Ein Mann steht am Gleis eines Berliner U-Bahnhofs, während eine Bahn an ihm vorbeifährt. (Bild: dpa/Arne Immanuel Bänsch)
Video: Abendschau | 08.07.2019 | Max Kell | Studiogespräch mit Michael Müller | Bild: dpa/Arne Immanuel Bänsch

Wien als Vorbild - Müller plant BVG-Jahresticket für 365 Euro

Berlins Regierender will den Nahverkehr deutlich attraktiver machen. Sein Plan: Ein Jahresticket für 365 Euro, also pro Tag einen Euro. Die Idee hat Michael Müller aus Wien importiert, wo das Konzept Wirkung zeigt. Die BVG hinterfragt das allerdings.

Nach den Vorstellungen von Berlins Regierendem Bürgermeister Michael Müller soll ein BVG-Jahresticket für Erwachsene künftig lediglich noch 365 Euro kosten. Daran arbeite sein Kabinett, sagte der SPD-Politiker am Wochenende der "Neuen Zürcher Zeitung" (Schweiz).

Er habe sich mit der Idee, dass Abonnenten täglich lediglich einen Euro zahlen, von Wien anstecken lassen, erklärte Müller dem Blatt. In der österreichischen Hauptstadt war das vergünstigte Ticket bereits im Jahr 2012 eingeführt worden. Es hatte zu einem deutlich gestiegenen Fahrgastaufkommen geführt. Gleichzeitig registrierte die Stadt Wien einen leichten Rückgang beim Pkw-Verkehr.

Der Billigtarif wäre eine Abo-Reduzierung um rund die Hälfte

Bei Einführung eines solchen Tarifs würde sich das Jahresticket für den Berliner AB-Tarifbereich von derzeit knapp 730 Euro um rund die Hälfte verbilligen. Berlins Schüler allerdings fahren seit diesem Sommer bereits ähnlich wie in Wien kostenlos und Berlins Azubis haben derzeit einen ähnlich günstigen Tarif wie in Wien: 365 Euro für das Jahresabo.

Wie teuer ein solcher Schritt wäre, ist allerdings noch unklar. Nach Recherchen der Zeitung "B.Z." stammen von den 735 Millionen Euro Fahrgasteinnahmen bei der BVG derzeit allein 40 Prozent von den 524.000 BVG-Abonnenten. Eine so starke Reduzierung der Abo-Preise auf knapp die Hälfte würde selbst bei einer Zunahme der Abonnenten zunächst zu einer deutlichen Reduzierung der Einnahmen führen. Die Kosten müsste dann das Land Berlin übernehmen, hinzu kämen die Kosten für das voraussichtlich steigende Fahrgastaufkommen. 

Müller: Finanzierung durch CO2-Steuer

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) kündigte in der rbb-Abendschau am Montag an, den Fuhrpark der BVG in den nächsten zehn bis fünfzehn Jahren zu erneuern und um 30 bis 40 Prozent mehr Wägen aufzustocken. Finanziert werden könnten die Neuerungen durch die Einnahmen aus der geplanten CO2-Steuer, sagte Müller. Eine Anhebung der Parkgebühren schloss er aus. Ziel sei es, dass künftig mehr Menschen ihr Auto stehen ließen. Dadurch könne die Umwelt entlastet werden. 

BVG: Erfolg des Wiener Tickets fraglich

Die BVG begrüßt Müllers Vorschlag - verknüpft das aber ebenfalls mit Forderungen. "Jede Idee ist gut, die dazu führt, dass mehr Menschen den ÖPNV nutzen", sagte eine Sprecherin. Notwendig seien dann aber auch mehr Personal und Fahrzeuge. "Das ist eine sehr große Investition."

Das Landesunternehmen plagt ohnehin ein U-Bahn-Mangel: 1.500 neue Wagen würde sie gern bei Stadler bestellen, der Konkurrent Alstom aber legte Beschwerde ein. Die Vergabekammer hat bisher nicht darüber entschieden, wie die Wirtschaftsverwaltung bestätigte. Die "Berliner Morgenpost" (Montag) hatte darüber berichtet.

Die BVG hinterfragt auch den Erfolg des Wiener 365-Euro-Tickets. Die Zahl der Fahrgäste sei seit der Einführung 2012 nicht stärker gestiegen als die der Einwohner, es werde auch nicht weniger Auto gefahren. Diese Daten stammen aus einer Studie des Beratungsunternehmens Civity. 

