Ein Polizeiwagen steht im Görlitzer Park. (Quelle: rbb)
Bild: rbb

Drogenhandel im Görlitzer Park - Der Deal mit den Dealern

Aufdringlich bis aggressiv ist der Drogenhandel im Görlitzer Park, sagen viele Anwohner. Sie sorgen sich um ihre Kinder und fühlen sich von der Politik im Stich gelassen. Beim rot-rot-grünen Senat kommt das nicht an. Von Bettina Malter und Andrea Everwien

Dass sich der Park verändert hat, geschah schleichend, erzählt Nina S. Seit gut 20 Jahren blicken sie und ihr Mann von ihrer Wohnung aus auf den Görlitzer Park. Sie erinnern sich noch gut daran, wie vor ein paar Jahren Flüchtlinge aus Afrika hier ankamen.

Während Deutschland diskutierte, wie viele Menschen das Land stemmen könne, war der Görlitzer Platz ein Ort, an dem Geflüchtete ankommen konnten. Ein Ort, an dem Geflüchtete auf Menschen trafen, von denen sie sie akzeptiert wurden. Und das obwohl sie dealten. So erlebten viele im Kiez diese Zeit.

Überfall auf ein Nachbarsmädchen

Heute hat sich der Blick auf den Görlitzer Park bei vielen Anwohnern verändert. Auch der von Nina S. "Meine 13-jährige Tochter, die wird rund um die Uhr angesprochen", sagt sie. "Morgens auf dem Weg zur Schule, auf dem Nachhauseweg." Empörend sei das.

Inzwischen macht sie sich immer öfter Sorgen um ihre Töchter. Nina S. erinnert sich noch genau, wie ihre älteste Tochter kreidebleich nach Hause kam, weil ein Dealer sie festgehalten hatte. Sie weiß noch, wie angsterfüllt ihre Jüngste war, nachdem sie von einem Mann auf dem Fahrrad verfolgt worden war.

Sie hat noch das Gespräch vor Augen, bei dem sie von dem Überfall auf ein Nachbarsmädchen erfuhr. Einige ihrer Bekannten sind mittlerweile weggezogen. Auch Nina S. und ihr Mann hatten über Wochen überlegt, sich ein neues Zuhause zu suchen. Letztlich haben sie sich fürs Bleiben entschieden.

Poizei führt Personenkontrolle im Görlitzer Park durch. (Quelle: rbb)

"Man weiß nicht, wie man sich zu benehmen hat"

Wie sehr der Alltag am Görlitzer Park mittlerweile vom Drogenhandel dominiert wird, weiß auch Peter Dorscheid. Er betreibt seit 36 Jahren eine Radiowerkstatt in der Nähe des Parks. Er ist einer der letzten in der Republik, der kaputte Analoggeräte repariert. Altes zu bewahren, bereitet ihm Freude. Nun erlebt er, wie sein altes Kreuzberg sich verändert. Wenn er morgens seinen Laden aufschließt, sitzen vor seinem Schaufenster bereits die Dealer.

"Die Präsenz der Dealer ist eine Belastung. Man weiß nicht, wie man sich zu benehmen hat, um ihre Aggression nicht zu provozieren", sagt er. Der 67-Jährige erlebt oft, wie die Dealer vor seinem Laden ihre Revierkämpfe austragen. Oft sind es Schlägereien, manchmal beobachtet er Messerstechereien.

Was Monika Herrmann sagt

Im sogenannten "Handlungskonzept Görlitzer Park" lässt sich nachlesen, welche Strategie der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg im Umgang mit dem Park verfolgt. "Keine Gruppe darf diskriminiert werden, keine den Park dominieren", heißt es darin. Die Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Bündnis90/Die Grünen) sagt: "Das war ein Anliegen der Nachbarschaft, die sich hier engagiert hat für den Park. Sie sagen, keine Gruppe soll ausgeschlossen werden." Aus dieser Logik ist ein Deal mit den Dealern entstanden.

Nina S. ist über Herrmanns Aussage wütend. "Es dominiert eine Gruppe ganz klar den Park." Sie ist nicht die einzige, die sich mittlerweile aus ihrem Park ausgeschlossen fühlt und hat sich zusammen mit andern Anwohnern mit einem  Brief an den Bezirk gewandt. Darin fordern sie: Es muss sich etwas verändern. Eine Reaktion darauf blieb aus.

Streit im Kiez

Besonders schwierig empfinden Nina S. und ihre Nachbarn, dass es schwer ist, im Kiez überhaupt über die Probleme zu sprechen. Immer wieder erleben sie im Kiez die Logik: Wer für Flüchtlinge ist, kann doch nicht gegen die Dealer sein - und wer die Dealer kritisiert, muss Rassist sein.

