Frieder Otto Wolf, Präsident des humanistischen Verbandes und Ines Scheibe, Präsidiumsmitglied des humanistischen Verbandes, halten am 27.03.2017 ein Plakat mit Thesen an das Abgeordnetenhaus in Berlin. (Quelle: dpa/Sophia Kembowski)
Bild: dpaZSophia Kembowski

Körperschaft des öffentlichen Rechts - Humanisten werden in Brandenburg der Kirche gleichgestellt

Die Landesregierung in Potsdam hat den Humanistischen Verband nun auch in Brandenburg als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt. Die Urkunde soll am Mittwoch in der Landeshauptstadt übergeben werden, teilte das Kulturministerium am Dienstag mit.

Der Verband mit mehr als 15.000 Mitgliedern und 1.300 hauptamtlichen Beschäftigten vertritt die Interessen von Konfessionsfreien. Mit der Anerkennung werden die Humanisten den christlichen Kirchen und der Jüdischen Gemeinde gleichgestellt.

"Dies ist eine Anerkennung unseres beständigen Engagements für die Interessen religionsfreier Menschen in Brandenburg" teilte Verbandssprecher Thomas Hummitzsch mit. In Berlin und nun auch in Brandenburg könne der Verband mit der Anerkennung der Körperschaftsrechte leichter soziale und pädagogische Einrichtungen betreiben.

Verband will auf Steuern verzichten

Der Humanistische Verband Berlin-Brandenburg bietet den Angaben zufolge in Berlin und Brandenburg humanistische Lebenskunde an Schulen an, organisiert Jugend-, Namens-, Hochzeits- und Bestattungsfeiern. Außerdem betreibt der Verband mehr als 25 Kindertagesstätten sowie eine eigene Fachschule für Sozialpädagogik, drei Betreuungsvereine, zwei Sozialstationen und fünf Hospize.

In Berlin besitzt der Verband seit dem 1. Januar 2018 die Körperschaftsrechte, in Brandenburg erhält er sie zum 3. Juli 2019.

Mit dem Körperschaftsstatus für Religions- und Weltanschauungsgemeinschaften sind Privilegien verbunden wie die Möglichkeit, öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse zu begründen, Steuern zu erheben und Mitspracherechte in Gremien zu erhalten. Wie schon in Berlin wolle der Verband auch in Brandenburg darauf verzichten, Steuern zu erheben und öffentlich-rechtliche Dienstverhältnisse zu begründen, erklärte der Sprecher.

Sendung: Brandenburg Aktuell, 02.07.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Mal eine Frage:
    Bezahlen die Mitglieder dann ähnlich der Kirche den Zehnt auf dem Lohnzettel oder geht das gratis-punkt-de?

  2. 6.

    Die Humanisten dürfen es jetzt, haben aber bereits ausdrücklich erwähnt, dass sie keine Steuern erheben werden.

  3. 5.

    Ich finde es auch nicht gut, dass die Humanisten jetzt Steuern erheben dürfen. Besser fände ich es wenn man den Kirchen diese Rechte aberkennen würde. Mitgliedsbeiträge eintreiben können die doch auch selbst.

  4. 4.

    Auch Humanisten vertreten wichtige Werte, die unserer Gesellschaft dienlich sind. Gerade in unsere pluralistischen Welt ist es meiner Meinung nach sehr wichtig, den Humanismus als Weltanschauung und Körperschaft anzuerkennen. Gerade in unserer atheistisch geprägten Welt sollten Christen sich freuen und froh sein, dass der Humanistische Verband wichtige Werte wie Toleranz lebt und vertritt.

  5. 3.

    "Christliche Werte" sind auch nur von wesentlich älteren humanistischen Werten abgekupfert. Dieser Etikettenschwindel und perfide Alleinvertretungsanspruch der Großkirchen in Sachen "Werte" ist also anmaßend. Und er ist genauso unter der Gürtellinie wie Ihre Beleidung "gottlose Gesellen". Was soll das? Wenn solche Beleidigungen Ausdruck christlicher Werte sind, halte ich es für richtiger unsere atheistische Werte zu verteidigen, anstatt auf diese Weise das Christentum auch noch zu fördern.

  6. 2.

    Meiner Meinung nach ist es falsch, diesen gottlosen Gesellen eine solche Anerkennung zuteil werden zu lassen. Im Prinzip ist es sogar ziemlich eigenartig, wenn man eine Gruppierung, die Religion ablehnt, so wie eine Kirche behandelt. Ich würde es viel wichtiger finden, unsere christlichen Werte zu verteidigen und nicht auf diese Weise den Atheismus zu fördern.

  7. 1.

    Eine frohe Botschaft. Ich gratuliere!

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