Mieter der Gleditschstraße protestieren am 04.08.2019 und hoffen auf Vorkaufsrecht des Bezirks Schöneberg. (Quelle: rbb)
Video: rbb24 | 12.08.2019 | 17 Uhr | Bild: rbb

Gleditschstraße und Heckmannufer - Bezirke nutzen Vorkaufsrecht in Schöneberg und Kreuzberg

Der Protest der Anwohner der Gleditschstraße war erfolgreich: Der Berliner Bezirk Tempelhof-Schöneberg hat am Montag entschieden, für die Wohnhäuser sein Vorkaufsrecht zu nutzen. Der Gebäudekomplex wird demnach nicht an Investoren verkauft.

Das Bezirksamt von Tempelhof-Schöneberg nimmt sein Vorkaufsrecht für mehrere Wohngebäude in der Gleditschstraße 39-43 wahr. Das bestätigte das Büro des Baustadtrats Jörn Oltmann (Grüne) am Montag dem rbb. Als Käufer tritt demnach die Genossenschaft "Diese eG" ein.

Die Bewohner der drei Häuser hatten sich dagegen gewehrt, dass der Komplex an Investoren verkauft wird. Anfang August protestierten sie bei einem Hoffest in der Gleditschstraße.

Die Bezirksbürgermeisterin von Tempelhof-Schöneberg, Angelika Schöttler (SPD), und der Baustadtrat hatten angekündigt, die Mietergemeinschaft zu unterstützen. Das Bezirksamt setze sich dafür ein, dass die Mieten in der Gleditschstraße bezahlbar blieben und es nicht zu Eigenbedarfskündigungen komme, sagte Schöttler.

Anwohner demonstrieren in der Gleditschstraße in Berlin Tempelhof-Schöneberg. (Quelle: rbb24)
Anwohner demonstrieren in der Gleditschstraße in Berlin Tempelhof-Schöneberg. | Bild: rbb24

"Diese eG" kauft auch in Kreuzberg

Auch in Kreuzberg hat der Bezirk sein Vorkaufsrecht geltend gemacht und ein Gebäude mit insgesamt 18 Wohnungen am Heckmannufer 8 erworben. Das bestätigte der zuständige Baustadtrat von Friedrichshain-Kreuzberg, Florian Schmidt, rbb|24. "Diese eG" hat den Angaben zufolge dafür 3,3 Millionen Euro gezahlt.

Sendung: Abendschau, 12.08.2019, 19:30 Uhr

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Antwort auf [Berliner Retter] vom 13.08.2019 um 08:22
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9 Kommentare

  1. 9.

    Ein Glück, dass die Kommentatoren hier sich alle so gut auskennen mit der Problematik der internationalen Immobilienspekulation, der Verschacherung und Luxussanierung und der daraus resultierenden Gentrifizierung sowie der Entwicklung Berlins zum Luxuswohngebiet nur für Besserverdiener.

    Die Mittel für diese Käufe kommen im Übrigen von den entsprechenden Wohnungsbaugesellschaften und werden von diesen durch deren Bestand erwirtschaftet. Allenfalls erhalten diese einen "kleinen" Zuschuss vom Finanzsenator, der aber aus einem Topf gezahlt wuird, der zur Unterstützung von Ankäufen besteht. Und es ist nun mal so, dass die WBGs nicht nur durch Bau sondern auch Ankauf ihren Bestand vergrößern. Das war schon immer so.

    Und auch die Sanierung wird nicht vom Steuerzahler gezahlt. Das ist totaler Quatsch!!

    Ich kann nur jedem wünschen, dass er nicht von Spekulation und Verdrängung bedroht wird, aber manch einem würde das vielleicht nicht schaden, wenn ich mir die Kommentare so anschaue.

  2. 8.

