Symbolbild: Leihräder auf dem Gehweg in Berlin. (Quelle: dpa/Kalaene)
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Absprachen mit Anbietern geplant - Berlin will auch die Leihräder von Gehwegen bekommen

Nicht nur E-Scooter auf Gehwegen nerven viele Bürger - das trifft auch auf Leihräder zu. Die Verkehrsverwaltung will nun erreichen, dass die Räder auf der Straße geparkt werden. Weichen sollen dafür vor allem Auto-Parkplätze. Von Robin Avram

Die Berliner Verkehrsverwaltung möchte erreichen, dass nicht nur Leih-E-Tretroller, sondern auch Leih-Fahrräder künftig nicht mehr auf Gehwegen geparkt werden. "Die E-Tretroller haben das Thema Gehweg-Schutz erneut in den Fokus gerückt", teilte Jan Thomsen, Sprecher von Senatorin Regine Günther (Grüne) rbb|24 am Mittwoch auf Anfrage mit. Ziel sei, "die Gehwege als Schutzräume für die schwächsten Verkehrsteilnehmer zu bewahren".

Künftig sollen die E-Scooter und Leihräder möglichst auf ausgewiesenen Stellplätzen am Straßenrand stehen. "Auch mit anderen Sharing-Anbietern werden wir Absprachen treffen, wie die geplanten Stellplätze auf der Straße zu nutzen sind", kündigte Thomsen an. Für diese Flächen kämen etwa bisherige Auto-Parkplätze oder Straßenecken infrage.  

Laut "Focus online" bekam zaber zumindest der Anbieter Lidl-Bike noch keine Einladung zu einem solchen Gespräch.

Gespräche über E-Tretroller laufen schon

In der vergangenen Woche hatten Günther und die Bezirksbürgermeister von Mitte, Friedrichshain-Kreuzberg und Neukölln bereits mit E-Scooter-Anbietern darüber gesprochen, dass künftig keine Roller mehr auf Gehwegen abgestellt werden sollen. Ziel von Senat und Bezirken ist es, spätestens für die Saison 2020 bereits deutliche Verbesserungen zu erreichen.

Doch wie konkret die Vereinbarungen waren - darüber gibt es unterschiedliche Ansichten. Laut dem Sprecher von Senatorin Günther gab es beim dem Treffen ein "klares Bekenntnis aller Verleiher, dass die Scooter künftig auf ausgewiesenen Stellplätzen am Straßenrand stehen sollen. Wir gehen davon aus, dass die Anbieter sich an diese gegebenen Zusagen halten werden."

Doch von verbindlichen Zusagen will Bodo Braunmühl, Sprecher des Berliner E-Scooter-Anbieters "Tier" nichts wissen. "Das Autoparkplätze umgewandelt werden in Abstellflächen für Sharing-Fahrzeuge, finden wir im Prinzip positiv. Es kommt aber darauf an, wieviele Flächen umgewandelt werden. Wenn es nur sehr wenige sind, steht das Freefloating-Prinzip infrage."

Parkplätze weg - oder Abstellflächen an Straßenecken?

Tatsächlich stehen die Bezirke also vor einer schwierigen Aufgabe. Widmen Sie zu viele Auto-Parkplätze zu Sharing-Stellplätzen um, droht Ärger mit Anwohnern, die in der Innenstadt oftmals kaum noch einen Parkplatz finden. Weisen die Bezirke zu wenig Stellplätze aus, droht Ärger mit den Anbietern, weil diese um ihr Geschäftsmodell fürchten. Sollten die Anbieter sich letztlich weigern, eine verbindliche Vereinbarung einzugehen, will die Senatsverwaltung auf Bundes- und Landesebene prüfen, ob die gesetzliche Grundlage verändert werden kann, um Berlin Gehwege besser zu schützen.

Wie aus Teilnehmerkreisen zu hören ist, kündigte Friedrichshain-Kreuzbergs Bürgermeisterin Monika Herrmann bei den Gesprächen an, Auto-Parkplätze zu Abstellflächen umzuwandeln. Neuköllns Bezirksbürgermeister Martin Hikel (SPD) klang hingegen deutlich vorsichtigter: Er favorisierte laut Teilnehmern, Straßenecken durch Absperrungen von Autos freizuhalten, und dort Parkzonen für Leih-Fahrzeuge einzurichten.

