13.08.2019, Berlin: Klaus Lederer (r), Michael Müller (2.v.r.) und Ralf Wieland (3.v.r.) legen an der Gedenkstätte Berliner Mauer zum Gedenken an den Bau der Berliner Mauer vor 58 Jahren einen Kranz nieder (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Audio: rbb | 13.08.2019 | Helena Daehler | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Mauerbau vor 58 Jahren - Berlin und Brandenburg erinnern an Opfer der Teilung

An die Opfer von Mauer und Teilung ist am Dienstag an mehreren Orten in Berlin und Brandenburg erinnert worden. Anlass ist der 58. Jahrestag des Mauerbaus vom 13. August 1961.

In der zentralen Mauer-Gedenkstätte in Berlin wurde bei einer Andacht in der Kapelle der Versöhnung auf dem früheren Todesstreifen eine Kerze für alle Opfer der deutschen Teilung entzündet. Anschließend wurden am Mauer-Denkmal Kränze niedergelegt. Zu dem Gedenken waren auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sowie Bundestags-Vizepräsidentin Petra Pau gekommen.

Müller erklärte, der Bau der Mauer sei ein tiefer Einschnitt gewesen. Trotz der Erinnerung an Jubel und Freude über deren Fall vor 30 Jahren dürften die Toten und Opfer der Teilung nicht vergessen werden.

Kranzniederlegung auf der Glienicker Brücke

Veranstaltungen waren auch in anderen Berliner Stadtteilen geplant, unter anderem an der Peter-Fechter-Gedenkstele in der Zimmerstraße nahe dem Checkpoint Charlie. Peter Fechter war am 17. August 1962 von DDR-Grenzsoldaten bei einem Fluchtversuch über die Mauer angeschossen worden und verblutete.

Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) und Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD) wollten zudem an der Glienicker Brücke zwischen Berlin und Potsdam Kränze niederlegen. Woidke erinnerte daran, dass sich die Menschen in der DDR ihre Freiheit und Mündigkeit selbst erkämpften. "Nur eine freie, offene und demokratische Gesellschaft hat eine Zukunft", hatte Woidke zu dem Gedenktag mitgeteilt.

Am Nachmittag hielt ebenfalls an der Glienicker Brücke die CDU-Bundesvorsitzende und Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer eine Rede zum Jahrestag des Mauerbaus. Sie dankte den früheren DDR-Bürgern, die den Fall der Mauer erkämpft hätten. "Von ihrem Mut, von ihrem Rückgrat, können manche auch im westlichen Teil Deutschlands sich eine Scheibe abschneiden." Es gebe keinen Grund daran zu zweifeln, dass die Ostdeutschen genau so gestandene Demokraten seien wie anderswo in Deutschland.

ARCHIV - 18.08.1961, DDR, Berlin: Unter der Aufsicht von bewaffneten Volkspolizisten errichtet eine Ostberliner Maurerkolonne an der sowjetisch-amerikanischen Sektorengenze am Potsdamer Platz eine Mauer (Quelle: UPI_dpa)

Mauer teilte Berlin 28 Jahre

Am 13. August 1961 hatte die SED-Führung unter Walter Ulbricht mit dem Bau der Mauer begonnen. Das rund 155 Kilometer lange Bollwerk zerschnitt Berlin mehr als 28 Jahre. Die Teilung endete erst mit dem Fall der Mauer am 9. November 1989. Nach neuen Erkenntnissen des SED-Forschungsverbunds kamen allein bei Fluchtversuchen in den Monaten vor dem Mauerfall an den Grenzen der damaligen Ostblock-Staaten 1989 mindestens 18 DDR-Bürger um, darunter auch ein Kind.

Sendung: Abendschau, 13.08.2019, 19.30 Uhr

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Antwort auf [West Berliner] vom 13.08.2019 um 14:05
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5 Kommentare

  1. 5.

    Erst einmal ihre Wortwahl. War sicher keine Absicht von ihnen. Erschossen hört sich nach Hinrichtung an. Für den Völkermord an den Slaven und Juden führen sie bitte welches Gesetz an? Sie geben noch indirekt zu, dass die Gesetze der DDR die Rechtsgrundlage waren, damit hat sich ihre Frage schon erledigt. Ihre Gleichsetzung von DDR und Dritten Reich ist eine Verharmlosung des Holocausts.

  2. 4.

    Mit welcher "rechtmäßigen" Begründung wurden denn Flüchtlinge erschossen und Kinder zwangsadoptiert? Und kommen Sie mir nicht mit den Gesetzen der DDR, Gesetze gab es auch im Dritten Reich und gibt es in Nordkorea. Sie stellen eine Ideologie über ein Menschenleben.

  3. 3.

    Wie doch die Sicherung der Grenze (welche vollkommen rechtmäßig war) heute genutzt wird um den Osten schön klein zu halten ist widerlich. Über die Opfer der Sozialdemokraten wird schön geschwiegen.

  4. 2.

    Das hatte ich mir nie träumen lassen, dass die spd mit der sed meine Heimat regieren wird. Und am heutigen Tage legen Nachfolger der sed Kränze nieder, wobei die Mauer doch ihr Meisterwerk war.

  5. 1.

    Bei den ganzen Gedenkveranstaltungen bitte nicht vergessen, dass die politischen Erben der Partei die mitverantwortlich ist für den Bau der "Berliner Mauer" und das Erschießen von Flüchtlingen an Selbiger heute schon wieder im Berliner Senat sitzen und politische Entscheidungen treffen (dürfen), Dank Wählerwille!
    Erstaunlich, dass die Transformation von der SED über die PDS hin zur "LINKEN" so schnell vergessen wurde. Vor allem in Berlin!

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