Mann mit Kippa läuft durch Berlin-Mitte (Bild: imago images/Doris Spiekermann-Klaas)
Bild: imago images/Doris Spiekermann-Klaas

Gremium des Berliner Senats - Runder Tisch gegen Antisemitismus nimmt Arbeit auf

Der Runde Tisch des Berliner Senats gegen antisemitische Gewalt ist am Donnerstag erstmals zusammengekommen. Innen-Staatssekretär Torsten Akmann (SPD) hatte die Runde mit zahlreichen Vertretern jüdischer Institutionen ins Leben gerufen.

Gremium soll Opferschutz verbessern

"Der Runde Tisch soll konkrete Sicherheitsfragen klären und den Betroffenen Hilfestellungen bieten", erklärte Akmann. "Er soll eine Plattform sein, die einen offenen und direkten Austausch zu aktuellen Vorkommnissen antisemitischer Gewalt und den damit verbundenen Sicherheitsfragen ermöglicht." Dabei solle es um Gefährdungsbewertung und Sicherheitsberatung durch die Polizei gehen, um Demonstrationen sowie Schutz von Einrichtungen und Menschen.
 
Der Runde Tisch mit 17 Mitgliedern werde alle drei Monate tagen, solle aber auch bei bestimmten Anlässen zusammenkommen. Teilnehmer sind neben Akmann unter anderem Staatssekretärin Sawsan Chebli (SPD), der Antisemitismusbeauftragte der Polizei, Abgesandte der Jüdischen Gemeinde, der Stiftung Neue Synagoge, des Zentralrats der Juden und der Deutsch-Israelischen Gesellschaft sowie mehrere Rabbiner.

Jüngster Fall ist erst ein paar Tage alt

In den vergangenen Monaten ist es in Berlin und auch Brandenburg gehäuft zu antisemitischen Übergriffen gekommen. Ende Juli hatten zwei Männer in Wilmersdorf den Rabbiner Yehuda Teichtal auf arabisch beschimpft und bespuckt. Nur wenige Tage später wurde in Potsdam ein Mann, der eine Kippa mit Davidstern trug, vermutlich von einem Syrer bespuckt und beleidigt. Mitte August wurde der Vorstand einer jüdischen Organisation in der Nähe des Stuttgarter Platzes in Berlin-Charlottenburg angegriffen und zu Boden gestoßen.

Der jüngste Fall von Antisemitismus ereignete sich Anfang der Woche:  Am frühen Montagmorgen hatte sich ein 21-jähriger Israeli vor der Diskothek "Matrix" in Berlin-Friedrichshain mit drei gleichaltrigen Freunden auf Hebräisch unterhalten. Ein Unbekannter habe dies gehört, sei auf den 21-Jährigen zugegangen und habe ihm mit der Faust ins Gesicht geschlagen, so die Polizei. Der Angreifer konnte fliehen, das Opfer erlitt eine Gesichtsverletzung.

Sendung: radioeins, 12.09.2019, 17 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Chebli ist die falsche Besetzung.
    Der jüdische Historiker und Publizist Professor Wolffsohn wäre die bessere Alternative.

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