Matthias Platzeck am 18.07.2019 beim Petersburger Dialog (Quelle: imago images/Krick)
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30 Jahre nach Mauerfall - Platzeck sieht wachsende Kluft zwischen Ost und West

Matthias Platzeck macht sich Sorgen: Als Chef der Kommission 30 Jahre Deutsche Einheit empfindet der frühere Brandenburger Ministerpräsident eine "ungute Grundstimmung" im Osten. Insgesamt sieht Platzeck die Demokratie "am Rand einer Krise".

Der frühere brandenburgische Ministerpräsident Matthias Platzeck sieht bei Teilen der Ostdeutschen eine "ungute Grundstimmung". Von den herkömmlichen Parteien und ihrer Auseinandersetzung hätten sie sich abgewendet. Dazu beigetragen hat seiner Ansicht nach auch eine Reihe von Krisenerfahrungen.

"Wir müssen die Abfolge und die Summe der Ereignisse im Auge haben: Zusammenbruch nach 1990, Finanzkrise 2008 und Flüchtlingskrise 2015, alles in einer Generation", sagte SPD-Politiker der Deutschen Presse-Agentur. "Bei nicht wenigen Menschen hat sich das Gefühl ausgebildet, der Staat, von dem sie das eigentlich erwarten, habe nicht mehr alles im Griff und schütze sie nicht mehr hinreichend."

Hier West-Bashing, dort Desinteresse

Hinzu kommt nach Einschätzung Platzecks, dass die "herkömmlichen Volksparteien" die Gesellschaft nicht mehr überall durchdringen und abbilden. "Wir haben zumindest bei uns im Osten viele Orte, wo es sie schlicht nicht mehr gibt", sagte Platzeck. "Insgesamt sehe ich unsere Form des gesellschaftlichen Zusammenlebens, unsere Demokratie am Rande einer Krise." Wenn die exzellenten Wirtschaftsdaten schlechter würden, könne sich diese Krise schnell verschärfen.

Zwischen Ost- und Westdeutschland macht der Kommissionsvorsitzende eine wachsende Kluft aus. "Mein Gefühl ist, dass im Osten das "West-Bashing" wieder ein Stück zunimmt", sagte Platzeck. "Im Westen trifft man eher auf ein Desinteresse am Osten, was man so zusammenfassen kann: Jetzt haben wir über Jahrzehnte so viel Geld bei Euch reingepumpt und Ihr wählt immer noch so einen Quatsch."

"Ich möchte, dass wir wieder miteinander reden"

In Brandenburg und Sachsen werden am 1. September neue Landtage gewählt. Nach den jüngsten Umfragen liegt die AfD in Brandenburg vorn und in Sachsen auf Platz zwei.
Platzeck hofft als Chef der Kommission Deutsche Einheit, mit den Feiern zum Einheitsjubiläum beizutragen zu einem positiven Grundgefühl für das, was nach 1990 gemeinsam geschafft worden ist. Er sieht die Chance, Ost- und Westdeutsche im 30. Jahr der Einheit wieder ins Gespräch zu bringen.

"Es ist allerhand eingeschlafen: die Neugier, die Auseinandersetzung untereinander, die Städtepartnerschaften", erklärte er. "Ich möchte, dass wir wieder miteinander reden." Deshalb seien "keine großen Staatsakte" geplant, sondern viele Gelegenheiten der Begegnung, der Debatte und des Austausches - auch mit Frohsinn. "Es muss nicht nur bierernst sein", sagte Platzeck. "Ich hoffe, dass es ein produktives und frohgemutes Jahr wird, was den Leuten ein besseres Gefühl erzeugt, als wir es heute wahrnehmen - auch untereinander."

Sendung: Antenne Brandenburg, 14.08.2019, 06.00 Uhr

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43 Kommentare

  1. 43.

    Sie kennen mich und können mich „einordnen“?Bisher fand ich Sie schlichtweg ärgerlich und respektlos. Diese Äußerung ist jedoch so kindisch, dass ich gar nicht mehr böse sein kann^^. Ich wünsche Ihnen alles Gute :-)

  2. 42.

