Ein Lageplan vom Tempelhofer Feld © radioeins/Melzer
Audio: Inforadio | 18.07.2019 |Thorsten Gabriel | Bild: radioeins/Melzer

Berliner sollen erneut befragt werden - SPD-Politiker werben für Randbebauung am Tempelhofer Feld

Mehrere Berliner SPD-Politiker sprechen sich erneut dafür aus, am Rand des Tempelhofer Feldes Wohnungen zu bauen. In einem Diskussionspapier schlagen sie vor, im Rahmen der nächsten Abgeordnetenhauswahl 2021 darüber abstimmen zu lassen.

Aus den Reihen der SPD kommt ein neuer Versuch, die Berliner über eine - zumindest teilweise - Bebauung des Tempelhofer Feldes abstimmen zu lassen.

Die SPD-Kreisvorsitzenden Harald Georgii, Lars Rauchfuß und der stellvertretende Kreisvorsitzende Sven Kohlmeier setzen sich dafür ein, ausschließlich vergleichsweise günstige Wohnungen mit Nettokaltmieten von 6,50 Euro pro Quadratmeter am Rand des Feldes zu bauen. Sie wollen damit ausschließlich landeseigene Wohnungsunternehmen beauftragen.

Die Wohnungen sollten an den Rändern des Feldes entstehen, so dass der überwiegende Teil des Feld weiterhin als Freizeit- und Erholungsfläche unbebaut bleibt: Am westlichen Rand hin zum Tempelhofer Damm und südlich entlang der Autobahn, nicht aber am Columbiaquartier und am Schillerkiez nördlich und östlich des Feldes. Bis 2021 wären dann zwei Jahre Zeit, um in der Stadt über das Ob und Wie zu diskutieren. Die Berliner SPD hatte sich bereits im November für eine Randbebauung ausgesprochen. Auch CDU und FDP sind dafür, Grüne und Linke lehnen solche Pläne derzeit ab.

CDU erkennt Meinungswandel in der SPD

Die CDU-Politiker beobachten eigenen Angaben zufolge an der aktuellen Äußerung aus der Tempelhofer SPD nun einen "Meinungswechsel": Es zeichne sich inzwischen eine parlamentarische Mehrheit für die "behutsame Randbebauung" ab, sagte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Evers: "Aus Respekt vor dem Votum des Volksentscheids halten wir eine vorherige Volksbefragung allerdings für unerlässlich." Dafür wolle die CDU die Landesverfassung ändern, so Evers. Einen entsprechenden Gesetzentwurf will die Fraktion nach der Sommerpause einbringen.

Sendung: Inforadio, 18.07.2019, 14.20 Uhr

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41 Kommentare

  1. 41.

    Sie lesen mal wieder nur oberflächlich, das "Loblied" war nicht vom Senat. Die Broschüre wurde nur erwähnt.

    "Da kann man Ausweichflächen schaffen, die passt sich auch daran wieder an." Wo? In Brandenburg?

  2. 40.

    Wenn die SPD wenigstens bei der Berechnung der Grundsicherung so fleißig wäre...

  3. 39.

    Auch an Sie die Frage: Warum noch Abgeordnetenhauswahlen, wenn Sie den Willen des Volkes als in Stein gemeisselt ansehen? Wer sich gegen eine erneute Volksbefragung ausspricht, weil einem ein mögliches Ergebnis nicht gefällt, zeigt ein mangelhaftes Demokratieverständnis.

  4. 38.

    P.S.: Um mal eine Relation in das Loblied des Senats zu bringen: Auf Streuobstwiesen tummeln sich bis zu 5.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten. Die Feldlärche war übrigens schon da, als der Flughafen noch in Betrieb war. Da kann man Ausweichflächen schaffen, die passt sich auch daran wieder an.

  5. 37.

    " Rasenflächen haben leider eine miserable Öko- bzw. Klimabilanz."

    Sie verbreiten mal wieder Fake News! Allerdings bin ich nicht amüsiert wenn sich das dann folgende leicht widerlegen lässt.

    Es folgt ein link zu einem Text, der nur scheinbar mit dem Thema zu tun hat, beim durchlesen aber fällt auf dass sie hier mal wieder Äpfel mit Birnen vergleichen.

    " Eine Broschüre des Berliner Senats verkündet, dass hier 368 wild wachsende Pflanzenarten zu finden sind und in den weiten Wildwiesen Bodenbrüter wie die Grauammer, der Brachpieper und die selten gewordene Feldlerche ideale Bedingungen finden – Feldlerchen zum Beispiel brüten nur in offenem Gelände mit weitgehend freiem Horizont. So wie die Feldlerche wissen auch Menschen die Weite und die Einsamkeit des Feldes zu schätzen und zu nutzen."

    https://www.bauwelt.de/themen/Pioniernutzungen-als-Modell-Tempelhofer-Feld-Entwicklung-Masterplan-2118018.html

  6. 36.

    Erst ein paar Hundehütten und schwuppdiwupp folgen die Wolkenkratzer...

  7. 35.

    Liebe SPD, der Wähler wird selbstverständlich bei der nächsten Abgeordnetenhauswahl auch über die Vorschläge einiger SPD-Genossen abstimmen, das Tempelhofer Feld trotz eindeutigem Volksentscheid doch zu bebauen. Aber anders, als Ihr Euch das vorstellt. Schaut in die Sonntagsfragen, da erkennt Ihr eine Tendenz. Bye bye SPD!

