Blick auf die Kreuzung Spandauerstrasse/Grunerstrasse (Quelle: dpa/Jens Kalaene)
Bild: dpa/Jens Kalaene

Protestpicknick in Berlin-Mitte - Bündnis will Spandauer Straße autofrei machen

Ein Bündnis aus Umweltverbänden und Initiativen fordert die autofreie Umgestaltung der Spandauer Straße im Bezirk Berlin-Mitte. Das Bündnis lädt in einer Mitteilung vom Montag für den 31. August 2019 in die Straße direkt vor dem Roten Rathaus zu einem Protestpicknick mit offener Debatte ein.

"Während in anderen Metropolen der Autoverkehr in der Innenstadt Schritt für Schritt zurückgedrängt wird, hat Berlin auf diesem Gebiet noch viel Nachholbedarf. Diesen Missstand wollen wir beheben", heißt es in der Einladung.

Flaniermeile vom Alex bis zum Brandenburger Tor

Die Aufenthaltsqualität sei dort durch Lärm und Abgase des Verkehrs beeinträchtigt. Die Verbände verweisen auf ein Bürgerbeteiligungsverfahren, das im Jahr 2015 stattgefunden habe. Dort hätte sich eine Mehrheit für die Verkehrsberuhigung des Gebietes ausgesprochen. Das sei in den "Bürgerleitlinien für die Berliner Mitte" 2016 auch vom Abgeordnetenhaus beschlossen worden – dennoch sei der Beschluss nicht umgesetzt worden. Es sei im Gegenteil für 2020 ein "Freiraumplanerischer Wettbewerb" für das Gebiet zwischen Fernsehturm und Spree vorgesehen. Hier müsse dringend dafür gesorgt werden, dass den Bürgerleitlinien entsprochen werde.

Das Bündnis fordert weiterhin, "als zweiten Schritt", den Straßenzug Unter den Linden bis zur Karl-Liebknecht-Straße umzugestalten und für den motorisierten Individualverkehr zu sperren. "Unser Zielbild ist eine fußgänger- und radfahrerfreundliche Flaniermeile vom Alexanderplatz bis zum Brandenburger Tor, genau wie im Koalitionsvertrag beschlossen”, so Stefan Lehmkühler vom Verein Changing Cities.

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16 Kommentare

  1. 16.

    Unsinn! Wer verursacht denn Verkehrstote? Fußgänger, Radfahrer oder KfZ? Manchmal hilft es einen moment nachzudenken bevor man auf "Abschicken" tippt oder klickt. *facepalm*

  2. 15.

    Ich meine schon, dass jede Stadt, die ein quasi "naturwüchsiges Zentrum" hat, ein größeres Zusammengehörigkeitsgefühl entwickelt, als eine Stadt, die aus einem halben Dutzend Subzentren besteht, die im Zweifelsfall sogar miteinander konkurrieren.

    In München, in Dresden, in Leipzig, Bremen, Hamburg und erst recht in Freiburg oder Erfurt brauchen Menschen keine Minute überlegen, wo dann das Zentrum ihrer Stadt sei. In Berlin ernten Sie Achselzucken oder eher ein trotziges "Da doch!!!!"

  3. 14.

    Sie schreiben, dass Berlin immer noch sein Zentrum sucht. Ich finde, Berlin hat nicht nur ein Zentrum. M.E. gibt es mehrere Zentren. Für mich sind die Zentren, wie auch von Ihnen genannt, Alex und Kudamm. Aber das mag ja jeder auch anders sehen. Manchmal ist für mich auch Zentrum die schöne Bölschestr. in Friedrichshagen... :)

  4. 13.

    Aber...fährt der ÖPNV nicht auch durch die Spandauer Straße? Einfach verdrängen nach Woanders funktioniert in einer Stadt nunmal nicht. In einer die soviel Fläche belegt wie Berlin schonmal gar nicht. Wo man auch hinschieben will, da sind schon Leute, und Häuser, und Straßen. Und die Anwohner der Spandauer Str. schaffen ihre Fahrzeuge alle ganz freiwillig ab?

    Das ist doch alles Blödsinn!

  5. 12.

    'Wie aus einer allerweltlichen siebenspurigen Hauptstraßengabelung zur Hälfte eine Fußgängerzone + Straßenbahn + Radverkehr wird, das lässt sich u. a. in Potsdam beobachten. Auch wenn die dazu passenden Bauten erst noch entstehen werden, so ahnen doch schon Einige, dass die Potsdamer Innenstadt mehr und auch etwas anderes ist als bloß die Brandenburger Straße.

    In Berlin käme das analog. Noch immer sucht Berlin sein wahres Zentrum. Für die einen ist es der Alex, für die anderen die Gegend um die Gedächtniskirche und den Ku´damm, für die Dritten die Gegend um den Potsdamer Platz, für die Vierten entlang der Friedrichstraße und am Humboldtforum.

    Die Spandauer Straße läge zwischen dem wirklichen historischen Zentrum von Berlin und dem Alex in der Mitte. Soweit sich zu Fuß Gehende dort nicht so verlieren wie am Alex, sondern sich eingebettet fühlen in eine passendere Bebauung, lägen sehr wohl Chancen in einer Fußverkehrsgestaltung. Die Tram kommt ja sowieso.

  6. 11.