Zudem war der Rabatt in Wien auch nicht so stark wie er in Berlin wäre: Vor 2012 kostete die Jahreskarte in der österreichischen Hauptstadt 449 Euro. Zugleich wurden laut der Studie ab 2012 Gelegenheitsfahrten deutlich teurer. Der öffentliche Verkehr war schon vorher deutlich gewachsen, während die Parkgebühren stiegen.

Opposition hinterfragt Finanzierung

Die Berliner CDU-Fraktion forderte mehr Informationen über die Finanzierungsvorstellungen Müllers für diese Idee. "Anders als in Österreichs Hauptstadt ist unser Nahverkehr leider unterfinanziert", hieß es in einer Mitteilung. Es fehlten Fahrzeuge. Müller müsse klar machen, wie er seinen Vorschlag finanzieren wolle.

Aus Sicht der FDP hänge die Attraktivität des Nahverkehrs nicht nur an den Preisen, "sondern Sicherheit, Sauberkeit und ein gutes Angebot" seien entscheidend. Wenn das Angebot und die Qualität des ÖPNV verbessert werden würden, seien die Fahrgäste nach Überzeugung des infrastrukturpolitischen Sprechers der FDP, Henner Schmidt, auch bereit, dafür zu zahlen.

Ähnlich reagierte die AfD-Fraktion auf Müllers Plan. "Was nutzen billigere Fahrkarten, wenn die Berliner stundenlang auf überalterte, schmutzige und unkomfortable Fahrzeuge warten müssen?", fragt der ÖPNV-Experte der Partei, Gunnar Lindemann, in einer Mitteilung vom Montag. Er plädiere dafür, mehr Geld vor allem in die U-Bahn zu investieren.

VBB: Ticket auch für Brandenburger Pendler?

Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) zeigte sich am Montag überrascht von dem Vorschlag des 365-Euro-Tickets. Auf Nachfrage der rbb-Sendung "Brandenburg aktuell" sagte eine Sprecherin, es sei noch völlig unklar, ob auch Brandenburger Pendler das günstige Jahresticket erwerben könnten. Zudem müssten nach ihren Worten Ausgleichszahlungen in Millionenhöhe an die Verkehrsunternehmen geleistet werden. Der VBB will den Berliner Vorschlag nun zusammen mit Brandenburg prüfen.

Sendung: rbb88,8, 08.07.2019, 9 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Sven L.] vom 10.07.2019 um 10:40
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150 Kommentare

  1. 150.

    Der halbwegs erträgliche Fortbestand dieser Stadt besteht aber auch darin nicht nur zu meckern sondern auch mal über den Tellerrand hinweg zu schauen und sich mit den Argumenten der sogenannten Ignoranten hier auseinander zu setzen. Nicht alle Autofahrer hier in der Stadt fahren aus Bequemlichkeit mit dem Auto oder weil sie Ihre sogenannte Komfort Zone nicht verlassen wollen, sondern einfach weil es nicht anders geht. Und alle die hier ständig mit diesen Argumenten kommen, sollten sich das mal überlegen. Wenn ich sage das mir eine Maut oder irgendwelche zusätzlichen Steuern egal sind, sage ich das nicht weil ich so verdammt egoistisch bin, sondern weil ich das Auto einfach brauche. Und davon gibt es mehr als genug. Also hören Sie bitte auf hier alle über einen Kamm zu schären.

  2. 149.

    Neo, Donnerstag, 11.07.2019 | 12:27 Uhr:
    "Ich antworte al in einem Satz:
    Ihren Frust und Ihre Missgunst möchte ich nicht haben."

    Welchen Frust? Welche Missgunst?
    Oder soll dieser Satz nur heißen, dass Sie keine Argumente mehr haben?

  3. 148.

    Nein, das sind Tatsachen. Egal was sie uns weismachen wollen. Ich habe auch Hobbys, nur keine die ich mir von der Allgemeinheit bezahlen lasse.

    Was das trollen angeht, da ist ihr Kommentar 95 ein schönes Beispiel für und die Opferrolle ist hier schon besetzt von allen die hier laut aufjaulen, weil die Idee angeblich nicht umsetzbar ist, Wahlkampf sei oder weil man aus Egoismus, Faulheit oder geistiger Unbeweglichkeit nicht auf geliebte Gewohnheiten verzichten will.

  4. 147.

