Fahrzeuge rollen über den Kaiserdamm. Quelle: dpa/Michael Kappeler
Video: rbb24 | 17.07.2019 | Bild: dpa/Michael Kappeler

Lärmaktionsplan - So will Verkehrssenatorin Günther Berlin leiser machen

Baustellen, Verkehr, Nachtleben: Berlin ist laut. Um den Lärmpegel in der Stadt möglichst erträglich zu halten, hat das Land bestimmte Maßnahmen entwickelt. Bis Ende August können sich Bürger aber noch in den Lärmaktionsplan einmischen.

Die Verkehrsverwaltung hat am Mittwoch einen Plan dazu veröffentlicht, wie und an welchen Stellen der Lärmpegel in der Stadt gesenkt werden soll. Der sogenannte Lärmaktionsplan, der die wichtigsten Lärmschutzprojekte der Hauptstadt für die nächsten fünf Jahre beschreibt, ist aber noch nicht in Stein gemeißelt: Nun beginnt die Phase, in der die Bürger ihre Meinung über den Basisentwurf abgeben können - bis Ende August können noch Ideen für die Planung berücksichtigt werden.

Nach Angaben der Verwaltung ist der Verkehr der größte Lärmverursacher der Stadt: 340.000 Berliner wohnen an Straßen, an denen der Lärm nachts den "gesundheitsrelevanten" Pegel von 55 Dezibel überschreitet. Die Hauptstadt dröhnt aber auch, weil Eisenbahnverkehr, Straßenbahn und U-Bahn - soweit sie oberirdisch verläuft -  und der Flugverkehr erheblich zur Lärmbelastung beitragen. Auf ihrer Internetseite hat die Verkehrsverwaltung auf der Grundlage einer Befragung im vorigen Jahr einige der quälendsten Lärmquellen benannt [berlin.de], die nun entschärft werden sollen.

U-Bahn-Netz soll erweitert werden

Einen Fortschritt verspricht sich die Verkehrsverwaltung demnach von einer Erweiterung des Berliner U-Bahn-Netzes und vom Ausbau verschiedener Buslinien. Bei der Planung neuer Stadtquartiere seien dafür bereits bestimmte Maßnahmen untersucht worden.

Abgesehen von Schallschutzwänden oder Lärmschutz in Clubs setzt die Verwaltung aber auch auf eine Änderung des "individuellen Verhaltens" im Straßenverkehr: "Unnötiger Lärm entsteht vor allem durch das Fahren mit hoher Drehzahl und das Überschreiten der zulässigen Höchstgeschwindigkeit", teilte die Verkehrsverwaltung in einer Erklärung mit.

Verwaltung nimmt "lärmerzeugende Verhaltensweisen" ins Visier

Auch das Parken in zweiter Reihe ist der Verwaltung ein Dorn im Auge: Autos würden dadurch zum Bremsen, Ausweichen und erneutem Beschleunigen gezwungen. Gegen solche "lärmerzeugenden Verhaltensweisen" will sich die Verkehrssenatorin noch etwas einfallen lassen. Die Öffentlichkeitsbeteiligung in Vorjahr jedenfalls habe gezeigt, dass vielen Berlinern aufheulende Motoren und haltende Autos auf Autofahrstreifen auf die Nerven gehen.

Davon abgesehen sollen laute Straßen, die in nächster Zeit saniert werden, einen lärmoptimierten Asphalt bekommen, während die Planer auch überlegen, Fahrstreifen von nahegelegenen Häuserzeilen "abzurücken". Außerdem will die Verwaltung neue Tempolimits für nächtliches Fahren prüfen, an einigen Straßen soll dann nur noch Tempo 30 erlaubt sein.

Gegen den Krach der Hauptverkehrsadern, der großen Straßen, der Schienen und Autobahnen, will die Verkehrsverwaltung nach eigenen Angaben nicht im Alleingang vorgehen. "Möglichkeiten zur Lärmminderung werden unter Einbeziehung ressortübergreifender Ansätze geprüft", heißt es in einer Mitteilung der Verkehrsverwaltung.

BER soll Berlin leiser machen

Zum Lärmaktionsplan gehöre es auch, Erholungsorte zu schaffen und zu erhalten - gerade in Stadtteilen, in denen es nur wenige Grünflächen gibt. Für den Gesundheitsschutz sind diese Orte nach Auffassung der Verwaltung wichtig, weil sie "Ausgleichs- und Entlastungmöglichkeiten zur alltäglichen Lärmsituation im Wohn- und Arbeitsumfeld bieten".

Ein Teil des Lärms soll aber auch durch die Schließung des Flughafens Tegel am Tag X gemindert werden, an dem der BER einmal in Betrieb gehen wird. "Damit entfällt einer der größten Lärmverursacher im Stadtgebiet und die Lärmsituation für fast 300.000 Menschen im Flughafenumfeld". Wie die Lärmbelästigung in der Einflugschneise des BER vermindert werden kann, soll dann auch noch einmal geprüft werden.

Bürger können ihre Stellungnahmen zum Lärmaktionsplan noch bis zum 30. August bei der Senatsverwaltung abgeben [berlin.de].

