Teilnehmer einer Fridays for Future-Demonstration bilden eine Menschenkette vor dem Kanzleramt (Bild: dpa/Jörg Carstensen)
Bild: dpa/Jörg Carstensen

#AlleFürsKlima am 20. September - Mobilisierung für den globalen Klimastreik läuft

Weltweit rufen Schülerinnen und Schüler diesen Freitag zum Klimastreik auf. Auch in Berlin und Brandenburg erhalten sie Unterstützung von Clubs, linken Gruppen und Unternehmern. Einige wollen den Verkehr blockieren.

Ein breites zivilgesellschaftliches Bündnis hat der "Fridays for Future"-Bewegung Unterstützung für den globalen Klimastreik #AlleFürsKlima am Freitag (20.09.) zugesichert. An diesem Tag werden weltweit Menschen für einen aus ihrer Sicht gerechten und wirksamen Klimaschutz auf die Straßen gehen - während in Berlin das Klimakabinett tagt und in New York der UN-Gipfel vorbereitet wird.

Bundesweit sind Hunderte Demonstrationen geplant, täglich kommen nach Angaben der Veranstalter weitere hinzu. In Berlin treffen sich die Klimastreikenden um 12 Uhr am Brandenburger Tor. Laut der Polizei erwarten die Veranstalter 10.000 Teilnehmer. In Potsdam wird ab 11:58 Uhr vor dem Landtag demonstriert. Auch in Frankfurt (Oder) und Eberswalde sind Proteste geplant.

"Fridays for Future" dokumentiert alle geplanten Aktionen auf einer Karte:

Für das Paris-Abkommen, gegen Klimazerstörung

Demonstriert wird, so "Fridays For Future Berlin", für die Einhaltung des Paris-Abkommens und gegen die anhaltende Klimazerstörung. Der Aufruf zur Demo richte sich diesmal an alle Länder und explizit an alle Generationen. "Als breites zivilgesellschaftliches Bündnis rufen wir alle auf, am 20. September gemeinsam mit Fridays For Future auf die Straße zu gehen. Gemeinsam fordern wir: Klimaschutz jetzt!", heißt es aus dem Bündnis. Die Bundesregierung liefere "statt einer ambitionierten Klimaschutzpolitik nur Worte, denen keine Taten folgen".

Landesbeschäftigte dürfen mitmachen, müssen Fehlzeit aber nacharbeiten

Im Bündnis engagieren sich inzwischen neben Jugendlichen auch Umwelt-, Wohlfahrts-, Kultur- und Entwicklungsverbände, Kirchen, Klimaschutzinitiativen, Vereine und soziale Bewegungen. Auch Unternehmen und Gewerkschaften mobilisieren zur Teilnahme. Die Gewerkschaft Verdi beispielsweise hat ihre zwei Millionen Mitglieder aufgerufen, sich den "Fridays for Future"-Protesten anzuschließen. Auch der ökumenische Rat Berlin-Brandenburg unterstützt die Teilnahme. Mehr als 100 Umweltorganisationen haben sich dem Streikaufruf angeschlossen.

Im Gegensatz zu den Schülerinnen und Schülern in Berlin dürfen sich die Landesbeschäftigten an dem Klimastreik beteiligen. Ihnen sei freigestellt, ihre Kernarbeitszeit an dem Tag in Absprache mit ihren Vorgesetzten aufzuheben, sagte die Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) am Dienstag nach der Senatssitzung. Das bedeutet nach ihren Worten, dass die Beschäftigten am Freitag nicht zum Dienst erscheinen müssen und an den geplanten Demonstrationen teilnehmen können. Sie müssen diese Fehlzeit aber nacharbeiten.

Sitzblockaden und Besetzungen

Das Bündnis "Ungehorsam für Alle" kündigt für den Nachmittag massenhafte Straßenblockaden an, mit denen der Verkehr in Berlin aufgehalten werden soll. Sitzblockaden und Besetzungen seien "wirksame Mittel, um gesellschaftliche Veränderungen herbeizuführen", hieß es in einer Mitteilung. Auch die Gruppe "Extinction Rebellion" ist bei dem Protest mit dabei.

