Anwohner am Späti in Kreuzberg (Foto: rbb/Abendschau)
Video: Abendschau | 04.07.2019 | Arndt Breitfeld | Bild: rbb/Abendschau

Drohende Zwangsräumung - Kreuzberger setzen sich für Kult-Späti ein

An der Oranienstraße 35 haben sich am Donnerstagabend Anwohner aus dem Kiez in Kreuzberg versammelt, um für ihren Späti zu demonstrieren. Mehrere hundert Menschen waren anwesend.

Anlass ist eine drohende Zwangsräumung - veranlasst durch die Bauwerk-Immobilien-GmbH mit Sitz im Grunewald. Die Firma hat das Gebäude, in dem sich der Späti befindet, vor zwei Jahren gekauft. Danach sollte die Miete verdoppelt werden. Nachfragen des rbb dazu ließ Bauwerk am Donnerstag unbeantwortet.

Bereits 2017 Räumungsankündigung

Mitte vergangenen Monats hatte ein Gerichtsvollzieher der Betreiberin Zekiye Tunc eine Räumungsankündigung überbracht. Der Immobilienverwalter hatte schon 2017 eine Räumung angekündigt. Damals unterschrieben 3.000 Menschen eine Petition dagegen, der Späti konnte bleiben. Nun will Bauwerk in drei Wochen erneut räumen lassen.

Protest-Podest darf drei Monate stehenbleiben

Späti-Inhaberin Zekiye Tunc zeigte sich gegenüber dem erfreut, "dass so viele Leute da sind. Für meinen Laden ist es ganz wichtig – ich arbeite schon lange Zeit hier", so Tunc. Den Laden sollten ihre Kinder übernehmen, wenn sie in Rente geht.

Auf einem Protest-Podest hielten die Protestierenden Reden und spielten Protestsongs zum Erhalt des Spätis. Das Podest soll noch drei Monate stehenbleiben – das hat der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg genehmigt.  

Der Späti an der Oranienstraße besteht seit 20 Jahren und ist ein beliebter Kieztreffpunkt. Mehrere Nachbarschaftsinitiativen setzen sich für ihn ein.

Sendung: Abendschau, 04.07.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Als Anwohner bin ich doch schon etwas verwundert, dass für so ein Späti auf die Straße gegangen wird! Ich wunder mich vor allem, dass vor 10 Jahren dort noch kein Späti war und jetzt ist er plötzlich schon seit 20 Jahren dort. Die ganze Straße ist inzwischen ein ganzer Späti bzw. eine Fressmeile! Gewerbe braucht Schutz und unsere Straße braucht Vielfalt. Schade, dass Frau Tunc das Babyfachgeschäft nicht weiter betreibt.

  2. 1.

    Dann legen sie doch solidarisch die fehlende Miete drauf bei Frau Tunc dann hat sie und Ihre Kinder weiterhin Ihre Existenz, und das machen sie überall auch dort, wo es eben nicht reicht, im Notfall eben auch beim Hauseigentümer ,der für seine Alterssicherung ein Haus gekauft hat.Ein bisschen Kapitalismus gibt es genau so wenig ,wie ein bisschen schwanger.Ich bin überzeugt dass kein Hauseigentümer, auch nicht mit einer nostalgisch-sozialen-biotobpflegeader sich den existenzsichernden Zwängen des Marktes entziehen kann.Miethaie und Spekulanten finde ich auch verwerflich aber gesetzlich legitim!!

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