzeichen, manchmal auch slowakische an den Autos. Es sind auch sehr junge dabei." 

Das Dong Xuan Center, auch Klein Hanoi genannt, ist ein Riesengelände in Lichtenberg. Auf gut 200 Hektar drängen sich sechs überdimensionierte Markthallen: Lebensmittelgeschäfte, Restaurants und Nagelstudios. 

Halle 1, Dong Xuan Center, Herzbergstrasse, Lichtenberg, Berlin, Deutschland (Quelle: dpa/Joko)
Dong Xuan Center in der Herzbergstrasse, Berlin-Lichtenberg | Bild: dpa/Joko

Der Gewerbetreibende darf auf keinen Fall erkannt werden und viel mehr will er auch nicht sagen. Aus "Angst vor den Leuten da, die das hier alles organisieren". Das Dong Xuan Center ist schon mehrfach ins Visier deutscher Ermittler geraten - zuletzt im Mai 2018 in Verbindung mit Schleusungen, Scheinehen und Drogenhandel.

Es gilt unter Berliner Ermittlern als eine Art Logistikzentrum für die vietnamesische Schleusermafia. Immer wieder stoßen sie auf minderjährige Vietnamesen, die den Jugendämtern übergeben wurden und kurz darauf verschwanden. Seit 2012 wurden insgesamt 474 minderjährige Vietnamesen  in der deutschen Hauptstadt als vermisst gemeldet, teilte die Polizei auf Anfrage von rbb24-Recherche mit.

Auch zu ihrem mutmaßlichen Schicksal gibt es Erkenntnisse: "Der Polizei Berlin liegen Hinweise darüber vor, dass Kinder und Jugendliche tatsächlich von gut organisierten (Schlepper-) Organisationen in die Bundesrepublik Deutschland gebracht werden. Die hierdurch entstandenen Kosten müssen dann durch Arbeit und/oder das Begehen von Straftaten abgearbeitet werden", heißt es in einer schriftlichen Antwort. Doch wie viele der fast 500 in dem Zusammenhang in Berlin erstatteten Vermisstenanzeigen aufgeklärt wurden, darüber schweigt die Statistik.

Hr. Kamenz, Polizeidirektion Brandenburg (Quelle: rbb)
Hauptkommissar Kamenz, Polizeidirektion Brandenburg | Bild: rbb

Sklavenarbeit in Nagelstudios

Dass Berlin eine Drehscheibe im Menschenhandel mit Vietnamesen ist, weiß auch Michael Bender vom Hauptzollamt Gießen. "Es gibt dabei Verbindungen nach Berlin, offenbar auch in das Dong Xuan Center, das wissen wir aus den Ermittlungen". Mehrere große Razzien führte der Zoll in den letzten Monaten in Nagelstudios im Westen der Republik durch. Es ging dabei um Schwarzarbeit. Immer wieder finden die Beamten dabei illegal ins Land gebrachte Minderjährige. In Fulda, in Köln, in Bonn, in Dorsten, in Gelsenkirchen, in Siegen.

Die jüngste Arbeitskraft war erst 14 Jahre alt. "Bei der illegalen Beschäftigung von Minderjährigen in solchen Nagelstudios handelt es sich nicht nur um Einzelfälle", sagt Bender. "Wir haben Hinweise darauf, dass diese Fälle im Zusammenhang mit weiteren Fällen bundesweit stehen und dass mittels krimineller Schleusermethoden Minderjährige für Nagelstudios illegal nach Deutschland gebracht werden. Über Russland und über Polen." Die bei den Razzien aufgegriffenen Minderjährigen wurden immer wieder in die Obhut der Jugendämter übergeben. Doch von dort verschwanden die meisten nach rbb Informationen kurze Zeit später wieder. 

