Tausende Schüler nehmen zusammen mit der schwedischen Klima-Aktivistin Greta Thunberg an der Fridays for Future Demonstration teil. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 19.07.2019 | Max Kell | Bild: dpa/Paul Zinken

"Fridays for Future"-Demo in Berlin - Greta Thunberg: "Wir werden nie aufhören"

Eine große Last bei jungen Menschen spürt Greta Thunberg, wenn es um den Kampf für mehr Klimaschutz geht. Bei der "Fridays for Future"-Demonstration in Berlin forderte die 16-jährige Aktivistin Durchhaltevermögen, bat aber auch die ältere Generation um Mithilfe.

Die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg hat Mitstreiter dazu aufgerufen, weiter für den Klimaschutz zu protestieren.

"Wir werden nie aufhören", sagte die 16-Jährige am Freitag in ihrer Rede bei der "Fridays for Future"- Kundgebung im Berliner Invalidenpark. Es gebe ihr Hoffnung, dass so viele Menschen für das Klima auf die Straße gingen. Sie sprach mehrere Minuten zu den Schülern und Klimaaktivisten.

Laut Organisatoren von "Fridays for Future" beteiligten sich zwischen 3.000 und 4.000 Teilnehmer an der Demonstration im Regierungsviertel. Die Polizei nannte keine Zahl.

Mehr als 20.000 Teilnehmer im März

Mit Blick auf die "Fridays for Future"-Demonstrationen sprach sich Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) in ihrer Sommerpressekonferenz unterdessen für eine Bepreisung von Kohlendioxid (CO2) aus [tagesschau.de]. "Durch die Bepreisung können Innovationen angereizt werden", sagte Merkel. Den jungen Menschen, die sich an den Klimaprotesten beteiligen, könne sie deshalb sagen, dass "mit Hochdruck" an Lösungen für mehr Klimaschutz gearbeitet werde.

Thunberg kam zum zweiten Mal zu einem Klimaprotest nach Berlin. Seit Monaten demonstrieren weltweit vor allem Schüler und Studenten freitags, um auf den Klimawandel aufmerksam zu machen. Die Bewegung geht auf eine Protestaktion Thunbergs zurück.

Ende März sprach Thunberg schon Mal in Berlin auf einer Veranstalter von "Fridays for Future". Die Veranstalter der Demonstration sprachen von mindestens 25.000, die Polizei von mehr als 20.000 Teilnehmern. In ihrer kurzen Rede auf der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor warf die 16-jährige Thunberg den älteren Generationen Versagen vor. Diese hätten es versäumt, die größte Krise der Menschheit anzugehen, sagte sie auf Englisch. "Wenn wir sagen, dass wir Angst vor der Zukunft unserer Zivilisation haben, dann tätscheln sie uns den Kopf und sagen: 'Alles wird gut, macht euch keine Sorgen'. Aber wir müssen uns sorgen, wir müssen in Panik verfallen", sagte die Schülerin weiter.

Die berühmteste Klimaaktivistin der Welt

Thunberg hatte die weltweite "Fridays-for-Future"-Bewegung im vergangenen Sommer vor dem schwedischen Reichstag in Stockholm mit Protesten gegen die Klimakrise angestoßen.

Nach einer beispiellosen Karriere als Klimaaktivistin wird sie sogar für den Friedensnobelpreis gehandelt. Auf der Weltklimakonferenz im Dezember in Polen sprach sie mit UN-Generalsekretär António Guterres, auf dem Weltwirtschaftsforum in Davos redete sie den Mächtigen der Welt ins Gewissen. "Ich will, dass ihr in Panik geratet. Ich will, dass ihr dieselbe Angst spürt, die ich jeden Tag spüre!" rief sie den Teilnehmern eines Klima-Fachforums zu. Dass ihr in diesem Moment in einem kleinen Sitzungssaal in Davos nur knapp 60 Menschen zuhörten, konnte die Welle nicht aufhalten, die sie mit ihren Worten auslöste und die rund um den Erdball lief.

Sendung: radioeins, 19.07.2019, 5.00 Uhr

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113 Kommentare

  1. 113.

    Zitat rbb24:
    "Das stimmt nicht ganz: Unter den zehn größten Klimasündern in Europa sind sieben deutsche Kohlekraftwerke, ein polnisches, ein bulgarisches und die Fluglinie Ryanair. Auch wenn das polnische Kraftwerk Belchatow auf Platz eins liegt, bleiben die deutschen Kraftwerke insgesamt die größten Klimasünder in Europa.mehr..."

