Symbolbild: Eine Schülerin meldet sich im Unterricht. (Quelle: dpa/Sebastian Gollnow)
Video: Abendschau | 25.09.2019 | Timo Nicholas | Bild: dpa/Sebastian Gollnow

Lehrermangel in Berlin - SPD-Fraktion will Lehrer wieder verbeamten

Die Berliner SPD will erreichen, dass Lehrer in der Hauptstadt wieder zu Beamten ernannt werden. Die Fraktion im Abgeordnetenhaus hat dazu am Dienstagabend einen entsprechenden Beschluss gefasst.

Dramatische Schwierigkeiten, Lehrer zu gewinnen

Ihr Vorsitzender Raed Saleh begründet den Vorstoß mit den dramatischen Schwierigkeiten, Lehrer zu gewinnen. Dem Vernehmen nach stimmte auch der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) dafür. Die Gegner argumentieren mit höheren Kosten und damit, dass Statistiken zeigen würden, dass Beamte häufiger krank sind als Angestellte.

Offen ist, ob es in Landesverband der SPD derzeit eine Mehrheit für die Verbeamtung gibt. Der grüne Koalitionspartner ist in dieser Frage skeptisch, die Linke ablehnend.

Sendung: Inforadio, 25.09.2019, 9 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    Könnten Sie mir die Schule nennen, die auf Tarifstufe eins ungewöhnlicherweise tatsächlich 5000€ brutto bezahlt? Wir hätten starkes Interesse!

  2. 12.

    Bei der Entscheidung über die Verbeamtung von Lehrkräften sollten folgende Punkte mitbedacht werden:
    Derzeit gilt die Nichtverbeamtung doch nur für die Lehrkräfte, die in Berlin ihren Dienst erstmalig beginnen - werden Lehrkräfte aus anderen Bundesländern übernommen, bleiben diese Beamte - mit ihren vollen Bezügen aus ihrem vorherigen Dienstverhältnis.
    In den Lehrerzimmern Berlins befinden sich die angestellten Lehrer in der Minderheit - damit sind ihre Möglichkeiten auf die Verbesserung ihrer Arbeitsbedingungen hinzuwirken stark eingeschränkt - sie haben so zwar die Möglichkeit zu Streiken, aber ohne den entsprechenden Druck aufbauen zu können.
    Die ungleichen Verhältnisse im Lehrerzimmer sorgen auch nicht gerade für Zufriedenheit - was ist denn mit der Forderung "Gleiches Geld für gleiche Arbeit!"? Für die angestellten Lehrkräfte in Berlin - und NUR in Berlin - soll das nicht gelten?
    Im Prinzip kann man hier gut gegen die Verbeamtung sein - aber unter diesen Bedingungen? So nicht!

  3. 11.

    Sollte dies auf dem Landesparteitag eine Mehrheit finden, zeigt sich auch in Berlin einmal mehr ganz deutlich, dass die SPD für progressive Politik kaum zu gebrauchen ist. Der Begriff Sozialdemokratie verkommt hier nur noch zu einem nostalgischen und verlogenen Label. Mit den suggerierten Werten scheint sich zumindest in der Führungsebene dieser Vergangenheitspartei kaum jemand tiefgreifend zu identifizieren. Zum Glück bräuchte die SPD für diese rückwärtsgewandte Politikausrichtung eine erzkonservative Mehrheit. Würden endlich die richtigen Anreize in der Bildungspolitik geschaffen, gäbe es genug qualifiziertes und motiviertes Personal mit Interesse an diesem spannenden Beruf. Dann wären viele Kolleg*innen froh über jede*n der sich wegen der Aussicht auf Verbeamtung entscheidet in ein anderes Bundesland zu gehen. Bis dieses Relikt aus einer anderen Welt endlich flächendeckend fällt.

  4. 10.

    Die Verbeamtung wird rein gar nichts bringen, außer eine Menge neue Kosten für den Steuerzahler. Allein mit Verbeamtung wird Berlin das Problem nicht lösen. Es braucht vielmehr deutlich bessere Arbeitsbedingungen bei fairer Bezahlung und bessere berufliche Perspektiven, also unbefristeter Einstellung und auch Aufstiegsmöglichkeiten für die angehenden Lehrer. Denen ist es letztlich egal, ob sie verbeamtet werden. Sie wollen vielmehr einen sicheren, gut bezahlten Job unter annehmbaren Bedingungen. Lehrer erfüllen keine hoheitliche Aufgabe, daher ist der Beamtenstatus hierfür nicht erforderlich.

