Ein Mann ballt bei einer Protestversammlung gegen den Empfang des Teheraner Bürgermeisters beim Regierender Bürgermeister von Berlin vor dem Roten Rathaus die Faust, wobei der Berliner Fernsehturm im Hintergrund zu sehen ist. (Quelle: dpa/Christoph Soeder)
Video: Abendschau | 06.09.2019 | Nachrichten | Bild: dpa/Christoph Soeder

Treffen mit Regierendem Müller - Demo gegen Besuch von Teherans Bürgermeister in Berlin

Rund 120 Menschen haben vor dem Roten Rathaus in Berlin gegen den Besuch des Bürgermeisters der iranischen Hauptstadt Teheran in Berlin protestiert. Die Berliner Regierung habe damit einen Unrechtsstaat legitimiert, sagte Javad Dabiran, Sprecher des Nationalen Widerstandsrats des Iran (NWRI) bei der Demonstration am Freitagmittag. Teherans Bürgermeister Pirus Hanachi besuchte seinen Amtskollegen Michael Müller (SPD) am Freitag im Rahmen eines Städtenetzwerks. Zuvor hatte es teils harsche Kritik gegeben.

"Müller hätte die Proteste in den Fraktionen nicht negieren dürfen, er hätte das Treffen absagen müssen", sagte Dabiran. Der Besuch sei ein Zeichen für die gescheiterte Iran-Politik der EU und Deutschlands.

Existenzrecht Israels unterstrichen

Bei dem Treffen mit Hanachi habe Müller betont, dass das Leben in Berlin als europäischer Metropole von einer Atmosphäre der Offenheit und Demokratie unter Wahrung der Menschenrechte profitiere, teilte die Senatskanzlei am Nachmittag mit. Auch das Existenzrecht des Staates Israel habe der Regierende Bürgermeister unterstrichen. Israel ist Erzfeind Nummer eins des Iran. Der Zerfall Israels und die Befreiung Palästinas gehören seit 40 Jahren zur außenpolitischen Doktrin des Landes.

Das Treffen im Rathaus sei "nach Einholen eines positiven Votums beim Auswärtigen Amt" zustande gekommen, hatte eine Senatssprecherin am Donnerstag erklärt.

Hanachi ist seit 2018 Bürgermeister Teherans und wird politisch dem Reformerlager im Iran zugerechnet.

Sendung: Abendschau, 06.09.2019, 19.30 Uhr

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