Wieviele Parkplätze für Leihfahrzeuge genau entstehen sollen, ist derzeit noch völlig unklar. Das werde in den kommenden Wochen und Monaten gemeinsam mit den zuständigen Behörden und Bezirken weiter konkretisiert, so die Senatsverwaltung.

Beitrag von Robin Avram

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29 Kommentare

  1. 29.

    Wenn sie für alle Kosten aufkommen müßten, die durch ihr rücksichtlsloses Verhalten enstehen, müßte man die KfZ min. verhundertfachen!

  2. 28.

    Stimmt, sie wiederholen sich, nur werden ihre Beiträge durch wiedrholen nicht intelligenter oder ihre Forderungen nachvollziehbarer.

    Da erwiesenermaßen die Unfallhäufigkeit im Haushalt am höchsten ist fordere ich eine Helmpflicht IN der Wohnung und was Kennzeichen zur Verkehsrdisziplin beitragen sehe ich jeden Tag. Raser mit 60 km/h, Falschparker, Drängler (Mindest- und Seitenabstand)und andere Verkehrsrowdys mit Kennzeichen.

    Deshalb fordere ich, weil sie ja so gerne verallgemeinern, eine generelle Bußgeldabgabe von 200 €/Monat für jeden Halter eines KfZ, da ja grundsätzlich alle Autofahrer rasen, falschparken und behindern.

  3. 27.

    Mir geht es hier mal nicht um die Konkurrenzsituation zwischen den verschiedenen Verkehrsteilnehmergruppen und um den Kampf um die Verkehrs- bzw. Stellfläche sondern ganz einfach um ein Verständnisproblem:
    Roller oder Rad an bestimmten Stellen finden und mieten - soweit o.k., doch man darf dann mit dem Teil nicht einfach zum Café, in den Park, nach Hause, etc. fahren und es dort abstellen/anschließen? Und die Rückgabe soll auf den zugewiesenen Flächen stattfinden - woher will denn so'n seelenloses Blechding wissen, ob es nicht einige Meter davon entfernt eingeparkt wird? Wer prüft das nach?

  4. 26.

    Es geht um die Leihfahrräder und nicht um das Auslassen von Ressentiments gegen Autonutzer.
    Wie einfach gestrickt die Leute doch zu sein scheinen *Kopfschüttel*
    Ich als Autonichtinderinnenstadtnutzer finde es okay, wenn der Straßenraum aufgeteilt wird, denn auch ich finde es zuviel an Kfz in der Stadt und ein ungeordnetes Chaos durch die unsäglichen Fahrrad-und Scooterverleihe, das der dringenden Regulierung bedarf.
    Jeder, der auf andere mit solcher Missgunst wie Sie reagiert, sollte sich mal fragen, ob das noch im Sinne einer demokratischen Lebensweise ist und nicht doch in Richtung Absolutismus geht.
    Mir geht das hirnlose Draufhauen auf Andere ziemlich auf den Sack......

  5. 25.

    Zu #9 Daniel W.
    „... Aber mal ehrlich, so wird das alles nichts mit dem Aufhalten des Klimawandel. Erst Regeln wie Versicherung und ABE für Scooter, so das man die sich nicht kaufen braucht. Dann sollen sie weg von den Wegen. Also mhh naja, dann doch lieber Diesel was... So geht es nicht, irgend ein Tod muss man sterben. ...“

    Was ist denn an einem E-Scooter klima- oder ressourcenschonend???
    Die Akkus benötigen Seltene Erden, bei deren Abbau die Lebensbedingungen der Bevölkerung zerstört werden. In afrikanischen Ländern arbeiten tausende Kinder im Abbau. E-Autos, E-Bikes und E-Roller verpesten (anders als Diesel, die ich hier nicht verteidigen will) nicht unsere Luft, richten anderswo aber Verheerendes an. Menschen hier denken, sie tun Gutes, wenn sie auf E umsteigen, befördern damit aber Kinderarbeit und Ruinierung von Lebensraum.

    Ich hoffe, von FfF wird dies endlich aufgegriffen.

    Es müssen dringend Alternativen zu E-Motoren entwickelt werden.