Ab 15.00 Uhr wollen Berliner Club-Betreiber unter dem Motto "Rave-Aufstand - No Future No Dancefloor" vom Potsdamer Platz zum Alexanderplatz ziehen. "Klimagerechtigkeit statt Verwertungslogik" und "Kapitalismus wegbassen" fordern die Veranstalter in ihrem Aufruf. Angemeldet zu ihrem Rave-Aufstand sind laut Polizei 6.000 Teilnehmer.

Es wird der 3. weltweite Klimastreik mit einer Großdemo in Berlin. Beim ersten globalen Klimastreik am 15. März beteiligten sich nach Veranstalterangaben in Deutschland rund 300.000 Menschen, beim zweiten globalen Klimastreik am 24. Mai kurz vor der Europawahl wurden etwa 350.000 Teilnehmer bundesweit registriert.

Klimakabinett entscheidet über nächste Schritte

Am Tag des Klimastreiks will das Klimakabinett der Bundesregierung über die nächsten Schritte in der Klimapolitik entscheiden. Mit den Beschlüssen reist Bundeskanzlerin Merkel  zum UN-Sondergipfel nach New York, der am Samstag startet.

Sendung:  Radioeins, 16.09.2019, 12:37 Uhr

Kommentar

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125 Kommentare

  1. 125.

    Der angebliche "Wohlstand" für alle war auch nur eine Seifenblase, die unter'm Strich nicht finanzierbar war. Das hat keinen Menschen interessiert, was für Ressourcen dafür missbraucht wurden und welchen hohen Preis wir dafür zahlen müssen. Hauptsache es ging uns gut und wir konnten konsumieren. Und jetzt werden wir "zur Kasse" gebeten. Die Umkehr dieses Wahnsinns, mitsamt aller Schattenseiten, die die Umwelt zerstör(t)en, muss finanziert werden. Das ist wohl keine Frage. Egal wie, muss.

  2. 124.

    typisch sie fordern nur und haben kein Ahnung wie das bezahlt werden und bezweifeln selber die technisch Umsetzbarkeit.

  3. 123.

    wer entscheidet die Politik oder ein paar Leute auf Demos ? Demokratie ?

  4. 122.

    Bravo! Die unermessliche Wut und der irrationale Hass gegen die Schüler ist lediglich eine ganz klare Form von Gegenübertragung. Die Kids halten den Ignoranten einen Spiegel vor, die fühlen sich ertappt und schießen scharf. Und immer mit denselben Phrasen und Unterstellungen. Aber: ertappt-alles richtig gemacht. Danke fff! :-)

  5. 121.

    Da wird in Berlin ein Kreuzung mit Hunderten Metern Absperrband aus Plastik blockiert.
    Rollen die "Aktivisten" das wieder auf und nutzen es ein zweites Mal?
    Nein: die Polizei schafft es bei Seite und es kommt in den Müll.
    Tolle Klimabilanz! So kann man den Sinn einer Klima-Demo auch zerstören.

  6. 120.

    Sie fordern mich auf Fragen zu beantworten, stellen aber nur eine: "Was kostet es?" Viel Geld. was kostet es den Klimawandel zu ignorieren? Noch mehr Geld, Menschenleben, Lebensqualität, vielleicht die gesamte menschliche Ziviliiation.
    Leute die 45 % Steuern zahlen gehören sicher nicht zu den "Ärmsten", zumal der Spitzensteuer in D.land bei lediglich 42 % liegt.
    Sie reden zwar von Fakten liefern aber keine, Sie reden von wirtschaflichen Zusammenhängen und Machbarkeiten, nennen aber keine konkreten Beispiele. Deshalb halte ich Ihre Kommentare in weiten Teilen für Gestänkere.
    Bequem sind doch in erster Linie Sie, der seine Komfortzone nicht verlassen und bloß nichts ändern will und darüber hinaus noch Kindern, die sich für ihre Zukunft engagieren, Vorwürfe machen.

  7. 119.

