Dichter Verkehr herrscht auf der Friedrichstraße. Im Hintergrund ist der Checkpoint Charlie zu sehen. Quelle: dpa/Paul Zinken
Audio: Radioeins | 08.07.2019 | Bild: dpa/Paul Zinken

6.-8. September - Die Berliner Friedrichstraße wird für ein Wochenende autofrei

Am ersten September-Wochenende soll die Friedrichstraße autofrei werden. Die Straße in Berlin-Mitte ist dann von Freitag bis Sonntag für Autos tabu. Die zeitweise Sperrung soll allerdings erst der Anfang sein.

Die Friedrichstraße in Berlin-Mitte soll am Wochenende vom 6. bis zum 8. September 2019 für Autos gesperrt werden. Das sagte der Bezirksbürgermeister von Berlin-Mitte, Stephan von Dassel (Grüne), dem rbb am Montag. Demnach handelt es sich konkret um den Bereich zwischen Unter den Linden und Leipziger Straße. Für Radfahrer und Tretrollerfahrer soll die Straße an dem Wochenende geöffnet bleiben.

Dass die Straße testweise für Autos gesperrt werden soll, war bereits länger klar. Nun gibt es allerdings einen konkreten Termin. Obwohl es sich nicht, wie ursprünglich geplant, um ein verkaufsoffenes Wochenende handelt. Man könne aber auch an einem nicht-verkaufsoffenen Sonntag die Friedrichstraße so präsentieren, dass sie zum Schlendern anregt, so Dassel. "Und wenn wir den Freitag und Samstag davor dann auch autofrei machen, dann haben wir das mit und ohne offene Geschäfte."

Für die Aktion im September ist nach Angaben von Dassels ein Rahmenprogramm in Vorbereitung. "Eine Idee ist, jungen Berliner Modedesignern die Möglichkeit zu geben, ihre Kreationen zu präsentieren", sagte der Bürgermeister.

Zweites autofreies Wochenende im Dezember geplant

Das autofreie Wochenende im September soll erst der Anfang sein. Auch das zweite Adventswochenende sei laut von Dassel als autofreies Wochenende geeignet. Dieses Wochenende wird auch einen verkaufsoffenen Sonntag haben. Die Friedrichsstraße könne dann laut von Dassel sogar eine ganze Woche für Autos gesperrt werden.

In beiden Testläufen sollen Erfahrungen gesammelt werden für mögliche weitergehende Lösungen in den kommenden Jahren. Im kommenden Mai soll die Friedrichstraße dann sogar für mehrere Wochen gesperrt werden. Der Versuch müsse allerdings gut vorbereitet werden, um überprüfbar zu machen, was sich verändert, so von Dassel. Ab nächsten Sommer müsse dann überlegt werden, was langfristig getan werden soll.

Ende vergangenen Jahres hatte eine Initiative die Friedrichstraße zwei Stunden lang zur Fußgängerzone gemacht. Damals hatte von Dassel bereits den Vorschlag gemacht, die Friedrichstraße zeitweise für Autos zu sperren. Die Pläne waren im Mai konkreter geworden.

Sendung: Radioeins, 08.07.2019, 07:30 Uhr

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39 Kommentare

  1. 39.

    Der ach so gebeutelte Münsterländer hat schon den gesamten Kurfürstendamm Autofrei im alten WestBerlin miterlebt und das war damals ein riesiges Gaudi Fest. Knüppeldicke voll wars mit Fußgängern bis spät in den Abend. Ob es dagegen an nur einem Tag auf der Autofreien Friedrichstraße auch zu solch einem Fest kommt, wage ich zu bezweifeln. Touristen und E-Scooter werden eher dann die freie Fläche nutzen. So unschön auch die Wilmerdorfer Fußgängerzone auch sein mag, es ist immer noch ganz schön was los da. Und noch gibt es Karstadt dort;-)

  2. 37.

    Da haben Sie wohl recht. So richtig Spaß machts nirgends mehr. Und diese ganzen monotonen Zombie-Malls locken letztendlich auch kaum noch jemanden hinterm Ofen vor. Ich finde trotzdem, dass solche Einkaufsstraßen autofrei sein sollten. Wir waren grad wieder in Schweden und Dänemark unterwegs, da ist das Gang und Gäbe. Erholsam. Der gebeutelte Münsterländer will also auch nicht nur Trubel. Sehr sympatisch :-)

  3. 36.

    Warum das? Nur Leute mit Auto bringen Umsatz? Ich meide die Friedrichstraße eigentlich und finde, dass man es autofrei ruhig mal probieren kann. Mal gucken, ob es klappt? Warum heulen in Berlin eigentlich immer so viele gleich rum, wenn man mal in Richtung autofrei denkt? Guckt mal zu den Nachbarn in Europa. Und nicht wieder gleich das „Wir-sind-ne-Großstadt“-Mimimi rausholen - in Madrid, Barcelona und Kopenhagen geht es ja auch.

