Eine mobile Radarfalle steht in einer Parklücke in der Torstraße in Berlin-Mitte (Quelle: imago images/Peter Meissner)
Bild: imago images/Peter Meissner

Anschaffungskosten eingespielt - Neue Radarfallen haben bereits 110.000 Verstöße geblitzt

Die beiden neuen mobilen Radarfallen der Berliner Polizei haben in den ersten Monaten ihres Einsatzes bereits mehr als 110.000 zu schnelle Autofahrer geblitzt. Sie waren zwischen Mitte Januar und Mitte August rund 5.300 Stunden am Straßenrand aufgestellt, wie die Senatsinnenverwaltung auf eine Anfrage der Grünen antwortete.

Das heißt, die autonom arbeitenden Blitzer waren während dieser sieben Monate etwa die Hälfte der Zeit im Einsatz. Laut Senat wurden sie "intensiv genutzt". Etwa alle drei Minuten erfassten und fotografierten sie ein zu schnelles Auto, Motorrad oder einen Lkw.

Polizei und Senat sind angetan bis begeistert

Die Polizei stellte die Blitzgeräte demnach 117 Mal an zahlreichen verschiedenen Straßen in der ganzen Stadt auf. Die Messzeiten lagen zwischen 20 Minuten mit nur drei geblitzten Autos und mehr als fünf Tagen mit rund 12.000 registrierten Verstößen an der Stadtautobahn. Meist waren die Geräte zwischen 20 und 70 Stunden in Betrieb.

Die Anschaffungskosten haben sich damit für das Land Berlin in kürzester Zeit wieder eingespielt. Die hochmodernen Blitzgeräte, die in unauffällige, aber sehr stabile Anhänger eingebaut sind, kosteten die Polizei knapp 175.000 Euro. Darin ist die Mietgebühr von 25.500 Euro für die ersten Monate bis Mitte Juni bereits enthalten. Zuerst testete die Polizei die Blitzer. Weil sie mit den Ergebnissen des ersten Halbjahres zufrieden war, kaufte sie die Geräte schließlich. Die Miete wurde auf den Kaufpreis angerechnet. 

Polizei und Senat zeigten sich bisher schon angetan bis begeistert von diesen vollautomatischen Radarfallen. Geschwindigkeitskontrollen ließen sich so im ganzen Stadtgebiet "intensivieren", hieß es. Die Geräte könnten flexibel eingesetzt werden und einen "wesentlichen Beitrag" leisten.

Selbstständig und überraschend

Die Radarfallen kombinieren zwei große Vorteile für die Polizei: Sie können überall hingestellt werden, sodass zu schnelle Autofahrer überrascht werden. Feste Blitzgeräte helfen gegen Raser kaum, weil die Standorte bekannt sind. Gleichzeitig arbeiten sie völlig selbstständig, das heißt, keine Polizisten müssen wie bei den sonst verwendeten Radarfahrzeugen daneben stehen und fehlen im sonstigen Dienst.

Auch ansonsten hat die Polizei die Kontrollen im vergangenen Jahr verstärkt. Die Radarfahrzeuge waren 2018 im Monat zwischen 1.200 und rund 2.300 Stunden im Einsatz. Im vergangenen Jahr stellte die Berliner Polizei 829.049 Verstöße wegen zu hoher Geschwindigkeit fest. Das entspricht mehr als 2.271 registrierten Verstößen pro Tag. Die Zahl wird in diesem Jahr voraussichtlich stark steigen. Denn neben den mobilen gibt es nun auch neue stationäre Blitzer.

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Antwort auf [Chrissy] vom 18.09.2019 um 19:59
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21 Kommentare

  1. 21.

    Nein, meine Aussage war grundsätzlich korrekt. Das Ordnungsamt ist eine polizeiähnliche Behörde, die von der Kommune selbstverständlich mit der Geschwindigkeitsüberwachung nach § 3 StVO beauftragt werden kann. Das ist in nahezu allen Kommunen deutschlandweit auch der Fall. Jedoch enden die Befugnisse des Ordnungsamtes im Gegensatz zur Polizei an der Stadtgrenze.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Geschwindigkeits%C3%BCberwachung

    Grundsätzlich steht die kommunale Geschwindigkeitsüberwachung jedoch immer in der Kritik, da schnell der Vorwurf der "Abzocke" aufkommt, weil an lukrativen und nicht unbedingt gefährlichen Stellen geblitzt würde. Insofern präferiere ich auch die Kontrolle durch die Polizei, gern auch deutlich ausgeweitet gegenüber heute.

  2. 20.

    Sehe ich genauso. Ich bin noch nie geblitzt worden und ziemlich stolz darauf. Flächendeckend die Dinger, dann ist wieder halbwegs Ruhe im Karton. Vom Gewinn dann OA ohne Ende in die Innenstadt, das sich die Radler packt ;-)

  3. 19.

    Absolut, wenn ich da an die Stendaler denke was da nachts so los ist. Aber ich glaube die haben lieber viele kleine "etwas" zu schnell Fahrer als ein paar große die gleich den Lappen los wären... naja was solls. Von mir aus können die die Dinger an jeder Ecke hinstellen (Und ich fahre gerne und ausschließlich Auto...). Ab besten gleich kombinieren mit Überwachungskameras dann werden die Straßen gleich noch sicherer...

  4. 18.