  6. 24.

    Seltsam, in anderen Städten im In- und Ausland funktioniert das mit festen Radstationen wunderbar. Aber Berlin bekommt das wieder nicht auf die Reihe, weil das ja zu wenig Freiheit wäre und der arme Nutzer des Leihrades am Ende seiner Wegstrecke vielleicht noch 100 m zu Fuß zurück legen müsste, statt das Rad einfach vor der Tür auf dem Gehweg stehen zu lassen.

  7. 23.

    Sehr vernünftig die Infrastruktur auf PKW Stellplätze zu verlegen. 15qm je Blechkisten Parkplatz eines einzelnen bieten schließlich genügend Raum für schadstofffreie Mobilität, die von mehreren Menschen gleichzeitig genutzt werden kann. Die 80er sind vorbei, liebste Stadt-Autofahrer :)

  8. 22.

    Auch @ rbb Stimmt das, Leihräder dürfen nicht an den öffentlichen Fahrradbügeln angeschlossen werden? Wo ist das geregelt? Kann ich diese Fahrräder dann dem Ordnungsamt melden, wie Schrottfahrräder - wenn sie da massenhaft geparkt werden? Oder kümmert sich darum ohnehin niemand?!

  9. 21.

    Kostenpflichtiger Abtransport, wenn die Dinger im Weg stehen?
    Nicht mal die Polizei kümmert sich um sowas. Am Breitscheidplatz sind vor den Fußgängerfurten diese ansteigenden Sperren aufgebaut. Darüber sollen normalerweise die Fußgänger die Ampeln passieren.
    2/3 dieses Übergangs sind durch EScooter und Leihfahrräder blockiert. 10 m weiter sitzen sich Polizisten ihren Hintern gemütlich im Fahrzeug ab. Auf dem Breidscheidplatz steht das Polizeifahrzeug. Aussteigen tut niemand. Quatschen zu Dritt (mehr habe ich auf die Schnelle nicht gezählt) macht mehr Spaß.
    Übrigens dürfen Leihräder gar nicht an die Bügel angeschlossen werden. Weiß aber niemand bzw. schert sich keiner drum.

  10. 20.

    Kostenpflichtiger Abtransport, wenn die Dinger im Weg stehen?
    Nicht mal die Polizei kümmert sich um sowas. Am Breitscheidplatz sind vor den Fußgängerfurten diese ansteigenden Sperren aufgebaut. Darüber sollen normalerweise die Fußgänger die Ampeln passieren.
    2/3 dieses Übergangs sind durch EScooter und Leihfahrräder blockiert. 10 m weiter sitzen sich Polizisten ihren Hintern gemütlich im Fahrzeug ab. Auf dem Breidscheidplatz steht das Polizeifahrzeug. Aussteigen tut niemand. Quatschen zu Dritt (mehr habe ich auf die Schnelle nicht gezählt) macht mehr Spaß.
    Übrigens dürfen Leihräder gar nicht an die Bügel angeschlossen werden. Weiß aber niemand bzw. schert sich keiner drum.

  11. 19.

    Soweit mir bekannt, gibt es lediglich mit Nextbike eine Vereinbarung, dass das Land die Räder subventioniert. Inwieweit das heute noch zeitgemäß ist, sei dahingestellt. Alle anderen dürfen ohne Vertrag im Rahmen der Gesetze tun und lassen was sie wollen. Dazu gehört auch das Abstellen der Fahrzeuge an beliebigen Orten, sofern legal.

  12. 18.

    Es ist seit längerem bekannt, das Autofahrer in dem Hauptdorf keine Lobby mehr hat. Man hat das Gefühl Autofahrer werden gehasst. Aber wir zahlen Steuern dafür können die Straßen gemacht werden. E-Scooter und Fahrräder zahlen nicht einen Pfennig. Hoffentlich fällt den Bürgern das diktatorische Verhalten einiger Politiker bei der nächsten Wahl ein. Es ist kein Job auf Lebenszeit.

  13. 17.

    Autos, die parken, stinken nicht. Ätsch. Versuchen Sie es doch mal auf eine konstruktive Art. Anwohner wollen auch parken. Man kann es nicht immer allen recht machen und muss Kompromisse finden. Ausgewiesene Stellflächen sind ja eine Lösung. Eine andere wäre ein kostenpflichtiger Abtransport, wenn Dinger im Weg herumstehen.

