Symbolbild: Wölfe in Brandenburg (Quelle: imago)
Bild: imago-Symbolbild

Ausgleich für Bauern und Schäfer - Brandenburg zahlt 335.000 Euro für Wolfsschäden

Schäfer und Landwirte in Brandenburg haben seit 2007 rund 335.000 Euro Entschädigung für Tiere erhalten, die von Wölfen getötet wurden. Allein im ersten Halbjahr 2019 beliefen sich die Zahlungen auf etwa 42.000 Euro, wie das Umweltministerium auf eine Anfrage antwortete. Damit wurden Besitzer von Schafen, Damwild, Kühen, Ziegen und Pferden entschädigt.

Der Landesbauernverband will den Wolfsbestand begrenzen, der Bauernbund fordert wolfsfreie Zonen. Für den Schafzuchtverband Berlin-Brandenburg würde es schon reichen, wenn der Staat alle Kosten des Herdenschutzes übernimmt.

Fast 100 Wölfe wurden überfahren

2007 entschädigte Brandenburg erstmals Schäfer für den Verlust von Schafen mit 556 Euro. Ein Jahr später waren es bereits 10.300 Euro. Das Landesumweltamt zählte seit 2007 insgesamt 768 Rissfälle mit 1.615 getöteten Tieren (Stand Januar 2019). In diesen Fällen war der Wolf als Verursacher "nicht auszuschließen" oder "wahrscheinlich". Als Belege für einen Wolfsriss können Rissspuren, Berichte von Augenzeugen, Losungs- oder Pfotenspuren herangezogen werden.  

Seit Anfang 2018 gilt in Brandenburg eine Wolfsverordnung, nach der Tiere, die unheilbar krank sind oder bei Verkehrsunfällen schwer verletzt wurden, getötet werden können. Auch auffällige Wölfe, die eine Gefahr für Menschen darstellen können oder mehrfach Tiere in gut gesicherten Anlagen gerissen haben, können nach Prüfung im Einzelfall geschossen werden. Bisher wurden sieben Wölfe nach der neuen Wolfsverordnung getötet.

Derzeit leben nach amtlichen Angaben in Brandenburg 38 Wolfsrudel. Seit 1990 wurden 98 Wölfe von Autos oder Eisenbahnen überfahren, 19 wurden illegal geschossen. 17 Tiere kamen durch sonstige Umstände ums Leben, oder die Todesursache blieb unklar.

Sendung: Inforadio, 11.08.2019, 11:20 Uhr

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