Auf einer Bürgerversammlung sei sie bereits beschimpft worden, nur weil sie kritisch guckte. Aus diesem Grund möchte Nina S. anonym bleiben.

Gegenüber Kontraste weist Bürgermeisterin Herrmann darauf hin, dass für die Sicherheit im Park der Senat zuständig ist. Innensenator Andreas Geisel (SPD) sagte vor Kurzem im Abgeordnetenhaus: "Der Görlitzer Park ist ein Park, der von sehr vielen Menschen, auch Familien mit Kindern genutzt wird und die fühlen sich an dieser Stelle nicht in irgendeiner Art und Weise belästigt."

In den Ohren von Nina S. klingt dieser Satz wie Hohn.

Sendung: Kontraste - Die Reporter, 04.09.2019, 21:15 Uhr

Beitrag von Bettina Malter und Andrea Everwien

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126 Kommentare

  1. 125.

    Oh man. Ich hoffe die Legalisierung wird bald kommen, damit dieses hysterische Gekreische von schlecht informierten Wutbürgern endlich ein Ende hat. // Parks gehören den Menschen, die Erholung brauchen. Und Kindern, die sich austoben müssen. Dealer, Kiffer und Hunde bitte draußen bleiben. Der Görli als sauberer, straffreier Raum für Groß und Klein. Kein Stoff und kein Hundedreck. Ach wär datt scheen...

  2. 124.

    "Der Zigarettenkonsum ist zurückgegangen ohne dass die Regierung den Vertrieb übernommen hat." Aber er hat die Reklame dafür massiv eingeschränkt und zwar im legalen Bereich! Wie erfolgreich er wäre, würde es eine einzige Marke ohne Markennamen und indirekte Kaufanzeize wie sichtbares präsentieren im Kassenbereich der Supermärkte wäre, kann man gerne mal ausprobieren.

    Mundpropaganda für Drogen gibt es ja derzeit überhaupt nicht. Wie gesagt, es lebt aktuell ein ganzer krimineller Wirtschaftszweig von der Sucht und der Beschaffungskriminalität.

    Dies zu beenden muss doch das gemeinsame Ziel sein, oder etwa nicht?
    Nicht das sinnlose Hochhalten irgendeiner Verbotsideologie!

  3. 123.

    Aprospos Amerika:
    Ihrer Logik zuvolge hätte Präsident Trump Recht, wenn er sich gegen ein Verbot des Verkaufs privater Handfeuerwaffen ausspräche.
    Der Staat sollte vielmehr den Vertrieb übernehmen, damit illegalen Waffenhändlern das Wasser abgraben und alles wäre in Butter.
    Denn eine Sache ist ja viel weniger verwerflich oder gefährlich, wenn sie von der Regierung erledigt wird, hm?

  4. 122.

    Ich sagte nicht, dass der Staat das absichtlich täte.
    Doch wenn Drogen problemlos verfügbar wären, würde Mundpropaganda sicher das ihre tun.
    Warum sollte man meiden, was problemlos erhältlich (und demzufolge ja wohl nicht soooo schlimm) wäre?
    Wo bliebe da die Abschreckung? (Unabhängig davon, für wie erfolgreich man sie hielte. Selbst die größten Kritiker würden ihr sicher nicht JEDEN Erfolg absprechen.)
    Doch, genau das ist das Thema: Es ist lachhaft, die Legalisierung einer verwerflichen Sache mit ihrer Bekämpfung gleichzusetzen und Abschreckung (u. a. durch Bestrafung) mal für selbstverständlich notwendig, dann aber für ineffektiv zu halten.
    Der Zigarettenkonsum ist zurückgegangen ohne dass die Regierung den Vertrieb übernommen hat.
    Die Vernunft hat sich einfach mehr und mehr durchgesetzt - keine staatliche Konkurrenz.
    Was den Drogenmarkt betrifft, sollten sie beispielsweise das Bundeskriminalamt oder die DEA befragen.
    F. f.

  5. 121.

    TremorBerlinFreitag, 06.09.2019 | 13:08 Uhr
    auf [EUROPASTOLZ] 06.09.2019 um 12:37

    Dealer würden (wenn sie ihre Preise nicht anpassen würden) keine neuen Kunden mehr generieren. Der Staat täte das." Wieso sollte er? Kein wirtschaftliches, erst recht kein sonstiges Interesse. Also die einzig Erfolg versprechende Herangehensweise.