  4. 35.

    Dem gebeutelten Münsterländer ist aber der Verkehr in Mitte schon zu viel. Auf den Ku'Damm würde es ihm deshalb auch nicht gefallen. Und vor allem ist er für den nicht zuständig, weil anderer Bezirk. Ich befürchte allerdings, dass der Münsterländer eine andere Vorstellung von einer Fußgängerzone hat als es die StVO vorsieht. Sonst hätte er schon längst die Beschilderung am Alex eindeutiger durchführen lassen. Einfach nur ein paar Poller reichen nicht als Schutz vor rücksichtslosen Fahrzeugführern. Sein Ordnungsamt fällt dort auch nicht gerade durch Eifer auf.

    Die Fußgängerzone der Wilmersdorfer hat ihre besten Tage auch schon lange hinter sich. Sie leidet unter dem geänderten Kaufverhalten und den vielen neueren Einkaufszentren. Die großen Kaufhäuser sind weitgehend Geschichte. Außer einem grossem Sportartikelgeschäft gibt es dort fast nichts, was es nicht mittlerweile überall in Berlin gibt.

  5. 34.

    Unsinn! Radfahrer und Fußgänger kaufen mindestens genau so viel ein und verweilen sogar noch länger wie der gehetzte Autofahrer. Statistisch bewiesen!

  6. 33.

    Hier muß ich Ihnen Zustimmen. Denn 100 Jahre will ich nicht werden und das bei solch einem Verkehrsaufkommen. Nee, danke.

  7. 32.

    Bei allem Verständnis, ich als Eingeborener denke nicht nur an Zugezogene, die in Berlin ihren Thrill suchen. Und davon, dass EINE Strasse EIN Wochenende zur Fußgängerzone wird, geht die Welt nicht unter, die Läden nicht pleite und der gebeutelte Münsterländer kann ja dann auf den Ku‘damm ausweichen. Du lieber Himmel, was für ein Theater wegen dieses einen Wochenendes. Es wird im Gegenzug viele auto- und lärmmüde Berliner geben, die gerade deswegen dorthin gehen. Genauso wie viele Berliner weite Wege zur Wilmersdorfer Strasse auf sich nehmen, um endlich mal in Ruhe bummeln gehen zu können.

  8. 31.

    Warum geöffnet für Radfahrer und Roller? Können die Befürfnisse der Fußgänger nicht auch einmal berücksichtigt werden ? Will man die grün wählenden Radfahrer nicht verärgern?

  9. 30.

    Da können die Läden das WE ja zu machen. Das bedeutet dann auch bald das Aus für die letzten verblieben Einzelhandel Läden...

  10. 29.

    Sie mögen recht haben, aber ich denke bis es so weit ist,vergehen noch 30 Jahre und ob wir das dann beide noch erleben... das bezweifel ich ganz stark.
    Ich wünsche den jungen Leuten von heute jedenfalls hoffentlich genauso viel Spaß und Individualismus in Sachen Fortbewegung wie ich es genießen konnte und jetzt noch kann.

  11. 28.

    Die Millionen Menschen, die in Berlin leben, sind aber vielfach Zugezogene, die oft wegen des quirligen Lebens oder besseren Ausbildungs- oder Berufschancen nach Berlin gekommen sind. Sich gleichzeitig nach der Ruhe des Münsterlandes zu sehnen, ist ein Widerspruch in sich.

  12. 27.

    250kg inkl. Fahrer! Zum Vergleich: Unsere Monteure sind mit auf 3,2t aufgelasteten VW T6 unterwegs. Die benötigen eine Vielzahl an Werkzeugen, Arbeitsmaterialien wie Bohrmaschinen, transportablen Werkbänken und Leiter etc. um die Arbeit beim Kunden zu erledigen. Die einfach Schraube können die zur Not im nächsten Baumarkt holen, bei den Ankern sieht es schon deutlich schlechter aus, von speziellen Bauteilen erst gar nicht geschrieben. Wer sich im Branche auskennt, sieht auch die vielen LKW der Baustoff-Großhändler auf den Straßen.

    Es gibt Leute, die von sich behaupten, dass sie sogar ihre IKEA-Einkäufe mit dem Lastenrad erledigen. Ich habe allerdings noch niemanden gesehen, der eine neue Couchgarnitur oder die zig langen Kartons des Kleiderschranks dort auf ein Rad lädt.

  13. 26.