    Ich antworte al in einem Satz:
    Ihren Frust und Ihre Missgunst möchte ich nicht haben.

  5. 146.

    Monika, NK, Mittwoch, 10.07.2019 | 15:31 Uhr:
    "... Da sind nicht mal die Steuern auf Neukauf, Produktion, Zulieferer, Werkstätten usw. enthalten, die nur wegen der Existenz des Autos entstehen. Buff alle Arbeitslos. Keine Einkommenssteuer, keine Umsatzsteuer.."

    Das Argument kenne ich von der Tabakindustrie, von der Rüstungsindustrie, von der Spielautomatenwirtschaft etc.: Wir müssen unsere (gesundheitsschädlichen, krankmachenden und todbringenden) Waffen, Zigaretten, Spielautomaten etc. herstellen und verkaufen dürfen (Waffen in Kriegsgebiete, wo sie dringend gebraucht werden!), da sonst unsere Arbeitnehmer arbeitslos werden und Steuerausfälle entstehen. Sehr überzeugend!

  6. 145.

    MonikaNKMittwoch, 10.07.2019 | 15:31 Uhr
    "Die Busse fahren übrigens auf den Straßen, die für Autos gebaut wurden und die durch ihr Gewicht verursachten Schäden bezahlen sie auch nicht selber."

    Busse zahlen auch Steuern. Das Gewicht wäre viel größer, wenn die Busnutzer alle mit PKW fahren würden!!!

    Wieviel kostet ein Meter Autobahn? Ich zahle für mein Auto 120 € pro Jahr Kfz-Steuer. Von diesem wenigen Geld kann nicht einmal das Stück Straßenland instandgehalten werden, auf dem mein Auto parkt!!! Das Autofahrer abgezockt werden würden, ist ein Märchen.

    Außerdem fehlt in den Kosten des Autoverkehrs immer, der gesamtgesellschaftliche Schaden durch die Abgase: Umweltverschmutzung, Atemwegserkrankungskosten, Kosten des Klimawandels, den die nächsten Generationen dann werden ausbaden müssen. Der Autoverkehr ist natürlich nicht an allem Schuld, aber er trägt jedenfalls nicht alle seine gesamtgesellschaftlichen Kosten.

  7. 144.

    Neo, 10.07.2019 | 13:06 Uhr:
    "Im Gegensatz zu den Kfz-Nutzern, die bereits mehr finanzielle Belastungen haben(ist auch okay so), zahlen die Nicht-Kfz-Nutzer lediglich die Abgaben, gemäß dem gelebten Arbeitslebens, oder auch nicht, falls leider arbeitslos, dann "nur" die übliche MWSt.
    Dann müsste es eine Infrastrukturabgabe für alle Bürger geben, wollen Sie das etwa?"

    NEIN. Es geht hier nicht darum, dass alle für alles zahlen sollen, sondern darum, dass die bloße Nutzung und die minimale Abnutzung durch das Laufen oder Radfahren - so wie die luft fürs Atmen - kostenlos bleiben soll. Lediglich die MEHRBELASTUNG unserer Straßen und der Umwelt durch den Autoverkehr im Vergleich zum Fußgänger- und Radverkehr rechtfertigt eine deutlich höhere Belastung der Autofahrer.

    Im Vergleich zu Fußgängern und Radfahrern:
    Autos sind deutlich schwerer und machen damit Straßen kaputt.
    Autos brauchen sehr viel mehr Platz, der in der Großstadt knapp und teuer ist.
    Autos verschlechtern die Luft.

  8. 143.

    Neo, 10.07.2019 | 08:49 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 10.07.2019 um 01:59
    "Warum sollten Autofahrer nicht dafür bezahlen, dass sie überproportional die Umwelt verschmutzen, dass sie fahrend und parkend überproportional viel Platz auf den Straßen blockieren, dass sie als Hauptverursacher Staus produzieren? "
    Das tun die KFZ-Nutzer bereits über KFZ-Steuer, über die Spritpreise (mehrfache Besteuerung bis hin zum Endpreis), über die Entrichtung von Parkgebühren etc.."

    Anwohner zahlen in Parkzonen für das Parken NULL Euro. Die 20,20 Euro für einen Anwohnerparkausweis sind lediglich eine Verwaltungsgebühr für das Ausstellen dieser Vignette, damit die Behörde die Menschen bezahlen kann, die diese Dinger ausstellen. So wurde mir das im Bürgeramt erklärt.

