Prall gefüllte Plastiktüten, Foto: imago/Ralph Peters
Prall gefüllte Plastiktüten, Foto: imago/Ralph Peters | Bild: imago stock&people

Müllvermeidung - Umweltministerin will Plastiktüten verbieten lassen

Seitdem Plastiktüten an der Kasse Geld kosten, ist der Verbrauch deutlich gesunken. Jetzt will Umweltministerin Schulze die Tüten ganz verschwinden lassen. Zuletzt hatte auch der Brandenburger Landtag eine Initiative zur Vermeidung von Plastikmüll gestartet.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze (SPD) will Plastiktüten bundesweit verbieten lassen. "Mein Ministerium erarbeitet gerade die gesetzliche Regelung für ein Plastiktütenverbot", sagte Schulze der "Bild am Sonntag". Seitdem Plastiktüten an der Kasse bezahlt werden müssten, sei der Verbrauch um 60 Prozent gesunken - nun sollen sie ganz aus dem Handel verschwinden.

Eine freiwillige Vereinbarung mit dem Handel zur Verringerung der Tüten sei bereits "sehr erfolgreich", seit 2016 sinke der Verbrauch deutlich. "Das sichern wir jetzt mit dem Verbot ab", erläuterte Schulze. Wann ihr Gesetzentwurf fertig sein soll, konnte die Ministerin der Zeitung zufolge nicht mitteilen.

Plastiktütenverbrauch bereits um 60 Prozent gesunken

In der Vergangenheit hatte sich Schulze zurückhaltend über ein Plastiktütenverbot geäußert. Noch im Mai hatte ein Sprecher des Umweltministeriums entsprechende Vorschläge mit den Worten zurückgewiesen, Plastiktüten machten nur ein Prozent der Verpackungen aus Plastik aus, das könne "nicht die Stellschraube" sein: "Plastiktüten sind ein Randphänomen."

Auch Brandenburger Landtag fordert Initiative gegen Plastikmüll

Schon länger fordert auch der Brandenburger Landtag, entschiedener gegen jede Art von Plastikmüll vorzugehen. Die Landesregierung müsse Initiativen zur Vermeidung von Kunststoffmüll und vor allem Verpackungsabfall aus Kunststoff "auf allen Ebenen" unterstützen, heißt es in einem Beschluss, den das brandenburgische Parlament Mitte Juni gefasst hatte.

Darin wird rot-rote Landesregierung aufgefordert, sich auf EU- und Bundesebene für Verbesserungen beim Recycling einzusetzen und die Einführung einer Abgabe auf ökologisch besonders nachteilige Kunststoffverpackungen zu prüfen. Auch die Einführung von Pfandsystemen für "To go"-Verpackungen müsse unterstützt werden. Gegebenenfalls müsse gemeinsam mit anderen Bundesländern die Einführung einer Pfandpflicht geprüft werden.

CSU startet Bundesratsinitiative

Eine von Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigte Initiative zum Verbot von Plastiktüten ist laut "Bild am Sonntag" inzwischen beim Bundesrat eingegangen. Die von der EU geforderten "Inverkehrsbringungsverbote" von bestimmten Kunststoffprodukten sollen demnach auf "Einwegtragetaschen aus Kunststoff" ausgeweitet werden. Der Bundesrat werde sich am 20. September mit dem Antrag befassen.

"Entwicklungsländer dürfen nicht länger Abfallhalde Europas sein"

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller (CSU) sprach sich derweil dafür aus, die Ausfuhr von Plastikmüll in Entwicklungsländer zu verbieten. Die Europäische Union solle sich ein Beispiel an einem entsprechenden Vorhaben der australischen Regierung nehmen, erklärte Müller am Samstag: "Die Australier machen es uns vor und wollen zukünftig Abfälle aus Plastik, Papier und Glas nicht mehr exportieren."

Jede Wohlstandsgesellschaft sei für ihren eigenen Müll selbst verantwortlich, unterstrich Müller. "Die Entwicklungsländer dürfen nicht länger die Abfallhalde Europas sein." Der Entwicklungsminister sprach sich dafür aus, dass Deutschland im kommenden Jahr seine
EU-Ratspräsidentschaft Jahr nutzen solle, um ein Verbot von Plastikmüllexporten aus der EU nach Afrika und Asien durchzusetzen.

Sendung: Inforadio, 08.2019, 15.20 Uhr

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55 Kommentare

  1. 55.

    Kleiner Tipp informieren Sie sich erst einmal bevor sie so über andere herziehen. Hätten Sie den Artikel verstanden, wäre ihnen auch klar ein Plastiktütenverbot ist eben der reine Quatsch.

  2. 54.