Europaweites Problem

Der Menschenhandel mit illegal eingereisten Vietnamesen, darunter vielen Minderjährigen, ist nicht nur in Deutschland ein Problem. "Der Umfang dieses Problems  ist so groß, dass wir alle sehr besorgt sein müssen", forderte Herman Bolhaar, der Menschenhandelsbeauftragte der niederländischen Regierung vor wenigen Wochen. "Wir können nicht ruhig bleiben, bis wir erfahren, wo diese Kinder jetzt sind. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, ist eine internationale Untersuchung erforderlich."

Bolhaar reagierte auf eine Recherche von Argos, einer investigativen Radiosendung in den Niederlanden. Die Journalisten hatten über rund 60 vietnamesische Kinder berichtet, die aus geschützten Einrichtungen in den Niederlanden verschwanden – wie in Deutschland. Wo sie geblieben sind, wurde von den Behörden nie untersucht. Argos bekam Hinweise auf organisierten Menschenschmuggel mit Verbindungen zu international operierenden kriminellen Banden.

Die Minderjährigen sollen nach Großbritannien verschleppt und dort auf illegalen Cannabisplantagen und in Nagelstudios zur Arbeit gezwungen worden sein, berichteten die Journalisten.

Großbritannien gilt nach Erkenntnissen von Argos als Zentrum des Menschenhandels mit vietnamesischen Kindern, deren Weg immer wieder auch über Deutschland und Berlin führt. In den Niederlanden gibt es inzwischen eine breite öffentliche Diskussion über das Schicksal der Kinder und Jugendlichen.

In Deutschland fordert der Bundesfachverband unbegleitete minderjährige Flüchtlinge angesichts der rbb-Recherche, dass Jugendämter und Polizei sich intensiv um das Problem kümmern.  "Verschwundene geflüchtete Minderjährige sind besonders gefährdet, Vermisstenanzeigen muss dementsprechend engagiert nachgegangen werden! Jugendämter und polizeiliche Ermittlungsbehörden müssen hierfür zusammenwirken und zu diesem Zweck Ressourcen schaffen."

Sendung: Brandenburg aktuell, 20.06.2019, 19.30 Uhr

In einer ersten Version dieses Beitrags hieß es, Vietnamesen könnten relativ problemlos nach Moskau einreisen, da sie für Russland kein Visum benötigten. Dies ist falsch. Wir haben den Fehler korrigiert.

Beitrag von Adrian Bartocha

Kommentar

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14 Kommentare

  1. 14.

    Es ist doch nicht verwunderlich, dass der Menschenhandel boomt, wenn die wirtschaftlich starken Länder die ärmeren ausbeuten. Ich finde daher diesen Beitrag etwas Angst schürend. Bei einer Aussage stimme ich aber zu, die Ämter, die für Ordnung herrschen sollen, erfüllen nicht ihre Aufgaben. Auch hier sollte die Frage gestellt werden, warum das so ist. Natürlich sind Ihre Beiträge nicht dazu gedacht alle Probleme bis zur Wurzel auszudiskutieren, aber seien wir mal ehrlich, dass es zu Kriminalität in Deutschland zunimmt, liegt schlicht im unterbezahlten und -besetzten Ämtern, die alle über ISDN Verbindung aus 1995 mit einem lokalen Server verbunden sind und auch nie wirklich miteinander zusammenarbeiten können, weil es keine Schnittstelle gibt. Wie wäre es, wenn wir 2% des BIP in Verwaltung und co. stecken würden, statt in unsere Militärflotten, die nicht mal fahrtauglich sind, oder Waffen, die keine gerade Schusslinie haben? Besser noch ins Bildungssystem!

  2. 13.