    Sie "kennen" die User, um sie einordnen zu können? Bingo. Jetzt ist alles klar. Wir kennen Sie auch, das Einordnen fällt nicht schwer. Neuer Nick, noch aggressiver und respektloser und jeder ist Ihr Feind, der Ihnen nicht nach dem Mund redet^^ Ich gebe Herrn Platzeck recht. Es ist für viele ehemalige Westler irgendwie die Luft raus, man braucht mal 'ne Pause. Und ehemalige Ostler schimpfen, klagen, beschuldigen gerne. Wir Westler sind nicht schuld. Wir wurden auch nicht gefragt, ob wir das alles so möchten. Wer sich immer noch als Opfer der Wende oder der Westler fühlt, soll keinen Sündenbock suchen. Das fängt bei jedem selber an. Unsere Freunde aus dem Osten haben sich seit der Wende etwas aufgebaut und sind zufrieden. Und jammern nicht und denen ist völlig schnuppe, ob Ostler oder Westler. Wie mir. Guten Abend.

  3. 41.

    Tja Herr Platzeck, vielleicht sollten Sie auch mal die Politik ihrer Partei hinterfragen, dass könnte einiges Licht ins Dunkel bringen.

  4. 40.

    Was Elfriede Handrick vom Vorstand der SPD-Wustermark jetzt im Wahlkampf in Brandenburg gesagt hat und das ZDF am Sonntag ausstrahle, ist das eine schallende Ohrfeigen für die Wähler, nein, auch für die SPD.
    Die Frau sagte:  „Ich finde es nicht richtig, dass man immer die Sorgen und Nöte der Bevölkerung ernst nehmen muss. Was haben die denn für Sorgen und Nöten? Ich kann das nicht verstehen!“.
    Zusehen ab 01:09 im heute-Journal vom 11.08.2019 - Quelle: https://www.zdf.de/nachrichten/heute-journal/schwerer-stand-spd-im-osten-100.html

  5. 39.

    Auf Neudeutsch: What You See Is What You Get!

  6. 38.

    Noch eine Gemeinsamkeit zwischen DDR Notalgiker und Rechtsextremen. In Auseinandersetzungen reagieren sie immer gleich plump.

    Immer dann wenn die Argumente fehlen und Argumenten nicht entgegenzusetzen haben, immer dann hat das Gegenüber "nichts verstanden".

    Na klar... *doppelfacepalm*

  7. 36.

    Ja logisch "von ihresgleichen". Was dachten Sie denn? Ich kenne doch den User zur Genüge, um ihn einordnen zu können. Und ich werde mir gewiß nicht auch noch seine perfiden Unterstellungen bieten lassen. Daran wird auch Ihr gekünsteltes Mimimi nichts ändern.

    Auf den hochbegabten "Blödsinn"-Rufer wäre ich übrigens anders eingegangen, wenn er wenigstens EIN EINZIGES Argument vorgetragen hätte. Aber dafür hat es leider nicht gereicht.

    Also merken Sie sich von mir aus, was Sie wollen. Gerne auch mit Knoten im Taschentüchlein.

  8. 34.

    Ist nun endlich mal genug der Klugscheißerei, des ewigen Herauskehren wollen, der eigenen angeblichen geistigen und wissentlichen Überlegenheit und des Maßes an Bildung, dem korrigieren wollen/müssen anderer?
    Bleiben Sie Sie beim Thema. Oder ist das Ihr Beitrag zum Bericht über Herrn Platzecks Thema, dann erwiesen Sie diesen einen Bärendienst
    Und kommen Sie mir bitte nicht mit schwachen Argumenten, die anderen wären Schuld.

  9. 33.

    Sie haben es auch diesmal nicht verstanden:

    1. Selbst wenn Krug einen Überossi gespielt hätte: Ein Einzelfall ist ein Einzelfall. Er kann niemals geeignet sein, eine Tendenz zu beweisen. Eine Tendenz beweist man mit wissenschaftlichen Studien. Sollte man das in Ihrem Milieu anders handhaben, ist das unrelevant. Bitte merken Sie sich das - je eher um so besser.

    2. Die Volksstimme ist die ganz normale Tageszeitung für Sachsen-Anhalt. Sie ist weder "Yellow Press" noch "Revolverblatt". Ihr Versuch der Diffamierung ist Ausdruck dramatischer Unkenntnis.

    3. Die Benennung hinreichend offensichtlicher Tatsachen ist gemeinhin keine Beleidigung. Bitte informieren Sie sich über den Unterschied. Danke.

  10. 32.

    "Von Ihresgleichen"? Und SIE beschweren sich zu einem anderen Thema über pöbeln, wenn jemand das Wort "Blödsinn" benutzt? Ertappt!^^ Sie beleidigen hier und überall und merken gar nicht, wie Sie sich selbst dabei verheddern. Nick ist gemerkt, wird zukünftig ignoriert. Alles klar. Alles gut. Schönen Abend.

