Eine Ecstasy-Pille zwischen zwei Fingern (Quelle: imago/Jochen Tack)
Bild: imago/Jochen Tack

Marzahn-Hellersdorf - Stadtrat warnt vor Ecstasy-Konsum bei Kindern

Jugendliche und Kinder in Marzahn-Hellersdorf nehmen offenbar vermehrt die Droge Ecstasy. So viel, dass sich der Bezirksstadtrat veranlasst sieht, die Eltern zu warnen und auch selbst zu handeln. Jugendamt, Polizei und Schulen seien alarmiert.

Über Facebook hat sich der Marzahn-Hellersdorfer Bezirksstadtrat für Jugend und Familie Gordon Lemm (SPD) an die Öffentlichkeit gewandt: "Wir haben seit einiger Zeit einen verstärkten Konsum der Droge Ecstasy im Bezirk wahrgenommen", schreibt er unter dem Post mit der Überschrift "Drogen-Missbrauch von Kindern und Jugendlichen in Marzahn-Hellersdorf".

In der Warnung ist auch ein Bild mit bunten Pillen mit verschiedenen Motiven veröffentlicht - Ecstasy-Pillen. Konsumenten seien Kinder und Jugendliche zwischen elf und 14 Jahren, eher Mädchen als Jungen. Lemm warnt auch, dass die Pille inzwischen ab 1,50 Euro zu haben sei und die Droge seit drei bis vier Monaten verstärkt Einzug in den Bezirk findet.

Besonders an die Eltern der Kinder wolle sich der Politiker mit seiner Warnung wenden. Sie müssten mit ihren Kindern über die Gefahren sprechen und vor den Drogen schützen. "Auch wenn Ecstasy eine beliebte Party-Droge ist, hat sie schwerwiegende Nebenwirkungen insbesondere bei Kindern und Jugendlichen", schreibt Lemm.

Lemm: "Besorgniserregender Anstieg"

Im Gespräch mit dem rbb am Dienstag konkretisiert Lemm, warum er mit diesem Thema an die Öffentlichkeit geht. "Unsere Drogen- und Suchtberatungsstelle hat uns gesagt, dass es ein vermehrter, wahrnehmbarer Anstieg ist, der sich auf einen relativ kurzen Zeitraum zurückführen lässt, der schon besorgniserregend ist."

Beim Bezirk ist laut Lemm die Rede von "vermehrten Einzelfällen", in einer ungefähren Größenordnung von zwölf Fällen. Das sei kein Grund zur Panikmache, aber es seien so viele Fälle, dass man laut Lemm "nicht nur hellhörig werden, sondern auch handeln muss". Er selbst sei Vater und würde nicht auf die Idee kommen, dass bei 11-14-Jährigen solche Drogen schon eine Rolle spielten.

Beim Ecstasy-Konsum von Jugendlichen müsse man außerdem von einer größeren Dunkelziffer ausgehen. Denn bei den registrierten Fällen handele es sich nur um Jugendliche, Kinder, Eltern oder Schulen, die das Gespräch mit der Suchtberatungsstelle gesucht hätten.

Suchtberater sieht Vorfälle als "temporäre Begleiterscheinung"

Suchtberater Werner Brose vom Verbund für Integrative soziale und therapeutische Arbeit GmbH (Vista) in Berlin, der mit dem Bezirk Marzahn-Hellersdorf zusammenarbeitet, ergänzt im rbb: "Dass es mehrere Jugendlichen waren, ist einmalig so in der Form aufgetreten." Dass in Marzahn-Hellersdorf Jugendliche vermehrt Ecstasy konsumieren, sehe er aber als "temporäre Begleiterscheinung, als eine Randerscheinung", und das halte er auch für einen "Zufall".

Warum gerade in Marzahn-Hellersdorf vermehrt Fälle aufgetreten sind, könne man sich nicht erklären und man wisse auch nicht, wie es in den anderen Bezirken aussehe, so Lemm und Brose übereinstimmend. Der Bezirk habe nun die Ämter wie Jugendamt und Gesundheitsamt einbezogen und mit Oberschulen, Streetworkern und Polizei über das Thema gesprochen. Mit dem Facebook-Post wolle Lemm erreichen, dass auch die Eltern Bescheid wissen.