    Peinlich sollte ihnen sein was sie schreiben, da sie weder reflektiert haben, dass der Ansatz zum Plastiktütenverbot von den Grünen kommt und die Umweltministerin nur eine uralte Grüne Forderung übernimmt. Auch haben Sie den Artikel nicht gründlich gelesen, da mit Weniger = sinnlose Aktion gemeint ist. Nichts außer Fake News und Desinformation von ihnen.

    Zitat:
    Bei der Verschmutzung der Meere sind Plastiktüten aus Deutschland aber eher nicht das Problem. Der Grund: Ein Großteil des Plastikmülls in den Ozeanen stammt aus Flüssen in Asien. Laut einer "Nature"-Studie hat im Jahr 2015 der Jangtse, der längste Fluss Chinas, mit Abstand am meisten Plastikmüll in die Ozeane gespült, schätzungsweise 333.000 Tonnen. Etwa 86 Prozent des Plastiks weltweit stammen aus Flusssystemen aus Asien.

  3. 53.

    Ich bin dann eben ein egoistischer Klimaschädling. Ausrede? Brauche ich nicht. An die Zukunft denken? Ich lebe in der Gegenwart. Was morgen ist weiß niemand. Genieße das Jetzt und denke nicht an morgen. Ich werde mich weder einschränken noch solchen moralischen Ansprachen wie Ihrer viel Aufmerksamkeit schenken. Ich lache eher innerlich darüber. Und immer daran denken, Geld ist zum Ausgeben da. Ich verdiene genug, um mir was zu gönnen, was Spaß macht. Aber wenn Sie sich für mich einschränken ist das sehr löblich. Ich danke Ihnen. Dann kann ich weiter machen wie bisher.

  4. 52.

    Ich stimme Ihnen komplett zu. Steuergelder werden verschwendet, es verursacht Müll, entspricht nicht der Nachhaltigkeit uvm. Diese platten, blöden Parolen und Grinsegesichter... Mündige, bildungsnahe Wähler lesen Parteiprogramne, gucken Interviews, informieren sich über die Vitae der Kandidaten und entscheiden danach, wen sie wählen. Die Plakate sind schlichtweg Verschwendung um billig zu manipulieren! Wer nach Plakaten wählt, ist ohnehin auf dem Holzweg.

  5. 51.

    Angesichts anstehender Wahlen (bei denen so gut wie jede Partei verspricht, etwas für den Umweltschutz zu tun) und unendlich vieler Wahlplakate im ganzen Land (zum zweiten Mal in diesem Jahr)frage ich mich mal wieder, warum nicht erst einmal diese parteienverursachte Öko-Schweinerei verboten wird. Müllvermeidung in ganz großem Stil wäre das.
    Vielleicht kann der rbb ja mal eine Recherche dazu machen, was das kostet (Gelder, die man in Schulen, Kitas, Nahverkehr etc. stecken könnte), welche Ressourcen damit verbraucht werden, wieviel Tonnen Müll damit entstehen und wo das alles am Ende einer Wahl entsorgt wird.

  6. 50.

    Für die Grünen heißen die Vier Reiter der Apokalypse Logik, Wissen, Meinungsfreiheit und Verhältnismäßigkeit.
    Glaubt irgendwer ernsthaft, dass es irgendwelche maßgeblichen Auswirkungen auf irgendwas hat, wenn ein kleines Land wie Deutschland in typisch grüner Verbots- und Regulierungswut (der andere Parteien nur zu gern hinterherhecheln) Platiktüten verbietet, während weitaus größere Industrienationen die deutschen Vorschläge mit Reißnähten versehen und auf Rollen ziehen?

  7. 49.

    Es geht um jedes Tröpfchen auf jedem heißen Stein, das weltweit bewegt wird. Und es geht primär um ein Umdenken der Menschen, bescheidener, verantwortungsbewußter und nachhaltiger zu leben. Man sieht ja, wie schwierig es ist, viele der Menschen aus ihrer Komfortzone herauszulocken. Bequemlichkeit und Egoismus stehen einem krassen Gegensatz zu unserer kippenden Natur. Nichts zu tun ist keine Option. Statt immer lang und breit erklären zu wollen, warum einzelne Maßnahmen nicht die Welt retten können, sollte jeder seine kleinen Beiträge leisten. Alleine schon, um unseren Kindern und Enkeln ein Zeichen zu setzen. Es gibt keine Entschuldigung dafür, einfach alles weiter so laufen zu lassen.

  8. 48.

    Kleiner Tipp von mir: Sie müssen sich auch die Artikel durchlesen, die sie verlinken, sonst wird es peinlich.

    "Weil diese Kunststofftragetaschen die Welt vermüllen können, forderten schon Politiker aus nahezu jeder großen Partei Verbote - zuletzt sogar die CSU."

    Svenja Schulze gehört der sPD an, nicht den Grünen.

