Lehrer und Schüler demonstrieren am 13.09.2019 vor dem Bundeskanzleramt für mehr Klimaschutz (Quelle: imago images/Christian Mang).
Bild: imago images/Christian Mang

#AlleFürsKlima-Demo - Der Klimastreik soll weh tun - auch den Schulen

Weltweit gehen am Freitag Menschen auf die Straße, um für den Klimaschutz zu streiken. Unter ihnen sind Tausende Schülerinnen und Schüler. Dabei besteht für sie im Gegensatz zu ihren Lehrern die Schulpflicht. Das ist pardadox, findet Lisa Schwesig.

Bestrafung droht jenen, die eine weltweite Klimabewegung losgetreten haben und am Freitag für den Klimaschutz demonstrieren wollen. Die Rede ist von jungen Menschen der Initiative "Fridays For Future", die sich seit mehr als einem Jahr auf die Fahnen geschrieben haben, unser Klima vor seiner Zerstörung zu schützen und dafür regelmäßig zu Protesten aufrufen.

Ab 12 Uhr wollen Zehntausende in Berlin, Potsdam und Dutzenden weiteren Städten weltweit auf die Straße gehen und mit ihrem Streik die Politik zum Handeln zwingen. Die Streikenden setzen sich unter anderem für eine Einhaltung des Pariser Klimaabkommens ein.

Ein Paradoxon: Lehrer ja, Schüler nein

Die Berliner Umweltsenatorin Regine Günther (Grüne) teilte mit, den Landesbeschäftigten sei freigestellt, ihre Kernarbeitszeit an dem Tag in Absprache mit ihren Vorgesetzten aufzuheben. Das bedeutet nach ihren Worten, dass die Beschäftigten am Freitag nicht zum Dienst erscheinen müssen und an den geplanten Demonstrationen teilnehmen können. Die Fehlzeit müsse aber nachgearbeitet werden.  

Während sich landesangestellte Lehrkräfte also rechtmäßig an den Protesten beteiligen dürfen, solange sie die Neutralitäts- und Aufsichtspflicht nicht verletzen, gilt für die Kinder und Jugendlichen die Schulpflicht. Ihnen drohen ein Bußgeld oder ein Vermerk für einen unentschuldigten Fehltag auf dem Zeugnis.

Inwiefern diese Bestrafungen durchgesetzt und streikende Schulschwänzer sanktioniert werden, ist bisher unklar. Weder der Berliner Senat noch das Brandenburger Bildungsministerium (MBJS) wollen darauf eine konkrete Antwort geben. Auf Anfrage von rbb|24 heißt es ausweichend aus dem MBJS, man schätze das Engagement der Schülerinnen und Schüler, weise aber darauf hin, dass die Schulpflicht nicht außer Kraft gesetzt werden dürfe. "Die Schulen gehen damit eigenverantwortlich um und reagieren vor Ort angemessen auf die Situation."

Auch die Berliner Bildungsverwaltung drückt sich um eine konkrete Antwort: Bildungssenatorin Sandra Scheeres (SPD) befürworte zwar, dass sich Schülerinnen und Schüler einem so komplexen Thema wie dem Klimaschutz widmen würden, heißt es auf Anfrage. Es liege aber in der Eigenverantwortung der Schulen, wie sie mit streikenden Schülerinnen und Schülern umgingen. Der Vorschlag von Senat und MBJS: Man könne doch eine Exkursion oder einen Projekttag am Freitag machen und quasi als Klassenausflug den Demonstrationszug besuchen.

Streiks sollen wehtun

Nicht nur würden somit jene, die nicht protestieren wollen, gezwungen, sondern ein Schulprojekt oder ein Wandertag würden auch das eigentliche Ziel verfehlen. Denn beim Klimastreik geht es darum, ein deutliches Zeichen zu setzen und sich gegen die Norm aufzulehnen. Dazu gehört, Regeln zu brechen und sich Pflichten zu entziehen. Ein weltweiter Protest soll also wehtun - der Politik, den Verwaltungen und eben auch den Schulen.

Es ist sicherlich davon auszugehen, dass einige Schüler und ebenso einige Arbeitnehmer den Freitag unerlaubt freinehmen werden, ohne zu protestieren. Ein Generalstreik mag diskutabel sein, fest steht aber: Unser Klima steht kurz vor dem Kollaps. Wir müssen jetzt handeln.

"Fridays for Future" dokumentiert alle geplanten Aktionen auf einer Karte:

Beitrag von Lisa Schwesig

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59 Kommentare

  1. 59.