    Warum werden eigentlich solche Meldungen nicht ordentlich recherchiert? Die Verdächtigung der Leute im Dong Xuan Asia Center geht zu weit:

    1. Seit 1991 reisten zahlreiche unbegleitete Minderjährige (echte wie vorgebliche) aus Vietnam nach Deutschland ein.
    a. Sie wurden von den Schleusern oder gar den eigenen Angehörigen instruiert, dabei falsche Identitäten anzugeben.
    b. Gewöhnlich gab es zwei Möglichkeiten für den weiteren Verbleib: Entweder die Jugendlichen reisten über Osteuropa bzw. mit einer via vietnamischer Botschaft in Deutschland geklärten Identität wieder aus oder sie reisten unter erneut falscher Identität in einen anderen Schengen-Staat weiter.
    c. Dabei wurden die Vormünder oft nicht informiert.
    Der vollständige Kommentar unter: https://www.tagesspiegel.de/berlin/aus-vietnam-verschleppte-kinder-berlin-ist-eine-drehscheibe-fuer-den-menschenhandel/24483550.html

  3. 12.

    es gibt anscheinend Bedarf nach Läden, in denen frau sich billig die Nägel machen lassen kann. Wie bei der Zwangsprostitution sind Kunden auch an der kriminellen Handlung beteiligt. Sie sind VerbrecherInnen

  4. 11.

    man muß sich doch hier nicht wirklich wundern. In der Stadt wuchern die Nagelstudios und vietnamesischen Kneipen nur so aus dem Boden. Selbst Restaurants mit unproportional wenig Gästen bleiben geöffnet und die Betreiber fahren alle dicke Autos. Warum wundert es niemanden ? Ignoranz, Faulheit der Behörden, Inkompetenz der Regierung ? Ein Restaurant, welches ich kenne, wechselt mindestens einmal im Quartal das komplette Personal aus, nur der Koch bleibt seit Jahren der Gleiche. Vor Geschäftsöffnung bereitet immer irgend ein anderer die Tagesproduktion der Gaststätte vor - zu der Zeit kommt natürlich nun noch keine Kontrolle in die Gänge - da wird in Amtsstuben noch gefrühstückt.
    Vielleicht sollten in den Restaurants auch einmal Kontrollen der Gehaltsabrechnungen machen. Wenn imer neue Angestellte da sind, dürfte dies doch ausreichend sein, um mal tiefer zu stochern. Macht aber keiner und dann wundern sich alle........

  5. 10.

    Unfassbar!
    Warum wird das Center nicht einfach geschlossen und abgerissen. Ist sowieso ein Schandfleck. Das wäre ein erster Schritt....
    Und dann die Nagelstudios begrenzen.
    ...oder versagt Berlin wieder mal?

  6. 9.

    Nagelstudios hört sich doch harmlos an. Ich glaube, daß die alle in der Prostitution landen, leider! Und da müßte endlich ganz hart durchgegriffen werden

  7. 8.

    "Sklavenarbeit in Nagelstudios" - klingt übrigens irgendwie naiv, wahrscheinlich landen die noch ganz woanders.
    Mit der Aufklärung von Zwangsprostution läuft es hier nicht gerade gut.

  8. 7.

    "Klein Hanoi" wurde es auch noch von niemandem genannt, das stimmt. Das ist leider alles, was in Ihrem Kommentar eine Berechtigung hat.

    Hier geht es um Kinder! Und diese Kinder werden, ob sie irgendwo zwangsarbeiten oder geschlagen oder vergewaltigt werden, massiver Kindeswohlgefährdung bzw. -verletzung ausgesetzt. Der Artikel ist völlig in Ordnung, da er nicht nur umfänglich internationale Belege benennt - dieselbe Masche passiert in mehreren (Noch-)EU-Ländern. Er veruscht auch nicht, primär ein Bild vietnamesischer Immigrant*innen zu zeichnen, hier geht es speziell um Menschenhandel, insbesondere von Minderjährigen. Ich halte mich selbst für deutlich sensibilisiert für diverse, auch subtile Rassismusformen und entsprechend streitbar agierend, sehe aber in diesem Artikel keine pauschalen Kriminalisierungen.