    "Was also würden Sie betr. Waffen und Kinderpornos empfehlen?" Ist hier nicht das Thema, egal wie oft Sie versuchen, das gleichzusetzen.

    "Raucher gibt es nach wie vor" Und?
    " ...der Schwarzmarkt für Zigaretten wurde... nicht ausgetrocknet." dennoch rauchen weniger Leute. Vor allem weniger junge Menschen!

    "Jep, hat geklappt." eben!

    "Oder meinen Sie, der Drogenmarkt hätte seine jetzigen Ausmaße auch, wenn man ihn NICHT bekämpfen würde?" Wird er bekämpft oder befeuert?

    "Ohne Dealer käme niemand mehr auf den Gedanken, Drogen zu kaufen? Meinen Sie das im Ernst" Genau das. Zumindest wesentlich weniger junge Menschen! Daran ist mir gelegen.

  6. 120.

    Stimmt. Dealer würden (wenn sie ihre Preise nicht anpassen würden) keine neuen Kunden mehr generieren. Der Staat täte das.
    Was also würden Sie betr. Waffen und Kinderpornos empfehlen? Sie ebenfalls zu legalisieren, denn die Bekämpfung funktioniert ja auf die Dauer nicht?
    Nebebnei: Raucher gibt es nach wie vor und der Schwarzmarkt für Zigaretten wurde m. W. auch noch nicht ausgetrocknet.
    Jep, hat geklappt. Vermute ich zumindest. Oder meinen Sie, der Drogenmarkt hätte seine jetzigen Ausmaße auch, wenn man ihn NICHT bekämpfen würde?
    Ohne Dealer käme niemand mehr auf den Gedanken, Drogen zu kaufen? Meinen Sie das im Ernst?
    Ich verstehe Ihre Neigung zu Verballhornungen, begreife sie aber nicht zwangsläufig als Humor.

  7. 119.

    TremorBerlinFreitag, 06.09.2019 | 12:30 Uhr
    Antwort auf [EUROPASTOLZ] vom 06.09.2019 um 12:05

    "Finden Sie den Gedanken denn gar nicht absurd, dass die Regierung zum Drogengrossisten werden soll, damit das zweitgrößte Problem (= die Dealer) zurückgedrängt,..." gar nicht, sondern endlich erfolgreich!

    "...das größte Problem (= die Drogen) aber gehegt und gepflegt wird"
    - genau das wird eben nicht geschehen! Es wird ja keinerlei Reklame mehr dafür gemacht und niemand verdient mehr viel Geld am illegalen tun.

    " und den Konsumenten das Schicksal des körperlichen Abstiegs und der Verelendung etwas weniger bedrohlich erscheint?" Nein, Junkies denen der Stoff ausgegeben wird, werden z.T. sogar wieder arbeitsfähig.

    "...Doch wo sehen Sie sonst noch die erwähnte Bekämpfung der "Neukundenakquise"?"

    Vor allem keine Reklame mehr für Drogen! Weder direkt durch die Dealer oder ihre "Freunde" oder die Drogenbarone noch durch den Staat.
    Das ist das Ziel!

  8. 118.

    TBerlinFreitag, 06.09.2019 | 12:31 Uhr
    auf [EUROPASTOLZ] vom 06.09.2019 um 12:05

    "Ich bin überzeugt davon, dass Strafen für Verbrechen ein gutes Mittel dagegen sind." Genau das laube ich Ihnen nicht. Die Realität zeigt , dass das Gegenteil der Fall ist. Oder gilt Straffreiheit für Kinderpornografie, illegale Waffen und so weiter? Und sind diese Dinge verschwunden? Nein. Es wird fleißig damit Geld verdient und dadurch der Druck auf Neukundenanwerbung aufrecht erhalten. Das zu beenden würde zum Erfolg führen.

    "Denn was man fürchtet, meidet man." Hat ja ganz toll geklappt!

    "Fürchtet man aber nicht mehr die Folgen von Drogen (beispielsweise die hohen Beschaffungskosten), warum sollte man sie dann noch meiden?"
    Weil junge Leute gar nicht erst damit konfrontiert würden, da niemand mehr Geld damit verdienen würde. Sie würden erst gar nicht mer auf die Idee mit den Drogen gebracht.

    "Oder war auch das ein zu abstruses "Allgemeinplätzchen"? "
    Ich sehe, Sie beginnen zu verstehen.

  9. 117.

