Zwei mit Gummihandschu bedeckte Finger halten eine Ecstasy-Pille (Quelle: dpa/Hannah Wagner)
Video: Abendschau | 10.07.2019 | Dörte Störmann | Bild: dpa/Hannah Wagner

Ecstasy-Konsum bei Kindern und Jugendlichen - Stadtrat will Drogenaufklärung ab der siebten Klasse verankern

11 bis 14-Jährige nehmen laut dem Jugend-Stadtrat von Marzahn-Hellersdorf vermehrt Ecstasy. Dagegen soll der Bezirk nun vorgehen. Andere Bezirke haben mit Ecstasy bei Jugendlichen offenbar kein Problem, bei anderen Drogen schon. 

Der Berliner Bezirk Marzahn-Hellersdorf will verstärkt dagegen vorgehen, dass Schüler Drogen nehmen. Schulstadtrat Gordon Lemm sagte dem rbb am Mittwoch, man wolle mit Hilfe der Polizei verhindern, dass Drogen auf dem Schulhof verkauft werden.

Am Dienstag hatte Lemm im rbb erklärt, dass Kinder und Jugendliche im Alter von 11 bis 14 Jahren vermehrt Ecstasy konsumierten – innerhalb eines Zeitraums von wenigen Monaten habe es "vermehrte Einzelfälle" gegeben. Darüber habe ihn die Suchtberatungsstelle des Bezirks informiert. Die Entwicklung sei "besorgniserregend" und habe ihn dazu veranlasst, die Eltern über Facebook zu warnen.

Drogenaufklärung ab der siebten Klasse

Lemm sagte dem rbb am Mittwoch außerdem, dass er sich mit Schulen in Verbindung gesetzt und Lehrer direkt angesprochen habe. "Ich habe sie gefragt: 'Habt ihr das auf dem Schirm?' Normalerweise wird in der achten oder neunten Klasse auch im Rahmen des Unterrichts darüber gesprochen – offensichtlich müssen wir bereits in der siebten Klasse damit anfangen", so Lemm. Die Schulen hätten zugestimmt, dass sie viel früher damit anfangen müssten.

"Diese Kampfpreise, das ist völlig absurd"

Lemm zeigte sich im Gespräch mit dem rbb "total überrascht" über die Entwicklung und über das Alter der Konsumentinnen und Konsumenten - und über die Preise: 1,50 Euro oder 3 Euro pro Pille. "Diese Kampfpreise, das ist völlig absurd. Deswegen mussten wir da irgendwas tun", so Lemm. Jetzt müsse man sich auch auf der strafrechtlichen Seite fragen: "Wo kommt das Zeug her? Wer vertickt es für solche Preise?"

Woldeit (AfD) will "massiven Paradigmenwechsel" bei Drogenbekämpfung

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende der AfD, Carsten Woldeit, forderte im rbb einen "massiven Paradigmenwechsel" in der Bekämpfungspolitik von Drogen. "Wir fordern hier ganz klar eine Nulltoleranzpolitik."

Mario Czaja, für die CDU im Berliner Abgeordnetenhaus, sagte im rbb: "Es muss Aufklärung im Unterricht stattfinden, sowohl gegenüber den Eltern, als auch in den Unterrichtsfächern."

Ecstasy in anderen Bezirken offenbar kein Problem

In anderen Berliner Bezirken konsumieren Minderjährige offenbar kaum Ecstasy. Lemm habe dazu mit Kollegen aus den anderen Bezirken gesprochen. Die Jugendstadträte von Steglitz-Zehlendorf, Spandau und Charlottenburg-Wilmersdorf bestätigten das auf Nachfrage von rbb|24. Auch aus Reinickendorf hieß es am Mittwoch schriftlich: "Bezirksstadtrat Tobias Dollase (parteilos, für CDU) teilt mit, dass bislang keine Fälle von Ecstasy-Konsum von Kindern dem Jugendamt gemeldet worden sind."

Die Landesdrogenbeauftragte in Berlin, Christine Köhler-Azara, erklärte in einer Mitteilung an rbb|24: "Die Situation, wie sie sich in Marzahn-Hellersdorf darstellt, ist für Berlin ungewöhnlich. Aus anderen Bezirken kennen wir das Problem so nicht. Grundsätzlich ist der Konsum von Ecstasy bei 12-13-jährigen Kindern eher ungewöhnlich."

Andere Drogen konsumierten Jugendliche aber durchaus. In Steglitz-Zehlendorf sei eher Kokain auf Haus-Partys ein Problem, wie Carolina Böhm, Jugendstadträtin des Bezirks, rbb|24 sagte. Konkrete Zahlen nannte sie nicht. In Charlottenburg-Wilmersdorf werde Cannabis als Einstiegsdroge konsumiert, es würden aber nicht vermehrt Fälle registriert, so Heike Schmitt-Schmelz, die dortige Jugendstadträtin. "Alkohol und Zigaretten gehen zurück", meint auch der Marzahn-Hellerdorfer Lemm, "aber Cannabis ist ein weit verbreitetes Rauschmittel."

