Regenbogenflagge über Berlin
Video: rbb|24 | 09.07.2019 | Material: Abendschau | Bild: imago/Emmanuele Contini

Christopher Street Day - Land Berlin will Beflaggung mit Regenbogenfahne erleichtern

Wenn öffentliche Institutionen in Berlin die Regenbogenflagge hissen wollen, müssen sie bislang die Innenverwaltung um Erlaubnis fragen. Die hat das früher auch schon mal verboten. Innensenator Geisel verspricht jetzt: Die Beflaggung ist frei.

Zum Christopher Street Day sollen alle Dienststellen des Landes Berlin sowie die landeseigenen Unternehmen, Stiftungen und öffentlichen Anstalten künftig die Regenbogenfahne hissen dürfen - ohne zuvor eine Erlaubnis einholen zu müssen. Das hat die dafür zuständige Senatsverwaltung für Inneres verfügt.

Die Fahne ist das internationale Zeichen für die LGBT-Bewegung und "ein wichtiges Symbol für Vielfalt, Toleranz und Offenheit", sagte der Berliner Innensenator Andreas Geisel (SPD). Mit der Fahne wolle man für diese Werte einstehen und gleichzeitig allen "die rote Karte zeigen", die Menschen diskriminieren oder angreifen, so Geisel. "Respekt ist das, was jeder von uns seinem Gegenüber entgegenbringen sollte."

Flaggenverordnung soll geändert werden

Gehisst werden darf die Flagge nun vom 21. bis 27. Juli. Bislang musste die Innenverwaltung für jede Beflaggung grünes Licht geben, da es sich um ein "nicht-hoheitliches Zeichen" handelt.

Das soll perspektivisch nun geändert werden: Die Regenbogenfahne soll in die Beflaggungsverordnung aufgenommen werden, heißt es in einer Mitteilung der Innenverwaltung. Sie dürfe an öffentlichen Gebäuden des Landes Berlin zum Christopher Street Day dann auch ohne vorherige Erlaubnis gehisst werden.

2010 hatte die Innenverwaltung das Flagge-Zeigen noch eingeschränkt

Im Jahr 2010 hatte die Innenverwaltung das Hissen der Regenbogenflatte an Berliner Rathäusern laut einem damaligen Bericht der "B.Z." noch eingeschränkt. Damals durfte die Flagge ausschließlich am 19.Juni, dem damaligen Tag des Christopher Street Day, gehisst werden. Der Geschäftsführer des Lesben- und Schwulenverbands Deutschland (LSVD), Jörg Steinert, hatte das damals laut "B.Z." kritisiert.

Zuvor durften die Rathäuser die Regenbogenflagge laut dem Bericht auch während der "Pride Weeks" hissen. Laut LSVD wurden 1996 erstmals die Rathäuser von Schöneberg, Tiergarten und Kreuzberg beflaggt. Seitdem hätten sich immer mehr Bezirke angeschlossen, bis 2008 erstmals alle beteiligt waren.

Organisator des ersten CSD sieht die Gefahr von Rückschritten

Bernd Gaiser, Mit-Organisator des ersten Christopher Street Days in Berlin vor 40 Jahren, hatte kürzlich im rbb-Interview gesagt, es habe seitdem zwar enorme Erfolge und Fortschritte gegeben. Aber: "Wir sind zurzeit in einer gesellschaftlichen Situation, in der die Gefahr besteht, dass es wieder zu Rückschritten kommt." Das geschehe durch eine Partei wie die AfD, die jetzt im Bundestag sitzt, mitbestimmt und "gerne das wieder rückgängig machen würde, was wir in den letzten 40 Jahren erreicht haben."

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51 Kommentare

  1. 51.

    Steffen denkt, Steffen lenkt. Alles so wie ich es auch hier beschrieben habe. Heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft eben.

  2. 48.