    Wieder Steuergelder von den Linken verschleudert. Kaufpreis? Stillschweigen! Wenn Mietshäuser saniert werden müssen weil marode dann kostet es Geld und sollte von den Mietern bezahlt werden und nicht vom Steuerzahler. Erst recht wenn man dort Jahrelang für kleines Geld gewohnt hat. Ansonsten ist das ungerecht und unsozial gegenüber den anderen Bewohnern dieser Stadt.Der Senat zeigtt somit nur mal wieder seine Unfähigkeit fürr neuen bezahlbaren Wohnraum zu sorgen. Berlin gammelt vor sich hin bei solch Linker Politik alla DDR und das zum 13. August Wer noch behauptet die Grünen sind die Mitte der Gesellschaft ist auf dem linken Auge blind. Vieleicht sollten einige mal darüber nachdenken für sich selbst zu sorgen anstatt immer nur auf andere zu zeigen.

  3. 7.

    Dann werden jetzt Häuser gekauft mit den letzten Geld und für Sanierungen ist keines mehr da. So entsteht die DDR 2.0

  4. 6.

    Dann würde Schmidt mit leeren Händen dastehen.

    Er spekuliert(e)
    - im Mai auf Landeszuschüße
    - dass die Finanzierung irgendwann für die Genossenschaft ohne Hausexpertise steht
    - dass eine deutliche Mehrheit der Mieter für 500/qm Genossen werden
    - dass der Mietendeckel Ausnahmen für ihn vorsehen wird
    ...

  5. 5.

    DIESE eG wird garantiert noch keine 3,3 Mio. gezahlt haben. Das Geld haben die gar nicht. Die haben nichtmals Finanzierungszusagen von den Banken für die allerersten Häuser, für die der Bezirk vor Monaten das Vorkaufsrecht ausgeübt und damit den Steuerzahler in die Haftung genommen hatte. Selbst eine Vorfinanzierungszusage gibt es nur für drei Objekte.

    Nachdem der Vorstand der eG, der Finanzsenator und die zwei beteiligten Banken die noch ungesicherte Finanzierung bestätigt hatten, rückte Schmidt von seiner "Alles gut"-Behauptung wieder ab und rief via Facebook zu Klassenkampf auf.

  6. 4.

    Man sollte Häuser, die als Spekulationsobjekt missbraucht werden, enteignen und dann ist gut.

  7. 3.

    Bei den Objekten in Kreuzberg mit Kaufpreisen zwischen 3.500€ und 4.000€ je m² müssen die Mieten gemäß Kalkulation für die Zeichner von Genossenschaftsanteilen zügig auf knapp 9€ steigen. Entweiige Sanierungsrückstände sind dabei wohl noch nicht berücksichtigt. Die DIESE eG hat einzig als Exprertiese vorzuweisen, dass in deren Vorstand ein Banker ist, der sich schon mal mit der Finanzierung von Hauskäufen befasst hat und deshalb ein alter Bekannter des Baustadtrat Schmidt ist.

    Auch hier werden wohl die städtischen Gesellschaften wegen Unwirtschaftlichkeit wieder abgewunken haben. Natürlich wird auch die Summe mal wieder verschwiegen worden, für die der Steuerzahler haften darf.

  8. 2.

    Durch das dauernde Ausüben des Vorkaufsrechts der Bezirke, können sich die betroffenen Mieter erstmal freuen. Aber meinen diese wirklich, dass die Mieten so bleiben, wenn Investitionen an diesen Gebäuden anstehen? Außerdem, durch diese Aktionen fehlt irgendwann das Geld für den dringend benötigten Neubau. Was ist auch, wenn in den nächsten Jahren die Steuereinnahmen sinken ? Bis jetzt werden nur Wahlgeschenke gemacht, aber keiner, von den dringend benötigten, Neubauten entsteht.

  9. 1.

    Ist die Finanzierung des Vorkaufs gesichert? Es gibt einige Widerspüche bei anderen Vorkäufen im Namen der DIESE eG in Kreuzberg. Ansonsten haftet der Steuerzahler für den Kaufpreis.

    Bei den Objekten in Kreuzberg wird ungeachtet des angekündigten Mietendeckels mit deutlich steigenden Mieten kalkuliert. Zudem sind dort Genossenschaftsanteile in Höhe von 500€/m² fällig.

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