Verwaister Truppenübungsplatz bei Wittstock (Bild: imago images/teutopress)
Bild: imago images/teutopress

Truppenübungsplatz bei Wittstock - Bombodrom-Räumung verzögert sich um Jahre

Bis zum Jahr 2020 sollte der Truppenübungsplatz in Wittstock eigentlich komplett frei von alten Granaten und Bomben sein. Doch die Räumung des sogenannten Bombodroms wird sich wohl verzögern. Anvisiert wird nun 2025.

Die komplette Räumung der Munition auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) verzögert sich voraussichtlich um weitere fünf Jahre.

Eigentlich müsste das Gelände bis August 2020 geräumt sein. Deutschland hat jetzt jedoch eine Verlängerung dieser Frist bis August 2025 beantragt. Denn die Arbeiten dauerten absehbar länger als geplant, wie die Regierung in ihrem Antrag schrieb. Darüber entscheiden müssen die übrigen Unterzeichner der Streubomben-Konvention bei ihrem dreitägigen Treffen in Genf, das am Montag begonnen hat. Das Sekretariat der Konvention hat schon positiv auf den Antrag reagiert und die Annahme empfohlen.

Besondere Gefahren durch Streubomben

Der ehemalige Truppenübungsplatz im Norden Brandenburgs, im Volksmund auch Bombodrom genannt, wurde Jahrzehnte lang unter anderem von der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland genutzt. Dort sollen noch Hunderttausende Granaten, Bomben und Blindgänger liegen.

Deutschland gehört zu den 106 Unterzeichnern der völkerrechtlich verbindlichen Streubomben-Konvention, die seit 2010 in Kraft ist. Sie verbietet auch Einsatz, Herstellung und Weitergabe von bestimmten Typen konventioneller Streumunition. Nicht unterzeichnet haben Länder wie die USA, Russland, China, Indien, Pakistan und Israel, die Streumunition besitzen oder hergestellt haben.

Streubomben setzten bei ihrer Detonierung jede Menge kleinerer Sprengkörper frei und haben deshalb einen großen Wirkungskreis. Durch Blindgänger ist die zivile Bevölkerung noch Jahrzehnte nach einem Kriegseinsatz gefährdet.
 

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Sendung: rbb24, 02.09.2019, 16 Uhr

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3 Kommentare

  1. 3.

    @rbb Wieso dauert das über 250 Wochen länger als geplant ? Wo bleibt das starke Engagement der Bundeswehr und der NATO für uns? Wer kann das schneller ?

  2. 2.

    Aufrüsten? Hier geht geht es um die Beseitigung der Altlasten deutscher und sowjetischer Truppen, die aus nicht recherchierten Gründen länger dauert.

    Blickt man in die Geschichte zurück, führte die Aufrüstung mit Pershing II als Antwort auf die SS-20 letztendlich sogar zu einer nie dagewesenen Abrüstung. Wer sich in dem Thema auskennt, erinnert sich auch daran, dass die 2% für Verteidigungsausgaben 2002 in Prag erstmals als Vorschlag Deutschlands angestrebt und 2014 in Wales nach dem Kriegsausbruch auf der Krim bestätigt worden sind. Trump wurde bekanntlich erst seit 2017 Präsident der USA.

  3. 1.

    Verrückt, dass die Deutschen nach allem Geschehenen wieder ans Aufrüsten denken und sich vom nordamerikanischen Trumpeltier zu zweifelhaften 2%-Versprechungen verführen lassen, statt auf Diplomatie zu setzen und diese siegen zu lassen.

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