Sendung:  Inforadio, 17.07.2019, 11 Uhr

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54 Kommentare

  1. 54.

    Sehen Sie und genau das meine ich, so ein Gejammere wie auch das von Ihnen. Ich habe selber Kinder die mir nicht egal sind und ich wohne an einer Hauptverkehrsstraße und nun??? Ich habe es mir so ausgesucht. Ich hätte auch in den Speckgürtel ziehen können. Habe ich nicht und jammern tue ich lebe mein Leben, mir geht es gut und ich lasse mir von niemanden mein Auto, was ich brauche und woran ich Spaß habe vermiesen. Und wie schon so oft hier gesagt, solange unser Senat kein vernünftiges Verkehrskonzept auf die Beine stellt und Sie hier vielleicht endlich mal logische Argumente bringen wird ein Autofahrer auch mit seinem Auto fahren. Stress gab es schon immer, gesundheitliche Probleme auch, ach und so plötzlich ist der Großstadtlärm daran schuld. Was ist das für ein Blödsinn. Und oben drauf kommen jetzt noch die Touristen......

  2. 53.

    Quatsch. Das stimmt nicht. Die Kritiker bringen plausible Argumente. Sie bisher keine. Das scheint Sie zu triggern. Eigene Nase^^

  3. 52.

    Mich stören die die kritischen Kommentare hier nicht im geringsten, was ich jedoch schon sagte ist, wenn man hier eine andere Meinung hat, als die ganzen Weltverbesserer und so Wissenden, dann wird man als oberflächlich und arrogant abgestempelt. Und dann nehme ich einfach mal den Umkehrschluss und sage das diese Weltverbesserer hier mal in den Spiegel schauen sollten und überlegen sollten, wer arrogant und ignorant ist. "Ich habe Recht und alles andere ist oberflächlicher Unfug" so sind die Gedanken.

  4. 51.

    Mein Kommentar zum übermäßigen lärmenden, krankmachenden, stinkenden Autoverkehr, wird ja wohl hier die Netiquette durchgehen lassen, ohne Sie persönlich jetzt damit anzuschreiben. Auch haben es hier bereits schon einige intelligente User vor mir schon recht ausführlich getan. Doch man kann es nicht oft genug wiederholen. Ja es stimmt, Berlin war und ist schon immer eine Großstadt mit einhergehenden Lärm gewesen. Aber noch nie so extrem wie jetzt. Selbst Sie können doch die Augen, Nase und den Mund nicht davor verschließen, inwieweit sich die Auswirkungen zum Nachteil dieser Stadt entwickelt haben. Ich erinnere bloß mal salopp an dieses schöne Lied“ Das ist die Berliner Luft, Luft, Luft“.......Traurig, das dies nun ein Umkehrschlußlied geworden ist. Und ja, weil Sie eben hier solch aberwitzige, unglaubwürdige und recht egoistische Kommentare loslassen, müssen Sie sich wohl oder übel damit abfinden, das man Ihnen auch widerspricht in Ihren Aussagen.

  5. 50.

    Man darf sich also nur über den Verkehr und dessen negative Auswirkungen äußern, wenn man einen Führerschein hat? :-DDD Sie werden immer putziger. Jeder darf sagen, was er möchte. Und jeder darf sich über den Lärm in Berlin kritisch äußern. Weil nämlich alle diesen ertragen müssen. Junge, junge, Sie sind echt hammerhart drauf. Aber irgendwie halt auch witzig, wenn wahrscheinlich auch ungewollt.

  6. 49.

    Genau. Was sollen Ihre harschen und empathielosen Angriffe? Kinder egal, Umwelt egal und dann die "vice-versa-Keule" rausgeholt und sich als missverstandenes Opfer aufführen. Und schon ist man im Recht? Nee. Es fehlen Argumente. Achja, einen anderen User nebenbei noch platt machen hat gefehlt. Alles gut. Sie haben recht, das ist wichtig. Ich bin raus. Toben Sie sich ruhig aus. Alle Argumente für eine ruhigere Stadt sind geschrieben. Gute Argumente. Zum Glück wird es auch so kommen.

  7. 48.

    Man wird es leid, sich hier immer das selbe anhören zu müssen. Es ist wie im Kindergarten. Und wie ich schon so oft festgestellt habe, wenn man mit gewissen Usern nicht einer Meinung ist und auf deren Ökoschiene mitfährt, dann wird man sofort als ignorant und egoistisch abgestempelt. Berlin war schon immer eine laute Großstadt, es gab schon immer Menschen die gesundheitliche Probleme haben und hatten und es gab schon immer Kinder die sich vor irgendetwas erschreckt haben. Also was sollen diese verbalen Angriffe......

  8. 46.

    Es ist schon erschreckend, mit wieviel Agression hier verbal aufeinander eingeprügelt wird. Genauso wird sich im öffentlichen Raum auch verhalten. Wer in der Stadt lebt, muß Kompromisse machen, war vor 2000 Jahren bereits so. Bei einem funktionierenden ÖPNV, angemessener Fahrweise von allen, angemessenem Verhalten nach 22:00 Uhr, bräuchte (wie Leser Ingo bereits schrieb) nicht viel verändert werden.

