Dervis Hizarci, Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus und seit 10.07.2019 neuer Antidiskriminierungsbeauftragter für die Berliner Schule, am 04.05.2017 (Foto: imago/ Malte Ossowski/SVEN SIMON
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Hizarci Nachfolger von Gomis - Neuer Antidiskriminierungs-Beauftragter für Berliner Schulen

Der Vorstandsvorsitzende der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus, Dervis Hizarci, wird neuer Antidiskriminierungsbeauftragter für die Berliner Schulen. Der Pädagoge trete seinen Dienst Anfang August in der Senatsbildungsverwaltung an, teilte die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie am Mittwoch mit. Hizarcis Vorgängerin, die Lehrerin Saraya Gomis, hatte Mitte Juni nach drei Jahren im Amt ihren Posten überraschend aufgegeben.

Mit Dervis Hizarci gewinne die Bildungsverwaltung einen angesehenen Antidiskriminierungsexperten und engagierten Pädagogen mit hoher interkultureller Kompetenz, erklärte Berlins Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD). Er könne "hervorragend an die geleistete Arbeit und die Erfolge von Saraya Gomis anknüpfen", der es gelungen sei, die Berliner Antidiskriminierungsstelle deutschlandweit zu einem Vorbild zu machen.

"Vermittlung von Toleranz als Hauptaufgabe"

Hizarci kündigte an, er werde gegen jede Form von Diskriminierung gleichermaßen vorgehen und hierbei nicht hierarchisieren. "Gleichzeitig verstehe ich die Vermittlung von Toleranz als meine zentrale Aufgabe."

Bei Diskriminierung und Ausgrenzung dürfe es "kein Wegschauen oder Bagatellisieren geben", betonte die Bildungssenatorin.

Team zur Seite gestellt

Für seine Arbeit wird dem neuen Antidiskriminierungsbeauftragten künftig ein Team zur Seite gestellt. Zwei weitere halbe Stellen seien bereits ausgeschrieben worden, so die Bildungsverwaltung. Zusätzlich zum Antidiskriminierungsbeauftragten soll es künftig auch einen Anti-Mobbing-Beauftragten geben, wo den Angaben zufolge derzeit das Stellenbesetzungsverfahren läuft.

Hizarci wurde 1983 in Berlin-Neukölln geboren. Er ist Lehrer für Politik und Geschichte. Als Vorstandsvorsitzender der Kreuzberger Initiative gegen Antisemitismus verantwortete er maßgeblich den Aufbau der internationalen Ausrichtung und den jüdisch-muslimischen Dialog. Hizarci gehört außerdem dem Arbeitskreis gegen Antisemitismus des Berliner Senats an und ist Mitglied des jüdischen Sportvereins TuS Makkabi Berlin.

Sendung: rbb UM6, 10.07.2019, 18 Uhr

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7 Kommentare

  1. 7.

    Ich habe den Beitrag von Kurt Wilhelm nicht als "Lustig machen" verstanden. Er hat festgestellt, dass es früher ohne ging. Und das kann ich bestätigen. Und auch wenn es im Augenblick Mode ist, alles auf einen Rechtsruck zu schieben (man braucht ja ein politisch korrektes Feindbild), dürfte die Masse von Diskriminierungen wohl eher auf das Konto von Menschen aus dem Nahen Osten (Türkei und arabische Länder) und ihrem Nachwuchs gehen. Zumindest lassen die Berichte darauf schließen, dass in der Regel Nichtmuslime und darunter vor allem Juden gemobbt werden. Von daher halte ich es für zu stark vereinfacht, diese Problematik nur auf "Rechte" zu schieben. Wir müssen die Probleme endlich mal beim Namen nennen. Jeder weiß wo es herkommt, aber niemand traut sich es zu sagen. Gerade solche Samthandschuhe schüren Feindseligkeiten gegenüber Menschen mit Migrationsgrund.

  2. 6.

    Deutsche Redewendung: "Ein Tropfen auf dem heißen Stein."

  3. 4.

    Dass Sie sich über Antidiskriminierungsarbeit und -beauftragte lustig machen, zeigt nur, wessen Geistes Kind Sie sind.

    In Zeiten des Rechtsrucks ist solche Arbeit wichtiger denn je. Allerdings ist der sehr zaghafte und dürftige Ansatz mit einer(!) beauftragten Person, plus, oh, staune, zwei halben Stellen weniger als halbherzig. Zudem sind solche Beratenden und Beobachtenden nicht unabhängig. Die vielen Initiativen wie ReachOut, KOP, Rias kennen sich besser aus, sind besser vernetzt und vor allem: unabhängig. Es wäre besser, Frau Giffey würde auf Bundesebene die finanzielle Unterstützung vorgenannter Vereine sowie z.B. "Opferperspektive" in Brandenburg nicht gefährden und Zahlungsmittel kürzen bzw. einstellen. Ohne flächendeckende Unterstützung und Vernetzung bleiben die Initiativen und in erster Linie Adressat*innen von Ausgrenzung oder Hass alleingelassen. Ein Erstarken von Rassismus, Sexismus, Antisemitismus sowie Rechtsextremismus wird mit dieser Politik hingenommen.

  4. 3.

    Nicht zu vergessen, der Anti-Mobbing-Beauftragte kommt noch hinzu. Grund vielleicht verschiedene Vorfälle an Berliner Schulen, die Hausotter-Grundschule in Reinickendorf ist mir noch in Erinnerung.
    Aber da sagte die Schulleiterin, es war kein Mobbing, obwohl in der Elternschaft, die sich außerhalb der Schule traf, so etwas immer wieder hartnäckig behauptet wurde. Vielleicht kann ja RBB berichten, was schließlich das Ergebnis der Aufklärung war, die Müller ohne Ansehen der Person in Aussicht gestellt hat.

    Dass diese Schule eine hohe Migrationsquote aufwies, hatte ich nur im Internet gelesen. Mir geht es da wie dem von Merkel geschassten Maassen, ich lese dann schwerpunktmäßig nur die Westpresse.

  5. 2.

    Wieviele Schulen hat Berlin?

  6. 1.

    Komisch, als ich noch zur Schule ging, gab es keinen Antidiskriminierungsbeauftragten, da waren die Lehrer, der Hausmeister und die Reinigungskräfte, wenn es mal später wurde, aber einen, ach ist das Wort lang, ich lasse es lieber! Ja und ohne Helm bin ich Fahrrad gefahren, und? Aus mir ist ein normaler Mensch geworden! Aber heute? Ach, ich habe es vergessen, heute wird ja demonstriert und nicht mehr gelernt! Vielleicht braucht man deshalb so einen Antidis... ich hab es vergessen, vielleicht auch gut so!

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