    Anwohner zahlen also NIX fürs Parken, also für die Nutzung von 3-5 m² öffentlichen Straßenlandes.

  9. 142.

    Neo, 10.07.2019 | 08:49 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 10.07.2019 um 01:59
    "Warum sollten Autofahrer nicht dafür bezahlen, dass sie überproportional die Umwelt verschmutzen, dass sie fahrend und parkend überproportional viel Platz auf den Straßen blockieren, dass sie als Hauptverursacher Staus produzieren? "
    Das tun die KFZ-Nutzer bereits über KFZ-Steuer, über die Spritpreise (mehrfache Besteuerung bis hin zum Endpreis), über die Entrichtung von Parkgebühren etc..
    Welche Steuern für Umwelt und Natur bezahlen Fußgänger, Radfahrer und E-Scooterdeppen?
    Keine, außer die üblichen Abgaben, die alle bezahlen über die Mehrwertsteuer - denn Ihre Infrastruktur wird ja bereits durch die KFZ-Steuer mitfinanziert."

    FALSCH! Die Autofahrer zahlen mit ihren Steuern nur einen Bruchteil der Gemeinkosten des Autoverkehrs. Der Autoverkehr wird vom Staat, also von allen Steuerzahlern subventioniert.

  10. 141.

    Also der Bus kommt alle 20 Min. in der Zeit sind schon 500 Autos gefahren. Die noch vor lauter Bus und Radspuren fahren können. Denn nicht selten wird die Kapazität einfach halbiert. Wer sich über CO2 aufregt, der sollte die Vorrangschaltungen abschaffen, die Autos zum Bremsen/ Anfahren und damit Energieverschwendung nötigen.
    Die Busse fahren übrigens auf den Straßen, die für Autos gebaut wurden und die durch ihr Gewicht verursachten Schäden bezahlen sie auch nicht selber.
    knapp 10 Mrd Euro Kfz Steuern die CO2 bereits berücksichtigen. 41 Mrd Mineralölsteuer. Macht rund 50 Mrd wovon läppische 5 Mrd in die Straßen fließen. 45 Mrd werden zweckentfremdet. Da sind nicht mal die Steuern auf Neukauf, Produktion, Zulieferer, Werkstätten usw. enthalten, die nur wegen der Existenz des Autos entstehen. Buff alle Arbeitslos. Keine Einkommenssteuer, keine Umsatzsteuer..
    Mineralölsteuer in 16 Jahren 178% Steigerung, wenn das bei den Mieten Schule macht. Alle 8 Jahre verdoppeln sich die Mieten.

  11. 140.

    Haben Sie das so verstanden? Dann bitte nochmals lesen und die Differenzierung versuchen zu erahnen:
    Im Gegensatz zu den Kfz-Nutzern, die bereits mehr finanzielle Belastungen haben(ist auch okay so), zahlen die Nicht-Kfz-Nutzer lediglich die Abgaben, gemäß dem gelebten Arbeitslebens, oder auch nicht, falls leider arbeitslos, dann "nur" die übliche MWSt.
    Ist das so besser verständlich?
    Dann müsste es eine Infrastrukturabgabe für alle Bürger geben, wollen Sie das etwa?
    Ich bin jedoch für eine CO2- und Kerosinsteuer. Und auch hier spare ich Nicht-Kfz-Nutzer aus.
    Wo bitte lesen Sie eine Forderung?

  12. 139.

    Meinen Sie das wirklich ernst das Fußgänger und Radfahrer für Umwelt und Natur zahlen sollen ?? Ich möchte das Wort Deppen in diesem Zusammenhang lieber nicht in den Mund nehmen !!

  13. 138.

    "Warum sollten Autofahrer nicht dafür bezahlen, dass sie überproportional die Umwelt verschmutzen, dass sie fahrend und parkend überproportional viel Platz auf den Straßen blockieren, dass sie als Hauptverursacher Staus produzieren? "
    Das tun die KFZ-Nutzer bereits über KFZ-Steuer, über die Spritpreise (mehrfache Besteuerung bis hin zum Endpreis), über die Entrichtung von Parkgebühren etc.. Wer viel fährt, zahlt auch viel. Da macht auch die CO2 Steuer Sinn.
    Wenn Bund und Kommunen mit den eingenommenen Beiträgen nur den eigenen Bedarf decken und für alles andere kaum was übrig bleibt, kann der gemeine KFZ-Betreiber nix dafür.