    "Grundsätzlich wäre es gut, wenn Plastiktüten gar nicht erst hergestellt würden." Sie selbst schreiben ja auch "Warum ein Verbot WENIGER Nutzen für die Umwelt hat, als man annehmen könnte."

    Tja, außer Fake News und Desinformation nichts gewesen...

  9. 47.

    Wieder eines diese sinnlosen Aktionen die wir den Grünen mit ihrer Profilierung verdanken.
    Warum ein Verbot weniger Nutzen für die Umwelt hat, als man annehmen könnte.

    https://www.spiegel.de/wissenschaft/mensch/plastiktueten-warum-ein-verbot-kaum-etwas-bewirkt-a-1281524.html

  10. 46.

    Laut eigenen Bekunden können Sie solchen Leuten nicht mit Moral kommen und nach meiner eigenen Erfahrung auch nicht mit Hoffen auf Einsicht und Vernunft.

    Denen kann man nur mit knallharten Verboten und Strafen beikommen. Leider.

  11. 45.

    Kindisch und verstörend. Wer Steuern zahlt darf heutzutage alles. Wer die paar Pimperlinge Hundesteuer zahlt, darf seinen Fiffi alles vollpinkeln und -koten lassen, wer Kfz-Steuern zahlt darf falsch parken, rasen und ist ohnehin Held der Straße und wer Steuern zahlt darf rummüllen. Kann mir mal jemand erklären, wann die Menschen so geworden sind? Ich fasse es nicht. Bei manchen Kommentaren traut man seinen Augen nicht mehr. Sozialkompetenz und Moral-Fehlanzeige bei vielen.

  12. 44.

    "Sollte ein Verbot (Berlin besteht nur noch aus Verboten) kommen, decke ich mich mit Meterware an Tüten ein, darauf ist Verlass! Ich lasse mich hier in Berlin als Steuerzahler knechten."

    So verhalten sich nicht einmal kleine, unmündige Kinder.

  13. 43.

    So "kohlefrei" wie Berlin?
    Importieren aber faktisch zu jeder Tages- und Nachtzeit physikalisch ihren Strom aus BRB...
    Zudem auch im letzten Jahr ca. 600.00 Hauptstadt-Müll in Brandenburger Kraftwerken thermisch behandelt wurde.
    Malt euch mal die Welt wie sie euch gefällt..nur nicht übern Tellerand schauen

  14. 41.

    Es reicht wenn Schulze ihre Jünger respektive Wähler einlullt und hinters Licht führt. Das erinnert mich an den Rattenfänger von Hameln. ich mache Müll wie es mir passt, ich zahle auch für die Mülltonnen der BSR. Müll gegen ca$h.
    Die Grünen haben noch nie etwas sinnvolles umgesetzt.

  15. 40.

    Der Vorschlag ist gut und sollte auch durchgesetzt werden, denn niemand braucht wirklich Plastiktüten. Wir Älteren sind auch ohne so was aufgewachsen. Durch das Vermeiden des unsinnigen "to go" Verhaltens ist sich noch mehr drin.

  16. 39.

    Zeit wird's. Allerhöchste. Und dazu bitte auch dieses wahnsinnige Einweg-Plaste-Geschirr!

  17. 38.

    Es wäre interessant zu wissen, wie oft eine Plastiktüte eine Papiertüte benutzt werden müssen, bis sie ihre „Produktionskosten“
    eingebracht haben. Und dann schauen ob die Tüten überhaupt so lange einsetzbar sind.

  18. 37.

    Soll die "Ministerin" mal lieber die Milliarden auf Vorrat und Lagerhaltung produzierten Artikel verbieten, welche noch gar nicht gekauft und sinnlos produziert wurden, entsorgen (Kabel, IT Gehäuse, Telefone, Fernseher, Kosmetikartikel, Spielzeug...).
    Die paar Plastiktüten die eine gepresste Größte einer Erbse haben, zu verbieten ist Blödsinn.
    Und wenn das alles irgendwo in der Welt landet, dann sollte man über die Verantwortlichen der Müllentsorgungsunternehmen richten, bei denen ein Studium zu mehr Dummheit geführt hat.
    Eine Tragetüte aus Plastik hat ihren Sinn (bessere Isolation vor Dreck und Nässe), Ware im Plastik im Supermarkt hat ihren Sinn, damit die ungewaschenen widerlichen Menschen nicht alles angratschen, wer weiß wo sie ihre Finger vorher hatten. Sollte ein Verbot (Berlin besteht nur noch aus Verboten) kommen, decke ich mich mit Meterware an Tüten ein, darauf ist Verlass! Ich lasse mich hier in Berlin als Steuerzahler knechten.

  19. 36.

    Wollte die EU nicht ohnehin an ein Plastikverbot? Wie ist da der Stand? Ein jetzigen Gesetzesvorhaben Deutschlands ist m.E. nur Aktionismus. der Verbrauch ist schon um 60% gesunken.

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