    "Doch ihnen quasi die Arbeit wegzunehmen" würde zumindest dafür sorgen, dass die Dealer kein Neukundengeschäft mehr generieren und damit den Drogenmissbrauch befeuern würden!
    "... und Rauschgift staatlich gutzuheißen," Wer will denn den Drogengebrauch gutheißen? Ich will ihn beenden, mindestens deutlich zurückdrängen - und zwar endlich erfolgreich!

    "... und ein Schlag ins Gesicht für alle, die jemals unter Drogen in irgendeiner Form gelitten oder Drogenmissbrauch in irgendeiner Weise bekämpft haben. "
    Nein, es wäre endlich ein erfolgreicher Schlag ins Gesicht derer, die durch die bisherige Verbotsideologie Geschäfte mit dem Leid der immer wieder neu ins kriminelle Drogenmilieu gesogenen jungen Menschen verdienen!

    Neben den Drogenbaronen auch die "Law&Order" Parteien, die nie erfolgreich was gegen Drogenmissbrauch auf die Kette bekommen haben, aber mit der Angst vor Drogenkriminalität prima auf Wählerstimmenfang gegangen sind - und gehen.

    Pfui Deibel!

  10. 116.

    Was aber meine "abstrusen Vergleiche" betrifft:
    Ich bin überzeugt davon, dass Strafen für Verbrechen ein gutes Mittel dagegen sind.
    Denn was man fürchtet, meidet man.
    Fürchtet man aber nicht mehr die Folgen von Drogen (beispielsweise die hohen Beschaffungskosten), warum sollte man sie dann noch meiden?
    Oder war auch das ein zu abstruses "Allgemeinplätzchen"?

  11. 115.

    Wie gesagt: Bekämpfen. Nicht kanalisieren.
    Finden Sie den Gedanken denn gar nicht absurd, dass die Regierung zum Drogengrossisten werden soll, damit das zweitgrößte Problem (= die Dealer) zurückgedrängt, das größte Problem (= die Drogen) aber gehegt und gepflegt wird und den Konsumenten das Schicksal des körperlichen Abstiegs und der Verelendung etwas weniger bedrohlich erscheint?
    Zigaretten sind ein gutes Beispiel:
    Die wurden immer teurer, hatten ein immer schlechter werdendes Image (wozu vielleicht auch die Bilder auf den Packungen beigetragen haben). Doch wo sehen Sie sonst noch die erwähnte Bekämpfung der "Neukundenakquise"?
    F. f.

  12. 114.

    Jup. So wie (bereits erwähnt) Kinderpornographie und Waffen. Ebenso Menschenhandel, Auftragsmorde, Diebstähle, Hehlerei, Zwangsprostitution, Schutzgelderpressung etc. etc.
    Alles "Wirtschaftszweige". Zu wettern (= Kritik zu üben / etwas zu verurteilen) ist keine Option, sondern eine Selbstverständlichkeit, wenn man etwas für moralisch oder sachlich falsch hält.
    Woher wollen Sie wissen, dass eine Legalisierung weniger Probleme mit sich brächte?
    Das eigentliche Problem - der Drogenmissbrauch - bliebe doch bestehen.
    Dealer sind Abschaum. Doch ihnen quasi die Arbeit wegzunehmen und Rauschgift staatlich gutzuheißen, wäre nicht nur eine Legalisierung sondern auch eine Legitimation dieses schmutzigen Geschäftes und ein Schlag ins Gesicht für alle, die jemals unter Drogen in irgendeiner Form gelitten oder Drogenmissbrauch in irgendeiner Weise bekämpft haben.

  13. 113.

    TremorBerlinFreitag, 06.09.2019 | 11:16 Uhr
    Antwort auf [EUROPASTOLZ] vom 06.09.2019 um 10:51

    "... bekämpfen." Richtig! Und zwar mit geeigneten, Erfolg versprechenden Mitteln. Nicht mit Allgemeinplätzchen.

    "Nicht durch eine Legalisierung von Drogen, sondern durch Aufklärung über die Folgen von Drogenmissbrauch." Zigaretten sind nicht verboten. Durch Aufklärung und Bekämpfung der "Neukundenakquise" wurde das Rauchen unter jungen Menschen erfolgreich zurückgedrängt!

    "Abschreckung ist ein weit besserer Schutz (weil eine bessere Prävention) als Kanalisierung." Nein, hat nachweislich bisher nirgends auf der Welt funktioniert, egal mit welchen abstrusen Vergleichen Sie da auffahren!

    "Wären Sie auch dafür, den freien Handel mit beidem zu legalisieren..." Sie wollen doch jetzt nicht behaupten, dass ich für Kinderpornografie spreche, oder?