Wirkung von Ecstasy gefährlich

Ecstasy ist eine illegale Droge, die meistens meistens in Pillenform häufig auf Partys eingenommen wird. Die chemische Substanz ist MDMA. Ecstasy kann bewirken, dass die Konsumenten Glücksgefühle bekommen, optische Wahrnehmungs-veränderungen haben und stärkere Zuneigung empfinden. Das liegt an einer gesteigerten Ausschüttung des Hormons Serotonin.

Auch der Appetit kann durch Ecstasy gezügelt werden. Wenn die Wirkung von Ecstasy nachlässt, können Konsumenten unter Depressionen oder psychotischen Störungen leiden und langfristig abhängig werden.

Sendung: rbb 88,8, 09.07.2019, 17 Uhr

Kommentar

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22 Kommentare

  1. 22.

    Was ist das für ein Aufschrei all dieser Übereltern und unterdrückten Kinder hier.
    Wir haben gekifft, gesoffen, abgefeiert und böse Streiche gespielt. Und wenn es eben zu viel (!)war, gab es zu Hause mal eine Ohrfeige. Und was ist dabei? Nichts. Wie dumme Gans schon geschrieben hat, es wurde der Resetknopf gedrückt und alles war wieder gut. Und ich glaube kaum das, dass man das als Gewalt oder Unterdrückung an Kindern bezeichnen kann. Was all die anderen hier schreiben ist eine maßlose Übertreibung oder eben ihr ganz persönliches Schicksal was sicherlich nichts mit berechtigten Ohrfeigen zu tun hatte.

  2. 21.

    Fall es einigen beim LESEN entgangen ist: Wenn man den 1. Kommentar liest, wurde lediglich angemerkt, wie es FRÜHER war. FRÜHER waren die Menschen weniger "gestört" wie heutzutage. Anschuldigungen, als wenn "Dumme Gans" rund um die Uhr schlagen würde, sind total daneben. Aber es ist etwas dran, mit Weichei-Erziehung schafft man Probleme die immer größer werden, da die Kinder denken sie wären permanent im Recht. FRÜHER half eine Ohrfeige die Kinder in die Schranken zu weisen. Dass die heutige Gesetzgebung verbietet in jeglicher Hinsicht zu Schlagen ist jedem klar. Ich habe den 1. Kommentar eher als Denkanstoß empfunden!

  3. 19.

    Sie provozieren hier nur und ohne weiter auf inhaltloses Geschwätz einzugehen, stimme ich den User@Rico voll und ganz zu.

  4. 18.

    Sie kennen alle Ecstasy-User von damals? Die sind alle "etwas geworden"? Waren die auch Kinder, als sie das Zeug einschmissen? Woher nehmen Sie Ihre Erkenntnisse? Halte ich für verwegen, was Sie da äußern. Ich kenne einige, die komplett abgestürzt sind. Oder schließen Sie von sich auf die ganze damalige Szene? Na dann Glückwunsch, dass Sie mit heiler Haut davon gekommen sind. Im Übrigen habe ich in meinem Leben so einige Menschen kennengelernt, die statt zu trinken ab und zu einen Joint rauchen. Die fest im Leben stehen, gutes Geld verdienen und sehr bildungsnah sind. Da sehen Sie mal. Ich verfluche eher den Alkohol, der unsere Gesellschaft massiv schädigt. So sieht das jeder anders.

  5. 17.

    Ecstasy wurde auch in den 90ern gelegentlich genommen.
    Die Menschen gehen heute normal Arbeiten, haben Kinder, haben sich etwas aufgebaut, Verreisen.

    "temporäre Begleiterscheinung, als eine Randerscheinung"
    Sehe ich auch so.

    Eine zugekiffte Birne sehe ich da problematischer (68er).

  6. 16.

    Gut kommentiert. Ich lese gerade den wunderbaren Roman von „ Jonathan Lethem - Die Festung der Einsamkeit“ . Sehr passend zu diesem Thema.

  7. 15.