  5. 9.

    Viele führen das Argument einer besseren Bezahlung an. Das ist für mich unbegreiflich. Ein Berufseinsteiger (!)mit einem Lehramtsstudium verdient über 5000,-€ brutto im Monat! Ich finde, dass übersteigt bei weitem ein realistisches Grundgehalt für einen Berufsanfänger, der/die seine/ ihre Leistung doch erst einmal unter Beweis stellen muss.

  6. 8.

    Das ist hier nicht die Frage. Die Verbeamtung ist ein wichtiges Kriterium für Lehrer, die sich gerade ihren Arbeitsplatz suchen. Es ist also nicht eine Frage der Qualifikation, sondern lediglich eine Frage der Menge an Lehrern die wir in Berlin benötigen. Wenn Sie als Arbeitnehmer/in die Option hätten, bessere Bezahlung, besser Versicherung und bessere Rechte zu erhalten, wenn Sie 3 Kilometer weiter in ein anderes Bundesland ziehen, würden Sie dies ablehnen?

  7. 7.

    Weder bin ich Beamter noch bin ich Lehrer. Dennoch halte ich es sinnvoll, wenn u.a. auch Lehrer wieder als Beamte ihren Dienst tun. Immer nur die Kosten zu sehen, ist leider etwas kurzsichtig. Denn auch Dinge wie "kein Streikrecht", spielen einen wichtigen Faktor. Der öffentliche Dienst muss einfach funktionsfähig sein und bleiben. Als die Bahn noch im öffentlichen Dienst gewesen, wäre ein Streik der GDL in der heutigen Form z.B. kein Problem gewesen. Uns solche Dinge muss man sich nun mal halt auch etwas kosten lassen. Diese Dinge kommen dem Steuerzahler an anderer Stelle teilweise dann wieder zu Gute. Abgesehen davon ist ein Mensch nicht überheblich weil er Beamter ist, sondern weil er als Mensch halt diese Eigenschaft besitzt oder auch nicht. Und die Aussage dass Beamte häufiger krank sind, ist auch nur zum Teil richtig. Aber ein Beamter der krank ist, wird sich eher getrauen sich auch krank zu melden. Ich würde mir diesen "Luxus" aber für alle Arbeitnehmer wünschen...…...

  8. 6.

    Eine Verbeamtung von Lehrern ist grosser Unfug. Eine Verbeamtung setzt u.a. voraus, dass man bestimmte gesundheitliche und körperliche Eigenschaften mitbringt. Der Zugang zum Lehrerberuf wird durch eine Verbeamtung also stark eingeschränkt. Was dem Zugang zu diesem Beruf abträglich ist.

  9. 5.

    Sicher nicht, aber wenn viele - auch fähige - Lehrkräfte in andere Bundesländer abwandern, weil sie dort
    durch die Verbeamtung sicherere Lebensverhältnisse erwarten, sollte man die Attraktivität Berlins als
    Arbeitgeber durch diese Maßnahme erhöhen ...

  10. 4.

    Es geht nicht darum, ob Beamte oder Angestellte die besseren Lehrer sind, sondern schlicht um die Frage der Wettbewerbsfähigkeit gegenüber anderen Bundesländern. Die fehlerhaften Prognosen zum Lehrerbedarf und die verschlafene Erhöhung der Anzahl an Studienplätzen haben zu dieser Situation geführt. Jetzt wird um jeden Lehrer gekämpft, da das Schulthema den Wählern wichtig ist und das den Parteien Stimmen kosten oder bringen kann.

  11. 3.

    Interessant, dass die SPD den Vorschlag macht und nicht die CDU oder FDP. Die Erfahrungen haben doch gezeigt, dass die Verbeamtung sich überlebt hat und z.B. ein höherer Krankenstand zu weit höheren Kosten führt. Meiner Meinung nach sollte der Beruf wieder an Attraktivität gewinnen, z.B. mehr Lehrer in kleineren Klassen, eine gute Durchmischung verschiedener Nationalitäten in den Klassen und sowieso eine bessere Bezahlung der Fachkräfte. Die verbeamteten Lehrer die ich traf, habe ich als überheblich erlebt mit einer "Egalhaltung", weil sie unkündbar sind. Gibt es eine Beamtenlobby, die dahinter steht und alle (Politiker) wieder etwas Geld nebenbei verdienen dürfen?

  12. 2.

    Und die Steuerzahler zahlen den Rest. Wie immer.

  13. 1.

    Glaubt man wirklich allen Ernstes, das Beamte die besseren Lehrer sind?

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