    Ehrlich gesagt, möchte ich das auch gar nicht, zumal Sie dessen einseitige, ja egoistische Sichtweise hier bereits angedeutet haben. Nerven der Mehrheitsgesellschaft ist aus meiner Sicht nämlich kein geeignetes Mittel und geht ganz schnell nach hinten los. Wer genervt wird, macht dicht. Eine sinnvolle Strategie kann also nur sein, Gleichberechtigung einzufordern und Missstände, insbesondere jegliche Angriffe auf Nichtheterosexuelle anzuprangern und zu verurteilen und hart zu ahnden. Was Sie erreichen wollen, erschließt sich mir nicht. Wer Homosexuelle stetig nur über ihre Sexualität definiert, grenzt sie letztlich ungewollt aus. Es geht nicht um die sexuelle Orientierung, es zählt einzig und allein der Mensch an sich. Die meisten wollen einfach nur ein normales und ungestörtes Leben führen und nicht auf schwul, lesbisch oder trans reduziert werden. Genau so möchten Heteros nicht ungefragt mit der Sexualität ihres Gegenübers konfrontiert werden. Auch das gehört zu Akzeptanz.

  3. 47.

    Schade, dass Sie sich nicht mal die Mühe gemacht haben, die Rede des Bloggers J.Kram zu lesen. Habe ich aber auch nicht erwartet von Ihnen.

  4. 46.

    rbb24 Redaktion.
    Veränderung heißt, wie der Blogger Johannes Kram es sehr treffend formuliert, der heterosexuellen Mehrheitsgesellschaft auf die Nerven zu gehen. Wenn Sie das mit meinen persönlichen Schreiben an Sie erreichen wollten, ist es Ihnen hiermit gelungen.

  5. 45.

    Werter Lothar, wenn Sie hier unberechtigt und unsachlich Kritik am RBB äußern, müssen Sie damit leben und rechnen, dass Andere Kritik daran üben. Wenn Sie das nicht möchten, müssen Sie eine Mail an den Sender schreiben. Sie nehmen sich doch auch die Freiheit heraus, Ihre Meinung jederzeit zu äußern, auch wenn Sie nicht selbst angesprochen wurden.
    Das queere Programm des RBB ist absolut ausgewogen und auch umfangreich. Zu jeder passenden Gelegenheit findet man einen Artikel. RBB aktuell hat allerdings Nachrichten aus der Region als Aufgabe, nicht ein Ersatz für queer.de zu sein. Dass queere Artikel besonders schnell verschwinden, ist falsch. Auch diese Artikel rücken ganz normal mit jeder neuen Nachricht nach unten. Und dass Ihre bevorzugten Filme erst ab 23:00 Uhr gesendet werden, hat gesetzliche Gründe. Man kann froh sein, dass der RBB überhaupt so viele queere Filme ins Programm nimmt. Ein Dank an den Sender wäre angebrachter als haltlose Kritik.

  6. 44.

    Liebe Sabine, zuerst einmal danke, dass Sie zumindest einiges über mich wahrgenommen und sicherlich hier auch gelesen haben. Denn ich scheine wohl im Forum hier der einzig „ offen Schwule“ zu sein, der auch dazu steht.
    Bei allem Respekt. Und nein, keineswegs „dreist“. Anstatt mir recht zu geben, zeigt Ihr ( sorry) „Aufschrei“ genau das, worüber ich geschrieben habe: Heterosexuelle Mehrheitsverhältnisse eben hier wahren. Möchte ich auch keineswegs in Abrede stellen. Auch an Sie: Meine Kritik ging persönlich an die rbb24 Redaktion. Viele Artikel stehen immernoch hier im Forum, obwohl längst keiner Sie mehr beachtet. Es dürfte doch wohl nicht nur mir aufgefallen sein, wie schnell die Themen zur Gleichstellung Homosexueller und andere ähnliche Sachverhalte unter ferner liefen hier abgetan werden. Sogar schon nach kurzer Zeit ganz herausgenommen werden. Was aber noch gravierender ist, es interessiert tatsächlich kaum jemanden hier. MFG

  7. 43.

