Mehrere hundert Menschen nehmen an einer Mahnwache an der Stelle teil, an der am Freitag (06.09.2019) vier Menschen bei einem Verkehrsunfall gestorben waren. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 07.09.2019 | Kerstin Breinig | Bild: dpa/Paul Zinken

Mahnwache für Unfallopfer in Berlin - Grüner Bezirksbürgermeister bezeichnet SUV als "panzerähnlich"

Am Freitag fuhr ein SUV in Berlin in eine Personengruppe, vier Menschen starben. Der Fahrer hatte möglicherweise gesundheitliche Probleme. Hunderte Menschen beteiligten sich an einer Mahnwache, Politiker und Lobby-Gruppen kritisieren Fahrzeughersteller.

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall in Berlin-Mitte vom Freitagabend haben verschiedene Politiker den Angehörigen der vier Todesopfer und den Verletzten ihr Mitgefühl ausgedrückt. Gleichzeitig  wurde Kritik an SUV geäußert, die trotz ihrer Größe und Geländegängigkeit bei Stadtbewohnern beliebt sind. Bei dem schweren Unfall verlor der Fahrer eines Porsche-SUV möglicherweise aufgrund eines medizinischen Notfalls die Kontrolle und raste in eine Gruppe von Passanten.

Mehrere Hundert Menschen gedachten am frühen Samstagabend während einer Mahnwache an die Getöteten. Vier Minuten schwiegen sie am Unfallort - je eine Minute für jedes Todesopfer. Den ganzen Tag über hatten Anwohner Blumen und Kuscheltiere auf dem Gehweg abgelegt und Kerzen aufgestellt.

Organisiert wurde die Mahnwache von dem Mobilitätsverein Fuss e.V., dem Verkehrsclub Deutschland (VCD) und Changing Cities. Fuss-Sprecherin Annabelle Wolfsturm sagte dem rbb, man habe bereits zwei Stunden nach dem Unfall beschlossen, vor Ort der Opfer zu gedenken: "Weil es ganz wichtig ist, nach so einem tragischen Unfall, dass es nicht direkt so weitergeht, als wäre nichts gewesen." Wolfsturm sagte, man sei es den Getöteten, ihren Angehörigen und Freunden schuldig, auf das schreckliche Ereignis hinzuweisen.

Die Initiatoren forderten Tempo 30 in der ganzen Stadt, eine autofreie Innenstadt und eine Ombudsperson für Verkehrsunfallopfer. Auf Transparenten verlangten Teilnehmer "Motorisierte Gewalt stoppen" und kritisierten "motorisierte Mordwerkzeuge".

Grüner Bezirksbürgermeister bezeichnet SUV als "panzerähnliche Autos"

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) sprach laut der Nachrichtenagentur DPA von einem schrecklichen Unfall. "Meine Gedanken sind bei den Opfern, ihren Angehörigen und Freunden."

Der Bezirksbürgermeister von Mitte, Stephan von Dassel (Bündnis 90/die Grünen), teilte auf Twitter den Aufruf der Mahnwache am Unglücksort, die am spätestens Samstagnachmittag stattfinden soll. Dazu schrieb von Dassel: "Wir fühlen mit den Opfern und ihren Angehörigen". Der Vorfall sei unfassbar traurig und habe leicht vermieden werden können. "Solche panzerähnlichen Autos gehören nicht in die Stadt! Es sind Klimakiller, auch ohne Unfall bedrohlich, jeder Fahrfehler wird zur Lebensgefahr für Unschuldige", so der Grünen-Politiker.

Heiner von Marschall vom VCD, einem Verein, der sich für sozial- und umweltverträglichen Mobilität einsetzen will, sagte der rbb Abendschau, es sei die größte Mahnwache dieser Art gewesen, die er in Berlin erlebt habe. "Oft sitzen wir in den Außenbezirken zu fünft und dann sind die Aggressionen doch sehr groß." Regelmäßig würden Teilnehmer von Mahnwachen während des Gedenkens angepöbelt, so von Marschall.

Burkhard Stork, Bundesgeschäftsführer des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC), schrieb auf Twitter, die deutsche Automobilindustrie habe in der Dieselaffäre bewiesen, wie brillant sie mit Software in Pkw umgehen könne. "Wann kommt das Auto, das in der Stadt automatisch auf wenige PS, geringe Beschleunigung, 50 km/h max runtergeregelt wird?", fragte er den Verband der Automobilindustrie.