    Sie sind Fanatiker und Klimawandelleugnern, da helfen ihnen ihre verschwurbelten Ausreden überhaupt nicht.

    Im Grund reiten sie sich nur noch tiefer herein. Mal abgesehen davon dass sie ier auch noch heuchlerisch Kreide fressen, woanders sind sie ehrlicher mit ihren Aussagen:

    "Damals herrschte noch Aufklärung, heute scheinen wir am Beginn eines neuen Mittelalters zu stehen, nicht erst seit Greta. Die Auswüchse des Ökologismus sind ein wesentlicher Bestandteil der Rückentwicklung."

    Kommt ihnen das bekannt vor?

  2. 58.

    Blödsinn. Einfach über die aktuelle Lage in der Wind- und Solarbrache informieren. Zumal die Millionen Jobs welche in Gefahr sind Wind- und Solarbrache nicht ausgleichen können. Danke für ihren Betrag, ist er doch ein gutes Beispiel wie ahnungslos die "Fridays for Future" sind. Es würde ihnen nicht schaden sich erst zu informieren, dann würden sie wissen wie falsch sie liegen.

  3. 57.

    Sie schauen mal wieder nicht über den eigenen Tellerrand hinaus. Investitionen die heute in klimaneutrale Technologien gemacht werden zahlen sich morgen nicht nur in einer saubereren Umwelt aus, sondern auch in Arbeitsplätzen.

  4. 56.

    Was ist wenn sie den Kindern ein verarmtes Deutschland hinterlassen? Hartz4 für alle dann wie in der Lausitz? Es wurden Milliarden für die irrwitzigen Ziele der Grünen rausgeschmissen ohne wirklichen Nutzen (Co²-Einsparung). Das Industrieland Deutschland wird durch die Grünen kaputt gemacht.

  5. 55.

    Es ging damit los dass Sie mich als "Leugner" bezeichneten. Nachdem ich nun mehrfach bestätigt habe dass ich die angeblich so dramatischen Fakten keineswegs leugne, sondern lediglich anders bewerte, hat sich Ihr Vorwurf als falsch herausgestellt. Sie machen aber einfach mit der Beschimpfung weiter, und bestätigen damit unfreiwillig alles was ich über die Klimadramatiker schrieb. Übrigens, natürlich hat der Mensch schon seit dem Neandertaler das Klima beeinflusst. Wenn Sie das abstreiten, sind Sie der Klimaleugner :)

  6. 54.

    Mal abgesehen davon dass der menschgemachte Klimawandel schon jetzt katastrophale Wirkungen auf unsere Region hat, verschläft Deutschland die Zukunft.

    Wer heute seine Technologien auf die der Zukunft umstellt oder gar noch besser darüber hinaus gehende erforschen lässt stellt sich nicht nur der Zukunft, er sorgt für die Zukunft der Menschn, unserer Kinder HIER.

    Wenn das sogar schon die cDU Minister erkennen dann brennt das Dach schon lichterloh:

    https://www.tagesschau.de/wirtschaft/sprunginnovation-101.html

  7. 53.

    Was genau haben sie an "Es ist sinnlos mit fanatischen Klimawandelleugnern zu diskutieren." nicht verstanden?

    Alleine ihre Wortwahl beweisen ihren Fanatismus und die Unfähigkeit wissenschaftliche Zusammenhänge zu begreifen und damit letztendlich zu diskutieren.

    "Das ist keine Katastrophe, sondern ohne weiteres harmlos Das sehen Wissenschaftler und Menschen, die ihre Dörfer räumen müssen, anders.

    "Es ist nicht neu, sondern seit Beginn der Menschheit so" FALSCH.

    "Wir können also nicht nicht das Klima beeinflussen," FALSCH

    "Ist der Klimawahn eine Reichen-Ideologie und ein frontaler Angriff auf Mittel- und Unterschicht"

    Ohne Worte aber danke für den Beweis meiner Worte.

  8. 52.

    Jedes Land hat seine Verpflichtungen aus der Klimakonferenz von Paris (die Amis z.Zt. leider ausgenommen) und jedes Land trägt natürlich selbst die Verantwortung dafür. Selbst wenn es nicht nur darum ginge unseren Kindern auch noch eine lebenswerte Welt zu hinterlassen, gebietet es der Anstand seine Verpflichtungen und Vertäge einzuhalten. Wir sind ja schließlich nicht die USA oder Großbritanien.

  9. 51.

    Schätze das beeindruckt weder die Amerikaner noch die Chinesen. Woran das wohl liegt ;-)

  10. 50.