    Das wiederum ist auch nur die halbe Wahrheit, lieber RBB, da Ihre Zahlen Absolutwerte sind. Da ist es rechnerisch wohl logisch, dass die größten Kraftwerke (mit der größten elektrischen Leistung) auch das meiste CO2(absolut) ausstoßen. Das sagt gar nichts über das CO2 pro MW erzeugter Energie aus !!

  2. 112.

    Wo soll denn bitte der Strom für die Elektroheizungen herkommen? Die erzeugte Energie der erneuerbaren hat Vorfahrt. Das heißt, dass die Kraftwerke (Kohle, Atom) bei viel Wind und Sonne gedrosselt werden. Dennoch können wir uns damit nicht rund um die Uhr versorgen, erst recht nicht im Winter. Heizungen braucht man nunmal aber nicht im Sommer. Das nächste sind die Elektroautos. Wenn jeder 2. eins fahren würde, dann würden wir den Strombedarf nachts wahrscheinlich verdoppeln. Gestern Nacht wehte kein Lüftchen und die Sonne scheint nur am Tag. Wo kommt der Strom in der Nacht her, wenn es keine Atomkraftwerke und keine Kohlekraftwerke mehr gibt? Ja, ich weiß... aus der Steckdose....
    Es lebe der Sachverstand und die, die damit umgehen können. ;-)

  3. 111.

    Genau deswegen ist Schweden ja auch den Weg gegangen, Einkommenssteuern zu senken und im Gegenzug die Verbrauchssteuern (CO2-Steuer zählt mit rein) zu erhöhen. In Deutschland ist das natürlich völlig undenkbar, da bleibt es bei der Erhöhung und als Alibi werden Kleinstbeträge als "Ausgleich" an eine ausgesuchte kleine Klientel verschenkt. Die Arbeiterfamilie, die nicht so begütert ist und vielleicht noch zur Arbeit/Schule pendeln muss, zahlt wieder massiv drauf. Und dann wundern sich die Sozialdemokraten, dass keiner sie mehr wählt.

  4. 110.

    1. Die Schweden/Norweger haben weniger Einwohner
    2. Die Schweden/Norweger haben größeres Land
    3. Die Schweden/Norweger haben mehr natürliche Ressourcen
    4. In Schweden/Norwegen hat der Souverän noch etwas mitzureden
    ...
    5. Deutschland: Wie war das mit den Pellets?

  5. 109.

    CO2-Steuer = Umverteilung von arm nach reich. Sie wird alle Produkte teurer machen, und das zahlen alle einschl. der Allerärmsten. Das zusätzlich eingenommene Geld kann der Staat dann durch Senkung der EInkommensteuersätze an die Reichen verteilen, untere Einkommen haben davon wenig und Transferempfänger sowieso gar nichts. Deswegen (und nur deswegen) sind auch die Reichenlobby-Parteien CDU und Grüne so dafür.

  6. 108.

    "...noch schockierender als die vierzig Prozent Atomkraft fand ich die weite Verbreitung von Elektroheizungen..."
    Genau das wird aber die Zukunft werden, vor allem in den Städten. Holz steht als Heizmaterial gar nicht ausreichend zur Verfügung und belastet die lokale Umwelt mit Schadstoffen. Erdwärme, die auch mit wenn auch weniger Strom betrieben wird, ist nicht überall möglich. Öl und Gas fallen langfristig weg, Kohle ist eh verpönt. Was bleibt dann noch? Genau: Elektroheizkörper. Die sind gar nicht mal so ineffizient, wie es immer dargestellt wird und verursachen vor allem keine Nebenkosten. Keine Inspektion des Kessels, kein Schornsteinfeger, keine Wärmeverluste in den Wasserrohren zum Heizkörper. In Norwegen sind Elektroheizungen noch viel verbreiteter als in Schweden und faktisch in jedem Haus zu finden. Bei uns sind diese nur wegen des enorm hohen Strompreises nicht rentabel.

  7. 107.

    Vielen Dank für den Link zum Beitrag auf Inforadio. Ein wohltuend unaufgeregtes, differenziertes Gespräch, das man nur jedem empfehlen kann, der Schweden als leuchtendes Vorbild darstellt (noch schockierender als die vierzig Prozent Atomkraft fand ich die weite Verbreitung von Elektroheizungen). Das entschuldigt natürlich nicht, nichts zu tun. Aber so einfach wie "Kohleausstieg sofort", "Steuern hoch", "Nur noch Elektroautos" ist die Sache eben leider nicht.

