Mehrere Teilnehmer und Teilnehmerinnen der Klimademonstration "Coal and Boat" (Bild: Carsten Preuß)
Video: Brandenburg aktuell | 18.08.2019 | Daniel Gäsche | Bild: Carsten Preuß

"Coal and Boat" - Klimabündnis demonstriert in der Potsdamer Havelbucht

Auf dem Wasser und zu Lande haben Klimaaktivisten am Sonntag in Potsdam für einen schnellen Ausstieg aus der Braunkohle demonstriert. Am Ufer der Havel wurde die Demo "Coal and Boat" von rund 500 Demonstranten begleitet.

Zu Lande und zu Wasser haben am Sonntag in Potsdam mehrere hundert Menschen für einen rascheren Kohle-Ausstieg demonstriert. Unter dem Motto "Coal and Boat" fuhren nach Angaben der Organisatoren rund 120 Boote von der Neustädter Havelbucht in Potsdam in Richtung "Alte Fahrt". Am Ufer wurde der Korso auf der Havel von etwa 500 Demonstranten begleitet.

Ein Bündnis aus 16 Brandenburger und Berliner Umweltverbänden hatte zu der Protestaktion aufgerufen. Der BUND Brandenburg mahnte im Vorfeld, Strom aus Braunkohle heize das Weltklima auf. Hintergrund des Protestes war der abendliche Koalitionsgipfel im Kanzleramt, bei dem der Kohle-Ausstieg ebenfalls eine Rolle spielen sollte.

BUND fordert Dörfer zu schützen

"Der Braunkohleabbau in der Lausitz bedroht immer noch Dörfer mit der Abbaggerung und heizt mit seinen riesigen CO2-Emissionen das Klima auf", schrieben Organisatioren vom BUND Brandenburg in ihrem Demo-Aufruf [bund-brandenburg.de]. Als Beispiel für die Gefahren des Braunkohleabbaus hoben die Klimaaktivisten vor allem das Kraftwerk Jänschwalde hervor: Mit Emmissionen von rund 23 Millionen Tonnen CO2 pro Jahr gehöre das Kraftwerk zu den klimaschädlichsten in Europa.

Eric Häublein vom Bündnis Kohleausstieg Berlin forderte die Brandenburger Landesregierung zu einem entschlossenen Handeln beim Kohleausstieg auf. Zudem bräuchten Berlin und Brandenburg einen konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien.

Vierte Auflage der Demo "Coal and Boat"

Franziska Sperfeld, stellvertretende Vorsitzende vom BUND Brandenburg, sagte: "Neue Tagebaue müssen in Brandenburg und Sachsen ausgeschlossen werden. Kein Dorf darf mehr für die Kohle zerstört werden." Jaro Abraham von Fridays for Future Potsdam erklärte, "die Kohlekraftwerke in der Lausitz und die dazu gehörenden Braunkohletagebaue müssen bis spätestens 2030 stillgelegt werden, um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten".

Die Brandenburger Polizeidirektion West hatte aufgrund der Veranstaltungen für Sonntag die Sperrung von Straßen, Brücken und Wasserwegen im Potsdamer Stadtgebiet angekündigt. 
Bereits in den Jahren 2016, 2017 und 2018 sind Demonstranten bei einer "Coal and Boat"-Demo in Berlin für einen besseren Klimaschutz aufs Wasser gegangen. Mit Booten fuhren die Teilnehmer an den Heizkraftwerken Moabit und Reuter West vorbei; sie kritisierten den Betrieb von Berliner Steinkohlekraftwerken.

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48 Kommentare

  1. 48.

    Ihre Antwort an Lausitzer zeigt doch nur dass es der grünen Propaganda an sinnvollen Lösungen fehlt, sonst hätten sie die Frage schon selber finden können.

  2. 46.

    Das hat nichts mit glauben zu tun, ich arbeite im Energiemanagament und kenne mich mit der Energiegewinnung ganz gut aus. Sonne und Wind reichen bei weiten nicht aus, ohne fossile Energie gehts noch nicht. "Habe übrigens nicht mit der Kohleverstromung zu tun komme aus dem Bereich Regenerative Energien."

  3. 44.

    Da haben Sie recht. Meiner Meinung nach fehlt es Leuten wie Jaro Abraham von Fridays for Future Potsdam und den anderen hier leider eben an Einsicht in die wissenschaflichen Grundlagen.

  4. 41.

    Die Lösungen liegen schon lange auf dem Tisch, werden aber durch die Politik nicht umgesetzt! Auch bei der Coal&Boat-Demo waren wieder Kinder und Jugendliche von "Fridays for Future" dabei. Die Politik schenkt den Kohlelobbyisten mehr Gehör, als den eigenen Kindern. Eine unbeschreibliche Schande ist das!

  5. 40.

    Na dann glauben sie weiter den Lobbyisten der Kohlewirtschaft oder ist es so dass sie das glauben WOLLEN?

    Hier schrieb wer von religiösen Eifer, das würde einiges erklären, auch das mit dem glauben wollen.

  6. 39.

    Ob der Professor ein Lobbyist der Kohlewirtschaft ist kann ich nicht einschätzen, vieleicht ist er ein Realist und kein Träumer wie viele andere. Ich konnte bis Heute weder von den Klimaaktivisten, der Bundesregierung oder anderen Gruppierungen ein Konzept finden wo eine gesicherte Energieversorgung ohne fossile Energieträger dargestellt wird.