    Zuerst mal folgendes. Ich hatte eine „persönliche Mitteilung“ direkt an die rbb24 Redaktion geschickt und meine kritische Meinung kundgetan. Was folgte sieht man ja hier eindeutig. Zu Ihrer Behauptung, es gäbe genügend Programme, wo Sie Queere Filme anschauen können, kann ich nur schmunzeln. Denn was Sie da in den Vorabendprogrammen des öffentl. Rechtlichen TV sehen, sind weichgespülte, Homoerotische Darstellung durch mittelmäßige heterosexuelle Schauspieler. Außer „ Dr.Klein“. Da ich die Hauptdarstellerin sehr gut finde und die Geschichten tatsächlich noch Hand und Fuß haben. Zudem hätte der RBB sehr gut daran getan die Queeren Filme schon ab 22 Uhr auszustrahlen. Je früher umso besser. Meine ehrliche und aufrichtige Empfehlung an Sie ebenso: lesen Sie i.aller Ruhe mal die Rede von Johannes Kram oder besser noch, schauen Sie mal in sein Nollendorf Blogger. Lesen bildet u.führt oftmals auch zum besseren Verständnis. Aber nicht i.diesem Forum.

  8. 42.

    Lieber Lothar, Sie sind im Rentenalter sind schwul und haben in Ihrem bewegten Leben viel erlebt. Aber hier auf den rbb los zu gehen und sich zu beschweren das die Berichterstattung über queere Menschen und das queeren Leben nach kurzer Zeit in der Spalte "weitere Meldungen" landet und das die passenden Filme zu spät ausgestrahlt werden finde ich mehr als dreist. Es gibt mehr als genug Menschen in Berlin und Brandenburg die sich über über wichtige tägliche Geschehnisse, die alle interessiert und für alle wichtig sind informieren. Dafür steht der rbb. Dazu gehört auch das queere Leben, aber es reicht auch in der Rubik einer weiteren Meldung.

  9. 41.

    Was ist aktuell eigentlich mit Ihnen los? Sind Sie aus persönlichem Frust auf Krawall gebürstet? Sorry für die klaren Worte, aber Ihre Anschuldigungen an den RBB sind völlig unhaltbar. Gerade hier wird verhältnismäßig viel zum Thema Gleichgeschlechtlichkeit berichtet und das sehr neutral. Die Beiträge verbleiben genau so lange wie jeder andere auf der Hauptseite und rücken ganz normal bei jedem neuen Beitrag eine Position nach unten. Der RBB ist aber kein Ersatz für queer.de und ähnliche Themenseiten. Da liegt die falsche Erwartungshaltung leider bei Ihnen. Dass Filme zu queeren Themen erst so spät gesendet werden, hat in aller Regel gesetzliche Gründe, wonach Filme mit sexuellem Inhalt generell nicht vor 23:00 Uhr gesendet werden dürfen. Das wird sich auch so schnell nicht ändern.

  10. 40.

    Die Berichterstattung des rbb gefällt auch mir nicht immer, aber es ist ein Programm für alle Menschen die in Berlin und Brandenburg leben. Es gibt viele queere Seiten und Programme die ich besuchen kann, mich intensiv informieren kann oder wo ich Filme sehen kann. Um welchen Zeit sollten den Ihrer Meinung nach queere Filme gesendet werden? In jeder Vorabendserie, ob nun bei den öffentlich Rechtlichen Programmen oder den privaten Sendern ist es heute normal dass das homosexuelle Leben mitspielt. Der rbb ist in seiner Berichterstattung vielfältig in jede Richtung und gerade jetzt zu den Pride Weeks findet man jeden Tag einen interessanten Bericht, auch aus anderen Städten in Deutschland. Was erwarten Sie? 85:15 Anteil ?

  11. 39.

    rbb24 Redaktion,
    auch Ihnen, den öffentlichen Medien wünsche ich sehr, dass Sie sich wenigstens mal die Rede von Johannes Kram bei der Preisverleihung in Köln zu Gemüte führen. Denn es betrifft auch Sie insbesonders, da gerade Sie jedesmal nur so am Rande Gleichgeschlechtliche Themen anschneiden, um diese dann schnellstmöglich wieder in die untere Spalte unter“ Weitere Meldungen“ wegzudrängen. Die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft würdigt solch Artikel kaum eines Blickes. Und kritisiert man die RBB Programmgestalter schon mal das sehr späte Senden von Queeren Filmen, dann reagiert der Sender auf queer.de bockig, zickig, mit einfällter Antwort. Ich weiß, solch eine Kritik sitzen Sie gelassen aus. Schon klar. So etwas bezeichne ich als stoisches Verhalten.

