07.07.2019, Berlin: Besucher gehen am "Tag der offenen Tür" in der Stasiopfer-Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen durch das sogenannte "U-Boot". Dort waren zu DDR-Zeiten Häftlinge unter menschenunwürdigen Bedingungen inhaftiert (Quelle: Paul Zinken/dpa).
Bild: dpa

Berlin-Hohenschönhausen - Neuer Chef der Stasiopfer-Gedenkstätte startet im September

Der neue Direktor der zentralen Stasiopfer-Gedenkstätte in Berlin-Hohenschönhausen wird am 2. September seine Arbeit aufnehmen. Das teilte die Kulturverwaltung des Senats am Mittwoch auf Anfrage mit. Helge Heidemeyer folgt auf den langjährigen Chef Hubertus Knabe, der abberufen worden war. Die Kulturverwaltung hatte monatelang nach einem Nachfolger Knabes gesucht. Seit dessen Abberufung leitet Jörg Arndt die Gedenkstätte kommissarisch. 

Helge Heidemeyer ist promovierter Historiker und Politikwissenschaftler. Der gebürtige Remscheider hatte bis 2005 als erster wissenschaftlicher Leiter die Erinnerungsstätte Notaufnahmelager Marienfelde aufgebaut. Seit 2008 ist er Leiter der Abteilung Bildung und Forschung in der Bundesbehörde für die Stasi-Unterlagen [externer Link]. Berlins Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sagte, mit Heidemeyer solle ein dringender Kulturwandel in der Gedenkstätte gelingen. 

Knabes Stellvertreter klagt noch gegen seine Kündigung

Vor mehr als einem Jahr hatten Mitarbeiterinnen, Praktikantinnen und Volontärinnen der Einrichtung in einem Brief an Lederer und die Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) übergriffiges Verhalten von Vorgesetzten beklagt und damit eine Untersuchung angestoßen. Knabe wurde zur Last gelegt, nicht konsequent gegen sexuelle Belästigungen von Frauen in der Gedenkstätte vorgegangen zu sein. Der juristische Streit um seinen Rauswurf wurde mit einem Vergleich beendet. Der frühere Stellvertreter von Knabe, Helmuth Frauendorfer, klagt noch gegen seine Kündigung.

Um den Posten des Direktors hatten sich nach Angaben des Stiftungsrates 30 Frauen und Männer beworben. Die Stelle war Anfang Februar ausgeschrieben worden. Zur Neubesetzung hatte Grütters eine siebenköpfige Findungskommission eingesetzt. Deren einstimmiges Votum für Helge Heidemeyer wertete Grütters öffentlich als Vertrauensbeweis in eine Persönlichkeit, die sich seit Jahren konsequent für die wissenschaftliche Aufarbeitung des SED-Unrechts einsetze.

Sendung: Abendschau, 07.08.19, 19:30 Uhr

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