    Rassistisch agiert jedoch die Polizei, zweierlei Maß anlegend, obwohl sie verpflichtet ist, zu handeln. Sie hat auch nicht zu werten, ob es um "Leib und Leben" geht.

  9. 6.

    Ich habe schon oft den Namen " Klein Hanoi " im Zusammenhang mit dem Dong Xuan Center in Berlin Lichtenberg gehört . Ich kenne übrigens auch das " Orginal " in Hanoi . Ob es überhaubt erlaubt ist das in Deutschland Minderjährige arbeiten dürfen lasse ich mal dahin gestellt und auch ob man dort besser verdient als bei Aldi . Fakt ist eins das es sich bei arbeiten im Dong Xuan Center und nicht nur dort auch oft um Schwarzarbeit handelt aber das ist ein Thema was nicht nur Vietnamesen betrifft sondern auch alle anderen Gruppen in Berlin und dem Rest des Landes egal ob Deutsche oder Ausländer .

  10. 5.

    Wenn alle wissen, wie die Kinder enden, scheint Einverständnis zu herrschen.

  11. 4.

    "Verschwundene geflüchtete Minderjährige sind besonders gefährdet, . . ." Wieso können diese Kinder überhaupt verschwinden? Werden sie nicht registriert, identifiziert usw.? Wieso überhaupt geht es in Deutschland ohne Identifikation, also ohne Papere? Seit wann gibt es Handy's und wie können Flüchtlinge ihre Familien nachkommen/-holen. Ohne Identifikation wissen diese Familien doch ebenfalls nicht, wo sich ihre Söhne usw. gerade aufhalten, wo sie hinhommen müssen. Nur die deutschen Behörden tappen im Dunkeln. Armes Deutschland.

  12. 3.

    Gruselig. die "Lockerheit" der Behörden im Umgang damit, dass diese Kinder regelmäßig aus der eigenen Einrichtung verschwinden, entspricht doch nicht der Gesetzgebung für Kinderschutz, sondern "Dienst nach Vorschrift". Natürlich könnte man die Kinder in der Einrichtung schützen, wenn man wollte, udn die auch in anderen Städten unterbringen. Man kann natürlich auch passiv die 30 min abwarten, bis die von allein wieder weg sind.

  13. 2.

    "Thema verfehlt - 6, setzen."
    Dieser Artikel strotzt nur so von Ignoranz. Das Bild, das Journalisten von illegalen Einwanderern haben, scheint ein universelles Pausbild geworden zu sein. Illegale Einwanderer sind nicht immer Flüchtlinge - und ihre Geschichte hat eine ganz andere Nuance als die von Flüchtlingen. Aus Erfahrung, entscheiden sich Vietnamesen meistens AKTIV dazu Schritte einzuleiten oder einleiten zu lassen, um auszuwandern, um im Ausland einen Job zu haben, um in bspw. Deutschland Geld zu verdienen. Und ich muss hinzufügen: Meistens gutes Geld! Minderjährige, die in Nagelstudios arbeiten, verdienen besser als Aldi-Mitarbeiter.
    Der komplette Artikel ist orientierungslos, und projiziert seine Orientierungslosigkeit auf die Vietnamesen, die illegal ins Land kommen.
    "Das Dong Xuan Center, auch klein Hanoi genannt" - habe noch nie gehört, dass es klein Hanoi genannt wird!
    Es werden selten Artikel über Vietnamesen verfasst, und dieser hier wird niemandem gerecht.

  14. 1.

    Bei diesen Fällen vermisse ich die nötige Hinwendung und Aktivität der ermittelnden Behörden .Jedes verschwundene Kind sollte unsere Sicherheitsbehörden zu Höchstform auflaufen lassen.Mag die STASIE gewesen sein wie sie war,Bei Gewaltverbrechen und Kindesentführungen ist sie zu Höchsform aufgelaufen,das wünschte ich mir heute wieder.

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