    Durch die Haltung gegen Freigabe von Drogen wird seit Jahrzehnten die Drogenkriminalität am Leben gehalten. Schwer zu verstehen, ist aber so.

  14. 112.

    Saufen ist auch ein Wirtschaftszweig. Und watt für eena.^^ Und es würde auch gesoffen werden, wenn‘s verboten wäre. Und für die Ewiggestrigen nochmal ganz deutlich: Cannabis ist zur Alltagsdroge geworden. Wie Alkohol. Nun wird es Zeit, dass der Staat sich darum kümmert und Schadensbegrenzung betreibt. Egal wie man das findet. Das ist längst überfällig und muss geschehen. Über Cannabis zu wettern und den Kopf in den Sand zu stecken ist keine Option mehr. Das geschah jahrzehntelang. Und Horden von Dealern okkupieren die Parks und Bahnhöfe. Die Nachteile, die die Legalisierung mit sich brächte, sind im Gegenzug wesentlich geringer.

  15. 111.

    Ich sage doch nicht, dass an der aktuellen Situation nichts geändert werden soll.
    Mögliche Änderungen:
    -: Kostenlose Testlabore für Drogen --> Reduzierung der gestreckten Ware.
    -: Erarbeiten eines Konzeptes die Dealer in legale Beschäftigungsverhältnisse zu bekommen --> Reduzierung des Marktes an Dealern.
    -: Aufklärungsarbeit in Richtung kiffen verstärken, ähnlich zum Rauchen Vorbilder schaffen --> Reduzierung des Marktes an Konsumenten.
    -: Ausweiten des Angebotes an medizinischen Cannabisprodukten
    -: Konzept zur Drogenpolitik, was, wie, wo und warum.

    In diesem Punkt muss ich Ihnen Recht geben. Die bestehenden Gesetze werden nicht angewandt und der Konsum wird einfach geduldet und nichts passiert. Da muss die Politik endlich mal Farbe bekennen ob Drogen ja oder Nein und dann dementsprechend handeln.
    Meine letzte ernst gemeinte Frage: An welchem Punkt stoppt dieses die Leute machen es, also erlauben wir es? Der Staat macht Regeln und kümmert sich nicht um die Einhaltung?

  16. 109.

    Wie wäre es denn, zur Abwechslung mal auf eines der Argumente einzugehen, statt nur mit Whataboutism um sich zu werfen? Ihren Standpunkt und Ihre Meinung haben jetzt alle verstanden, nun sollten mal die Fakten diskutiert werden.

  17. 108.

    Wir reden nicht von einem Wirtschaftszweig, sondern von Verbrechen.
    Und die sollte de Staat nicht begehen, sondern bekämpfen.
    Nicht durch einen Konkurrenzkampf mit Drogenhändlern, sondern durch Bekämpfung derselben.
    Nicht durch eine Legalisierung von Drogen, sondern durch Aufklärung über die Folgen von Drogenmissbrauch.
    Abschreckung ist ein weit besserer Schutz (weil eine bessere Prävention) als Kanalisierung.
    Kehren wir ruhig nochmal zu den von mir genannten Beispielen Waffen und Kinderpornographie zurück:
    Wären Sie auch dafür, den freien Handel mit beidem zu legalisieren oder die Produktion in staatliche Hände zu legen, damit die bisherigen Produzenten und Händler weniger Umsatz machen?
    Der Zweck heiligt nicht immer die Mittel; falsch ist falsch, wer auch immer es wozu auch immer tut.

  18. 107.

    TremorBerlinFreitag, 06.09.2019 | 08:47 Uhr
    "Sie wollen also, dass der Staat etwas tut, ..., damit es niemand anderes macht?"
    Es ist notwendig alles zu tun, was die Kundenakquise beendet!

    "...sagen damit also, dass es okay ist, wenn der Schaden damit womöglich geringer ausfällt?" Es ist nicht nur "okay" sondern geboten, Schaden zu mindern!

    "Wenn etwas ethisch nicht zu rechtfertigen ist, ändert sich daran auch durch eine vorgeschobene Begründung nichts." Eben! Genau deswegen muss ja was geändert werden!

    "Drogen sind ... in der Schmuddelecke, ihnen haftet das Stigma..."
    Völlig wurscht! "Neukundenakquise" muss beendet werden, sonst nix. Aktiver Menschenschutz!

    "Und ich möchte nicht, dass meine Steuergelder dafür verplempert werden,..."

    "Ich möchte das nicht" ist genau die Haltung, von der seit Jahrzehnten die ganze Drogenindustrie bis zu den Parkdealern bestens lebt, nebst Law & Order Parteien - BRAVO!!

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