  12. 38.

    Ich gebe Susi recht, jeder der das möchte, kann die Regenbogenflagge hinhängen ob nur so oder zusätzlich. Aber es ist erstaunlich, was hier wieder für eine Debatte entstanden ist. Es geht um das beflaggen zu den den Pride Days und allen hauen sich hier mal wieder verbal die Köpfe ein. Für mich hat der CSD nichts mit einer Demo zu den Vorfällen in der Christopher Street am 28 . Juni 1969 in New York zu tun, es erinnert mich mehr an die tollen Zeiten der Loveparade, aber das ist meine persönliche Meinung und ich erwarte von meinen Mitmenschen dafür genau die gleiche Toleranz wie ich sie den queeren Menschen gegenüber habe.

  13. 37.

    Warum man so einen Hehl um eine nicht-hoheitliche Beflaggung macht, kann ja die Flagge zusätzlich hinhängen.

  14. 36.

    Danke für die Antwort. Ich habe Ihrem Post aber tatsächlich nichts Konkretes entnehmen können, worauf Sie hinaus wollten. Er passte so rein gar nicht zum Verlauf der Kommentare hier. Wie Sie dann plötzlich auf den CSD kommen, über den ich mich gar nicht eingelassen habe und den ich nicht mal im Ansatz kritisiere, war leider nicht nachvollziehbar. Es schweift aber ohnehin vom Thema ab. Es ging um die Möglichkeit der Bezirke, die Regenbogenflagge zu hissen und das ist gut so. Der Rest ist eine andere Diskussion, bei der wir hier eh nicht auf einen Nenner kommen und die auch nicht zielführend erscheint. Zu festgefahren sind inzwischen Meinungen und Urteile, zu Lasten von Sachlichkeit und Diskussionskultur. Schönen Rest-Nachmittag!

  15. 35.

    Hallo Bibo. Vielen lieben Dank für Ihre offene ehrliche Antwort. Aber Sie erinnern mich dem Namen nach an einen verloren gegangenen guten Freund. Leider ist er damals sehr abgestürzt in Drogen u.Alkohol. Nichts desto trotz wünsche auch ich Ihnen hiermit alles Liebe und Gute. Ein schönes Wochenende ebenso. Hoffe jetzt nur noch, dass die rbb24 Redaktion ein Auge zudrückt und meine Grüße an Sie weiterleitet.

  16. 34.

    Hallo Lothar, bin weder ein Frank, noch männlich und sogar total hetero :-) Aber trotzdem viel Spaß beim CSD und nicht ärgern lassen. Wer die AfD jetzt schon als homosexuellenfreundlich und Frau Weidel als Vorzeigelesbe präsentiert, lebt wirklich im Wolkenkuckucksheim. Wird immer putziger, das Ganze. Herzliche Grüße!!

  17. 33.

    Hätten Sie meinen Kommentar richtig gelesen...ist egal, Schwamm drüber^^ Ihre Eigenwahrnehmung sei Ihnen gegönnt. Alles gut.

  18. 32.

    "Die große Mehrheit der Männer (86 Prozent) und Frauen (82 Prozent) gaben an, heterosexuell zu sein. Fünf Prozent der Männer und acht Prozent der Frauen hatten schon einmal gleichgeschlechtliche Kontakte. Jeweils ein Prozent gab an, rein homosexuell zu sein. Einige machten keine Angaben oder gaben an, dass keine dieser Kategorien zutreffe." Danke für die Angabe, wir haben den Link zu Ihrer Zahl gefunden.

    https://www.spiegel.de/gesundheit/sex/sex-studie-das-sexleben-der-deutschen-a-1164321.html

    An alle Kommentatorinnen und Kommentatoren: Könnten Sie bitte zum Thema dieses Beitrags zurückkehren? Es geht um den CSD und die Einstellung des Berliner Senats dazu, siehe Flaggen.

    Ein angenehmes Wochenende!

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