    Verkehrsberuhigte Bereiche sind für viele Autofahrer ein Garant, Gas geben zu können. Wir wohnen am Stadtrand, Rad- und Scooter-Rowdies gibt es hier nicht so viele, dafür ist Bleifuß Programm, am liebsten in den 30-Zonen, davon gibt es hier sehr viele, zudem nächtliche Auto- und Motorradrennen. Besonders schlimm im Sommer. Hier könnte ohne Ende abkassiert werden. Und dann davon OA auf die Strasse, ach was wäre das schön.

  5. 17.

    Na, das ist doch mal eine schöne Meldung!
    Und wenn Polizei und Senat schon so begeistert davon sind, wie schnell sich diese Blitzer amortisiert haben, dann sollte es doch möglich sein, dass jeder Bezirk sich mindestens einen davon anschafft.
    Auch sollte man mal über "Ampel-Kameras" nachdenken, die sämtliche Verkehrsteilnehmer "blitzt", welche bei Rot die Ampel überqueren.

  6. 15.

    Weiter so, nur wenn es an den Geldbeutel geht werden die Leute vernünftig.

  7. 14.

    Berlin könnte reich sein, wenn man alle Autofahrer abkassieren würde, die bei Rot fahren.
    So reich, dass die Stadt für jedes Auto einen Polizisten als Beifahrer abstellen könnte, der aufpasst.

    P.S. Im Übrigen fordere ich die Kennzeichenpflicht für jeden Autofahrer, gut sichtbar auf der Stirn und am Hinterkopf.

  8. 12.

    Wie haben Sie sich das in der Praxis vorgestellt? An jeder Ampel stehen 2 Polizisten und kassieren ab?
    Rechnen wir doch mal gegen, was diese 2 täglich an sämtlichen Ampeln eingesetzten Polizisten kosten. 3 Passanten gehen dann bei Rot, der Rest sieht die Polizei und lässt es tunlichst bleiben.

    Milchmädchenrechnung von Ihnen.

  9. 11.

    Ihre Aussage ist grundsätzlich falsch. Das OA wird ausschließlich zu Hilfeleistungen bei Polizeikontrollen herangezogen, falls diese nötig sein sollten. Im fließenden Verkehr wird das OA nie einschreiten. Der erste Satz von Nutzer Alfred Neumann umschreibt es perfekt, Ruhender Verkehr, Fußwege, Ruhestörungen. Ansonsten einfach mal auf der Öffentlichen Seite des OA informieren.
    In anderen Bundesländern hat das OA immerhin noch andere Befugnisse als in Berlin.

  10. 10.

    Natürlich führt das Ordnungsamt auch Geschwindigkeitskontrollen durch. Die Trennlinie zur Polizei ist hier lediglich innerorts (Ordnungsamt oder Polizei) und außerorts (Polizei). Das Ordnungsamt kann also auch vor Schulen und Kitas blitzen. Das Blitzen an Gefahrenpunkten erfolgt aber üblicherweise in Abstimmung mit der Polizei.

  11. 8.

    Der ruhende Verkehr und der Verkehr auf den Gehwegen darf durchaus von den Ordnungsämtern überwacht werden. Von Dassel hatte dazu eine symbolische Aktion wegen der bei Touristen beliebten E-Tretroller veranlasst. In anderen Bundesländern haben Ordnungsämter oft auch mehr Rechte als in Berlin.

    Wer von diesen Radarfallen geblitzt wird, muss am Träumen gewesen sein. Anders als der RBB würde ich die nicht als "unauffällig" bezeichnen.

  12. 7.

    Den Satz: "Die Anschaffungskosten haben sich damit für das Land Berlin in kürzester Zeit wieder eingespielt." hätten Sie sich sparen können. Es geht hierbei nicht um 'Geld einspielen", es geht hier um Verkehrsverstöße und Verkehssicherheit. Das sollten Sie als Redakteure eines öffentlich-rechtlichen Senders eigentlich wissen.

  13. 6.

    Berlin könnte schuldenfrei werden, wenn man jeden Fußgänger, der bei Rot die Kreuzung überquert, zur Kasse bitten würde.

  14. 5.

    Wurden die Geräte jetzt gekauft oder von der Polizeiz gemietet der Text verwirrt etwas..?

  15. 4.

    Radarfallen sind nicht Aufgabenbereich der Ordnungsämter. Der fließende Verkehr obliegt ausschließlich der Polizei. Darum wird die Verkehrsüberwachung vor Grundschulen und Kitas auch ausschließlich von der Polizei durchgeführt. Allerdings ist das ja wieder ein internes Problem der Eltern, von Verkehrssicherheit reden, aber auf Fußgängerüberwegen vor der Schule parken, Halteverbote missachten, mit Tempo 50 durch die Tempo 30 Zone oder mit E Roller und Fahrrad auf Fußwegen oder bei Rot, um damit noch mindestens bis auf den Schulhof zu fahren. Da muss man ansetzen!

  16. 3.

    Wenn man jeden Radfahrer, der bei Rot die Kreuzung überquert zur Kasse bitten würde, könnte man Dutzende solcher Blitzautomaten kaufen.

  17. 2.

    Und damit hätten wir dann den Hauptgrund für die Gefährdung von Fußgängern und Radfahrern erkannt (von wegen SUV Diskussion).
    Solange bei Gedchwindigkeitsüberschreitungen (insbesondere Innerorts/und oder in Verkehrsberuhigten Gebieten) nicht härter durchgegriffen wird, wird sich da wohl nichts ändern. Technisch wäre da soviel möglich... Schade

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