  14. 15.

    Sehr gute Idee. Ein Autoparkplatz bietet ja locker Platz für ein halbes dutzend Leihräder und noch mehr Roller. Was da an wertvollem Stadtraum kostenlos an eine einzelne Person verschenkt wird ist skandalös.

  15. 14.

    Sie sprechen sehr vielen Menschen aus dem Herzen. Drücken wir gemeinsam die Daumen, dass es so kommt und die Lebensqualität aller Menschen in dieser Stadt besser wird.

  16. 13.

    Dem Kommentar kann ich mich ja fast nur anschließen... Das die Stadt „Angst vor den Betreibern“ hat ist doch mal wirklich lächerlich.
    Hätte Berlin von Anfang an bereits auf die Ideen andere Länder geachtet, wo es bereits ausgewiesene Parkzonen für Leihmaterial gibt, wäre es doch nie so ausgeufert. Und technisch ist es für die Betreiber auch möglich, die Abgabepunkte nur auf diese Zonen zu begrenzen, so das auch nur dort das ausleihen beendet werden kann.
    Und das Frau Hermann mal wieder salopp die Parkplätze opfern will ist ja schön... Dank der Parkraumbewirtschaftung im Bergmann und Viktoriakiez hat sich die Lage ja wirklich sehr entspannt. Ok, in der Monumentenstr. sind inzwischen rund 80% an Parkfläche mit Bauzäunen gesichert oder Bauschuttcontainern und entgegen dem Versprechen, das Anwohner des Schöneberger Lokdepot nicht in die Parkzone 60 kommen, diese nun aber doch Vignietten bekamen, ist die Lage doch sehr entspannt. Auch in der Bergmannstr., der Spielwiese moderner Begegnungszone für Mensch und Autofahrer ist viel Platz geschaffen worden.
    Ja oder der Parkplatz in der Charlotte Salomon Grundschule, welcher einst in öffentlicher Hand war und seit nicht all zu langer Zeit einem privaten Investor gehört... währe auch eine gute Sammelstelle für Leihgeräte gewesen.
    Komisch, das es mit dem Leihsystem der Bahn bzw. nun die Räder von Nextbike geregelt abläuft und es die Vorgabe gab, Stationen zu schaffen. Komisch, dass es Lidl erlaubt wird das ihre Räder überall abgestellt werden dürfen, wo es doch an jeder Ecke einen Lidl gibt mit großer Parkplatzfläche.

  17. 12.

    Auch am Bethaniendamm gesehen: ein Autofahrer, der es eilig hatte, fuhr mal eben zwischen den Straßenbäumen hindurch auf den Gehweg und überholte dort einige Autos, die an einem Zebrastreifen gehalten hatten. Ohne Rücksicht auf Verluste. Hätte ich das nicht selbst gesehen, ich würde sowas nicht glauben.

  18. 11.

    Einfach selber machen, schon ist der Gehweg frei ;) Bitte die Fußgängerfurten auch von Leihfahrzeugen freihalten. Gerne daneben Bereiche mit Bügeln sperren und als Zweiradparkzonen kennzeichnen. Auf dem Gehweg vor unserer Tür stehen massenhaft Bügel. Klar parken da auch Leihfahrzeuge von der E-Vespa über den E-Roller bis zu Fahrrädern aller Anbieter. Wenn eine Lösung gefunden wird, die dazu beiträgt, dass die Fußgängerfurten an den Kreuzungen nicht von Autofahrenden mit Autos zugeparkt werden - GERNE ALLE KREUZUNGEN entsprechend umbauen und die Furten durch massive Poller sichern.
    @rbb Scheint in Kreuzberg das einzige zu sein was wirkt. Am Oranienplatz brettern inzwischen regelmäßig Autos vom Erkelenzdamm aus auf die Grünanlage. Kleine Poller und massive Zäune werden dabei umgemäht; Schäden bestehen aktuell. Der Bezirk hat aus Sichheitsgründen bereis zwei Parkbänke entfernt. Wahrscheinlich brauchen wir auch Zementblöcke, wie am Breitscheidtplatz, um die Parkbesucher zu schützen.

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