    Jau. Damit ist er ja dann seinen Verpflichtungen nachgekommen. Ich bin mir sicher, dass sich die entsprechenden Eltern jetzt angesprochen und zum Handeln motiviert fühlen^^. Im Ernst: so lapidar wird man nichts an der Situation ändern. Und wer so weltfremd ist, dass er Drogen für Kids in dem Alter bisher nicht auf dem Schirm hatte, sollte sich vielleicht besser informieren. An fast allen Schulen in allen Bezirken haben Jugendliche spätestens der 8. Klasse (13) mindestens Kontakt zu einigen drogenkonsumierenden Kids, ab 15/16 kiffen und trinken einige selber schon ab und an. Manche sogar regelmäßig. Der Griff zur Pille ist dann auch keine Hürde mehr. Die Politik und die Schulen sollten sich da nichts mehr vormachen. Je offener damit umgegangen wird, in Elternhäusern und in den Schulen, desto besser die Prävention vor Drogen.

  8. 14.

    "Stadtrat warnt vor Ecstasy-Konsum..." - Ein guter Mensch!

  9. 13.

    Vielen Dank für Ihre Anmerkungen. Ich glaube heute noch, wäre ich mit Liebe, Zuneigung und Fürsorge aufgewachsen, hätte mein Leben eine ganz andere Wendung genommen. Aber schon durch den Verlust beider Elternteile, brach in mir eine Welt zusammen. Plötzlich ist man dann nur noch eine Aktennummer beim Jugendamt. Nicht mehr und nicht weniger. Als ich später mal wegen Arbeitsplatzdepressionen ( ja, auch so etwas kann’s geben) mit meinen Hausarzt darüber sprach und den Begriff“ posttraumatische Belastungsstörung“ einbrachte, wurde er sehr deutlich und meinte zu mir allen ernstes, diese könne ich gar nicht haben. Und doch half er mir in so manch schlimmen Situationen. Meine Besuche bei Therapeuten ergaben für mich rein gar nichts. So kämpfte ich immer alleine ums Weiter- und Überleben. Erst im Rentenalter bin ich zu einen wirklich ausgeglichenen Mensch geworden. Ich wünsche Ihnen alles erdenklich gute und bleiben Sie sich immer selbst treu.

  10. 12.

    Ja. Damit wuchs ich auf. Schläge selten, psychische Gewalt und Unterdrückung waren Programm. Unbedingter Gehorsam war oberstes Gebot. Das Ergebnis war verheerend. Ein Bruder ist schwer depressiv, der Andere Alkoholiker. Ich selbst mit posttraumatischer Belastungsstörung immer wieder in Behandlung. Ich denke auch, dass Drogenkonsum immer irgend ein Hilfeschrei von Kindern ist. Die Wenigsten nehmen m. E. nur aus Langeweile Drogen. Nicht alle Eltern sind schuld, es gibt auch Kinder aus "gutem Hause", die auf die schiefe Bahn geraten. Oft sind aber auch die schlechten Vorbilder der Einstieg. Wenn Eltern viel rauchen und trinken, sehen Kinder so ein Verhalten als normal an. Meine Kinder sind mit Liebe und Fürsorge aufgewachsen. Gewaltfrei. Das war mein oberstes Ziel. Wenn ich dann lese, eine rechts und eine links... Das verzeiht kein Kind. Heutzutage schon gar nicht mehr. Kinder sind anders als früher. Zum Glück.

  11. 11.

    Stimme Ihnen zu. Jeder Schlag ist einer zuviel. Meine damalige schon sehr früh gestellte Prognose im Leben war, nachdem ich sehr viel Prügel erfahren habe als Kind ( von der Mutter, sowohl von Lehrern und Nonnen )niemals im Leben Kinder in diese Welt zu setzen. Meine größte Sorge begleitete mich über viele Jahre hinweg, es den Kindern gleichzutun, indem ich sie eventuell auch schlage. Mit 18 nahm ich mir die Freiheit alles tun zu wollen wonach mir der Sinn gerade stand. Auch Drogen. Aber niemals harte Drogen. Alkohol war auch darunter. Aber ich habe es von ganz alleine geschafft, davon wieder loszukommen. Ich habe mein Leben erst so richtig in den Griff bekommen, als ich mit 37 Jahren meine Ausbildung zuende gemacht hatte. Danach erst lief mein Leben in geordnete Bahnen. Keinem Kind wünsche ich, was ich früher alles erlebt hatte. Ohne „Liebe“ aufzuwachsen so wie ich. Psychische Gewalt ist bei weitem sehr viel schlimmer.

