Mitarbeiter des Ordnungsamtes in Prenzlauer Berg (Bild: imago images/T.Seeliger)
Audio: rbb88.8 | 09.08.2019 | Michael Ernst | Bild: imago images/T.Seeliger

Längere Arbeitszeiten in Berlin - Ordnungsamt-Mitarbeiter sind jetzt länger unterwegs

Berlins Ordnungsämter sind ab sofort täglich bis Mitternacht auf den Straßen der Hauptstadt präsent. Die Außendienstkräfte sind damit jeden Tag von 6 bis 24 Uhr im Einsatz. Darauf haben sich am Freitag Finanzsenator Matthias Kollatz, Innensenator Andreas Geisel (beide SPD) und der Hauptpersonalrat geeinigt.

Auf freiwilliger Basis können die Bezirke mit den örtlichen Personalräten darüber hinaus weitergehende Einsatzzeiten vereinbaren, heißt es in der entsprechenden Pressemitteilung. Bislang waren die Außendienstmitarbeiter der Ordnungsämter Sonntag bis Donnerstag von 6 bis 22 Uhr sowie Freitag und Samstag von 6 bis 24 Uhr auf den Straßen unterwegs.

102 zusätzliche Stellen

Geisel würdigte die neue Dienstvereinbarung als "gute Lösung für alle Seiten". Insgesamt seien die Ordnungsämter damit wöchentlich zehn Stunden mehr verfügbar. Kollatz fügte hinzu, die neuen Zeiten entsprächen dem "Verwaltungsservice in einer Stadt, die fast nie schläft."

Um die Ausweitung der Arbeitszeit auch personell umsetzen zu können, stiegt die Zahl der Außendienstler der Ordnungsämter um 102 auf jetzt 560 Beschäftigte. Das Aufgabenfeld der Mitarbeiter ist breit gefächert. Sie gehen unter anderem gegen Falschparker vor, werden bei Lärmbeschwerden aktiv, kümmern sich um illegal abgelagerten Müll und Verstöße gegen den Jugendschutz. Auch bei Verstößen gegen Regeln für Geschäfte und andere Gewerbebetriebe oder gegen das Lebensmittelrecht sind sie oft erste Ansprechpartner. Sie arbeiten eng mit Polizei, Feuerwehr, Stadtreinigung und anderen Behörden zusammen.

Gegründet wurden die Ordnungsämter vor 15 Jahren. Das geschah seinerzeit auch, um die Polizei zu entlasten.

Sendung: Abendschau, 09.08.2019, 19:30 Uhr

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12 Kommentare

  1. 11.

    Es geht hier um Recht. Und das regelt nunmal die Arbeitszeiten so. Der Tag endet mit 24 Uhr und der nächste beginnt um 0 Uhr, dazwischen ist eine gedankliche Sekunde.

  2. 10.

    Lieber Herr Neuert,
    wir denken, dass wenn es sich um einen Zeitraum handelt so wie 22-24 Uhr, ist 24 Uhr logisch. Es gilt ja auch die sogenannte "24-Stunden-Zählung" bei uns. Im praktischen Gebrauch, zum Beispiel auf Halteverbotschildern, kann es auch xx-24 Uhr heißen. Und - nunja, als rbb24 nehmen wir es uns einfach mal heraus, auch wenn es tatsächlich nicht korrekt wäre ;)

  3. 9.

    Das sind keine Neuigkeiten. So verhalten sich schon lange viele Berliner. Die wissen ganz genau, ab wann sie wo Narrenfreiheit haben und dann gibts kein Halten mehr. Und in einigen Gegenden ist das 24/7. Im Übrigen wurde bereits zurückgerudert. Der Personalschlüssel gibt keine längeren Arbeitszeiten her. Schwamm drüber, es kann also fröhlich weiter falsch geparkt, alles vermüllt, auf Gehwegen geradelt und gescootert werden, Bleifuß im Auto inklusive uvm. Danke Senat, danke liebe Mitbürger (to whom it may concern!).

  4. 8.

    Und täglich grüßt das Murmeltier beim RBB. Es gibt kein 24 Uhr, es gibt ein 23 h 59 m 59 s, danach kommt 00 h 00 m 00 s. Sagen sie doch einfach Mitternacht, die gibt es.

  5. 7.

    Von der Gesamtzahl der MA sind die administrativen Mitarbeiter abzuziehen. Deshalb ist von den Ordnungsämtern auch selten jemand zu sehen. Also um Ordnung zu halten sind wesentlich mehr MA erforderlich. Die Aufgaben würden aus der Polizei herausgelöst. Wie die Ordnung in der Stadt aussieht kann jeder selbst erkennen. Es fehlen auch noch die KOB's der Polizei, die offenbar mit Tarnkappe unterwegs sind.

  6. 6.

    Wo ist eigentlich das Foto aufgenommen, wo Das Ordnungsamt zu Fuss unterwegs sind? Ich sehe Sie immer nur im Auto, da nutzen Sie gar nichts.
    Für das Geld der Autos, könnte man mehr Mitarbeiter einstellen und zu Fuss währen Sie auch Sinnvoll, man Sieht einfach mehr und bitte auch mal in den Randbezirken vorbeischauen,

  7. 5.

    Schön, dass das, was die Senatoren kundtun, nichts mit der Realität zu tun hat. 102 Stellen berlinweit zusätzlich = ja, aber nur im Programm saubere Stadt, um Müllsündern auf die Schliche zu kommen. Also nicht für all die anderen Aufgaben. Ab sofort????? Kann Herr Geisel nicht lesen, was er gerade unterschrieben hat? Die Dienstvereinbarung wurde heute unterschrieben, die Planung der Dienste hat eine 13 wöchige Vorlaufzeit. Fazit: ab sofort ist dann irgendwann ab Dezember 2019, wenn auch im Bezirk der Planung zugestimmt wird. Tja, die Schelte bekommen dann wieder die Ordnungsämter, denn der Senator hat doch gesagt .....

  8. 4.

    Na dann holen wir mal den Rechner raus: 560 MA / 12 Bezirke / 2 Schichten = ~23 OA-Mitarbeiter pro Bezirk und Schicht.
    Wobei man natürlich davon ausgehen kann, dass in größeren Bezirken mehr MA tätig sind, als in kleineren Bezirken - was dennoch nicht ausreicht, um wirklich effektiv zu sein.

    Vielleicht sollte man so eine Art "Rotationsprinzip" einführen: Also in der Form, dass die ganzen OA-Mitarbeiter, jeden Tag in einem anderen Bezirk eingesetzt werden.

  9. 3.

    Ahhhh, danke für die Info! Dann kann ich ja ab Mitternacht immer Falschparken und meinen Müll auf die Straße kippen! Ist ja eh keiner da, der aufpasst! Cool!

  10. 2.

    560 Beschäftigte im Ordnungsamt im Vergleich zu 3,5 Millionen Einwohnern in Berlin.

  11. 1.

    Der meiste Müll wird doch nachts heimlich entsorgt. Was nützen dann Streifen Bis Mitternacht? Sowohl hier als auch bei Kontrollen gegen Nichtraucherschutz Verstöße in Bars und Diskotheken sollte auf jeden Fall auch nachts eine Schicht eingeführt werden.

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