    Nebenher: Vor vierzig Jahren gingen viele junge Menschen auf die Straße, weil sie ANGST hatten vor Atomkraftwerken und nachfolgenden Generationen nicht Berge von ewig strahlendem Atommüll hinterlassen wollten. Heute (NACH Tschernobyl und Fukushima!) scheint das nicht mehr so zu schrecken, denn Atomkraftwerke setzen ja weniger Kohlendioxid frei als Kohle- oder Gaskraftwerke.

  8. 106.

    Der Gretahype hängt hier eng mit der überproportionalen Präsenz der Grünen in den Medien, der Wahlschlappen der Altparteien und der Suche der Jugend nach einer einfachen Weltsicht zusammen. Der Hype legt sich, wenn diese für Steuer- und Energiekostenerhöhungen demonstrierende Jugend in ein paar Jahren die Effekte selbst zahlen muss und keine Vorteile für sich erlangt, wenn der Arbeitsweg, das Wohnen usw. eben noch teurer bzw. zum Arbeitne schon zu teuer wird usw. Merkel beklatscht die Jugend, weil diese ihr den ganzen Weg für Steuererhöhungen ebnet und die Jugend merkt nicht, dass sie das selbst betrifft. Man fordert ja auch nur Klimapolitik von den anderen und nicht von sich selbst, also warum sollte einen denn überhaupt mal betreffen... Die wissen ja auch nicht, dass unsere Wirtschaft jetzt schon massiv absackt. Das betrifft ja die unsympathischen Älteren.

  9. 104.

    Danke für den Link! Sehr schönes Interview. Ich kann es aus meinen Gesprächen mit Schweden auch genau so bestätigen, Greta spielt mit ihren Ansichten faktisch keine Rolle, die meisten Schweden lächeln eher drüber, sind aber zu freundlich, sich weiter drüber auszulassen. Der Hype ist ausgeblieben, weil die Schweden es realistischer sehen. Man spart sowieso Energie, wo man kann, wird deshalb aber nicht zum Klimagläubigen. Die Schweden lieben halt auch große Autos, obwohl der Sprit dort wahnsinnig teuer ist, Diesel meist sogar teurer als Benzin. Stromheizungen sind tatsächlich weit verbreitet, Öl zu verheizen ist quasi unbezahlbar (wegen CO2-Steuer), Gas gibt es faktisch nicht. Somit kommen als Alternative realistisch nur Holzpellets in Frage. Wer Elektroheizkörper hat, betreibt in der Regel aber zusätzlich eine Luft-Luft-Wärmepumpe, die zumindest in der Übergangszeit sehr effizient ist, im Winter aber nicht ausreicht. Also alles in Butter in Schweden!

  10. 102.

    Wir Alten hätten auch vor Jahrzehnten schon umweltbewußter leben können. Das wurde aber immer verlacht und als Öko-Spinnereien abgetan. Einer 16-jährigen so plump zu kommen ist eine wahre Heldentat. Wie sind Ihre Kinder so drauf? Haben die keine Sorgen deswegen? Was tun Sie persönlich für die Umwelt? Wie reagieren Sie auf Fragen Ihrer Kinder? Wissen Sie, es ist immer einfach andere Menschen beurteilen zu wollen, während man selber so tut, als wäre alles i. O. Warum sind Sie so aggressiv gegen dieses Mädel? Und warum wollen Sie jetzt bestimmen, wie sie ihre Reisen und Vorträge zu gestalten hat? Etwas weit aus dem Fenster gelehnt, gelle? Aber Menschen reagieren oft panisch und abwehrend, wenn sie sich in die Enge getrieben fühlen. Ist schon okay. So wie man Greta kennengelernt hat, würde sie bestimmt tolerant und verständnisvoll reagieren ;-)

  11. 101.

    Greta ist schon längst in Schweden ein alter Hut.
    Quelle Inforadio:
    In Zeiten von "Fridays for Future": Klimapolitik in Schweden
    https://www.inforadio.de/programm/schema/sendungen/weltsichten/201906/02/342336.html

  12. 100.

    Greta hätte natürlich auch per Videoschalte aus der elterlichen Küche sprechen können. Nicht absolut notwendige Reisen (außer per Fuß oder Fahrrad) zu vermeiden, ist sowieso ein prima, sehr effizienter Beitrag zur CO2-Einsparung und damit zum Klimaschutz.