Der Grünen-Politiker und frühere Sprecher zu Mobilitätsthemen im Berliner Landesverband; Matthias Oomen, schrieb auf Twitter, es sei eine Illusion zu glauben, dass mit der Unfall nicht tödlich verlaufen wäre, hätte es sich um einen Kleinwagen oder einen Elektrowagen gehandelt. "Es geht nicht um SUV, es geht um alle Autos in Innenstädten", schrieb Oomen.

Sendung: Inforadio, 07.09.2019, 15.40 Uhr

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Antwort auf [Lisa] vom 08.09.2019 um 21:19
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126 Kommentare

  1. 126.

    Diesmal war es ein PS-starkes Automobil. Wenn ich diese Kommentare hier lese müsste ich mit gleichem Argument Alle Fahrräder, E-.Mobil und E-Scooter verbieten lassen. Auch die sind eine Gefahr für so manchem Blinden oder Sehbehinderten und vor allem Kindern. Fahren auf Bürgersteigen ohne Rücksicht auf Andere. Leute mit Rollatoren werden sogar mit der Klingel aufgefordert beiseite zu gehen und Platz zu schaffen, so geschen - mehrmals in Schöneberg in der Akazienstr. Grunwaldstr./ Goltzstr. Selbst der ADFC hat das bereits beanstandet.

  2. 125.

    Wissen Sie, es wird langsam Zeit, das Sie aufhören anderen zu sagen, was sie dürfen und was nicht, was korrekt ist oder nicht. Und Sie sollten es sein lassen, sich ständig als die oder derjenige hinzustellen...altes Fahrrad altes Auto etc. der oder die Alles richtig macht. Was Sie als rollende Schrankwand bezeichnen muss aber nicht die Meinung anderer sein. Machen Sie Ihr Ding und gut ist es, aber respektieren Sie bitte auch, das nicht alle Ihrer Meinung sind.

  3. 124.

    jedes sich schnell bewegende Objekt stellt , abhängig von seiner Masse und Geschwindigkeit, eine potenzielle Gefahr dar.
    Bei einer Gewehrkugel ist die Masse klein, die Geschwindigkeit hoch. Bei einem Auto ( 1,5 Tonnen ) die Masse groß, die Geschwindigkeit vergleichsweise niedrig. Ergebnis : die Kugel verursacht ein kleines , aber tödliches Loch, das Auto großflächige, tödliche Verletzungen. Also, ein Messerschmitt Kabinenroller hätte bei entsprechender Geschwindigkeit auch tödlich sein können, der menschliche Korpus kann solchem Impact nicht standhalten . E = mc²

  4. 123.

    Heike, wo genau in der Antwort stand jetzt, wofür man außer als Jäger/Förster/Landwirt einen SUV BRAUCHT? Je größer und schwerer eine rollende Schrankwand ist, desto mehr verbraucht sie. Das ist in Zeiten des Klimaschutzes und des nachhaltigen Umgangs mit den Ressourcen der Erde nicht mehr korrekt. Man kommt auch mit leichteren, kleineren, verbrauchsärmeren, leiseren PKWs ans Ziel, vor allem in der Stadt.

    Gerne kann der Förster oder Hobby-Landwirt am Wochenende oder abends in Brandenburg mit dem SUV rumfahren. Da ist Platz. Da schaut aber auch keiner neidisch. Und Handyempfang ist da auch nicht. Mist.

  5. 121.

    Bei einigen Kommenaren möchte man die Frage stellen, ob Kommentator selbst einen SUV fährt, oder bei der Autobranche direkt oder mittelbar angestellt ist.
    Derart unverblümte Parteinahme für in der Stadt vollkommenn deplazierte Geländewagen (SUV) sind schon ganz schon frech angesichts der sozialen Kosten und Schäden nach meinem Empfinden: Hallo Heike.

  6. 120.

    Sie entscheiden was jemand braucht oder nicht...Gott sei Dank wird es dazu nie kommen.Dieses ganze jammern hier wegen der SUV`s ist so, einfach nur primitiv. Von Dassel ist ebenfalls so ein ahnungsloser Basher, der nichts anderes zu tun hat als hier Stimmung zu machen. Dazu kommt gleich noch sein Kumpel Florian Schmidt. Beide vollkommen ungeeignet in Ihren Job. 4 Menschen sind gestorben und die Autohasser haben hier nichts anderes zu tun als zu meckern. Dieser Unfall ist nicht dem Auto geschuldet sondern eher dem Fahrer und das es zu 90 Prozent ein Automatikwagen war. Auch Sie sollten hier mal den Ball flach halten.