  9. 45.

    Erst mag man ja auf so einen kindischen Unsinn nicht reagieren. Ich tue es jetzt dennoch. Bis jetzt kann Sie niemand zwingen. Jeder darf sich bisher noch egoistisch und ignorant verhalten. Leider. Aber das kommt bestimmt noch. Ich hoffe, es geht Ihnen jetzt besser, weil Sie "ätschi-bätschi" machen konnten. Es ist mir unbegreiflich, dass so wenige Menschen verstehen möchten, was Lärm, Abgase und Stress usw. für einen Schaden anrichten. Wer z.b. Menschen kennt, die schon Hörstürze hatten, oder unter Hyperakusis leiden, ist da wohl sensibler. Und diese Erkrankungen kommen immer häufiger vor. Das ist wie mit den "Witzen" über z.b. Krebs. Nicht mehr so richtig der Brüller für Scherzkekse, wenn es das in der eigenen Familie gibt, oder einen selber trifft.

  10. 42.

    Großartig unlogisch. Weil viele Menschen hier schon lange wohnten, ehe unsere schöne Stadt an Touris verscherbelt wurde und im Dreck und Autowahn versank. Aber bloß nichts ändern, es lebe die Ignoranz und der Egoismus. Trotzdem Sie so laut Beifall klatschen, werden die positiven Veränderungen aber kommen. Bis dahin können ja alle fein den Lärm und Gestank genießen. Guten Abend :-)

  11. 40.

    Auch Großstädten schadet es nicht auf möglichst viel Ruhe, Sauberkeit und Ordnung zu achten. Und wer womöglich länger in Berlin lebt, als Sie vielleicht alt sind, zieht nicht einfach "auf's Dorf". Es steht auch niemandem zu, anderen vorschreiben zu wollen, was er kritisieren darf und wo er leben soll. Geht etwas zu weit. Kommt mal alle einen runter. Ja, Tempo 30, ja, mehr Ruhe, ja, Innenstadt dicht für den Privatverkehr oder her mit der Maut. "The times they are a changing"-es wird Zeit für neue Maßnahmen. Und wenn durch Zwang. Dreck, Lärm und Blechlawinen müssen reduziert werden. Wird auch^^

  12. 39.

    Von den 3,5 Mio "ichs" sind einfach mal geschätzt 1,5 Mio zu viel. Genau diese "ichs" die sich aufregen, sind die, die es auch mit verursachen.
    30 vor der eigenen Haustür für alle anderen aber selber überall rasen wollen.
    Hinziehen, wo es keine Parkplätze gibt und dann rummaulen und Anwohnerparken fordern aber selbst überall parken wollen. Sich über Autofahrer aufregen aber selbst nachts ohne Licht, auf der falschen Seite, bei Rot über die Straße radeln.
    Wer Öko will muss aufs Dorf ziehen. Da ist es grün, leise und gesund. Und wohnen ist billiger. Ich verstehe nicht, warum die Leute dann erst alle in die Städte ziehen müssen. Weil man hier besser an Drogen kommt?
    Die Leute ziehen in die Simon Dach Straße und maulen dann die Bars und Restaurants seien zu laut, man zieht an eine Hauptverkehrsstraße und fordert dann 30 wegen Lärm. ?? Hallo, merkt ihr noch was.

  13. 38.

    Das Argument, es gibt Menschen, die noch weiter fahren müssen, ist doch Quatsch. Das können Sie so einfach beurteilen?
    Es gibt Sie, und davon mehr als genug. Und wenn Sie das Glück haben, das bei Ihnen alles pünktlich fährt, ist es entspannend, da haben Sie recht. Aber wenn man den Versuch gestartet hat von Staaken nach Karlshorst zu kommen und das um 3:30, und wochenlang gescheitert ist und eben rund 120 min unterwegs ist, dann nimmt man eben wieder das Auto und daran wird sich auch vorläufig nichts ändern. Und wenn man zivilisiert fährt, geht man auch niemanden auf den Keks.

  14. 37.

    Q. E. D. was zu beweisen war
    Danke für diesen Kommentar. Damit erledigten sich dann Wohnungs- und Parkplatznot. Überfüllte Parks und ÖPNV.

  15. 36.

    Es gibt aber über dreieinhalb Millionen „ichs“ in Berlin, von denen sehr viel Berlins Verkehrssituation, Luft- und Lärmbelastung nicht gut finden. Und die möchten oder können nicht umziehen. Mehr Ruhe tut keinem weh. Wie wir schon lesen könnten, sind NY und London noch lauter. Wäre das nicht was für sie? ;-)

  16. 35.

    Ach Mensch, immer dieses Leute verjagen wollen, die nicht dem eigenen Gusto entsprechen^^ Genauso könnte man Sie auffordern in eine andere Stadt umzuziehen, falls Ihnen Berlin dann zu leise ist. Ist doch blöd oder? ;-) Denken Sie doch auch nicht nur an sich. Lärm macht krank und viele Menschen leiden darunter. Empathie tut Not.

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