  12. 10.

    Ha ha ha, naja, da ist aber was dran. Ich hab damals den mitm Latschen den Arsch voll bekommen wenn ich mal richtig misst gebaut habe, gut das war auch nur 2-3 mal, und? Ich kann nicht sagen das aus mir nichts geworden ist. Schule tutti, Ausbildung tutti, Studium tutti, sehr gut bezahlter Job, was will man mehr. Und dann noch schön in Marzahn aufgewachsen und jetzt in Hellersdorf lebend. Vermutlich reiße ich damit auch die typische Statistik in allen Belangen nach unten...
    Aber ich sehe es ähnlich, das ist heute alles zu weich. Lehrer dürfen keine Schüler mehr rauswerfen. Kindergärtner dürfe nicht brüllen. Eltern dürfen die Kinder nicht zügeln. Naja man sieht schon was draus wird in der Gesellschaft. Ist nicht bewiesen aber es könnte schon was dran sein. Aber es zählt natürlich noch mehr dazu ja.

  13. 9.

    Dumme Gans,

    Ich hoffe inständig, dass Sie mit Ihrem Kommentar nur trollen wollen.
    Ansonsten liefern Sie mit Ihrem Erziehungsansatz schon die Antwort darauf, warum ältere Herrschaften mit solch einer Einstellung nicht/ ungern im Alter gepflegt werden!!!
    Gewalt gegen Kinder ist das Allerletzte!
    Zudem sind unsere Gesetze nicht antiautoritär. Es scheitert leider an der Umsetzung.

  14. 8.

    Hallo Dumme Gans,

    ich befürchte, dass mir bei Ihrem Beitrag die wertvolle Botschaft bisher entgangen ist, aber sicher ist sie da! Denn wortwörtlich kann es ja nicht gemeint gewesen sein, denn Sie wissen mit Sicherheit, dass Gewalt gegen Kinder:
    1) sie nicht nachhaltig motivieren wird, zu Drogen aus Überzeugung nein zu sagen,
    2) sie, wenn es doch passiert, weder Rat noch Hilfe bei Ihren Eltern suchen lassen wird, sondern
    3) sie eher in die Heimlichkeit treibt, wo Drogen erst recht lange genug Gelegenheit haben, schlimme Dinge in Kinderköpfen anzurichten.

    Also, ich würde mich über eine Konkretisierung Ihres Beitrags sehr freuen!

    Alternativ, wenn ich mich irre, würden Sie uns einen großen Gefallen tun, außer ihrer eigenen Erziehung vielleicht noch ein paar andere Quellen anzugeben(z.B. wissenschaftliche Langzeitstudien), die gezielte und konsequente Gewaltanwendung an Schwächeren und ohne weiter nach Gründen zu fragen als Mittel zur Erziehung und Drogenprävention angeben.

  15. 7.

    Das sagen fast alle misshandelten Kinder später, aus Scham und Trauer über ihre gestörte Kindheit. Mein Mitgefühl. Jeder Schlag schadet und zerstört Seelen. Gewalt ist keine Erziehung, sondern entsteht aus Hilflosigkeit und Überforderung. Sollten Sie aber grad makabre Scherzchen machen, weil Sie gar nicht geschlagen wurden, sage ich nur PFUI.

  16. 5.

    Hallo "dumme Ganz",
    wie glücklich, ausgeglichen und empathisch Ihre vorgeschlagene Erziehungsmethode macht, erklärt Ihr eigenes Kommentar eingehend. Sie strotzen geradezu vor Glück. Mal abgesehen davon, dass Gewalt gegen Kinder und Jugendliche ebenso strafbewährt sind, wie gegen jeden anderen Menschen. Selbst solchen wie Ihnen. Man schämt sich fremd, wenn man Ihr Kommentar liest!

  17. 4.

    Hat uns nicht geschadet, wir haben auch schnell ins Berufsleben gefunden, wurden nicht kriminell und haben uns Werte und Rente erarbeitet.

  18. 3.

    Zum Glück stirbt diese Haltung aus! Kindesmissbrauch ist inzwischen ein Straftatbestand und wird bei Bekanntwerden entsprechend verfolgt und bestraft :) Bitte die Kinderrechtskonvention lesen.
    https://www.kinderrechte.de/

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