Monika Herrmann in Kreuzberg (Bild: imago images/Piero Chiussi)
Bild: imago images/Piero Chiussi

"Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks" - Grüne Bezirksbürgermeisterin traut sich nachts nicht in Parks

In der Dunkelheit durch den Görlitzer Park? Als Frau? Kreuzbergs Bezirksbürgermeisterin Herrmann schließt das für sich in einem "Welt"-Interview aus - und sorgt damit nicht nur im Netz für heftige Reaktionen.  

Die Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne), sorgt mit Äußerungen über die Sicherheit in Berliner Parks für heftige Reaktionen. "Ich gehe in Berlin durch gar keine Parks, ich weiß ja nicht, wie Sie das handhaben, aber das ist mir als Frau zu gefährlich", sagte Herrmann der Zeitung ["Die Welt" - Bezahlinhalt] vom Donnerstag, auf die Frage, ob sie in der Dunkelheit durch den Görlitzer Park in Kreuzberg laufe.

Sie gab zu, dass der Zustand in dem Park "nicht tragbar" sei. Es sei aber Aufgabe der Polizei das zu ändern, das Bezirksamt könne sich nur mit der Lage arrangieren. Gleichzeitig forderte Herrmann eine "einheitliche, konsequente Drogenpolitik" vom Senat und sagte, sie würde mehr Polizeipräsenz im Park unterstützen.

CDU sieht in Herrmanns Aussagen "Bankrotterklärung"

Deutliche Kritik an Herrmanns Äußerungen kommt von der Berliner CDU. Deren Wahlkreisabgeordneter aus Friedrichshain-Kreuzberg, Kurt Wansner, sprach von einer "Bankrotterklärung".

Wer wie Frau Herrmann Drogenkriminalität nicht bekämpfe, sondern Dealer in Parks integrieren wolle, muss sich über die Folgen nicht wundern, so Wansner. "Wenn sie sich nun selbst da nachts nicht mehr durchtraut, muss sie sich fragen, ob sie als Bürgermeisterin des Bezirks noch tragbar ist." Auch die Idee eines Fußballturniers im Görli mit Dealern, die der Parkrat am Samstag veranstalten will, halte er für skandalös. Über das Fußball-Turnier hatte zuerst die [B.Z.] berichtet.

Auch in anderen Tweets werden Herrmanns Äußerungen kritisiert. Besonders an ihrer Forderung nach mehr Polizei in den Parks entzünden sich heftige Reaktionen. Alexander Strauch von der Deutschen Polizeigewerkschaft schreibt von einer "Lachnummer" einer Politikerin, die Kriminalität in den Parks toleriere.

Ähnlich äußerte sich der Sprecher der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Benjamin Jendro. Herrmann drücke sich vor ihrer politischen Verantwortung und erschwere seit Jahren polizeiliche Maßnahmen. Gleichzeitig bagatellisiere sie kriminelle Handlungen, sagte Jendro dem [Tagesspiegel].

Zukunft des "Görli" ist ungewiss

Im Görlitzer Park stehen seit Jahren Dutzende Dealer und verkaufen Marihuana an Touristen, Club- und Kneipenbesucher. Auch Kokain und Ecstasy wurden gefunden. Herrmann war kürzlich wieder kritisiert worden, weil sie gesagt hatte, der Bezirk wolle in dem Park keine Gruppe ausgrenzen und vertreiben, das gelte auch für die Dealer.

Die Polizei geht immer wieder mit Razzien und Suchhunden gegen den Drogenhandel vor. Weil in Berlin aber jeder Erwachsene bis zu 15 Gramm Marihuana dabei haben darf, ohne dass er bestraft wird, hat die Polizei es schwer. Innensenator Andreas Geisel (SPD) hatte im August einen Vorschlag bekannt gegeben, wonach der Park besser umzäunt und nachts geschlossen werden könne. Der Bezirk befürchtet aber eine weitere Verlagerung des Drogenhandels in die Umgebung.

Kommentar

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51 Kommentare

  1. 51.

    Ich wäre dafür, Dealer lange in Gefängnisse zu stecken oder sie ggfs. für immer aus Deutschland zu verbannen.
    Man sollte Falsches nicht in Richtiges ummünzen, weil einem das bequem erscheint.
    Und auch aussichtslose Kämpfe müssen mitunter geführt werden.
    Jeder Cent Steuergelder für die Wünsche und Bedürfnisse gedankenloser Schwachköpfe ist einer zuviel.

  2. 50.

