Schüler sitzen beim Mittagessen im Speiseraum einer Grundschule. (Quelle: dpa/Martin Schutt)
Audio: rbb 88,8 | 05.08.2019 | Silke Mehring | Bild: dpa/Martin Schutt

Änderungen in Berlin und Brandenburg - Alles neu macht das Schuljahr

Neue Tablets, kostenfreies Mittagessen, Gratis-Ticket für Bus und Bahn: Zum Start des neuen Schuljahrs am Montag verändert sich so einiges für Berliner und Brandenburger Schulkinder. Ein Überblick zu allen Neuerungen.

Bessere Ausstattung mit Digitaltechnik

Berliner Schulen sollen deutlich besser mit Digitaltechnik ausgestattet werden. In diesem Jahr, so der Plan, werden 38 Millionen Euro investiert. Das Geld kommt aus dem sogenannten Digitalpakt zwischen Bund und Ländern. In den kommenden zwei Jahren stehen Fördergelder des Bundes in Höhe von rund 170 Millionen Euro zur Verfügung.

Auch die Brandenburger Schulen können mehr in Computer und Tablets investieren: Hier stehen in den kommenden fünf Jahren knapp 168 Millionen Euro zur Verfügung. "Wir bringen die Digitalisierung der Schulen auf den Weg und starten mit der Schul-Cloud Brandenburg", kündigt Bildungsministerin Britta Ernst an. Das Geld fließe in die Dateninfrastrukturen der Schulen, dabei insbesondere in leistungsstarke Server, in WLAN-Netze, in Whiteboards, Beamer, Tablets und Laptops.

Gratis-Mittagessen in Berlin bis zur sechsten Klasse

Berliner Kinder aus den Klassen eins bis sechs bekommen künftig Mittagessen in der Schule umsonst. Rot-Rot-Grün wollte mit diesem Beschluss erreichen, dass auch Kinder aus ärmeren Familien ein warmes Mittagessen bekommen - denn bislang mussten die Eltern dieses buchen und bezahlen. Laut Bildungsverwaltung betrifft das Angebot bis zu 198.000 Grundschüler. Wenn es tatsächlich alle in Anspruch nehmen, kostet dieses Angebot Berlin 129 Millionen Euro jährlich. Ob das so kommt, ist allerdings fraglich: Viele Schulen seien noch nicht auf so viele Esser vorbereitet, kritisiert die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Bildungssenatorin Sandra Scheeres geht aber davon aus, dass in die meisten Schulen ein warmes Mittagessen anbieten werden.

Erste Hortjahre beitragsfrei

In Berlin sind zudem die ersten beiden Hortjahre jetzt beitragsfrei, die bisherige Bedarfsprüfung fällt weg.

Berliner Schüler fahren im Nahverkehr jetzt kostenlos

Bereits seit 1. August gilt das kostenlose Ticket für Schülerinnen und Schüler in Berlin. Es gilt in Bussen und Bahnen der BVG sowie der S-Bahn für den Bereich AB. Anspruch hat, wer einen Berliner Schülerausweis besitzt oder in Berlin wohnt und in Brandenburg zur Schule geht, allerdings können dann Anschlussfahrausweise für den Tarifbereich C nötig werden. Laufende Aboverträge werden automatisch umgestellt und die monatlichen Abbuchungen eingestellt. Alle anderen müssen sich neu anmelden. Noch bis 30. November 2019 wird der Berliner Schülerausweis als Fahrberechtigung akzeptiert.

Höhere Zuschüsse aus dem Bildungspaket für Berliner

Seit dem 1. Augst 2019 können Berliner Geringverdiener oder Bezieher von Hartz-IV höhere Leistungen für Bildung und Teilhabe (BuT) beantragen. [berlin.de] Das Schulstarterpaket wurde von 100 auf 150 Euro erhöht. Mit dem Geld können Lehr- und Arbeitsmaterialien wie Schulhefte, Stifte, Zeichenkästen etc. gekauft werden. Bei mehreren Kindern gelten die genannten Zuschüsse für jedes Kind einzeln.

Erhöht wird auch die Leistung für soziale und kulturelle Teilhabe von derzeit 10 Euro auf pauschal 15 Euro. Deutlich vereinfacht und kundenfreundlicher sollen sowohl das Antragsverfahren als auch die Inanspruchnahme der Leistungen werden, versprechen die Leistungsträger.

Schüler müssen enger zusammenrücken

In Berlin werden im neuen Schuljahr etwa 363.000 Schüler an den allgemeinbildenden Schulen lernen. Das sind insgesamt etwa 6.700 mehr als im Jahr zuvor. Hinzu kommen fast 88.000 Berufsschüler. Die Zahl der Erstklässler sank allerdings leicht, um etwa 160 auf 33.820. Für sie beginnt der Unterricht nach den Einschulungsfeiern mit Zuckertüte erst in einer Woche (12. August).