    Aber Greta ist natürlich wichtig. Und dass sie durch die Welt reist ist wichtig. Leider finden auch viele, viele andere Menschen sich selbst und ihre (Urlaubs-, Geschäfts-) Reisen oder sonstigen Fahrten wichtig und unvermeidlich. Mit dem Verzicht sollen doch erstmal die anderen anfangen, die bestimmt nicht so bedeutend sind. (Und gegen die neue Bahnstrecke oder das Windrad vor der eigenen Haustür wird natürlich durch alle Instanzen geklagt. Das geht doch nun wirklich nicht. Nicht hier. Not in my backyard.)


  13. 99.

    Das ist eine stark manupulierte Diskussion, wenn nur einer, der diese hysterischen Demos in Frage stellt, etwas schreiben kann, und alle anderen Post in der Richtung gelöscht werden. Das ist bestimmt die Meinungsfreiheit, die das löschen notwendig macht. :)))

  14. 98.

    An zahlreichen Friedendemonstrationen der frühen achtziger Jahre habe ich mich beteiligt (meint: bin mitgelaufen, habe auch Transparente getragen). "Spaß und Gemeinschaftsleben" hielten sich dabei allerdings in Grenzen (es fühlt sich auch nicht jeder wohl, wenn er Teil einer Masse sein kann).

    Tut mir leid, dass ich Ihre Klischeevorstellungen nicht bedienen kann.

  15. 97.

    Ja, das ist auch verstörend. Sitzen gemütlich auf der Couch, streiten den Klimawandel ab und machen sich lustig über verängstigte Kinder und Jugendliche, die täglich die Meldung über den Klimawandel und die weltweite Umweltzerstörung verkraften müssen. Viele dieser Ignoranten sind nicht mehr die Jüngsten, oft auch kinderlos. Was interessiert sie, was in 20/30 Jahren ist? Das erleben sie selber nicht mehr und nach mir die Sinflut. Das ist schrecklich, da haben Sie recht.

  16. 96.

    "Kein besseres Argument, um zu stänkern?" Mal ganz wertfrei betrachtet, sollten doch die, die sich moralisch über alle anderen erheben, mit besonders gutem Beispiel voran gehen, oder?
    Mich stören nicht wirklich die Demonstrationen an sich, die haben viel Gutes. Was unerträglich ist, ist die absolute Überheblichkeit und Kompromisslosigkeit dieser jungen Damen und Herren. Umwelt- und Klimaschutz hatten niemals einen höheren Stellenwert in Politik und Gesellschaft als heute. Wollen wir alle aber einen Lebensstandard oberhalb dem eines Dritte-Welt-Landes behalten, sind nun mal Kompromisse und Umstellungszeiten notwendig. Würde man den Forderungen dieser Damen und Herren folgend jetzt und kompromisslos alles umstellen, dann wäre die Zukunft der Jugend erst recht zerstört und zwar so sehr, dass sie für Gedanken an Umwelt- oder Klimaschutz im Kampf ums Überleben gar keine Zeit oder Energie mehr hätten.

  17. 95.

    Ich bin schon etwas erschrocken wie einige Kommentatoren reagieren.
    Was interessiert mich die Zukunft meiner Kinder,Enkel und Urenkel.
    Nur ich ich ich-schrecklich.

  18. 94.

    Das Tolle ist, dass Greta weitermachen wird, egal wie sehr Sie mit Dreck beworfen wird. Solche jungen Menschen brauchen wir. Die sich engagieren, über den Tellerrand schauen und nicht nur verblödend vor ihren Smartphones hocken und nichts zustande kriegen. Das läßt hoffen, dass die Verdumpfung vor den Medien nicht alle infiziert hat. @Matthias-Prenzlauer Berg: Ich kenne keinen einzigen Jugendlichen, der ständig neue Smartphones bekommt. Das sind Klischees. Wir Eltern können und wollen uns das gar nicht leisten. Und dieses ewige Gemeckere mit dem Müll: ja, es bleibt auch nach den fff-Demos Müll liegen. Könnte noch besser laufen. Aber bedankt sich das Fußball-Volk nach Public-Viewing bei der BSR? Der Weihnachtsmarktbesucher? Was soll denn der Quatsch? Diese Sprüche sind wirklich kindisch. Kein besseres Argument, um zu stänkern? Traurig.

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