  8. 34.

    Ich reagiere immer amüsiert, wenn das Stichwort "Schwachsinn" fällt, denn meist lässt sich das dann folgende leicht widerlegen. Rasenflächen haben leider eine miserable Öko- bzw. Klimabilanz. Gerade das TF bildet da mit seinen intensiv gemähten und oft vertrockneten Rasenflächen keine Ausnahme.

    https://www.deutschlandfunk.de/alternativen-zu-rasenflaechen-ein-plaedoyer-fuer-mehr.676.de.html?dram:article_id=430404

    Das Feld als schönsten Ort Berlins zu bezeichnen, ist schon sehr individuell. Gegen persönlichen Geschmack kann man aber wenig ausrichten. Ich sehe es gegenteilig.

  9. 33.

    Kein Gesetz und keine Volksabstimmung ist für die Ewigkeit. Heute haben wir eine grundsätzlich andere Situation. Heute haben wir eine Wohnungsnot, insbesondere bei den preiswerten Wohnungen. Bei einem Zuzug von jährlich 40.000 Menschen in diese Stadt können wir uns diese Spielereien nicht mehr leisten. Es muss daher ein neuer Volksentscheid stattfinden unter den Bedingungen, insbesondere der Wohnungssituation, stattfinden. Wohnungsbau ist zur Zeit entschieden wichtiger als eine Spielwiese für einige Wenige.
    In dieser Stadt muss gebaut, gebaut und nochmals gebaut werden. Und das auch auf Teilen des Tempelhofer Feldes. Wer das nicht sieht ist entweder ein Träumer oder ein grenzenloser Egoist. Da herrscht dann die Meinung vor, sollen die Menschen doch unter Brücken schlafen, meine Spielwiese ist mir wichtiger.
    Endlich macht die SPD auch in Berlin wieder Politik für die Bedürfnisse der Menschen und das sind Wohnungen, soviel wie möglich. Aber keine Brachen in der Stadt.

  10. 32.

    Danke. Besser hätte ich es nicht sagen können. Was aus Gleisdreieck (Randbebauung, zu starke Benutzung) geworden ist ist einfach traurig.

  11. 30.

    Der diskutierte Vorschlag der "Randbebauung" ist in der Tat eine Dreistigkeit. Wohnbevölkerung wird in hoher Dichte an die Autobahn gestopft und mittendrin, da wo es ruhig ist, in der weiten Brache rotten vergammelte Flugzeugpisten und baum- und strauchlose Steppenvegetation, die jeden flüchten lässt, der sich da etwas länger aufhalten möchte. Tatsächlich, gemessen an der gewaltigen verschwendeten Flächengröße ist die Brache für Innenstadtverhältnisse faktisch ungenutzt.

  12. 29.

    Nichts wehret ewiglich und das der Souverän mal ebendso schon nach 4-5 Jahren die Prioritäten wechselt ist also möglich.

  13. 28.

    In jedem anderen Stadtteil wird kein Bürger befragt ob dort oder hier gebaut werden darf...also lasst es oder macht es...der blöde deutsche Bürger kann sich ja doch nicht wehren...wir sind Geisel der Politiker...keine Demokratie oder Meinungsfreiheit...
    Dieses blöde Diskutieren ist total ermüdend und nervend...
    Am besten wir Pflanzen dort Bäume...das wäre auch im Sinne des Klimas und gut für Berliner Luft.

  14. 27.

    Volksentscheide scheinen politisch schnell in Vergessenheit zu geraten. Dabei ist bis zum nächsten Volksentscheid in Form einer Wahl gar nicht so weit hin. Vielleicht sollte dies den Vertretern der einen oder anderen Partei vergegenwärtigt werden.

  15. 26.

    Wenn Sie der sind, wofür ihr recht dubioser Vorname auch steht, wiedersprechen Sie sich hier gerade selbst. Im übrigen ist diese Kaltluftschneise das ganze Jahr über nützlich. Gerade im Sommer. Von wegen, es heizt sich dort auf. Ein Ammenmärchen.

  16. 24.

    Was Sie hier von sich geben, ist wie @ Julia schon richtig angeführt hat vollkommener Schwachsinn. Das Tempelhofer Feld, so wie es jetzt ist, erwiesenermaßen eine KALTLUFTSCHNEISE. Und was Ihre Bemerkung zum übergroßen Spielplatz für wenige ist und das die Aufenthaltsqualität unterirdisch sei, zeigt Ihre offene Intoleranz und eine Engstirnigkeit sondergleichen. Auch ich habe mich für eine behutsame Randbebauung ausgesprochen. Doch bedarf es dafür einen neuen Volksentscheid und ob dem Zugestimmt wird, wage ich bei der jetzigen Senatspolitik stark anzuzweifeln. Unser Herr Müller versucht gerade seine Partei wieder ins rechte Licht rücken zu wollen bei uns Bürgern, doch dieser Schuss ist längst schon nach hinten losgegangen. Der unbeliebteste Bürgermeister den Berlin je hatte. Wenn ich schon dabei bin @ Berlinerin träumen auch Sie schön weiter. Bäume links u.rechts der alten Landepiste zu Pflanzen, wäre eine gute Sache. Aber mehr auch nicht. Ein wunderbarer Ort zur Freizeiterholung ist es

  17. 23.

    Nein, lasst das Feld als einmaliges Stadtgrün!

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