In Brandenburg starten 292.000 Schüler ins neue Schuljahr, darunter 22.700 Erstklässler. Letztere wurden bereits am Samstag in den Schulen begrüßt. Im Vorjahr waren es noch 289.000 Schüler.

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17 Kommentare

  1. 17.


    Das Angebot wird angenommen, da es ja kostenlos ist.
    Es melden sich auch nach und nach immer mehr Kinder an, doch leider landet das meiste Essen in der Abfalltonne. Es kostet ja nichts.
    Wird nicht immer davon gesprochen zu sparen?
    Lebensmittel, Wasser und Energie werden hier einfach mal in großen Mengen verschwendet.

    Bei allen Diskussionen, ob gut oder nicht gut, wer hat dabei an das Personal gedacht!

    Abgesehen von den nicht ausreichenden Bedingungen für solch eine große Zahl an Schülern in den Schulküchen ist für alle Beteiligte,
    ob Schulen, Caterer oder Ausgabekräfte das kostenlose Schulessen mit einer immensen Mehrbelastung verbunden. Mehr Personal gibt es aber nicht.

    Ein einkommensabhängiger Beitrag wäre in jedem Fall besser gewesen.
    Wir sind eine wahre Wegwerfgesellschaft!

  2. 13.

    Genau. Die armen anderen Bundesländer und wir armseligen, schmarotzenden Berliner. Und alles von Ihren Steuern. Es ist zum Weinen...

  3. 12.

    Mit einer Schulbescheinigung zur BVG, dann gibt es eine Ausnahmebescheinigung. Hat mein Enkel problemlos bekommen. Diese wird dann bei Kontrollen vorgezeigt.

  4. 11.

    Ich möchte mich gern mal zwischen die ganzen negativen Kommentare schummeln und anmerken, dass ich die Neuerungen wirklich toll finden, auch als Brandenburger. Ein Schritt in die richtige Richtung. Ich hoffe, dass die Schulen Unterstützung bekommen um grad das Schulessen schnell für alle Grundschüler realisieren zu können.

  5. 10.

    Sie haben so Recht. Vor allem haben die Menschen aus den anderen Bundesländern das Nachsehen, da diese Berlins Wohltaten über den Länderfinanzausgleich mitfinanzieren müssen.

  6. 9.

    Kinder, die 6 Jahre alt sind und noch nicht eingeschult wurden, fahren kostenlos, wenn sie eine Schulanmeldung oder einen Rückstellungsbescheid für die Kita vorweisen können. Das schließt aber bestimmt immernoch einige aus.

  7. 8.

    Lieber Dieter, das kostenlose Ticket gibt es auch - wie von Ihnen gewünscht - für Kinder, die 6 Jahre alt und noch nicht eingeschult sind.

    Zitat BVG "Auch für alle Kinder ab 6 Jahren, die noch keine Berliner Schule besuchen. Nachweis: Aufnahmebescheid der Schule, die Schulzuweisung oder der Rückstellungsbescheid." siehe hier https://www.bvg.de/de/abo-online/schuelerticket

    Bei unserer Tochter hat das ohne Probleme geklappt!

  8. 7.

    Mein Sohn, 15, hat nur eine Monatskarte umsonst von zu Hause bis nach Beelitz zur Schule. Fährt er außerhalb von Beelitz muss er zahlen und weil er jetzt 15 ist, nun auch noch mit Erwachsenenticket, obwohl er noch Schüler ist. Wo ist da die Gerechtigkeit?

  9. 6.

    es ist interessant zu sehen, was für berliner kinder möglich ist und wie die eltern entlastet werden. warum geht so etwas nicht in brandenburg???

  10. 5.

    Schön alles, aber Kinder, die noch nicht eingeschult werden aber sechs Jahre alt sind, müssen bezahlen. Warum führt man nicht einfach die kostenlose Fahrt bis zum Ende der sechsten Klasse ein? So werden wieder mehr Kinder mit dem Auto zum Sport gefahren.

  11. 4.

    Dann haben Sie den Beitrag nicht richtig wahrgenommen. Der Beitrag, wie generell der RBB überhaupt, ist schon sehr auf Berlin fokussiert. Es gab einmal zu ORB-Zeiten ein Motto eines Moderators 'Brandenburg alle Wege', das vermisse ich doch schon sehr beim RBB.

  12. 3.

    Absoluter Quatsch, im Verhältnis zu den Schülerzahlen bekommt Brandenburg wesentlich mehr. Erst Nachdenen dann kommentieren.

  13. 2.

    Die Menschen in Brandenburg haben wieder einmal das nachsehen. Schlimm.

  14. 1.

    Berlin, Berlin, Berlin, bei Brandenburg kommt nicht so viel für die Kinder. SPD und PdL liefern nicht, zumindest nicht für die Brandenburgerinnen und Brandenburger. Ahja, am 1.9. sind ja Landtagswahlen. Ob es aber AfD oder ihr Linksableger CDU packen werden? Das mag wahrlich zu bezweifeln sein.

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