  7. 119.

    Seit 1945 sind weltweit 120 000 Menschen im Straßenverkehr umgekommen!

  8. 118.

    Hey, diskutiert ruhig weiter. Wichtig ist: niemand BRAUCHT einen SUV. Echt nicht. Ehrlich. Also bitte keine SUVs für Leute, die nicht Förster/Jäger/Landwirt sind, und vor allem nicht innerhalb des SBahnringes.

    (Vor Schulen und Kitas sollte ein generelles SUV-Verbot bestehen...)

  9. 117.

    Hallo,
    Mal wieder wird vorsätzlich Hass verbreitet.
    Die Grünen reden mal wieder von Dingen, von denen sie keine Ahnung haben, dafür aber mit Vehemenz.
    Der Macan ist die Porsche Ausgabe des Tiguan und wiegt ungefähr soviel wie ein Passat und so ungefähr 100-200kg mehr als ein Golf.
    Da wird mal wieder versucht aus einem schrecklichen Unfall Kapital zu schlagen, um ihre Ideologie durchzusetzen
    Also nichts mit schwer und PS stark

  10. 116.

    Ein SUV ist nicht gefährlich erklärte der Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. Klar, sie verdienen ja daran dass sich möglichst viele Leute eine Angeberkarre kaufen.

    "Warum verteufelt niemand einen Bugatti Chiron Super Sport 300+ mit 1600PS und 16 Zylinder? VMax Limit 420kmh??? Straßenzulassung!!!"

    Sie machen sich hier lächerlich. Auch dieses Spielzeug ist gefährlich, es gibt nur weniger davon. Hier verteufelt niemand einen SUV aber wer kauft sich denn so eine Angeberkarre und warum?

  11. 115.

    Auf welchen Niveua Sie hier "diskutieren kann man nachlesen. "Ätschibätsch" und "Neid und Missgunst!!! ... "SUV Hass" usw... wie ein kleines Kind den man den übergroßen Lolli wegnehmen will weil es zu Hause eine Kiste davon hat.

  12. 114.

    hat leider nicht mehr zu dem davor gehörigen Beitrag gepasst:

    Wichtig sei auch, an welcher Stelle ein Mensch auf ein Auto aufpralle. "Tödliche Verletzungen erleidet man in der Regel im Brustkorbbereich und erst recht im Kopfbereich." Die härtesten Teile der Autofront seien die Kanten links und rechts sowie oberhalb der Windschutzscheibe. "Wenn man die mit dem Kopf trifft, ist das in der Regel tödlich." Bei einem Polo oder Smart könne das leichter passieren als bei einem großen Auto mit einer langen Haube.

    Und nun hört endlich auf, gegen SUV´s jeglicher Art zu haten. Die sind nämlich nachweislich mit nichten gefährlicher als andere Fahrzeuge im Straßenverkehr!!!

  13. 113.

    "Man kann nicht einfach sagen: SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart", sagte Brockmann am Sonntag. Im Einzelfall könne es sogar umgekehrt sein. "Entscheidend ist die Geschwindigkeit", erklärte der Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. "Alles was jenseits von 50 Stundenkilometern ist, ist für einen menschlichen Körper mindestens lebensgefährlich, meistens aber auch tödlich, egal mit welchem Fahrzeug."
    Experte erklärt: "Entscheidend ist die Geschwindigkeit."
    Brockmann verwies auf die physikalische Berechnung der Bewegungsenergie. "Die Masse geht hier nur mit der Hälfte in die Formel ein und die Geschwindigkeit mit dem Quadrat. Und das heißt nichts anderes als: Wenn der Polo 70 fährt, ist er durchaus gefährlicher für einen Menschen als ein Macan mit 40."

  14. 112.