    Sie haben ja anscheinend soooo viel Ahnung. Als wenn Deutschland mit einem weltweiten Co2 Anteil von ca. 2% ihre sogenannte Klimakatastrophe verhindern kann....

  11. 49.

    Butter bei die Fische.

    1. Ändert sich das Wetter? Ja
    2. Ändert sich das Klima? Ja (folgt aus 1. deswegen bedeutungsgleich)
    3. Hat der Mensch einen Einfluss darauf? Ja

    ABER

    4. Das ist keine Katastrophe, sondern ohne weiteres harmlos
    5. Es ist nicht neu, sondern seit Beginn der Menschheit so
    6. Es ist unvermeidlich, denn
    7. Alle Lebewesen von der Qualle bis zum Regenwurm verändern ihre Umwelt und das Klima, so auch der Mensch
    8. Wir können also nicht nicht das Klima beeinflussen, und
    9. Das ist unser natürliches Recht.
    10. Es ist deswegen müßig sich darüber aufzuregen, und
    11. Es ist unwichtig, besonders verglichen mit tatsächlichen sozialen Problemen.
    12. Ist der Klimawahn eine Reichen-Ideologie und ein frontaler Angriff auf Mittel- und Unterschicht

  12. 48.

    Doch, sie gehören zu den Klimawandelleugnern oder was sollen ihre Beiträge auf Aluhut-Seiten wie dem Blog von Rainer Feldhaus? Einer "Ikone" der Klimwandelleugner?

    Versuchen sie uns doch nicht den Bären vom Unterscheid zwischen Wetter und dem menschgemachten Klimawandel aufzubinden.

    Auch „Flat Earthers“, fanatische Islamisten und weitere verwirrte Anhänger irgendwelcher "Theorien" vertreten keine politische Position, sondern wirre Thesen, die von allen renommierten Wissenschaftlern widerlegt werden.

    Nochmal, verkaufen sie uns nicht für dumm!

  13. 47.

    Und bei Ihnen sieht man vor allem Beleidigungen, Respektlosigkeiten, Verallgemeinerungen, Unterstellungen und Unwahrheiten. Nur Argumente für Ihre Position sucht man leider vergeblich.

  14. 46.

    Oh, in Luckau ist ein Windrad umgestürzt und niemand demonstriert.

  15. 45.

    Zeit wird es, dass sich was bewegt und das Zuschauen ein Ende hat.

  16. 44.

    Ich leugne gar nichts, bestimmt nicht dass sich das Wetter ständig ändert. Wär ja auch langweilig sonst. Schön dass Ökos das inzwischen auch mitgekriegt haben. Mir fällt es aber nicht ein, deswegen irgendwem irgendwas verbieten zu wollen, oder Geld abzuknöpfen. Auf die Ideen verfallen nur Ökos, und ich finde das nicht gut. Ich möchte einfach nicht in einem Land leben, wo alles verboten ist was schwäbischen Ökospießern nicht passt. Sehen Sie, es ist ne politische Position - und das auf beiden Seiten. Fanatismus sehe ich eher bei der Verbots- und Abzockfraktion.

  17. 43.

    Zwei Worte ausgestauscht und schon haben sie ihre eigenen "Kommentare" wunderbar zusammengefasst, danke dafür.

    Sie erkennen Satire nicht einmal wenn man sie mit der Nase darauf stoßen würde.

  18. 42.

    Es ist sinnlos mit fanatischen Klimawandelleugnern zu diskutieren. Genau so könnte man auch mit religiösen Fanatikern über eine Existenz eines Gottes streiten.

    Diese Leute ignorieren wissenschaftliche Fakten, das merkt man schon an der Wortwahl "Es geht beim Ökowahn um Weltanschauung und Politik,..."

  19. 41.

    Die eigene Meinung als "Fakt" zu bezeichnen ist mit demokratischer Meinungsvielfalt nicht kompatibel. Es geht beim Ökowahn um Weltanschauung und Politik, nicht um Faktenbehauptungen. Und da hat ein ÖR Sender den expliziten Auftrag, alle relevanten Standpunkte gleichberechtigt abzubilden, und nicht für einen davon Stellung zu beziehen. Dies ist ein Kommentar, also als solche deklarierte Meinung einer Person. Das darf es geben, aber wenn ein ÖR Sender nur Meinungen einer Richtung abbildet und andere verschweigt, verletzt er seinen Auftrag. Dass Einseitigkeit den Anhängern der bevorzugten Ansicht in den Kram passt, kann ich mir allerdings gut vorstellen.

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