In der "Hochsaison" gibt es bis zu 100 Verkaufsstände im Preußenpark (Bild: Wolf Siebert/rbb)
Audio: Inforadio | 04.06.2019 | Bild: Wolf Siebert/rbb

Stärkere Kontrollen und Neuordnung - Bezirk will "Thaiwiese" legalisieren

Der Verkauf von Thai-Food in den jahrelang geduldeten Straßenküchen im Preußenpark wird künftig stärker kontrolliert werden. Einmal monatlich sollen Kontrollen stattfinden. Ab 2020 wolle das Ordnungsamt Wilmersdorf dann "legale Verhältnisse" auf der sogenannten Thaiwiese schaffen, sagte der Wilmersdorfer Bezirksstadtrat und Ordnungsamtsleiter Arne Herz (CDU) dem rbb.

Park- und Gewerbeordnungen sollen durchgesetzt werden. Außerdem solle eine feste, aber begrenzte Verkaufsfläche für den Markt eingerichtet werden. Dann könne nur noch verkaufen, wer einen Gewerbeschein besitzt und sich bei einem Marktleiter angemeldet hat. Die Neuordnung des Parks wird sich wahrscheinlich über einen längeren Zeitraum hinziehen.

Überprüfungen finden einmal monatlich statt

Punktuelle Kontrollen des Ordnungsamtes wie am vergangenen Samstag auf der Thaiwiese werde es künftig regelmäßig geben, sagte Herz. Dies habe er bereits in zwei Ausschuss-Sitzungen im April und Mai dieses Jahres angekündigt. Er betonte aber: "Wir wollen keine Räumungssituation." Ziel sei es nicht, den asiatischen Markt zu vertreiben. Vielmehr gehe es darum "Signale zu setzen".

Eine "Übernutzung wie 2018", als die Parkwiese wie ein Bolzplatz aussah, solle es 2019 nicht mehr geben. Die Kontrolle sei einmal monatlich geplant, an jeweils unterschiedlichen Tagen. Dabei überprüft das Ordnungsamt, ob die Verkäufer einen Gewerbeschein haben, der für den Verkauf von Esswaren benötigt wird. Auch ein Reiseschein muss in manchen Fällen vorhanden sein, da einige Verkäufer nur für diesen Markt einreisen, um - gegen einen geringen Stundenlohn - dort zu arbeiten.

Lärm, Müll und zertrampelte Wiese

Der Markt im Preußenpark sorgt seit Jahren für Konfliktstoff. Vor allem die Anwohner empören sich über Müll, Lärm und über die zertrampelte Wiese. Die Thaiwiese war anfangs vor allem ein Treff für deutsch-thailändische Paare und Familien, kommerzialisierte sich aber zunehmend. In der Hochsaison gibt es dort über 100 Verkaufsstände. Neben thailändisch wird vietnamesisch, koreanisch, chinesisch und japanisch gekocht. Inzwischen kommen am Wochenende auch andere Berliner und Touristen in den Preußenpark. Der Markt wurde lange vom Bezirksamt geduldet, obwohl Handeln, Kochen und Verkaufen im Park verboten sind. 

Im Sommer 2018  beschloss die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf, dass der Thaimarkt als "interkultureller Treffpunkt" erhalten werden soll, nun aber auf legaler Grundlage. In diesem Herbst soll der Plan zur Neuordnung vorgestellt werden.

Sendung: Inforadio, 04.06.2019, 15:30 Uhr  

 

Kommentar

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5 Kommentare

  1. 5.

    Die Kapitulation des für die Sicherung von Recht und Ordnung zuständigen Staates zieht immer weitere Kreise. Es wird einfach der bequeme Weg des geringsten Widerstandes gewählt.

  2. 2.

    Klare Sache. - Ordnung muss sein, aber zügig.

  3. 1.

    Warum denn das?Der Dreck, der Lärm die Anwohner wollten das doch nicht mehr.
    Wieder Mal gegen den Willen der Berliner, scheint mir

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