    Der ganze SUV Hass, welcher hier überall propagiert wird, rührt von Fahrzeugen wie der VW Touareq, welches als erster mit einem V10 TDI auf den Markt geworfen wurde. So ein Motor in einem Auto war bis dahin einfach noch nie da. Gefolgt dann von Audi Q7 mit einem V12 TDI.
    Andere haben gleich einen BMW X6 als M Version im Kopf.
    Hier ist eindeutig der Neidfaktor im Vordergrund, warum gerade diese Fahrzeuge verboten werden sollen.
    Aber man differentiert einfach nicht sondern wirf eine komplette Fahrzeugklasse in einen Topf. Egal ob es sich um ein 150.000€ teuren Neuwagen oder um einen 9.999€ teuren Dacia Duster Neuwagen handelt, ist dabei vollkommen egal. Man wirft Luxus und was besonderes mit einem Haufen "Schrott" in einen Topf und verteufelt ohne Sinn und Verstand einfach was.
    Warum verteufelt niemand einen Bugatti Chiron Super Sport 300+ mit 1600PS und 16 Zylinder? VMax Limit 420kmh??? Straßenzulassung!!!

  15. 111.

    @Lisa
    Unfallforscher: SUV nicht unbedingt gefährlicher
    08.09.2019 - Berlin (dpa) - Schwere Sportgeländewagen (SUV) sind im Straßenverkehr nicht unbedingt gefährlicher als Kleinwagen. Darauf hat der Unfallforscher der deutschen Versicherer, Siegfried Brockmann, nach dem schweren Unfall in Berlin hingewiesen. Dort waren am Freitag vier Fußgänger ums Leben gekommen, als ein SUV aus bislang ungeklärter Ursache von der Straße abkam. «Man kann nicht einfach sagen: Ein SUV ist grundsätzlich gefährlicher als ein Polo oder als ein Smart», sagte Brockmann am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur. Im Einzelfall könne es sogar umgekehrt sein.
    «Entscheidend ist die Geschwindigkeit», erklärte der Experte vom Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft. «Alles was jenseits von 50 Stundenkilometern ist, ist für einen menschlichen Körper mindestens lebensgefährlich, meistens aber auch tödlich, egal mit welchem Fahrzeug.»

  16. 110.

    @ Lisa, zum Glück entscheiden nicht Sie darüber was ein Mensch braucht oder nicht braucht.

  17. 109.

    Vernünftige Menschen kaufen erst gar keinen SUV, den man in der Stadt nicht braucht und der für andere Verkehrsteilnehmer, insbesondere Fußgänger wie mich, ein enorm höheres Risiko darstellen. 99% der Fahrer solcher Angeberkarren beherrschen das Ding nicht und die Verletzungsgefahr ist durch die Bauform erheblich höher.

  18. 108.

    HeikeBerlinSonntag, 08.09.2019 | 15:55 Uhr
    Antwort auf [Lisa] vom 08.09.2019 um 15:17

    Wer sind den für Sie unvernünftige Egoisten mit eingeschränktem Horizont.......
    ------------
    das werden wahrscheinlich Menschen sein, die Fahrzeuge fahren, die man sich selber nicht leisten kann.
    Einfach nur Neid und Missgunst!!! Einfach nur peinlich, traurig und jämmerlich von solchen Individuen.
    Aber so ein schrecklicher Unfall ist ein guter Punkt, um mal wieder gegen Autobesitzer haten zu können.

  19. 107.

    Es ist normal sich gegen Gefahren - wie SUV oder sonstige panzerähnliche Autos - schützen zu wollen. Wir haben ein Recht auf Lebensschutz und SUV-fahrer kein Recht auf Stadtverkehr.
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    Elendige Egoisten.... wer schützt die Menschheit denn vor Menschen wie sie einer sind??? Jeder Mensch hat das Recht der eigenen freien Bestimmung. Darunter zählt auch, welches Fahrzeug er fährt. Noch mal - jeder SUV ist sicherer als jeder Kleinwagen oder "City-Flo".
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    BasisdemokradBerlinSonntag, 08.09.2019 | 17:12 Uhr
    Antwort auf [Joker] vom 08.09.2019 um 13:51
    Ich bin nicht Neidisch.......du laberst hier nur elendes Zeug um deinen SUV zu verteidigen! Peinlich!
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    ne kein elendiges Zeug sondern einfach nur Fakten, die jeder intelligente Mensch selber im Netz rechechieren kann. Anscheinend gehören Sie nicht dazu. Btw. ICH FAHRE KEIN SUV sondern ein 175k€ teure gepanzerte Limusine. Ätschibätsch

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