Beitrag von Vanessa Klüber

Kommentar

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39 Kommentare

  1. 38.

    Auch hier sind Sie, wie immer und überall, als autoritär-rigide Aufklärerin prompt dabei. Danke für Ihren missionarischen Einsatz. Ich bin im Bilde und muss zum Glück nicht doof sterben^^

  2. 35.

    Das hat ein Kommentarbereich so an sich. Dass man das liest, was man nicht lesen möchte, liegt daran, dass hier jeder seine Meinung im Recht sieht. Unsere Gesellschaft funktioniert leider nicht ohne Dogmen.

  3. 34.

    Das wir uns zur Pride am 27.07. sehen unter all den Schwestern, wage ich zu bezweifeln. Ich könnte ja eventuell eine Hundemaske tragen. Aber ich belle dann gerne für Sie;-)

  4. 33.

    Das Problem hat @Schwester Constructa? Okay... Ich habe viele Ihrer Kommentare, auch zu anderen Themen, gelesen und empfinde viel eher Sie als rechthaberisch und dogmatisch. Und niemand sollte sich vor Anregungen anderer verschließen, man lernt nämlich nie aus. Es gibt übrigens viele interessante Dinge zu lesen, die über das offene Gespräch mit Kindern über Drogen informieren. Einfach ein Tabu daraus zu machen ist keine Lösung und macht Kinder stumm. Das ist die größte Gefahr.

  5. 32.

    Ich lese Ihre Kommentare sehr genau, vielleicht treffen wir uns auf dem CSD am 27.7 und unterhalten uns über Ihr Leben in Charlottenburg, Ihr Problem, was Sie haben, wenn nicht jemand Ihrer Meinung ist. Und das Sie sich zur "Schwester" erklärt haben, ist aus Ihren früheren Offenbarungen hier eindeutig zu erkennen.

  6. 31.

    Eines möchte ich zu guter letzt doch noch anmerken. Nicht nur was die Verweigerung jemals ein Auto und den damit verbundenen Führerschein betrifft, habe ich mich auch sehr früh, gerade wegen meiner verkorksten Kindheit als Frühwaise dafür entschieden, niemals zu heiraten und vor allem keine eigenen Kinder zu zeugen. Selbst wenn ich es im Leben zu Reichtum gebracht hätte, so hätte ich damit verbunden sicher eine Handvoll Adoptivkinder als Familienmitglieder aufgenommen. Arrogante Personen, seien es männliche als auch weibliche waren mir schon immer zuwider.

  7. 29.

    Sie geben mir keinen Zündstoff. Und ich gebe den Vorschlag nur zu gerne an Sie zurück, Sie haben doch Kinder oder? Ansonsten lesen Sie Ihre Bücher und ich verbringe die Zeit mit meinen Kindern. Ich wünsche Ihnen einen entspannten Sonntagabend:)

  8. 28.

    Eigentlich möchte ich Ihnen nicht noch mehr Zündstoff für Ihre Kommentare liefern. Hat im übrigen @ Crissy sehr schön mit ein paar knappen Sätzen hier erledigt. Einen Vorschlag hätte ich allerdings noch. Verbringen Sie doch anstatt hier wild Ihre Kommentare abzulassen, lieber die Zeit mit Ihrer Tochter. Nur so ein gut gemeinter Rat. Oder setzen sich in Ihr Auto und fahren durch das ruhige entspannte Berlin.

  9. 26.

    Und dann gibt es noch die Eltern, die ihre Kinder erfolgreich groß bekommen, mit ihnen im Gespräch bleiben, Anteil an ihrem Alltag nehmen UND gute Lektüre genießen. Muss sich nicht ausschließen. Nichts ist unmöglich^^

  10. 25.

    Ich habe es endlich geschafft Ihr Buch zu Ende zu lesen.Interessant fand ich die Passage, wo Sie mich aufgeklärt haben was es zu kaufen gab und welche Wirkung es erzielte. Dankeschön. Mit meinem schmalen Horizont und meiner Kleingeistigkeit und meinen Präventionsmaßnahmen , habe ich es geschafft, das aus meinen Kindern etwas wurde. Und das ganz ohne Joga ( ach nein , ich meinte Yoga) und Meditation. Aber die modernen Eltern von heute, klotzen ja lieber auf Ihr Smartphone oder vertiefen sich in guter Lektüre, als sich mit Ihren Kindern auseinander zu setzen und zu diskutieren. Aber heute drückt man einem Grundschulkind lieber ein Notebook und ein Smartphone in die Hand und überlässt sie ihrem Schicksal. Und dann ist das Geschrei der Eltern groß. " ach ich habe gar nicht mitbekommen, was da an der Schule los ist"
    Es ist schon traurig........