  11. 31.

    Wenn Sie Ihre Fantasie-"Gegenstudie" haben, dürfen Sie gerne noch mal nachfragen. Bis dahin sollten Sie die Kommentarspalte mit Ihrer platten Polemik verschonen.

  12. 30.

    Kennen sie den Unterschied z.B. zwischen der "Super-Ilu" und dem "Spiegel"? Der BILD und der NZZ?

    Geben sie mir genug Geld und ich lasse ihnen 3 Gegenstudien erstellen.

    Zurück zum Thema. Danke.

  13. 29.

    Ja, mit dem Lesen und Verstehen ist das für einige Leute so ein Problem. Aber dafür können sie um so besser beleidigen.

    Jeder wie er kann...

    1. Ich habe nirgends behauptet dass Krug einen Ossi spielt, Manfred Krug ist 1977 nach Berufsverbot aufgrund seines Protest aufgrund der Biermann Ausweisung aus der DDR ausgereist.

    2. Sie haben das Beispiel Fernsehen genannt, nicht ich.

    3. Fassen sie sich an die eigene Nase. In einem Revolverblatt (Yellow Press) werden unreflektiert Behauptungen einer (!) Studie einer Politikprofessorin wiedergegeben. Man schreibt was das Publikum lesen möchte. Geben sie mir Geld und ich lasse ihnen 3 Studien erstellen die das Gegenteil beweisen.

  14. 28.

    Sie haben nicht aufmerksam gelesen. Das sollten Sie nächstes mal besser machen. Diese jungen Damen haben sich nicht über andere Schichten geäußert sondern explizit über Ossis. Wie Sie zu Ihrer Fehlinterpretation kommen, bleibt Ihr Geheimnis.
    Zudem ist die Neustädter Schule keine "Reichenblase". Dort werden hunderte Schüler aus der Region unterrichtet, und das Internat hat nur 70 Plätze.

  15. 27.

    Vielleicht hätten Sie sich den Artikel durchlesen sollen. Dann hätten Sie womöglich mitbekommen, daß dort eine Wissenschaftlerin zu ihrer Studie interviewt wird. Dann hätten Sie sich womöglich nicht derart mit dem Mokieren über eine Tageszeitung blamiert. Sie kennen doch den Unterschied zwischen einer Tageszeitung und einer wissenschaftlichen Studie?

  16. 26.

    Vielen Dank. Was Sie hier präsentieren, ist ein Paradebeispiel wenig intelligenter, aggressiver und ungezogener Polemik. Danke, daß Sie sich dafür als Anschauungsobjekt zur Verfügung stellen. Besser hätte man meine Feststellungen nicht illustrieren können.

    Obendrein irren Sie sich:

    1. Krug spielt in in der Serie Liebling Kreuzberg keinen Ossi sondern einen Wessi. Seine Kanzlei befindet sich in Westberlin, und er hat das Immobiliengeschäft seines Vaters geerbt. Ihr Beispiel taugt also gerade NICHT zum Beweis Ihrer Behauptung.
    2. Sie versuchen einen Einzelfall als Argument heranzuziehen. Das hat noch nie funktuioniert, weil es Unsinn ist. Man kann mit einem Einzellfall keine Tendenz beweisen.
    3. Wenn Sie argumentieren wollen, dann bitte mit wissenschaftlichen Studien - so wie ich in meinem Kommentar von 13.50 Uhr. In der dort genannten Studie ist wissenschaftlich BELEGT, daß Ossis in den Medien eindeutig negativ dargestellt werden.

  17. 25.

    Die "Volksstimme", so, so...

    "Ab August 1947 als Zeitung der SED für Magdeburg herausgegeben, war sie seit 1952 Organ der SED-Bezirksleitung Magdeburg." ... "Die Volksstimme erscheint seitdem bei der Magdeburger Verlags- und Druckhaus GmbH, einer hundertprozentigen Tochter der für ihre Programm- und Yellowpress-Blätter bekannten Bauer Verlagsgruppe Hamburg, der heutigen Bauer Media Group."

    Ahhhjahhh...

  18. 24.

    Ich glaube das so nicht. Das ist eher viel subjektive Wahrnehmung gepaart mit Wut und Frust. Sorry, so kann ich das nicht stehen lassen. Genauso würde ich nicht glauben, dass die meisten "Ex-Ossis" über "Ex-Wessis" herziehen und lästern. Das wäre m. E. auch eher sehr pauschal vermutet.

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