    Sie geben zu dass die Technologien nicht vollständig vorhanden sind für Ihre Pläne. Einfach die weitere Frage beantworten und nicht ausweichen. Frage war nicht ist Geld da. Frage war was kostest es. Klar ist Geld dar. Wie immer werden es die Ärmsten also grade der Osten zahlen. Aber so war das schon immer bei SPD und Grünen. Die Steuern für Heuschrecken damals auf 15 Prozent gedrückt, wo "Arbeitnehmer" bis zu 45 Prozent zahlen. Aber sie halten Fakten für gestänkere. Es ist eben erschreckend wie weinig die Schulschwänzer über wirtschaftlichen Zusammenhänge und Machbarkeiten informiert sind. Diese Fordern nur ständig und machen nichts selber. Sind selbst zu bequem am Wochenende zu demostrieren.

  8. 118.

    (3)
    zum Glück bin ich alt genug, das ich diese Konsequenzen aus eurem Umweltwahn nicht mehr miterleben muss und selbst meine Enkel sagen, das die doch echt einen an der Klatsche haben *lach* Sollten mal gefälligst die Schulbank drücken und was gescheites lernen. Bei denen gibts Freitags regelmässig Klausuren. Wer nicht da ist und keine offizielle Krankschreibung vom Doc hat, bekommt eine 6. Notenschnitt in der Schule ist schon derbe gefallen. Sollen wohl einige deswegen Versetzungsgefärdet sein. Aber jeder muss das selber für sich entscheiden.

    Früher haben Autos vom Hersteller nach Angaben 8,5 Liter verbraucht. Real mit 8 gefahren = dreckig
    heute haben die Autos nach Herstellerangaben 5 Liter verbraucht. In real fahren die nun mit 8 = sauber.
    Einziger Unterschied ist eine Bauzeit von ca. 15 Jahren.

    Ehrliche Meinung? Ihr belügt euch doch selber, wenn ihr euch nicht mal selber informieren und euch eine eigene Meinung bilden könnt und anderen einfach hinterher rennt.

  9. 117.

    (2)
    Umweltschutz muss sein!! Umweltschutz ist wichtig!! Alles, was neu auf den Markt kommt, muss sauberer, sparsamer und ökologischer werden. Das unterschreibe ich sofort auf der Stelle. Aber nicht auf Teufel komm raus jetzt und sofort von heute auf morgen. So geht das nicht! Nur, weil man die letzten 300 Jahre im Umweltschutz gepennt hat, muss man dies nicht bis morgen gelöst bekommen. Und schon gar nicht NUR in Deutschland. Deutschland ist mit seiner Grundfläche ein Hühnerschiss auf diesen Planeten. Selbst wenn wir un s selber zurück in die Steinzeit bomben, würde dies NICHTS am Klima ändern. Das, was hier zum Beispiel an Autos nicht mehr fahren darf, fährt überall auf der Welt weiter herum. Und?!? Wem ist da nun geholfen? Nur weil Gretchen hustet und ihr hüpft, wird die Welt nicht mit hüpfen ;-) Aber ihr macht das schon. Spätestens dann, wenn Ihr bekommt, was ihr gesäht habt, werdet Ihr merken, was ihr angerichtet habt :D viel Erfolg dabei.

  10. 116.

    Ich hoffe, das sich niemand von den "Klima-Streikenden" ne Kippe anzündet :D

    die enorm hohe Umweltbelastung von Rauchern geht zu Lasten aller Bürger, auch die, die nicht Rauchen. Viele denken, das Rauchen ja gar nicht so schlimm ist und überhaupt nicht schädlich für unser Ökosystem und die anderen Mitmenschent. In der Realität sieht das aber viel anders aus. Eine Zigarette emmitiert mehr Feinstaub als ein einziger großer schwerer LKW.
    Wenn 10 Leute im Kreis stehen und quarzen, ist es schlimmer als wenn 10 schwere LKW´s vorbei gefahren wären. Das muss man sich mal durch den Kopf gehen lassen. Wieviele kommen morgen zu dem Treffen? 10000? Wenn 3000 von denen eine Kippe Rauchen, sind vom Feinstaub her mal eben 3000 LKW´s durchs Brandenburger Tor gerollt. Leider bleibt es nicht bei einer Kippe. Und wo landen die Kippen später???
    Anstelle bei den Autos anzufangen, sollte man eher mal, zu gunsten DER UMWELT und JEDES LEBEWESEN AUF DIESEM PLANETEN Zigaretten und Co verbieten.