    Am schwachsinnigsten war voe allen die Idee der Law & Order Politiker wie Henkel und deren Anhänger. Die haben und wollen immer noch die Dealer in Nebenstraßen vertreiben. Gebracht hat das alles nichts.

    Wenn man das konsequent zu Ende denkt wäre die Freigabe von Haschisch und Marihuana das sinnvollste.

    Genau das, die kontrollierte Abgabe von Cannabis hat Frau Herrmann gefordert und ist gescheitert, so werden alle die hier Frau Herrmann Untätigkeit vorwerfen Lügen gestraft.

    https://www.morgenpost.de/bezirke/friedrichshain-kreuzberg/article205950271/Friedrichshain-Kreuzberg-Kein-legaler-Verkauf-von-Cannabis.html

  3. 49.

    Am schwachsinnigsten war wohl die Idee mit den Dealer-Zonen. Das würde ja quasi bedeuten, es gibt in Deutschland Zonen, in denen strafbare Handlungen legal wären. Also, dann kann man ja auch gleich „Steuerhinterziehungszone“, „Mordzone“, „Sozialleistungsbetrugszone“, „Schwarzfahrerzone“ etc. einrichten.

  4. 48.

    be Berlin, be Kreuzberg, be Drogendealer

  5. 47.

    Vorurteil, ick hör' dir trapsen.
    Dass in dieser Gegend auch Leute wohnen, die KEINE Drogen nehmen, ist Ihnen noch nicht in den Sinn gekommen?
    Nur weil jemand irgendwo lebt, wo sich Dealer breitmachen, bedeutet das noch lange nicht, dass er solche Umtriebe gutheißt.
    Zumal man ja gerade in Berlin nicht unbedingt eine unbegrenzte Auswahl an bezahlbaren Mietwohungen hat.

  6. 46.

    Sie haben Dixiklos, WLAN und mindestens eine Gulaschkanone vergessen.
    Oder besser gleich: Eigene Wohncontainer mit einer Standleitung zu Lieferando.
    (Damit sich nicht wieder jemand beschwert, die Polizei hätte ihm kein Essen gebracht.)
    Ich bin wohl wirklich ein Ewiggestriger, denn ich denke ab und zu an Zeiten zurück, in denen Drogenhändler noch verachtenswerte Verbrecher waren, die man bekämpfen sollte, und keine Sportsfreunde mit eigenem Biotop.

  7. 45.

    [Wenn Sie Kinder hätten, und dort wohnen müssten]
    ich wusste gar nicht das man gezwungen wird in Kreuzburg zu Wohnen....Ohh man

    Jetzt mal Butter bei die Fische
    die meisten Leute die dort Wohnen(halten sie sich fest) die wollen dort wohnen, und ich möchte gar nicht wissen wie viel Kinder die dort jetzt leben nach dem Konsum von Grass / Cannabis aus´m Görli gezeugt wurden!

    Es ist doch wie im Prenzelberg mit den Klubs und Cafés. Der hippe zugezogene Schwabe, Bayer oder Hesse kam nach Berlin Wohnung am Görli (cool gras und Pillen gleich um die Ecke) zeit vergeht und der Zugezogene entwickelt sich zu dem was er ist ein spießiger süddeutscher und auf einmal ist der Dealer mit dem man noch vor 5 Jahren abgeklatscht hat doof und muss weg.

  8. 44.

    Vielleicht müsste man den Görli nur wachstumsorientierter umgestalten. Klimatisierte Unterstände für die Großstadtdealer, warmes Neonlicht, flauschige Kuschelecken zum Abhängen und Abzug der Polizeikräfte. Dann fühlen dich Dealer und Konsumenten sicherer und Monika Herrmann könnte auch nachts einen entspannten Spaziergang dort machen.

  9. 43.

    Hab ich behauptet, sie wäre keine?
    Doch ich muss zugeben, dass ich den Görli nur vom Hörensagen kenne - ich war noch nie da.
    Und als Konservativer bedaure ich oft, dass diese Stadt seit Jahren von Leuten regiert wird, die (so zumindest mein Eindruck) Verbrechern mit Toleranz begegnen, Polizisten aber keinesfalls.

  10. 42.

    Entschuldigung. Frau Hermann ist eine Frau. Verstehe aber Ihr Anliegen. Es gab auch mal eine Zeit, da konnte man sich gefahrlos über Nacht in den Tiergarten legen zum Schlafen. Alles vorbei. Heute würde ich es vermeiden im Dunkeln durch den Park zu laufen. Geschweige denn den Görlitzer Park.