    Welche Steuern für Umwelt und Natur bezahlen Fußgänger, Radfahrer und E-Scooterdeppen?
    Keine, außer die üblichen Abgaben, die alle bezahlen über die Mehrwertsteuer - denn Ihre Infrastruktur wird ja bereits durch die KFZ-Steuer mitfinanziert.
    Das 365´er Programm ist ein interessantes - jedoch muss die Infrastruktur stehen, bevor es eingeführt werden kann.

  14. 137.

    Sandra, Dienstag, 09.07.2019 | 09:25 Uhr:
    "Bravo! Es ist doch wunderbar das Berlin all die vorhanden finanziellen Erleichterungen ermöglicht und noch weitere schaffen möchte, während die anderen Bundesländer ihren Bürgern immer mehr "abknöpfen" müssen um diese Wohltaten über den Länderfinanzausgleich zu finanzieren."

    Falsches "Argument"! Denn die Art der Finanzierung des ÖPNV hat KEINE Auswirkungen auf den Länderfinanzausgleich! Kein Bundesland zahlt oder bekommt weniger oder mehr, wenn ein Bundesland die finanzierung des ÖPNV ändert!

  15. 136.

    Möter, Dienstag, 09.07.2019 | 08:33 Uhr:
    "Dazu fällt mir der § 241a BGB ein: Unbestellte Leistungen.
    Ich denke jeder kann seine Fortbewegungsmöglichkeit frei wählen, und bezahlt was er auch nutzt. Warum sollten Autofahrer den Nahverkehr finanzieren?"

    Warum sollten Autofahrer nicht dafür bezahlen, dass sie überproportional die Umwelt verschmutzen, dass sie fahrend und parkend überproportional viel Platz auf den Straßen blockieren, dass sie als Hauptverursacher Staus produzieren?

    Wieviel Fahrgäste gibt es im Bus im Vergleich zum Auto pro Quadratmeter? Und was zahlt der Autofahrer für den vielfachen Flächenverbrauch im Vergleich zum Fußgänger, Radfahrer, BVG-Nutzer? Viel weniger! Vielleicht wäre es mal an der Zeit die Kosten des Flächenverbrauchs anzupassen.

  16. 135.

    Stimmt nicht. "Neid" ist die ständige derzeitige Ausrede für alle Ignoranten, denen ihre Bequemlichkeit wichtiger ist, als die Natur und der halbwegs erträgliche Fortbestand dieser Stadt.

  17. 133.

    Nachschlag: es sollte eigentlich heißen: " vom Stadtrand in die West-City.".
    Wäre Berlin nicht so überfüllt, gingen die Menschen wohl auch entspannter miteinander um.
    So aber hilft nur gegenseitige Rücksichtnahme, Toleranz und sich selbst nicht als das Maß aller Dinge ansehen.
    Und ansonsten: Tippfehler sind für alle da.Wer welche findet , darf sie behalten :-)

  18. 132.

    Ich bin für ein tollerantes Miteinander in dieser Stadt, auch bei allen Verkehrsteilnehmern, egal, wie sie sich durch die Stadt bewegen. Als geborene West-Berlinerin kann ich sagen, dass es das hier mal gab, was unsere Stadt auch liebenswert gemacht hat. Ich fahre seit 42 Jahren mit dem Auto vom Stadt zur Arbeit in die West-City und kann daher beurteilen, wie sich der Straßenverkehr und das Verhalten der Verkehrsteilnehmet verändert hat. Viele will heute nur schnell von A nach B , ohne Rücksicht auf Verluste. Der Autofahrergruß als Dankeschön ist fast ausgestorben, Radfahrer zeigen kaum noch mit Handzeichen an, wenn sie abbiegen wollen usw. Leute, mehr Rücksichtnahme bitte, dann klappts auch mit dem Nachbarn ( auf der Straße). Und an alle Dauerkritiker.Wem es in Berlin nicht mehr gefällt, keiner wird gezwungen bei uns zu wohnen.

  19. 131.

    Ich habe keinen PKW Führerschein, fahre ausschließlich mit den Öffentlichen und habe schon seit Jahren ein Umweltticket im Jahresabo. Ich gehöre damit absolut nicht zur Zielgruppe dieses Vorschlags, fände eine Reduzierung des Umweltkartenpreises aber super!

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