  11. 24.

    In der Erziehung erklärt man Drogen für tabu und alles geht klar? Das ist kindisch. Natürlich wollen alle verhindern, dass ihre Kinder mit Drogen in Kontakt kommen, oder sie selber konsumieren. Leider ist das illusorisch. Besonders Eltern wiegen sich diesbezüglich oft naiv in Sicherheit. Anstatt Drogen zum Tabuthema zu machen, muss das thematisiert werden und es müssen dringend Präventivmaßnahmen erfolgen. Eltern, Lehrer, Schulleitungen, Drogenberatung-alle gemeinsam an einem Strang ziehend. Es nehmen so viel mehr Kids Drogen, als sich viele Eltern vorstellen können. Und darum geht es hier.

  12. 23.

    Yoga und Meditation sind Schwachsinn? Oje. Wie kann man nur so oberflächlich etwas abtun, was man selber eindeutig gar nicht kennt und einordnen kann. Naivität gepaart mit Ahnungslosigkeit-Sie scheinen gar keinen realistischen Einblick in die Welt junger Menschen zu haben. Sonst wüßten Sie, dass Jugendliche mit dem Thema Drogen im Alltag permanent auf die eine oder andere Art konfrontiert sind. @Schwester Constructa erwähnte es bereits, "Speed" war früher in West-Berlin sowas von frei verkäuflich. Z.b. Cappys hatten viele in der Tasche, um nachts durchtanzen oder die nächste Klausur besser überstehen zu können. Manchmal ist es wirklich besser, einfach mal nicht zu kommentieren. Ihr Kommentar ist unterirdisch. Trotzdem alles Gute.

  13. 22.

    Wenn Sie schon in Bezug auf Yoga ( nicht Joga) in einem Atemzug hier von Schwachsinn schreiben, zeigen Sie deutlich, wie schmal Ihr Horizont ist und wie kleingeistig Sie doch sind. Nochmal, lesen Sie den Artikel bevor Sie mir mit sowas daherkommen. Es geht um Aufklärung über Drogenkonsum und dringend nötige Präventionsmaßnahmen für Kinder und Jugendliche hier. Da kann es auch durchaus hilfreich sein z.B. Yoga an Schulen anzubieten. So wie der User @ wisdom drüber geschrieben hatte und ich ihn freundlichst darauf geantwortet hatte, was aber zum puren Missverständniss geführt hat. Wie man ja hier nachlesen kann. Aber ich denke, all die guten Worte prallen bei Ihnen vollkommen ab. So nebenbeibemerkt, ich habe mich nun eindeutig hier zur „Schwester“ erklärt und das aus gutem Grunde. Dreimal dürfen Sie Raten.

  14. 21.

    Und wieder solch diffuse Anmerkungen. 1. Lesen bildet. 2. habe ich sehr deutlich von einer Zeit( Ende d.60er Anfang der 70er Jahre) geschrieben, wo es möglich war sich mit Speed Rezeptfrei eindecken zu können in den Apotheken und nicht jetzt in der Gegenwart. Sicher nicht an Jugendliche, aber an ab 18 jährige. Eltern kauften für ihre Kinder „An Eins“ um deren Leistungsfähigkeit zu steigern. So stand es sogar auf dem Beipackzettel. Bevor Kokain bei den Prostituierten in Mode kam, war Captagon die Droge Nr.1 Damit konnte man stundenlang wach bleiben und Alkohol bis zum Abwinken trinken. Wollen Sie mir etwa hier weismachen, Speed gäbe es heute nicht? Na, was ist denn Ecstasy Ihrer Meinung nach? Die Techno Droge Nr.1 schlechthin. Im übrigen konnte man in Holland auch damals noch frei reines Pervetin ( Hitler gab es seinen Soldaten zum Durchhalten)erhalten. Leider ist Ecstasy weit verbreitet, gerade unter Jugendliche. Wenn dann noch Alkohol mit ins Spiel kommt, dann Gnade Gott.

  15. 20.

    Was für ein Kommentar. Drogen in jeglicher Form sollten ein Tabu sein. Und da fängt es in in der Erziehung an. Ich selber bin in einigen Dingen gescheitert, aber für den Rest brauchte ich für meine Tochter keinen Joga oder Meditation Kurs oder irgendwelchen anderen Schwachsinn. Sondern einen schönen Urlaub an der Küste in DK ein paar Sparziergänge im Spandauer Stadtforst und offene Worte zu Hause. Und übrigens Speed war nie frei käuflich. Jedenfalls nicht im Westen.

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