  11. 41.

    Mit einem Vertreter der Polizeigewerkschaft: Gern.
    Doch dass sich Frau Hermann einem derartigen Kreuzfeuer aussetzt, halte ich für unwahrscheinlich.

  12. 40.

    Die Frau versagt doch regelmäßig komplett. Von Schulbesetzung über Drogen, Obdachlose, Poller in Straßen
    einbetonieren. Ich bin aus Friedrichshain weggezogen, weil mein schöner Bezirk von diesen Typen erst gentrifiziert und nun transformiert wird. Zum Ökoanarchodorf in der Stadt.

  13. 39.

    Man sollte der Bezirksbürgermeisterin von Friedrichshain-Kreuzberg, Monika Herrmann (Grüne) dergestalt mit Fairness gegenübertreten, nämlich dahingehend zu unterscheiden, auf welche Weise sie politischen Einfluss besitzt, die kritikwürdigen Umstände zum Besseren zu wenden. Mir scheint eine öffentliche Bürgersprechstunde angebracht zu sein, und zwar mit Frage und Antwort.

  14. 38.

    Ich sehe auch keinen Grund für Musikveranstaltungen auf öffentlichem Straßenland.
    Diese aber hat die Polizei (u. a. mit Straßensperrungen) zu sichern.
    Wer aber im nächsten Park (egal zu welcher Tageszeit) mal ein wenig spazierengehen will, der soll sich das verkneifen, denn dann gehört er den Finsterlingen?
    Es wäre eine der Aufgaben von Frau Herrmann, jedem Spaziergänger das freie und gefahrlose Durchqueren dieses Parks zu ermöglichen - ohne dass dieser sein Vorhaben erst vor ihr oder eventuell später vor einem Richter begründen müsste.

  15. 37.

    Wer sich hier als Konservativer über die Migrationswelle (gern als "Flüchtlingskrise" verklärt) äußert, begibt sich eh nur sinnloserweise auf ein Minenfeld.
    Ich als (weder hünenhafter noch im Nahkampf geschulter) Mann mag nächtliche Parkspaziergänge.
    Doch ich kann jeden Menschen, speziell: jede Frau verstehen, der/die das eher vermeidet.
    Dass Dealer nur ein Teil des Problems sind, macht die Sache nicht besser.
    Diesbezüglich mal Betroffene (Frauen, Mädchen, Polizeibeamte, Opferberater) ANONYM nach ihren Erfahrungen zu fragen und in Erfahrung zu bringen, was sich diesbezüglich in den letzten Jahren geändert hat, in welcher Weise und dann über die Ursachen nachzudenken, wäre aber in der Tat eine gute Idee.
    Allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die Ergebnisse auch dann veröffentlicht werden, wenn sie einem so gar nicht in den Kram passen.

  16. 36.

    Wäre ich ein Dealer, würde ich die Grünen wählen.

  17. 35.

    Aber dann sicherlich etwas mit“Safety First“. Mir bekannt aus den USA. Auch ich sehe keinen Grund nachts durch einen dunklen Park zu Spazieren. Wieso soll das nun ausgerechnet Frau Hermann tun?

  18. 34.

    Bisschen weltfremd einige der Kommentatoren: Wann ist denn Ihre Frau, Tochter, Schwester, Tante usw zuletzt allein nachts im Park unterwegs gewesen? Kenne wenige Frauen, die auf dem nächtlichen Heimweg mal schnell die Abkürzung durch den Park (egal welchen!) nehmen. Und das nicht erst seit ein paar Jahren oder Flüchtlingsdiskussion (um hier gleich mal paar Bemerkungen vorwegzunehmen!). Fragen Sie die Frauen doch einfach mal. Die Angst von einem Dealer angesprochen zu werden ist dabei wohl die geringste Sorge

  19. 33.

    Würden Politik und Judikative in Deutschland ihre Hauptaufgabe (den Schutz gesetzestreuer Bürger) ernst nehmen, könnten Sie das problemlos.
    Denn dann würden sich die Verbrecher nicht mehr aus dem Haus trauen.
    Ein schöner Gedanke, hm?

  20. 32.

    Nun hat diese Frau sich selbst ein Armutszeugnis ausgestellt und was passiert? Es wird nichts passieren und es läuft alles so weiter. Was in Kreuzberg in klein passiert, das erlebt Berlin in groß. Verantwortung übernimmt kein Politiker und RRG lebt weiter in Ihrer Traumwelt.

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