  11. 114.

    Diese asozialen Demo-Typen lassen bestimmt keine Retter durch...^^ Was für eine peinliche Suche nach Dreck, mit dem man nach den Demonstranten werfen kann, weil's an Argumenten fehlt und man von Missgunst und Neid zerfressen ist. Kindisch, lächerlich und völlig daneben. Aber jeder braucht sein Hobby. Weitermachen... ;-)

  12. 113.

    Auch werde meinen Beitrag für den Klimaschutz leisten: um nach Genua zu unserem Kreuzfahrtschiff zu kommen werde ich nicht fliegen, sondern mit dem SUV fahren.
    Auch greife ich den Vorschlag von Immanuel auf und wir werden, Mutter, Vater, zwei Kinder (11+15), regelmäßig die Luft anhalten.
    Ein guter Vorschlag, mit dem wir das Klima retten.

  13. 112.

    Warum sollen morgen keine Autos fahren? Gibt es ein Fahrverbot? Nur mal so: die meisten Unfälle passieren im privaten Haushalt. Dann gibt es auch noch Arbeitsunfälle, Unfälle auf der Straße zw. Fußgänger und Radfahrer usw. usw. ! Jede Verzögerung bei einem Unfall kann für den Betroffenen unter Umständen lebensgefährlich sein. Eine Sitzblockade zu räumen würde bestimmt eine gewisse Zeit in Anspruch nehmen. Das könnte, was ich ihnen nicht wünsche, auch ihre Familie oder Freundeskreis betreffen.

  14. 111.

    Wenn keine Autos fahren ist eine blockierte Straße auch nicht unsicher. Und Krankenwagen würde man sicher durchlassen. :-)

  15. 109.

    Offensichtlich verstehen diese Kinder und Jugendlichen (das sind sie ja beileibe nicht mehr allein) mehr als alle sog. "Experten" (FDP Lindner).

    Diese junge Dame hat eine Bewegung losgetreten, die nicht mehr aufzuhalten ist, vergl. Anti-AKW und Friedensbewegung.

    Die Friedensbewegung in der DDR hat letztendlich ein ganzes System, eine Diktatur in die Knie gezwungen. Aus kleinen Bewegungen werden große.

    Das wissen die "Mächtigen" hier und anderswo und deswegen wird die Bewegung mit allen (!) Mitteln bekämpft. Auch mit dummen Vergleichen.

  16. 108.

    Eine Greta hält ne Rede und alle springen auf den Zug auf, die meisten Kinder verstehen doch nicht die Zusammenhänge und unterschiedlichen Interessen, Konflikten von Politik, Wirtschaft, Lobyisten, Bürgern, Verbänden und Vereinen etc.
    Wenn ich dann noch sehe das Greenpace Flyer und Plakate extra für diese Veranstaltungen druckt die nacher irgendwelche Fassaden verschmutzen, dann überall rumliegen statt im Altpapiercontainer zu landen und wieviel C02 zum Druck dieser und Herstellung der Druckfarben verschwendet wird, da sieht man in welcher Gesellschaft wir leben^^

  17. 107.

    Aber für den Fußball sind die Kosten okay? Für Silvester, Partymeilen und Public Viewing, alles was die Bevölkerung bespaßt, da ist das legitim? Alles klar. Sie haben schon irgendwie recht. Wer fordert und kritisiert, sollte sich und sein Leben selber auch verändern. Sie fordern und kritteln. Was tun Sie so, um Ihren Äußerungen zu genügen?

  18. 106.

    Tun Sie das. Eine Stunde Luft anhalten soll übrigens sehr gesundheitsfördernd sein. Spöttelnde und bösartige Ingnoranten des Klimawandels bitte zwei Stunden.^^

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