Sprachkurs für Erwachsene (Bild: imago images/imagebroker)
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Weiterbildung - Immer mehr Brandenburger nehmen Bildungsurlaub

In Brandenburg nutzen immer mehr Beschäftigte die Möglichkeit, sich für eine Fortbildung freistellen zu lassen. Vom Potsdamer Bildungsministerium hat die Nachrichtenagentur DPA erfahren, dass es im vergangenen Jahr für Bildungsurlaub 5.325 Freistellungen gegeben hat. Fünf Jahre zuvor waren das noch knapp 2.000 weniger gewesen. "Es ist aber von einer höheren tatsächlichen Anzahl der Freistellungen auszugehen", sagt Ministeriumssprecherin Antje Grabley. Die Zahlen beruhten nämlich lediglich auf Berichten von einigen, aber nicht allen Bildungsanbietern.

DGB unzufrieden mit Bereitschaft der Arbeitgeber

Hinzu kommt der Sprecherin zufolge, dass viele Brandenburger in anderen Bundesländern wie etwa Berlin arbeiten würden. Dann erfolge die statistische Erfassung dort. Jeder in Brandenburg beschäftigte Arbeitnehmer kann sich innerhalb von zwei Jahren zehn Tage lang für an anerkannte Weiterbildungsveranstaltungen freistellen lassen - bei Fortzahlung des Arbeitsentgelts.

Die Angebote für Bildungsurlaub sind in Brandenburg vielfältig. Sie umfassen Grabley zufolge Themen wie  IT-Kompetenz, Stressbewältigung, Argumentationstraining, Fortbildungen für Führungskräfte oder Social Media Management. "Beliebt sind auch Sprachkurse in Englisch, Spanisch, Arabisch oder Chinesisch", sagt die Sprecherin. Wichtig sei, dass Bildungsanbieter ihre Kurse vom Land anerkennen lassen.

Allerdings sieht es wohl nicht jeder Arbeitgeber gern, wenn Beschäftigte sich Zeit für ihre persönliche Weiterbildung nehmen, wie Claudia Spreen vom Deutschen Gewerkschaftsbund (DGB) Berlin-Brandenburg berichtet. "Uns haben vor allem Auszubildende kontaktiert, deren Arbeitgeber keinen Bildungsurlaub genehmigen wollten", sagt sie. Dies zu verweigern sei aber nur in Ausnahmefällen möglich, etwa, wenn der Ausbildungsabschluss durch eine solche Freistellung gefährdet sei.

Kaum Resonanz in Berlin

In Berlin nehmen derweil Arbeitnehmer das Recht auf Bildungsurlaub nur sehr schleppend wahr. Laut Senatsverwaltung für Arbeit nutzten im vergangenen Jahr weniger als ein Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten solche Angebote. Obwohl auch dort jeder Arbeitnehmer einen Rechtsanspruch auf zehn Tage Bildungsurlaub innerhalb von zwei Kalenderjahren hat.

Um mehr Beschäftigte vom Recht auf Bildungsurlaub zu überzeugen, haben der Senat und die Landeszentrale für politische Bildung Anfang September eine entsprechende Kampagne gestartet. "Lebenslanges Lernen ist in einer sich stark wandelnden Arbeitswelt sehr wichtig", sagte Arbeitssenatorin Elke Breitenbach (Linke). Von beruflicher Weiterbildung hätten sowohl Beschäftigte als auch Unternehmen etwas.

Sendung: Antenne Brandenburg, 21.09.2019, 6 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Die Berliner hätten es m.E. nötiger.

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