  7. 38.

    Sie meinen DEN Professor, von dem solche Äußerunge stammen wie "Die BTU Cottbus-Senftenberg hat Anfang April eine Studie vorgelegt. Danach halten die Wissenschaftler die Braunkohle zur stabilen Energieerzeugung in Deutschland mittelfristig für unverzichtbar."?

    Der gerne ausführliche Interviews im Sinner der Geschäftsstelle Pro Lausitzer Braunkohle e.V. gibt?

    Man kann den Mann getrost als Lobbyist der Kohlewirtschaft bezeichnen.

  8. 36.

    Vieleicht sollten Sie wie auch Peter erst mal mit der Energieversorgung befassen bevor Sie weiter Unsinn verbreiten.
    Selbst wenn Sie Ihr Handy mit Ökostrom betreiben die Server die für den Betrieb der Handy notwendig sind machen das nicht, und der Energieverbrauch solcher Server ist enorm. Hier ist mal ein Link " https://www.energy-charts.de/energy_de.htm?source=all-sources&period=monthly&year=2018&month=7" dea kann man gut sehen welche Rolle die Erneuerbaren bei der Energiegewinnung spielen. Wenn man die fossilen weg nimmt bleibt nicht viel drüber und ohne Speicher geht garnicht, Also die Aussage das wir Speicher erst bei 80% Erneuerbare brauchen ist schlichtweg falsch.
    Selbst eine verdopplung der Erneuerbaren währe nicht ausreichend, und vernünftige Speicher müssen erst entwickelt werden, was auch noch viel Jahre dauern wird. Hier ist auch die E-Mobilität noch nicht eingerechnet wo nochmal eine riesige Energiemenge dazu kommt. Aber vieleicht haben Sie ja die Superidee????

  9. 35.

    Danke für Ihre fundierten Kommentare. Aber leider werden sie jemanden, der mit religiösem Eifer das Klima retten will, nicht zum Nachdenken bringen. Menschen mit Sachverstand, die auf die physikalischen und technischen Probleme beim Umbau der Energieversorgung hinweisen, werden von diesen Leuten sofort beschimpft (s.a. viele Kommentare unten). Das musste z.B. auch Prof. Schwarz vom Fachbereich Energieverteilung und Hochspannungstechnik der BTU Cottbus erfahren, der immer wieder auf die ungelösten Fragen einer preiswerten und effektiven Speicherung und der Verfügbarkeit hinweist. Aber wer auf der Havel im fernen Potsdam paddelt, muss sich um solche Feinheiten keine Gedanken machen. Je weiter weg vom Problem, umso sicherer weiß man die Lösung. Meine Lösungskompetenz für den Umbau der Hochseefischerei ist z.B. riesig.

  10. 34.

    Teil der Lösung wenn das Ziel ist, die Erde komplett eisfrei zu bekommen.

    Mir ist schon klar, dass es sich um physikalische Probleme handelt wenn die Kohlekraftwerke sich nicht schnell regeln lassen. Die Lösung ist aber nicht die Physik auszutricksen, sondern die Dinger endlich vom Netz zu nehmen.

  11. 33.

    Aktuell sind die Zinsen für Staatsanleihen ja negativ. Der Staat kriegt also Geld geschenkt wenn er jetzt investiert.

  12. 32.

    <<< Kohle ist derzeit wirtschaftlicher als Gas<<<
    Warum? Weil die FOLGEKOSTEN nicht eingerechnet werden! Dann liegt der kwh Preis bei 19 Cent. Die Differenz zahlt die Allgemeinheit. Unschlagbar billig sind nur die EE.

    @Miriam, <<<Ja, der Strom wird ja "im Netz gespeichert"<<<
    Macht Spass Unsinn zu wiederholen? Das damit die Speicherung über E_Autos (input/output) gemeint war erwähnen Sie nicht.

  13. 31.

    Keine Antworten bringen, aber immer fordern ist typisch bei den Klimaaktivisten.

  14. 30.

    Mit Verlaub... ihre Antwort ist ... wirr. Was hat das substanzlose Gemecker über Aktionen der Umweltaktivisten mit den erforderlichen Maßnahmen für den Ausstieg aus der Kohle zu tun? Nullkommanix!

    Es gibt mit Sicherheit Krtikpunkte wie man den Ausstieg zu bewältigen hat aber das kleinliche Herumgeheule auf dem Niveau von Kleinkindern ist einfach nur nervig.

  15. 29.

    Man muß aufpassen, dass das man nicht mehr Schaden anrichtet nur weil man etwas Gutes tun will. Die Liste der Probleme bis zu einem Kohleausstieg ist lang, sie muss schnell abgearbeitet werden. Allein schon die Verteilung des Stromes wird durch NIMBYs behindert, der WKA-Ausbau ruft viel Widerstand hervor, die Speicherung ist ein noch ungelöste Problem, Kohle ist derzeit wirtschaftlicher als Gas, KKW wurden schon erwähnt etc. Dazu kommen noch viele Unschärfen wie CO2-freie Verbrennung von Methanol in Flugzeugen usw.

    Wer das eine nicht will, muss wenigstens eine Idee für eine Alternative haben. Nur für schöne Bilder mit dem Segelrennboot zu fahren und dessen Crew den CO2-Fußabdruck der Reise vervielfachen zulassen, genügt nicht.

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