    Ja, diese lauschige Gegend sollte unbedingt zur Fußgängerzone gemacht werden! Die Einöde unter dem Fernsehturm gehört unbedingt noch ausgedehnt. Und damit auch die Zustände auf dem Alexanderplatz und in der Rathausstraße, die ja jetzt schon - da autofrei - zu den attraktivsten Stellen Berlins gehören, insbesondere abends. Vielleicht könnte das "Bündnis" da noch ein paar permanent besetzte Polizeiwachen einplanen?

    Apropos abends: Da kann ja jeder mal vergleichen, wie es dann in der "sozialistisches Stadtzentrum" genannten Betonwüste vom Alexanderplatz bis zur Spree aussieht und wie es in der engen, mit Straßenbahn- und Autoverkehr belasteten Gegend rund um den Hackeschen Markt zugeht.

    Aber vielen Dank, liebes "Bündnis", dass Du so konsequent Deinem ideologisch beschränkten Weltbild folgst und Dich dabei nicht von irgendwelchen Fakten irritieren lässt!

  7. 10.

    Solange der ÖPNV nicht signifikant ausgebaut wird kann man keine Straßen autofrei machen, das ist zwar eine schöne Idee, diese ist aber nicht umsetzbar, man sollte mal endlich damit aufhören, solche dummen Forderungen zu stellen. Wenn es Euch nicht passt, dann zieht doch weg, aber mit solchen Forderungen zerstört man die ganze Stadtinfrastruktur,wie gesagt das ist eine gute Idee, diese wäre aber erst in 10 Jahren frühstens umsetzbar.wenn der ÖPNV mit genügend Fahrzeugen und Mitarbeitern ausgestattet ist.

  8. 8.

    Natürlich muss man in Berlin Auto fahren wenn man drauf angewiesen ist. Aus welchen Grund auch immer. Mit was sollte man sonst fahren? ÖPNV? Lustig und mit mir nicht zu machen.

  9. 7.

    Jede Interessengruppe, jedes Projekt denkt nur an sich.
    Jede Maßnahme, jede Einschränkung führt zu mehr Belastungen für andere. Es bedarf eines Konzepts, das dann aber eigentlich mit einem Ruck umgesetzt werden muss. Der ganze Kleckerkram macht es nur schlimmer.
    Für die östliche Mitte fehlt (oh Gott, dieser Wahnsinn) eine leistungsfähige Verbindung in den Westen. Nord-Süd-Tunnel ist gebaut worden, aber Ost- West-Verkehr muss sich quälen über Strassen, die den Namen Hauptstrasse nicht verdienen. Alles einspurig an irgendeiner Stelle. Da fehlt ein Tunnel bis zum 17. Juni.
    Ansonsten sollte man sich mal einen Stadtplan nehmen und überlegen, wie es besser gehen soll.
    Das Auto wird gebraucht. Daher kann ich dem ersten Kommentar nur zustimmen. Alternativen braucht jeder mal.

  10. 6.

    Genau. Richtig, falsch! Weniger Verkehrtote gäbe es, würden auf beiden Seiten mehr Rücksicht und Vorsicht herrschen. Jawohl, das gilt für Radfahrer, Fußgänger sowie Autofahrer! Vorsicht und Rücksicht kostet kein Geld.

  11. 5.

    Man muss in Berlin kein Auto fahren- zumindest gilt das für die allermeisten Fahrten.

    Dass der ÖPNV weiterer Verbesserungen und Ausweitungen bedarf, ist bereist bekannt. Dies eindrücklich einzufordern wäre richtig, satt diesen Sachverhalt als Ausrede für den Erhalt des Status Quo zu benutzen.

    Auch wenn manche (noch) nicht anders können- die meisten wollen einfach nur nicht.

    Dem Bündnis hier wünsche ich viel Erfolg dieses wichtigen und notwendigen Anliegens. Klar ist auch, dass dies nur ein erster Schritt sein kann.

  12. 4.

    Die Radfahrer sind in Mitte für mich das größere Problem als die Autos auf der Straße.

  13. 3.

    Naja, wenn man noch mehr Stau produzieren möchte, kann man die Spandauer Str. gerne schließen. Ich weiß nicht was die ganzen komischen Vorschläge sollen. Berlin hat halt nicht nur ein Zentrum und eine Einkaufsstraße, die man als Fußgängerzone ausweisen kann. Berlin ist einfach anders gewachsen. Und mit dem neuen Fahrplan seit Anfang August wurde das Fahrtenangebot in der Straße Unter den Linden stark reduziert. Berlin muss erst seine Hausaufgaben machen und die ÖPNV so ausbauen und gestalten, dass man auch umsteigen kann. Es gibt leider bei vielen heute nur noch schwarz und weiß aber nichts dazwischen.

  14. 2.

    Sehr gut. Aktuell gleicht dieser Teil der Innenstadt, wie der 17. Juni im Westen, eher einer Autobahn. Mehr Verkehrsberuhigung bringt mehr Lebensqualität, sauberere Luft und weniger Verkehrstote.

  15. 1.

    Ich möchte auch so einiges! Arbeitsstelle fünf Minuten mit Fahrrad und nur einen Standort! Die OP Schwester aus Barnim hätte auch gerne einen Job um die Ecke und nicht jeden Tag zur Schicht in die Charité! Der Tram-Fahrer möchte auch erst um 7:00 Uhr anfangen, geht nicht und er benötigt vielleicht ein Auto! Die Kita-Tante vom Stadtrand darf auch mal um 6 Uhr anfangen, da fährt kaum was! Die Verkäuferin hat eventuell nach der Schicht Angst in Öffentlichen, kein Wunder! Und nun können die ALLE mal zu Hause bleiben, sicher noch viel mehr! Was dann?

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