Heiko Maas mit Rabbiner Yehuda Teichtal im Mai 2018 beim Spatenstich des Jüdischen Campus in Berlin (Bild: imago images/photothek.net)
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Nach Angriff auf Rabbiner - Maas spricht Grußwort bei Berliner Solidaritätsgebet

Nach dem antisemitischen Angriff auf einen Rabbiner wird Bundesaußenminister Heiko Maas (SPD) am Freitag zu einem Solidaritätsgebet in Berlin erwartet. Wie das Jüdische Bildungszentrum Chabad Lubawitsch am Mittwoch in Berlin mitteilte, wird Maas ein Grußwort sprechen. Eingeladen seien alle Menschen, auch Vertreter anderer Religionen, erklärte Rabbiner Yehuda Teichtal zu der Veranstaltung in der Wilmersdorfer Synagoge.

Der Rabbiner war am Abend des 26. Juli nach Polizeiangaben in Begleitung eines seiner Kinder von zwei Männern auf Arabisch beschimpft und bespuckt worden. Teichtal ist Vorsitzender des orthodoxen Jüdischen Bildungszentrums Chabad Lubawitsch in Berlin-Wilmersdorf.

Weiterer Angriff in München

Bei dem Solidaritätsgebet würden Gebete für Frieden und Toleranz für alle Menschen aller Religionen auf Hebräisch und Deutsch gelesen. "Wir werden alles tun, um mit Respekt füreinander einzustehen und den Dialog untereinander zu fördern", sagte Teichtal. Die Mehrheit der Menschen in Deutschland sei tolerant, "die meisten Menschen in Deutschland wollen diese Aggression gegen Juden als traurigen Bestandteil des jüdischen Alltags nicht hinnehmen".

Am Sonntag hatte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Berliner Rabbiner besucht und den antisemitischen Angriff verurteilt. "Jede Form des Extremismus und Antisemitismus ist Gift für unsere freiheitliche und offene Gesellschaft", sagte Steinmeier. Es sei "oberste Aufgabe des Staates und Verpflichtung für uns alle, Antisemitismus in all seinen Erscheinungsformen zu bekämpfen und ihm gemeinsam entgegen zu treten".

Am Dienstag war bekanntgeworden, dass auch in München am Wochenende die Familie eines Rabbiners auf offener Straße beleidigt und angespuckt worden ist. Die Münchner Polizei ermittelt gegen zwei Tatverdächtige, eine Frau und einen Mann, wegen Volksverhetzung und Beleidigung.

Sendung: Abendschau, 07.08.2019, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Sie haben recht! Seit ca. 20 Jahren zieht diese hasserfüllte, Iran-gesponserte Al-Kuds-Demo schon unbehelligt durch Berlin! Kein einziger Politiker hatte seither den Mut, sie zu verbieten und sich damit konsequent für das Rechts Israels auf Existenz einzusetzen. Nur Worthülsen dazu, von wem auch immer.
    Und noch etwas:
    Viel ehrlicher wäre es, wenn Hr. Maas endlich dafür sorgen würde, dass seine Vertreter im Außenministerium nicht ständig in UNO, UNESCO, Sicherheitsrat u.a. diversen internationalen Organisationen meistens mit den 57 muslimischen Staaten einseitig gegen Israel stimmen würden. Ebenso sollte endlich auch die enorme finanzielle und ideele Unterstützung der korrupten, israel-feindlichen, ja -hassenden HAMAS im Gazastreifen durch die obsolete UNRWA abgeschafft werden. Ist das unserem Außenminister eigentlich nicht peinlich, und sieht man in den betreffenden jüdischen Kreisen eigentlich schweigsam darüber hinweg?

  2. 3.

    Super Idee alle zur Solidarität einzuladen. "Am Freitag (19 Uhr) plant diese ein Solidaritätsgebet in der Wilmersdorfer Synagoge, Münstersche Straße 6." (Tgsp) @rbb Wie wärs mit einem Link zum Veranstaltungsort. Die Gemeinde plant auch den Bau eines super schönen Bildungscampus, was mensch auf deren website erfährt.

  3. 2.

    Gut so, Herr Maas. Sehr gut, daß einige unserer Politiker endlich Flagge zeigen, besonders in Berlin. Denn so wie seither immer berichtet wurde, ging es nicht weiter mit dem Antisemitismus. Mit Abscheu denke ich noch an die Al Kuds-Demonstration mit dem skandieren von antijüdischen Parolen und auch was so an Parolen auf Berliner Schulhöfen in bestimmten Berliner Bezirken zu hören ist. Und man sah genau auf den Fotos, woher die Demonstranten der Al-Kuds Demonstrationen kamen.
    Ich bin glücklich darüber, daß es in Deutschland wieder jüdisches Leben gibt. Wir haben bei unserer deutschen Kultur unseren früheren Mitbürgern jüdischen Glaubens sehr sehr viel zu verdanken, auch in der Kunst, Literatur, Wissenschaft und besonders auch dem (neudeutschen Wort) Sponsoring. Dies wird viel zu wenig gewürdigt.

  4. 1.

    "Jede Form des Extremismus und Antisemitismus ist Gift für unsere freiheitliche und offene Gesellschaft"
    Okay, dabei nicht nur in die eine Ecke schauen, haben Sie Mut und schauen Sie in die andere Ecke.

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