    Adrian, ich werde ganz gewiss nicht auf ein Lastenfahrrad umsteigen. Ich habe im vergangenen Jahr meinen Euro-5-Diesel vorzeitig gegen ein Erdgasfahrzeug ersetzt, weil ich auch viel Langstrecken fahre und es für mich noch keine passenden Elektroautos gibt. Außerdem muss ich oft Kundschaft auf Teilstrecken mitnehmen. Ich lasse mir von unserem rot-rot-grünen Senat und den Bezirken nicht vorschreiben, wie ich meine Mobilität gestalte. Gerade jetzt, wo ich nicht mal mehr die Mieten erhöhen darf. Wir sind schon mitten im Sozialismus.

  14. 25.

    Und das ist super. Ein wenig nehr "Dorf" stünde Berlin gut zu Gesicht. Wir leben hier nur noch nach dem Motto: alles was kann-muss. Und das reduziert immer mehr unsere Lebensqualität. Nicht alles "auf'm Dorf" ist schlecht. Wir sind nämlich nicht nur Metropole und Magnet für Touristen und zehntausende Zuzügler jedes Jahr, sondern auch Heimat für Millionen Menschen. Etwas mehr frische Luft, Ruhe, Frieden und Natur sind daher sehr willkommen!

  15. 24.

    Berlin ist in Vergleich zu vielen Städten bereits relativ autoarm. Lediglich in Freiburg ist der Anteil des PKW am Modal Split deutlich kleiner. In der Heimat des Herrn von Dassel wird ähnlich häufig zum PKW gegriffen wie hier.

    Wenn wie an der Berliner Allee sich Menschen, die vor 10-15 Jahren zugezogen sind, sogar an Straßenbahnverkehr stören, sagt das schon alles aus. Eine Metropole wie Berlin ist allein schon wegen der schieren Anzahl an Menschen und den langen Wegen etwas anderes als ein provinziellen Städtchen.

  16. 23.

    In *Fußgänger*zonen haben auch Lastenräder nur in Ausnahmefällen etwas verloren. Das sind ebenfalls Fahrzeuge im Sinne der allgemeingültigen StVO.

    Die laut WiWo fünf in 2018 am häufigsten frequentierten Einkaufsstraßen sind alles reine Fußgängerzonen ohne jeglichen Fahrzeugdurchgangsverkehr. Diese Citys haben sich nicht nur durch ein paar einfache "Verkehrsverbot für Kraftfahrzeuge"-Schilder gechanged.

    In Spandau hatte man ähnliches probiert. Das die dortige Fußgängerzone nicht zum flanieren einlädt, liegt weniger an den rücksichtslosen Fahrzeugführern als an der Konkurrenz unzähliger Einkaufszentren und der dezentralen Struktur Berlins mit wenig Strahlkraft der einzelnen Straße ins Umland. Selbst Alex oder Tauenzien ziehen deshalb nur je halb so viele Publikum an wie die Georgstraße in Hannover(!). Dazu kommt ein geändertes Einkaufsverhalten, das die Zahl klassischer Kaufhäuser als Ankeranbieter massiv ausgedünnt hat, siehe hier die Wilmersdorfer.

  17. 22.

    Mit Lastenrädern für Handwerker kann man problemlos 250kg transportieren. Die haben auch einen Elektromotor, so dass 20km flott geschafft sind. Mehr Rütteln als im Auto tut es auch nicht. Geld vom Staat für die Anschaffung gibt es auch.

  18. 21.

    Ein erster Mini-Schritt. Das Tempo muss allerdings erhöht werden, damit Berlin zu einer lebenswerten, autoarmen Stadt wird!

  19. 20.

    Oder der Arbeitgeber der dummerweise auf die andere Seite der Stadt zieht. Deswegen ziehe ich noch lange nicht um.
    Der Gedanke hinkt, die Straßen wurden erst voller als man kürzlich für die BVG wertvollen Platz verschwendete, zudem den Radwegen die Schilder abschraubte, den zunehmenden Geschäften keine Lieferzonen einplante, so dass Lieferanten in der zweiten Reihe anliefern. Somit hat man es geschafft die Stadt voller WIRKEN zu lassen und zugleich Gefahrensituationen, wie Inseln in der Mitte der Fahrbahn zu schaffen. Die Anzahl der Menschen die zur Arbeit fahren hat sich nie geändert, man sollte man ansetzen die Straßen z.B. der 90er wiederherzustellen. Mit anderen Worten, der Senat ERWECKT den Eindruck durch künstliche Staus, dass es viel zu viel Individualverkehr gibt. Aber ich gebe ihnen Recht man kann Hartz-IV anmelden und braucht nicht mehr durch die Stadt, müsste klappen... habe ich mir verdient nach 40 Arbeitsjahren, ach nee gibt ja Fachkräftemangel...

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